Devolo Home Control: Erster Eindruck der neuen Heimautomatisierung

Vor einigen Wochen wurden uns Testgeräte für das Devolo Home Control zur Verfügung gestellt. Heute wollen wir euch unseren ersten Eindruck mitteilen.

Devolo Home Control 4

Apples HomeKit lässt vieles erhoffen, kommt aber noch nicht wirklich in Schwung. Mittlerweile lassen sich zwar die ersten Produkte bestellen, sollen aber erst gegen Ende des Monats ausgeliefert werden. Zudem ist die Produktpalette überschaubar, auch die Funktionalität ist noch nicht ganz klar. Momentan sieht es zum Beispiel so aus, dass HomeKit nur über iOS-Geräte steuerbar ist – aber was, wenn ein Familienmitglied ein Android-Smartphone nutzt?


Vor einigen Wochen ist Devolo mit seinem Home Control gestartet und bietet mittlerweile neun verschiedene Produkte an, mit denen man sein komplettes Haus vernetzen kann. Aber wie schlägt sich das System im Praxis-Test? Genau das wollten wir in den letzten Wochen näher herausfinden und euch heute unsere ersten Eindrücke schildern.

Bevor wir damit loslegen, gibt es aber eine kurze Liste der neun Produkte, die ihr von Devolo bekommen könnt:

  • Devolo Home Control Zentrale als Starter-Paket (199 Euro)
  • Devolo Home Control Schalt- und Messsteckdose (45 Euro)
  • Devolo Home Control Tür-/Fensterkontakt (40 Euro)
  • Devolo Home Control Heizkörperthermostat (69 Euro)
  • Devolo Home Control Bewegungsmelder (59 Euro)
  • Devolo Home Control Rauchmelder (52 Euro)
  • Devolo Home Control Funkschalter (48 Euro)
  • Devolo Home Control Fernbedienung (39 Euro)
  • Devolo Home Control Raumthermostat (99 Euro)

Die Voraussetzung für die Nutzung ist selbstverständlich die Zentrale, die per Kabel an den eigenen Router angeschlossen wird. Die Geräte kommunizieren untereinander mit der Funktechnik Z-Wave und der dLAN Netzwerk-Technik über das Stromnetz. Während unseres Test sind nicht alle Produkte dauerhaft im Praxis-Einsatz gewesen: Der Bewegungsmelder hätte dank meiner aktiven Katze wohl verrückt gespielt und beim Rauchmelder war ich froh, dass er nicht zum Einsatz kam.

Devolo Home Control startet im Winter richtig durch

Devolo Home Control 3

Auch die Thermostate am Heizkörper waren zu dieser Jahreszeit eher auf Sparflamme unterwegs. Bei Außentemperaturen von teilweise bis zu 38 Grad kann man auf eine zusätzliche Hitzequelle gut verzichten. Immerhin war es an kalten Tagen morgens im Badezimmer angenehm warm – da blüht das Herz von Frostbeulen auf. Sein wahres Können wird das Devolo Home Control zumindest in Sachen Heizung wohl erst im Winter ausspielen. Hier kann man dann auch wunderbar mit Regeln hantieren: Tür-/Fensterkontakt und Heizkörperthermostat arbeiten wunderbar miteinander zusammen.

Im Mittelpunkt der letzten Wochen standen angesichts der Temperaturen und des praxisnahen Einsatzes daher der Funkschalter, die Fernbedienung und die Schalt- und Messsteckdose. Auch diese Home Control Produkte arbeiten gut miteinander zusammen, etwa zum Einschalten bestimmter Elektro-Geräte oder Stehlampen mit handelsüblichem Netzstecker. Eine Sache hat mich bei Fernbedienung und Funkschalter aber besonders gestört: Jede Taste kann nur mit einem Befehl belegt werden. Wenn man bestimmte Geräte an- oder ausschalten will, muss man daher gleich zwei Tasten belegen. Sinnvoller wäre es, wenn eine Taste mit dem Befehl „Umschalten“ belegt werden könnte.

Was man dagegen sehr positiv bewerten muss, ist die einfache Einrichtung. Über die Webseite oder auch die Devolo Home Control App wird man Schritt für Schritt durch die Installation geführt und kann eigentlich gar nichts falsch machen, egal welches Produkt aus dem Portfolio man installieren möchte. Nur an eine Regel sollte man sich halten: An die Anweisungen halten. Wer vorschnell drückt, steckt oder schaltet, muss im Zweifel noch einmal neu beginnen. Aber auch das ist kein großes Problem.

