Apples Bluetooth-Politik soll französische Corona-Tracking-App verhindern

Politik will eigenen Weg gehen

Es geht mal wieder um unser Lieblingsthema aus der vergangenen Woche, die Kontakt-Tracking-Apps zur Unterbrechung von Infektionsketten der Corona-Pandemie. In Vorfreude auf die Kommentare unter diesem Artikel möchten wir euch auf die aktuellen Entwicklungen aus Frankreich aufmerksam machen, in der Apple eine Schlüsselrolle zu spielen scheint.

Wie Bloomberg berichtet, will Frankreich bis zum 11. Mai eine Kontakt-Tracking-App veröffentlichen, um eine Lockerung der aktuellen Beschränkungen für die Bevölkerung zu erlauben. „Wir fordern Apple auf, eine technische Hürde aufzuheben, damit wir eine unabhängige europäische Gesundheitslösung entwickeln können, die unser Gesundheitssystem unterstützt“, wird der französische Minister Cédric O zitiert.


Im Kern geht es um die Tatsache, dass Apple es Anwendungen nicht erlaubt, weiterhin im Hintergrund per Bluetooth zu kommunizieren, wenn die Daten in den Einstellungen deaktiviert wurden. Eine Limitierung zum Schutz der Privatsphäre der Nutzer, doch genau diese Limitierung stehe der Art von App im Wege, wie sie die Franzosen entwickeln wollen.

Gemeinsame technische Plattform von Apple und Google soll im Mai kommen

Apple verweist derweil auf das vor einigen Tagen gegebene Versprechen, man wolle gemeinsam mit Google eine Technologie anbieten, die Tracking-Apps per Bluetooth ermöglicht. Diese Plattform soll irgendwann im Laufe des kommenden Monats für Regierungen und Gesundheitsbehörden zugänglich gemacht werden.

Und bevor am Ende wieder Unklarheiten in den Kommentaren gibt: Wir sind keine Gesundheitsexperten und auch keine Datenschutzexperten. Sowohl Gesundheit und Datenschutz sind uns aber wichtig. Trotzdem dürfen wir eine Meinung haben – und zwar dass eine Kontakt-Tracking-App, ganz egal wie sie am Ende aussieht, am Ende des Tages ein sehr hilfreicher Weg sein kann, um Infektionsketten frühzeitig zu unterbrechen. Eine solche App wird kein Freifahrtschein sein, aber ganz sicher ein weiteres nützliches Werkzeug im Kampf gegen die Pandemie.

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Kommentare 15 Antworten

  1. Ihr schreibt, dass mit der Kontakt-Tracking-App Infektionsketten unterbrochen werden sollen. Tatsächlich sollen sie damit aber nur nachweisbar gemacht werden. Natürlich ist Virologie nicht euer Fachgebiet. Aber mit einem ganz klein wenig Recherche kann man schon vermeiden, sich nicht dem ganzen Unsinn, der im Zusammenhang mit Corona/Covid-19 geschrieben wird, anzuschließen. Genau hierdurch entstehen Missverständnisse und gefährliches Halbwissen. Ich lese eure Artikel sehr gerne, aber da derzeit soviel Unsinn über dieses dämliche Virus geschrieben wird, wollte ich einfach mal darauf hinweisen.
    Nix für ungut…

    1. Natürlich wird die Infektionskette damit auch unterbrochen. Nämlich genau in dem Moment, in dem ich Beschied bekomme, dass ich mit einer infizierten Person in Kontakt stand und mich dann viel früher als bisher in Quarantäne begebe. Dann nämlich kann ich keine weiteren Personen anstecken.

      1. Es stimmt, dass die Kette bei dir unterbrochen wird, wenn du informiert wirst. Aber von der Infektion bis zur Information darüber hast du (wahrscheinlich) weitere Menschen infiziert, so dass die Kette noch eine ganze Zeit lang intakt war. Aber das jetzt mal nur noch sekundär.

        Sorry, dass sich da jetzt noch eine leider persönliche Datenschutz-Diskussion daraus entwickelt hat.

        1. Das ist natürlich klar. Aber was wäre denn deiner Meinung nach eine noch bessere Alternative, die Kette früher zu unterbrechen? Mir fällt da keine ein.

          Abgesehen natürlich von den aktuell noch geltenden Schutzmaßnahmen wie der Kontaktsperre. Am Ende lässt sich der Kontakt so aber auch nur reduzieren, aber im Alltag halt auch nicht komplett ausschließen.

          1. Nein, bitte nicht falsch verstehen! Ich wäre einer der ersten, der diese App installieren würde. Das dürfte der leichtest gangbare Weg sein.

  2. @Fabian: Schön, dass du diesmal gleich einen Disclaimer dazuschreibst, dass du kein Datenschutz- und Gesundheits-Experte bist. Das merkt man allerdings auch so. Aber warum bitte nimmst du nicht wenigstens neue Erkenntnisse an, wenn sie dir zugespielt werden?
    Es ist eben NICHT „ganz egal, wie so eine App aussieht“! Es sollte eine App sein, die ihr Primärziel erreicht und trotzdem den Datenschutz und die Grundrechte wahrt. Ja, sowas gibt es und ein anderer Leser hat dir im letzten Artikel dazu auch einen Link genannt:
    threadreaderapp.com/thread/1248339741155774464.html
    Man kann kein Experte für alles sein, aber es ist nicht verboten mitzudenken und dazuzulernen ?

