2Do wechselt zum Freemium-Modell, Omni Group testet Trialware

Ein kostenpflichtiges Programm hat es im App Store nicht leicht. Die Wahl des richtigen Bezahlmodells ist wichtig, allerdings hat sich im Laufe der Zeit viel getan. Bei 2Do gibt es jetzt Änderungen.

2Do iPad

Abgesehen von Blitzer.de PRO und NAVIGON, befinden sich in den Top 40 der umsatzstärksten Apps nur kostenlose Apps mit reichlich vielen In-App-Käufen. Der Entwickler von 2Do (App Store-Link) war stets gegen dieses Modell und bietet bis dato seine App zum Einmalpreis von 14,99 Euro zum Kauf an. 2Do ist seit achten Jahren im App Store verfügbar, mit dem kommenden Update wird sich das Bezahlmodell ändern.

Doch die gute Nachricht ist: Für Bestandskunden gibt es keine Änderungen. 2Do wird fortan kostenlos angeboten und kann zwei Wochen kostenfrei mit allen Funktionen ausprobiert werden. Danach werden die Synchronstation, Backups und Benachrichtigungen deaktiviert. Zum Einmalpreis via In-App-Kauf lässt sich dann die Vollversion freischalten. Durch dieses Modell kann man die eigene App als „kostenlos“ bewerben, Neukunden einen kostenlosen Blick gewähren und erreicht so sicherlich mehr Kunden als zuvor mit einer Premium-Bezahl-App, die man vorher nicht testen kann.

Der Entwickler zieht einen guten Vergleich: Beim Shopping von neuer Kleidung schaut man sich genau um, probiert die neue Hose an und überprüft ob das Produkt das Geld wert ist. Ebenso kritisiert der 2Do-Entwickler die fehlende Möglichkeit von kostenpflichtigen Updates. Acht Jahre lang wurde 2Do weiterentwickelt und hat in diesem Jahr schon vier Updates erhalten – ohne eine weitere Entlohnung.

2do

2Do war damals sogar die Gratis-App der Woche und wurde binnen sieben Tage fast eine Million Mal heruntergeladen. Was der Entwickler davon hatte? Gar nichts, denn das per In-App-Kauf verfügbare Add-ons ist erste seit Anfang dieses Jahres verfügbar. Andere Apps, die auch kostenlos angeboten werden, bieten allerdings per In-App-Kauf virtuelle Güter an, mit denen das meiste Geld umgesetzt wird.

Die Änderungen werden in den nächsten Wochen in Kraft treten. Die geübte Kritik an fehlenden Möglichkeiten für Entwickler ist berechtigt. Ob Apple hier was in Zukunft ändern wird, ist unklar.

Omni Group testet kostenlose Testphase

Früher gab es zu fast jeder App eine Version mit dem Zusatz „lite“. Es handelte sich um eine abgespeckte Fassung der Vollversion, die einen ersten Einblick ermöglichte. Auch die Omni Group testet jetzt ein neues Modell, denn die doch sehr hohen Preise schrecken Kunden zu sehr ab. Die Version 7 von OmniGraffle wird erstmals kostenlos zum Download im Mac App Store angeboten und bietet einen In-App-Kauf in Höhe von 0 Euro an, um die App zwei Wochen kostenlos testen zu können. omnigraffle

Nach der Testphase kann man dann die kostenpflichtige Version erwerben, die zwischen 100 und 200 Euro kostet. Sollte zuvor eine ältere Version auf dem Mac installiert sein, erkennt die neue Version den Vorgänger und bietet das Upgrade zu vergünstigten Konditionen an. Sollte man sich gegen den Kauf entscheiden, ist das Programm nicht komplett nutzlos, kann dann aber nur noch Daten anzeigen – in diesem Fall sind es Diagramme.

Auf ein Abo wird die Omni Group ebenso verzichten, wie es auch der Entwickler von 2Do tut. Ob Apple den Entwicklern weiterhin Steine in den Weg legen wird, wissen wir nicht. Laut Eintrag im Hausblog soll diese Vorgehensweise bekannt sein und geduldet werden.

Kommentare 7 Antworten

  1. Das ist mir schon lange ein Dorn im Auge und einfach Augenwischerei. Sehe nur ich das so, oder bin ich hier auf dem Holzweg? Eine App ist dann als „kostenlos“ zu bezeichnen wenn sie ohne wenn und aber dauerhaft uneingeschränkt nutzbar ist. Punkt, Ende, Aus. Dazu gab es schon immer die Begriffe „Freeware“ und „Shareware“.

    Und der von dir Freddy gelobte Vergleich des Entwicklers ist absoluter Nonsens. Ist die Hose denn „kostenlos“, oder hängt da ein Schild mit der Aufschrift „kostenlos“ über der Hose? Nein, ich muss sie bezahlen wenn ich sie uneingeschränkt nutzen möchte. Und der Verkäufer wird sich hüten mir die Hose als „kostenlos“ anzubieten wenn er dann doch Geld dafür haben möchte.

    Software die man „abgespeckt“, oder für einen gewissen Zeitraum testen kann nennt man Shareware und nicht kostenlos, denn dann wäre sie Freeware. Aber klar, mit Shareware bekommt man lange nicht so viele an den Haken wie mit „kostenlos“. 😉

    1. Das mit der Hose hast du falsch verstanden. Es geht darum, dass man die Hose vorher anprobieren (ausprobieren) kann, bevor man das Geld auf den Tisch legt. Das ist bei Apps mit Kaufpreis eben nicht möglich.

      1. Ich habe das schon richtig verstanden. Es geht darum, den Begriff „kostenlos“ zu verdrehen.

        Eine App kostenlos „abgespeckt“ zu testen würde im Vergleich bedeuten im Geschäft nur ein Hosenbein anzuprobieren und die ganze Hose dann erst anziehen zu dürfen nachdem ich sie bezahlt habe. Mist bloß wenn sie mir dann doch nicht richtig passt. Oder mir die App nachdem ich den InApp-Kauf getätigt habe doch nicht das bietet, was ich erwartet habe oder brauche nur weil ich eben nur eingeschränkt kostenlos testen konnte.

        Wie Apple mit dem Widerrufsrecht umgeht konnten ja viele schon erfahren die 2-3 mal Apps sich haben erstatten lassen. Der Verbraucher muss VOR dem Kauf explizit zustimmen, dass er mit der Lieferung auf das Widerrufsrecht verzichtet. Man kauft also die Katze im Sack.

        Einzig richtig wäre das System anzupassen. Freeware und Shareware. Klare Bezeichnungen.
        Shareware kann „uneingeschränkt“ für x Tage getestet werden, dann lässt sich die App nicht mehr starten oder ich kaufe.

        1. Das Apple das macht ist nicht toll, hat aber auch keine rechtliche Gültigkeit. Nur wer ficht wegen 0,99€ was vor Gericht aus 😉

          Bei 2Do nutzt man doch 14 Tage das Vollprogramm, erst dann werden bestimme Dinge abgeschaltet. Nutzen kann man es dann trotzdem, nur halt ohne Sync, Backup etc.

          Du testest also nicht die Hose mit einem Hosenbein, sondern probierst sie an, läuft umher, checkst sie aus und wenn sie passt und dir gefällt kaufst Du sie.

          Klar ist das Shareware, aber wer will ernsthaft ein solches Programm kostenlos nutzen, also Daten auslesen, denn das ist ja neben Werbung das Geschäftsmodell von „kostenlosen“ Apps.

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