Ziemlich enttäuscht war ich von der offiziellen App. My Devolo (App Store-Link) ist zwar schlicht und übersichtlich aufgebaut, ist aber auch kein großes Design-Wunder. In einigen Bereichen der App, etwa zum Erstellen von Regeln, wird man immer wieder auf die Webseite weitergeleitet. Diese ist aber immerhin für die Darstellung auf iPhone oder iPad optimiert. Ein Vorteil dieser Lösung: Devolo kann Details oder Fehler auch mal ohne langwierige Updates der App anpassen, zudem kann man mit jedem Endgerät, das über einen Browser verfügt, auf das Devolo Home Control zugreifen. So könnte man selbst im Urlaub aus dem Internetcafe überprüfen, ob zuhause alle Fenster geschlossen sind.

Zu viel Licht und Schatten, zu wenig Flexibilität

Devolo Home Control 2

Eine Sache hat mich aber besonders gestört: Es gibt kein Widget für einen schnellen Zugriff auf bestimmte Aktionen, Szenen oder Regeln. Wenn Funkschalter oder Fernbedienung nicht in der Nähe oder nicht mit der gewünschten Aktion belegt sind, muss man iPhone oder iPad entsperren, die App öffnen und kann erst dann den gewünschten Button drücken. Mit einem einfachen Widget, wie es beispielsweise Philips Hue bietet, wäre man deutlich schneller am Ziel. Dass Devolo kurz nach dem Start noch nicht die Apple Watch unterstützt, ist dagegen noch zu verschmerzen.

Am Ende bleiben gemischte Gefühle: Das Devolo Home Control überzeugt durch eine einfache Einrichtung und auch durch qualitativ ansprechende Produkte. Ich bin mir sicher, dass ich mit Raumthermostat, Heizkörperthermostaten und Fensterkontakten im Winter sehr viel Freude haben werde und vermutlich auch Heizkosten einsparen kann. Ein Rauchmelder, der im Zweifel eine Benachrichtigung direkt auf mein iPhone sendet, kann im Fall der Fälle ein echter Retter sein.

Dank der offenen Z-Wave-Funktechnik kann man seine Devolo Home Control übrigens auch mit kompatiblen anderer Hersteller erweitern. Genau das ist ja auch einer der Vorteile von Apples HomeKit sein, das zumindest im Apple-Umfeld sehr flexibel einsetzbar sein wird. Mit den Produkten, die ich gerne hätte. Mit der App, die mir am besten gefällt. Hoffentlich ist es spätestens bis zur kalten und dunklen Jahreszeit soweit – dann werden wir das Devolo Home Control sicherlich auch noch einmal intensiver im Einsatz haben.

Solltet ihr spezielle Fragen zu Devolo Home Control haben, könnt ihr sie gerne in den Kommentaren stellen. Das Thema ist so umfangreich und speziell, dass wir unmöglich alle Details in den Artikel packen konnten.

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Kommentare 15 Antworten

  1. Bei der Homeautomation darf man den Rauch-, Bewegung und Kontaktmelder nicht vergessen, da sonst das gesamte Paket ziemlich dünn aussehen würde. Leider sind Alarm- und Brandmeldeanlagen weniger für den SmartPhone-Bastler gedacht. Die Installation ist in der Regel zwar sehr einfach, setzt aber doch einiges Fachwissen voraus. Viele private Menschen und auch Elektriker sind z.B. nicht in der Lage einen simplen Rauchmelder – den man sich zuvor aus dem Baumarkt besorgt hat – korrekt zu installieren. Etwas tückischer sind Kontakt- oder Bewegungsmelder sein.

    Am Ende sollte man sich genau überlegen, ob man wirklich im Urlaub eine Meldung von seiner Wohnung braucht, wo der Bewegungsmelder einen Alarm ausgelöst hat – aus welchen Gründen auch immer. Was soll dann passieren? Bricht man den Urlaub um Zuhause zu checken was los ist? Oder soll man Mudda anrufen, die sich mit dem Knüppel bewaffnet in die Wohnung schleicht? Oder doch die Polizei gleich anrufen?
    Das kostet dann aber 350,- EUR und mehr, wenn nix vor Ort festgestellt wird. Fakt ist: Die wenigsten unter uns könnten damit leben, eine Meldung von seiner Alarmanlage auf dem Phone zu haben ohne zu reagieren. Das wird euch den Urlaub killen – versprochen!

  2. Apple täte gut daran, wenn Ihre AirPort als Basisstation für HomeKit Geräte fungieren könnte. Dann wäre der Startpreis für viele niedriger und damit die Schwelle des Austestens.

    LED Lampen wie HUE finde ich ne coole Sache, um sein Haus dynamisch zu verändern, IP Kamera sind klasse, um stets volle Überwachung des Grundstückes zu haben. Thermostat find ich jetzt nicht ganz so wichtig, aber würde auch einiges vereinfachen. Insbesondere, wenn man nicht zuhause ist.

      1. Hmm, also ist der Preis des Devolo Home Control Zentrale als Starter-Paket mit 199€ völlig überteuert und könnte man sich sparen?!

