Ortlieb Velocity: Ein Klassiker der Kurierrucksäcke für alle Lebenslagen

Inklusive 13"-Laptopfach für MacBooks

Meine Kollegen aus der Bochumer Hauptbüro-Redaktion setzen für ihren täglichen Weg zur Arbeit auf die Rucksäcke von Arcido, die auch schon mehrfach Bestandteil unserer Berichterstattung waren. Ich hingegen schwanke im Alltag zwischen mehreren Modellen und nutze aktuell sowohl einen Ethnotek Raja L30 Rucksack als auch die Ortlieb Back-Roller Plus für den Transport von MacBook oder iPad Pro, für Einkäufe, längere Radtouren und weitere Freizeitaktivitäten.

Mit dem Ortlieb Velocity gibt es nun aber einen neuen Kandidaten, der das Zeug hat, zumindest meinen Ethnotek Raja nach längerer Zeit der Nutzung abzulösen. Der Rucksack von Ortlieb präsentiert sich als klassische Kuriertasche, die aus wasserdichtem PVC gefertigt ist und über den von Kurierrucksäcken bekannten Rolltop-Verschluss verfügt. In der neu aufgelegten 2020er Version des Ortlieb Velocitys stehen dem Nutzer sogar drei verschiedene Größen mit 17l, 23l und 29l zur Verfügung, ebenso wie insgesamt fünf verschiedene Farben – Schwarz, Gelb, Olivgrün, Coral und Petrol. Je nach Größe und Farbe wird für den Velocity im Webshop von Ortlieb ein Preis von 89,99 Euro bis 119,99 Euro fällig.


Auf den ersten Blick ist ein Kaufpreis von etwa 100 Euro für einen Rucksack kein wirkliches Schnäppchen. Beim deutschen Hersteller Ortlieb jedoch gibt es nicht nur eine fünfjährige Garantie, sondern auch die Möglichkeit, Verschleißteile des Rucksacks noch Jahre nach dem Kauf ersetzen zu lassen. Dies trifft beim Ortlieb Velocity wohl vor allem auf den breiten Klettverschluss zu, mit dem das Hauptfach nach dem Aufrollen verschlossen wird. Dies geht einfach und schnell von der Hand, allerdings neigen Klettverschlüsse eben auch dazu, ihre Klebkraft nach regelmäßigem Gebrauch nach und nach zu verlieren oder Dreck anzuziehen. Ortlieb erklärt auf der Produktseite des Velocity-Rucksacks, dass man die Patte problemlos austauschen kann, um so zu einer verlängerten Nutzungszeit des Rucksacks beizutragen. Auch aus Nachhaltigkeits- und Umweltschutz-Gründen ist dies eine lobenswerte Herangehensweise.

Neue 2020er Version mit erweitertem Innenleben

Der Ortlieb Velocity, der mir für diesen Bericht in der klassisch schwarzen Variante mit 23l vorliegt, ist nach dem ersten Auspacken tatsächlich noch etwas steif – das PVC-Material, das an dicke Lkw-Planen erinnert, muss sich erst noch an die Nutzung gewöhnen. Bei einem ersten Einkauf mit dem Rucksack jedoch war ich mehr als nur positiv überrascht, wie viel Platz der Velocity schon in der mittleren der drei Größenvarianten bietet. Wenn es einmal richtig schwer werden soll, helfen auch ein verstellbarer Brustgurt sowie ein abnehmbarer Hüftgurt für weitere Stabilität und Entlastung. Für bessere Sichtbarkeit sorgt bei Dunkelheit ein reflektierendes Ortlieb-Logo auf der Frontseite – die typischen seitlichen Reflektoren, die man von den Radtaschen des Herstellers kennt, fehlen hier aber.

