Companion: Sicherheits-App für Familie und Freunde ist eine riesige Datenkrake

In der ersten Folge von Apples Planet of the Apps kommt auch die Anwendung Companion zur Sprache.

Companion

Companion (App Store-Link) ist eine kostenlose iPhone-App, die zur Installation auf dem Gerät neben 88 MB an freiem Speicherplatz auch iOS 9.0 einfordert. Eine deutsche Lokalisierung besteht für die App bisher noch nicht, man ist demnach auf eine englische Sprachversion angewiesen.

Die App Companion wurde in der ersten Folge von Planet of the Apps bereits genauer von den beiden amerikanischen Entwicklern vorgestellt (ab 15:00 Min.), und auch wir haben deshalb einen genaueren Blick auf die Anwendung geworfen. Wie in der Videoshow schon angedeutet wurde, steht hinter dem Prinzip von Companion die Sicherheit auf dem Weg nach Hause und die damit verbundene virtuelle Begleitung der Person durch Freunde oder Familienmitglieder bzw. grundsätzlich ausgewählten Menschen aus der Kontaktliste.

Um Companion nutzen zu können, ist es allerdings vorab notwendig, die eigene Handynummer anzugeben – laut Angaben der Entwickler zum Zweck des „Eincheckens“ der Freunde oder Familie im Falle eines Notfalls. Und damit hört es nicht auf: Nach dem Versand einer SMS mit einem Bestätigungscode an die angegebene Telefonnummer heißt es dann auch, sowohl Vor,- als auch Nachnamen anzugeben, „um im Notfall schneller helfen zu können“. Und auch ein Foto wird benötigt, entweder direkt als Selfie aus der App heraus, oder mit einem Motiv aus der Fotobibliothek. In beiden Fällen fordert Companion einen Zugriff entweder auf die Kamera oder die Camera Roll – ohne diesen Schritt geht es nicht weiter. Bezeichnenderweise wird das mit der Kamera geschossene Foto dann auch gleich hochgeladen, wie ein kleines Pop-Up bestätigt.

GPS-, Kontakte- und Telefonnummer-Zugriff gefordert

Hat man selbst an diesem Punkt noch nicht genug bekommen von der anfänglichen Datensammelwut, geht es in den nächsten Schritten behände weiter: Companion fordert den User auf, entsprechende Kontakte auszuwählen, die einen auf dem Weg nach Hause bzw. von A nach B begleiten sollen. Dafür ist natürlich der Zugriff auf sämtliche Kontakte notwendig. Selbst wenn man diesen Schritt überspringt und keine Sicherheits-Buddies hinzufügt, wird man aufgefordert, im folgenden die Push-Benachrichtigungen für die App zu aktivieren, Zugriff auf den aktuellen Standort per GPS zu gestatten und auch den Zugriff auf den Motion Sensor zu erlauben, „um das Beste aus Companion herauszuholen“.

Spätestens an dieser Stelle ist einem der Appetit auf einen virtuell begleiteten Heimweg vergangen. Das Konzept der Anwendung, Freunde auszuwählen, die auch ohne installierte Companion-App den Weg des Freundes, Kollegen oder Familienmitglieds begleiten und im Notfall Hilfe herbeirufen können, ist ein lobenswerter. Und dass es auch ohne aktivierte Ortungsdienste kaum möglich ist, den Weg der Person zu verfolgen, ebenso.

Spätestens jedoch die Aussage der Entwickler in der Planet of the Apps-Show sollte jedem potentiellen User zu denken geben: Die Finanzierung der Anwendung erfolgt vor allem über die Erhebung von Daten, die an größere Institutionen, beispielsweise Universitäten, weitergegeben werden. Auch eine Übermittlung der Daten an staatliche Organisationen können sich die Macher in Zukunft vorstellen. Im Sommer soll zudem eine kostenpflichtige Pro-Version der App etabliert werden, die weitere Funktionen bereit hält. Wir können aktuell vom Download der Anwendung nur abraten und empfehlen stattdessen die aus deutscher Entwicklerhand stammende App WayGuard (App Store-Link).

Kommentare 4 Antworten

  1. In das gleiche Horn stößt doch auch „Pair“ aus der gleichen Show. Darin geht es dem Entwickler primär um die Gewinnung genauer Kartendaten auch aus Innenräumen, und das weltweit.
    Man verschenkt freiwillig genaue Pläne seiner Wohnung, nur indem man mal einen virtuellen Stuhl hin- und herschiebt.

  2. Daten sind das neue Gold… Das scheint leider vielen Nutzern nicht bewusst oder noch schlimmer egal zu sein, sonst gäbe es dieses Finanzierungsmodell auf Kosten der Privatsphäre schlichtweg nicht.

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