Papero Cougar 18 L: Nachhaltiger veganer Rucksack aus stabilem Kraftpapier

Platz für Laptops bis 17 Zoll

In der Vergangenheit haben wir schon so einige Rucksäcke und Taschen für alle Gelegenheiten und Geschmäcker vorgestellt. Nachdem es immer wieder Rückmeldungen und Wünsche nach nachhaltigen und veganen Alternativen gab, die beispielsweise ohne tierisches Leder auskommen, haben wir nun mit dem Papero Cougar 18 L einen passenden Rolltop-Rucksack in den Weiten des Internets gefunden, der diese Wünsche erfüllen dürfte.

Papero ist ein deutsches Unternehmen aus München, das im Jahr 2012 von Julia und Tim Decker gegründet wurde und seit jeher einen Fokus auf nachhaltige, tierleidfreie Taschen gesetzt hat. Die beiden Gründer waren unzufrieden mit den veganen Optionen auf dem Taschen-Markt – und machten sich kurzerhand daran, ein eigenes Produkt nach ihren Ansprüchen zu entwickeln. „Schöne Optik, vegan und aus robusten, nachwachsenden Rohstoffen“ hieß laut Website die Devise. Die Marke Papero war geboren. Mittlerweile hält der Shop zahlreiche Rucksäcke und Taschen, die aus waschbarem Kraftpapier gefertigt sind, bereit.


Wir konnten in den letzten Wochen den klassisch anmutenden Papero Cougar 18 L genauer unter die Lupe nehmen, der in insgesamt vier verschiedenen Papierfarben (Schwarz, Hellbraun, Olivgrün und Hellgrau) zum Preis von jeweils 79 Euro bei kostenlosem Versand im Webshop des Herstellers angeboten wird. Unser Modell in hellbrauner Farbe wurde in einem hübschen Pappkarton samt etwas Schutzpapier ohne weiteres Plastik-Verpackungsmaterial geliefert und kann ohne weitere Vorbereitungen oder -behandlungen direkt genutzt werden.

Der Papero Cougar 18 L verfügt – die Modellbezeichnung deutet es bereits an – über ein maximales Volumen von 18 Litern. Dies wird erreicht, wenn der Rolltop-Verschluss ganz ausgerollt ist, im aufgerollten Zustand kommt der Rucksack auf 15 Liter Fassungsvermögen. Der Hersteller gibt an, dass das verwendete Kraftpapier zu Beginn noch etwas steif ist, was auch bei meinem Exemplar der Fall war. Je mehr man den Rucksack aber im Alltag verwendet, desto weicher und flexibler wird das Material.

Über Kraftpapier, Herstellung und Nachhaltigkeitspreise

Und auch wenn man sich nun fragt: Wie kann denn ein Rucksack aus Papier stabil genug für Wasserflaschen, Laptops, Ordner und mehr sein? Der Clou ist das verwendete Kraftpapier, das nicht umsonst seinen Namen erhalten hat. Das Material besteht aus Zellstoff, welches aus geschnitzeltem Weichholz hergestellt wird. „Die langen Fasern liefern die Festigkeit und Nassfestigkeit des Papiers“, so die Info auf der Papero-Website. „Der Zellstoff (80 Prozent) wird mit Naturlatex (20 Prozent) gemischt, und verleiht unseren Taschen Robustheit und Waschbarkeit.“

Der Rucksack ist dadurch komplett recycelbar und zudem wasserdicht. „Regentropfen hinterlassen keine Flecken und das Material trocknet schnell wieder“, heißt es weiter. Das konnte ich bei meinen Wassertests mit dem Papero Cougar 18 L bestätigen: Hier wird nichts weich, reißt oder sifft durch. Die Reinigung, sofern notwendig, kann problemlos mit einem mit Wasser angefeuchteten Mikrofasertuch erfolgen. Alternativ lässt sich der Rucksack auch im kalten Expresswaschgang ohne Schleudern mit Flüssigwaschmittel in der Waschmaschine waschen. Vorher sollte man jedoch die Klettverschlusslasche entfernen, und den Rucksack danach offen zum Trocknen aufhängen.

Zudem verzichten die Rucksäcke und Taschen auf jegliche Schadstoffe: Auch der Cougar 18 L ist chemiefrei und unbeschichtet ohne PCP und BPA, die Metallbestandteile sind nickel- und bleifrei. Die Produkte verfügen über das FSC-Siegel aus nachhaltiger Forstwirtschaft und wurden auch von der PETA zertifiziert. Mit jedem gekauften Rucksack wird zudem ein Aufforstungsprojekt unterstützt, darüber hinaus erfolgt die Produktion des Kraftpapiers von einem zertifizierten Unternehmen in Deutschland. Papero hat zudem bereits mehrere Preise gewonnen, darunter den German Design Award 2021, und ist auch für den deutschen Nachhaltigkeitspreis 2022 nominiert.