Das Beste am Ortlieb Velocity ist neben seiner wasserdichten Charakteristik nach IP64 aber wohl das für die 2020er Version überarbeitete Innenleben des Rucksacks. Kurierrucksäcke sind ja sonst nicht für zahlreiche Extras und versteckte Taschen bekannt, aber mit dem aktuellen Modell hat man mit einem neuen gepolsterten Laptopfach mit Maßen von 36 x 24,5 x 2,5 cm deutlich zur Vielseitigkeit des Rucksacks beigetragen. Hier findet also ein MacBook bis 13″ oder auch ein iPad bis 12,9″ problemlos Platz, wie meine Tests auf dem Weg zum Niederländisch-Kurs bewiesen. Aufgesetzt auf den Laptop-Einschub ist noch eine kleine Reißverschluss-Tasche, in der Schlüssel, Kabel, Taschentücher oder weitere Kleinigkeiten Platz finden. In den Weiten des Hauptfaches einen kleinen Schlüssel wiederzufinden, dürfte nämlich nicht allzu leicht sein.

Weitere Taschen oder Fächer gibt es beim mir vorliegenden 23l-Modell nicht, lediglich die 29l-Variante verfügt noch über einen weiteren kleinen Reißverschluss-Einschub an der Außenseite. Nach einigen Touren mit dem Ortlieb Velocity hätte ich mir diese kleine Außentasche auch für die kleineren Varianten des Rucksacks gewünscht, um einfach und schnell Zugriff auf meinen Schlüssel oder das iPhone zu haben, ohne gleich den Rucksack von den Schultern nehmen und das Hauptfach öffnen zu müssen. Immerhin: Eine 1,5l-Flasche oder ein A4-Ordner können bequem im 23l-Ortlieb Velocity untergebracht werden.

Rückenpolster: Dünn, aber nicht unbequem

An der Verarbeitungsqualität des Velocitys gibt es aber, wie man es auch von anderen Ortlieb-Produkten gewohnt ist, rein gar nichts auszusetzen. Das verwendete Polyestergewebe, das mit PVC beschichtet wurde, wirkt stabil und robust, am Boden gibt es zudem einen Kantenschutz, um die Unterseite zu schützen und für mehr Stabilität beim Aufstellen zu sorgen. Auch der Tragekomfort kommt nicht zu kurz. Bei der ersten Betrachtung war ich skeptisch, ob das relativ dünn wirkende Schaum-Rückenpolster seine Dienste gut verrichten würde. Aber bereits nach dem ersten größeren Einkauf samt Rücktransport in sportlicher Haltung auf dem Fahrrad war ich vom Komfort überzeugt. Ein wenig gewöhnungsbedürftig ist die relativ harte Polsterung zunächst, aber sie ist nie unbequem. Im Winter neigt man erfahrungsgemäß auch weniger dazu, am Rücken mit Rucksack zu schwitzen – hier muss der nächste Sommer zeigen, wie sich das Schaumpolster dann bewährt. Mit einem Eigengewicht von 880 Gramm in der 23l-Variante ist der Rucksack selbst auch nicht zu schwer. Ein kleines Gimmick gibt es zudem unterhalb des Klettverschlusses: Hier finden sich zwei kleine Laschen, an denen man ein optionales Rücklicht oder den Gurt des Radhelms befestigen kann.

Wer sich für das Design des Ortlieb Velocitys begeistern kann, aber eine PVC-freie Variante sucht, findet das Modell in der Velocity PS-Version im Webshop des Herstellers. Auch hier gibt es vier verschiedene Farben und die Größen 17l und 23l zur Auswahl. Weiterhin gibt es mit dem Velocity High Visibility eine ganz besondere Option, die aus hochreflektivem Material besteht und sich vor allem für Ganzjahresradler eignet, die auch in der dunklen Jahreszeit gut gesehen werden wollen. Hier stehen zwei Farben, Schwarz und Neongelb, in der 23l-Größe zur Auswahl. Wer gern noch ein paar farbliche Akzente setzen möchte, findet darüber hinaus die Velocity Design 2020-Edition bei Ortlieb, die über ein spezielles grafisches Design auf der Frontseite verfügt. Welches Modell ist euer Favorit?

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