        1. Beim Starter-Paket sidn ein Fensterkontakt und eine Mess-/Schaltsteckdose im Wert von 85 Euro inklusive. Überteuert oder nicht, das ist eine gute Frage, die nur schwer zu beantworten ist. Ich denke Devolo ist da im Mittelfeld.

          Bei HomeKit braucht man ja nicht unbedingt eine Zentrale, dafür kosten die einzelnen Produkte vielleicht etwas mehr. Das kann sich aber auch ändern, wenn in einigen Monaten gleiche Produkte von unterschiedlichen Herstellern auf dem Markt sind.

          Kein einfaches Thema…

          1. Ah ok, das ist schonmal ne coole Sache. Dann sind die Preise an sich wirklich ok. Ich denke, dann werd ich das mal testen.

  3. Homekit oder was?
    Ich finde totale Schmarrn! Wo bleibt die Sicherheit, nicht auszudenken, wenn jemand hacken versuchen, kann der Versicherung sagen, das mit Schaden keinesfalls ersetzen, es handelt sich grob fahrlässig! Mit solcher Dinger kann sich komplett sparen, das braucht kein Mensch! Ich finde wirklich, dass solche Dinger nicht zum rumspielen sollen!

  4. Mich stört die Beschränkung auf einen Hersteller, die ja mit dem Notwendigkeit der Zentrale für 200€ faktisch erfolgt.
    Ich nutze weiterhin verschiedene autarke Systeme (fs20, Hue, netatmo, Harmony uvm), die zusätzlich zu den Herstellermöglichkeiten über FHEM über Web oder App zentral gesteuert werden können. Mit rd. 80€ (Raspi2+Cul) habe ich eine flexible Zentrale, die mir die Auswahl der Komponenten überlässt.
    Ich bin gespannt ob Apple in absehbarer Zeit diese Rolle mit Homekit übernehmen kann und damit Komfort+Sicherheit Flexibilität+Basteln ablöst!

  5. Man kann an in die Devolo Zentrale auch Geràte von anderen Anbietern einbinden die einen Z-Wave Standard haben. Ich habe bereits eine Funk-Steckdose von einem günstigen Anbieter für €25,-/ eingebunden. Das funktioniert. Da gibt es sehr viele Produkte.

  6. 1. größtes Manko ist, dass die Zentrale nicht über WLAN mit dem Router verbunden werden kann. Also muss noch mal extra ein dLan Adapter her.

    2. zweites Manko ist die geringe Reichweite der z-Wave Verbindung, alsp noch einmal extra eine Schaltsteckdose zur Signalverstärkung.

    3. dazu gehört auch die fehlende Testmöglichkeit der Qualität der Verbindungen (wie bei Danfoss vorgesehen).

    4. das schlimmste aber ist (bei mir); Der Raumsensor beeinflußt in keiner Weise deb dazu gehörigen Hzgs-Thermostat.

    1. Hallo rainerhh,

      das mit dem dlan Adapter ist keine gute Idee. Devolo hat mir sogar davon abgeraten. Die Zentrale direkt an den Router anschließen geht – über dLAN bricht der Konatkt öfter ab.
      Die Thermostate von Devolo habe ich alle zurückgeschickt. absolut unzuverlässig. Die machen was sie wollen, wenn sie was machen. Nachdem ich die Thermostate deinstalliert habe, bleibt auch die Zentrale stabil. Die Entfernung zur Zentrale spielt hierbei keine Rolle. Außerdem sind die sehr unpraktisch. Wenn das Thermostat waagerecht angebracht werden muss, ist ein Hexenschuss schon vorprogrammiert. Du hast keinen Einblick auf das Minidisplay. Support von Devolo war ein Reinfall. Die Zeit hätte ich mir sparen können. Reaktionszeit min. 3 Tage und Antworten wie „ziehen se‘ mal den Stecker raus“ brauche ich auch nicht
      Ich suche mir jetzt Thermostate am freien Markt
      Die Tür- Fensterkontakte funktionieren fehlerfrei.

      Nochmal würde ich kein Devolo nehmen.

  7. Ebenfalls schlimm ist, dass Devolo trotz Z-Wave kein anderes Z-Wave-Produkt ausser die von Devolo selbst gelieferten unterstützt. Es gelang mir nicht auch nur ein Z-Wave Produkt eines anderen Herstellers anzulernen. Traurig. Somit ist die Lösung uninteressant.

    1. Ich habe schon viele Produkte anderer Hersteller angebunden. z.b. ein Luftfeuchtigkeit – und Temperatursensor von Everspring mit dem ich eine Steckdose von Fibaro je nach relativer Luftfeuchtigkeit schalte und einenVision PIR Motion Sensor weil der wesentlich besser erkennt als der von devolo (zumindest meine Erfahrung). Alles gesteuert mit devolo Zentrale und App – vollkommen stressfrei.

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