Brother VC-500W: Wie tolle Hardware unter schlechter Software leidet

Kein Spaß mit iPhone und iPad

Wir haben euch in der Vergangenheit ja schon mehrfach Etiketten-Drucker von Brother vorgestellt. Vor ein paar Wochen haben wir die Hände an ein neues Modell bekommen, den Brother VC-500W. Die Besonderheit: Er kann farbige Etiketten mit einer Breite von bis zu 50 Millimetern drucken und bietet so zahlreiche Möglichkeiten.

Für rund 100 Euro bekommt man den Brother VC-500W mitsamt Netzteil, USB-Kabel sowie einer Farb-Etikettenrolle und einer Reinigungsrolle. Dank der verständlichen Anleitung ist der Drucker schnell an den heimischen Computer angeschlossen oder auch in das WLAN eingebunden. Und dann kann es eigentlich auch schon losgehen.


Brother VC-500W kann praktisch und schnell per AirPrint drucken

Da der Brother VC-500W AirPrint-fähig ist, kann man im Prinzip mit jeder App loslegen und sämtliche Inhalte problemlos ausdrucken. Selbst Fotos oder Textdateien kann der Brother VC-500W aufs selbstklebende Papier bringen. Allerdings gibt es halt eine große Hürde: Das Druckformat ist halt eben ein komplett anderes.

Am besten arbeitet man daher mit der von Brother zur Verfügung gestellten Software, denn hier kann man Papierformat, Farbe und Druckrichtung perfekt abstimmen und sieht in der Vorschau sofort, wie viel Platz auf dem Etikett für den Inhalt zur Verfügung steht. Auf dem Mac und dem PC ist die Brother P-touch Editor Software dabei durchaus zu gebrauchen und gut nutzbar.

Aber jedes Mal den Computer anwerfen, nur weil man ein paar Etiketten ausdrucken möchte? Wenn es doch extra eine App für iPhone und iPad gibt? Das ist aus meiner Sicht leider zwingend notwendig, denn der Brother Color Label Editor (App Store-Link) für iPhone und iPad ist nicht ohne Grund mit nur zwei Sternen bewertet.

Die App wirkt für mich wie aus einer Zeit vor dem iPhone, hier könnte man schon fast Vergleiche zu Windows 95 oder Windows 98 ziehen. Das mag vielleicht etwas übertrieben klingen, aber ich bin einfach enttäuscht darüber, dass so tolle Hardware durch so schlechte Software verschandelt wird. Alles das, was eine tolle App für das iPhone ausmacht, die einfache und selbsterklärende Bedienung auf einem kleinen Bildschirm, um all das macht der Brother Color Label Editor einen großen Bogen. Auf dem iPad sieht es ein kleines bisschen besser aus, da hier mehr Platz zur Verfügung steht, großer Spaß sieht aber auch hier anders aus.

Und dabei ist die Idee, die Brother hat, gar nicht mal so verkehrt: Es gibt zahlreiche Vorlagen und Sets, beispielsweise Buchstaben und passende Tierfiguren. Und die sehen auch wirklich toll aus. Wenig später trifft man auf 34 Symbole mit der Bezeichnung “Winter Sports”, die dann aber nur aus Eiskunstlauf und Eishockey bestehen. Erst wenn man tief in der App schaut, findet man drei weitere Wintersport-Pakete. In einer Zeit, in der man in WhatsApp in Sekundenschnelle über einen Such-Button auf der Tastatur hunderte von GIFs zu einem bestimmten Begriff findet, wirkt das wie ein Relikt aus der Steinzeit.

Und das ist ein Bild, das sich durch die gesamte App zieht. Sie wirkt schnell zusammengeschustert und wenig durchdacht. Das führt zu einer nicht zeitgemäßen und vor allem unübersichtlichen Benutzeroberfläche bei der man ernsthaft hinterfragen muss, wer das abgenickt hat.

Bessere App würde kreative Ideen zum Kinderspiel machen

Es tut mir auch ein wenig leid, dass das alles so drastisch klingt. Ich würde mich sicherlich nicht so ausdrücken, wenn mir das Produkt vollkommen egal wäre, dann würde ich gar nicht darüber schreiben. Ich sehe beim Brother VC-500W aber ein riesiges Potenzial in Familien und Haushalten, wo mit iPhone und iPad hantiert wird – und nicht eben nur im schnöden Office, wo man eh den ganzen Tag am Computer sitzt.

Im Haushalt einer Familie würden mir so viele Situationen einfallen, in denen ein solcher Etikettendrucker eingesetzt werden könnte. Mal eben ein paar Tupperdosen beschriften, Gewürze kennzeichnen oder Pflanzschilder für den Garten drucken. Warum nicht einfach die Kinder selbst ihre Spielzeug-Kisten bekleben lassen oder mal eben einen Briefumschlag ordentlich beschriften? Ein cooler Sticker für das Schulheft oder den Ordner fürs Home Office? Wie wäre es mal mit neuen Klingelschildern für alle Nachbarn? Mit dem Brother VC-500W und einer tollen, benutzerfreundlichen App für iPhone und iPad wäre all das ein Kinderspiel – denn die Hardware hat es definitiv drauf.

Brother VC-500W Farb-Etikettendrucker (für...
460 Bewertungen
Brother VC-500W Farb-Etikettendrucker (für...
  • Farbige Etiketten ohne Tinte drucken
  • Nutzung über Computer, Smartphone oder Tablet

Kommentare 6 Antworten

  1. Bin begeistert, dass Appgefahren auch über solche Nischen- und Spezialprodukte berichtet. Und richtig, miese Software zu an sich guter Hardware ist ein Trend der Hersteller geworden. Nicht nur wie berichtet, bei mir sind aus diesem Grund sämtliche HP-Drucker aus meiner Kaufenentscheidungsliste gestrichen. Zurück zum Etikettendruck: Es geht noch deutlich besser…warum nur Etiketten drucken? Warum nicht gleich auf diverse Materialen drucken? Ich spreche, bzw. schreibe vom Pincube. Kann mehr, kostet in etwa das gleiche Geld…. ist nur leider noch nicht in Stückzahlen bzw. in deutschen Landen problemlos verfügbar. Ist / war ein Kickstarter-Projekt. Klasse Idee…

  2. Ja, die Software sieht altbacken aus. Aber man bekommt ein Ergebnis hin. Schön wäre, wenn man selbst mit dem Pencil z.B. Hand anlegen könnte. Na ja…
    Schlimmer finde ich aber Apps von GoPro und Insta360, die man nur vertikal nutzen kann. Das ist so neben der Spur, weil die Filme 16:9 sind. Wer hat da etwas zu sagen? Grausam.

  3. Schlechte Software für Etiketten Drucker hat bei Brother doch Tradition! Ich quäle mich seit 7 Jahren mit der unsäglichen P-Touch Software rum, braucht ewig zum Starten und wird bedient wie eine selbstgezimmerte Warenwirtschaft aus den frühen 90-er Jahren! 🙄

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