    1. Da kannst du auch mit einem Strauch drüber diskutieren, der nimmt Kritik eher an als Fabian. Das sind nur Hobbyisten mit einem Blog, die interessieren sich nicht für Qualität oder ernsthaften Journalismus. Ist ihr gutes Recht, muss man nur wissen. Schau dir doch mal auf Xing und Co an, wonach die suchen, dann erkennst du schnell, worum es hier wirklich geht. Und du siehst eine Vielzahl der hier veröffentlichten Artikel (sofern sie nicht einfach kopiert wurden) mit anderen Augen.

      1. @Micha: Dass sie nur Hobbyschreiber mit einem Blog sind, das sagen sie ja selbst über sich. Ich verstehe nur nicht, wie man so wenig Anspruch an sich selbst und das selbst gewählte Handwerk haben kann.

    2. Ein weiterer Disclaimer: Ich werde nach diesem Kommentar nicht weiter auf deine provozierenden Kommentare eingehen. Das ist mir einfach zu blöd.

      Du scheinst ja auch nicht verstehen zu wollen, dass ich schon mehrfach betont habe, dass Datenschutz wichtig ist, so übrigens auch in diesem Artikel. Aber an meinen Aussagen, die nicht zu der Meinung passen, die du gerne abfeuern möchtest, schaust du ja anscheinend auch gerne vorbei. Stattdessen ziehst du lieber eine meiner Aussage, nämlich „ganz egal, wie eine App aussieht“ vollkommen aus dem Kontext und willst damit behaupten, mir wären Datenschutz und Grundrechte egal.

      Vielleicht lernst du aber auch mal ein bisschen mit und lernst dazu, würde mich drüber freuen. Du scheinst ja ein selbsternannter Experte für alles zu sein, vielleicht brauchst du das deswegen auch gar nicht mehr.

      1. @Fabian: Doch, dass du das wichtig findest hattest du ja geschrieben und das hatte ich auch gelesen. Eigentlich wollte ich mich diesmal raushalten, weil im Artikel von vor ein paar Tagen eigentlich alles gesagt wurde. Aber im vorletzten Satz des Artikels hast du es dann doch noch vermasselt. Mensch Fabian, ihr schreibt hier Artikel! Artikel, die für manche meinungsbildend sind. Da kann man doch zumindest erwarten, dass ihr euch mit eurem Handwerk (Sprache) befasst und weiterentwickelt. Wie schon mal geschrieben, ihr erreicht hier eine gewisse Masse an Menschen und mit steigender Reichweite steigt auch eure Verantwortung.

        Und noch was zum Stichwort „selbsternannter Experte“: Wenn ich sage „Du bist kein Experte“ sage ich nicht automatisch „Ich bin Experte“. Das Mindestmaß an Textverständnis hätte ich auch erwartet. Ich habe nie gesagt „ich bin Experte“, denn das würde ich nicht tun. Meine Expertise zu beurteilen überlasse ich anderen. Wer aufmerksam liest, kann ziemlich schnell erkennen, wer wirklich Expertise besitzt, wer einfach nur populistische Meinungen kundtut und wer seine Meinung auch mit Quellen oder Gesetzesverweisen belegen kann.

  3. Erstmal solltet Ihr Policy aus dem Englischen richtig übersetzen mit Regel. Dort unterstellt Apple nämlich niemand, dass sie Bluetooth-Politik machen.

  4. Ich habe leider keine ganz aktuelle Statistik gefunden, aber die Verteilung von iOS zu Android lag vor rund einem Jahr bei 15% zu 85%. Hier scheint es mir eher so, als ob die Franzosen einen Sündenbock für ihr Versagen suchen eine App zu bauen.

  5. „… weiterhin im Hintergrund per Bluetooth zu kommunizieren, wenn die Daten in den Einstellungen deaktiviert wurden.“

    Was ist denn mit „die Daten in den Einstellungen deaktiviert“ gemeint? Welche Daten kann ich denn in den Einstellungen deaktivieren?
    Oder geht es hier darum, dass Bluetooth deaktiviert werden kann?

  6. Offenbar soll der Schalter „Bluetooth deaktivieren“ umgangen werden.

    Denn Apps können schon immer im Hintergrund über Bluetooth kommunizieren. Zum Beispiel die Nuki App: die sendet den „öffnen Befehl“ ans Türschloß, sobald es in BT-Reichweite ist. Und zwar im Hintergrund.
    Und Bewegunsdaten Tracking läuft sowieso im Hintergrund immer mit. Aber bisher konnte man diese Funktionen in den Einstellungen zuverlässig deaktivieren. Das passt den Politiker aber scheinbar so gar nicht in den Plan…

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