Günstiger als viele andere nachhaltige Rucksäcke

Soweit so gut. Doch wie schlägt sich der Papero Cougar 18 L im Alltag? Die Größe des Rucksacks reicht auf jeden Fall aus, um Laptops mit einer Größe von bis zu 17 Zoll im Inneren unterbringen zu können. Auch ein A4-Ordner kann ohne Probleme transportiert werden. Dank des geringen Eigengewichts von nur ca. 500 Gramm merkt man den Rucksack kaum auf dem Rücken, wenn er nur leicht bepackt ist. Dafür sorgen zusätzlich die breiten Tragegurte, die man erst vor kurzem aktualisiert hat, um für noch mehr Tragekomfort zu sorgen. Im Inneren gibt es zwar kein ausgewiesenes Laptopfach, dafür aber eine weiche Stoffauskleidung, zwei kleine Innentaschen für Kabel und Co., ein rückseitiges Reißverschlussfach und einen dehnbaren Einschub für Wasserflaschen. So poltert das Getränk nicht im Rucksack umher, sondern bleibt aufrecht an seinem seitlichen Platz – eine tolle Idee. Auch an der Außenseite gibt es seitlich ein kleines Reißverschlussfach, in das sich beispielsweise das iPhone oder ein Schlüssel bequem hineinschieben lässt, sowie ein weiteres unterhalb des Rolltops.

Verschlossen wird der Papero Cougar 18 L mit einem klassischen Rolltop, dessen Öffnung zusätzlich mit einem Reißverschluss geschlossen wird. Das Aufrollen geht vor allem in der Anfangszeit etwas steif und schwer vonstatten, so dass man auch die Klettverschluss-Lasche, mit der der Rolltop an seinem Platz gehalten wird, in der Länge noch nachjustieren muss. An dieser Stelle kommt für mich auch die einzige Kritik des Rucksacks zum tragen: Ich kann mir vorstellen, dass der Klettverschluss, der zudem nur etwa 2 cm breit ist, sich mit der Zeit abnutzt und der Verschluss nicht mehr zuverlässig hält. Zwar kann die Klettschlaufe selbst entfernt werden, aber die andere Hälfte des Klettverschlusses ist natürlich am Rucksack angenäht worden. Eine andere Verschlussmöglichkeit, beispielsweise mit einem Magneten oder einem Haken, wäre hier bestimmt die bessere Alternative.

Insgesamt jedoch macht der Papero Cougar 18 L einen sehr guten und wertigen Eindruck. Für einen Kaufpreis von unter 80 Euro ist der Rucksack zudem noch verhältnismäßig günstig, vor allem, wenn man in Betracht zieht, dass das Material in Deutschland produziert wird und auf Nachhaltigkeit im gesamten Prozess geachtet wird. Andere Rucksäcke mit Nachhaltigkeits-Aspekt, beispielsweise der GOT BAG aus recyceltem Meeresplastik oder der Airpaq Rucksack aus Airbag- und Sicherheitsgurt-Material, kosten mindestens 100 Euro und mehr. Solltet ihr noch mehr zum Papero Cougar 18 L wissen wollen, hilft euch vielleicht das unten eingebundene YouTube-Video. Und wenn euch auch die 15 bzw. 18 Liter Volumen schon zu viel sind, gibt es auf der Website des Herstellers auch noch ein kleineres Modell, den Cougar Mini, mit 13 l Fassungsvermögen.

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Kommentare 11 Antworten

      1. Die Frage wäre dann noch mit welcher Energieeffizienz wird da nachhaltig produziert…nicht das es so ein Schwindel wie bei den Windkraftanlagen ist, wo die Produktion mehr Schäden verursacht wie der Nutzen in laufe der Jahre in Sachen Nachhaltigkeit.

      2. das Meeresplastik kommt nicht direkt aus dem Meer, sondern besteht aus aufwendig aufbereitetem Plastikmüll und wird nicht direkt an Stränden und in Küstenregionen gesammelt sondern bis zu 50 Km entfernt, bevor es in das Meer gelangt gesammelt.

    1. Nur weil du für dich eine andere Lösung gefunden hast, kann der Rucksack für andere Personen doch trotzdem interessant sein. Warum gleich so abwertend reagieren?

        1. Du schreibst hier unten gerade selbst von „militanten Öko-Faschisten“. Leben und leben lassen. Auch wenn einigen Usern beim Wort „vegan“ gleich das Steak hochkommt, ist es trotzdem legitim, dass ein solches Produkt existiert. Wer es kaufen möchte, kauft es, wer nicht, lässt es sein. So einfach kann es sein.

          P.S. Ich bin keine Veganerin. 😉

    2. das Meeresplastik kommt nicht direkt aus dem Meer, sondern besteht aus aufwendig aufbereitetem Plastikmüll und wird nicht direkt an Stränden und in Küstenregionen gesammelt sondern bis zu 50 Km entfernt, bevor es in das Meer gelangt gesammelt.

  1. Das Grundmaterial kommt aus Deutschland, aber die Produktion ist in? Polen? Und der Firmensitz in Zypern?
    Da bleib ich dann doch lieber bei Osprey, nicht vegan, aber bewährt.

  2. Genau das richtige für militante Öko-Faschisten.
    Meinen Carhartt-Rucksack (der CEO hat eine sehr gesunde Einstellung, mein ernst!) habe ich schon seit deutlich über 20 (!) Jahren im Einsatz, gekauft zu DM-Zeiten .

    Klar, sieht nicht mehr hübsch aus, die Polsterung an den Schultergurten war auch mal dicker gewesen -ABER: keine Löcher, keine Risse, keine defekte.

    Was ist nachhaltiger als Qualität ?

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