Echo Show 15 im Test: Wir brauchen unbedingt mehr Widgets

Riesiges Display für das Smart Home

Mittlerweile steht der Echo Show 15 seit knapp drei Wochen bei mir Zuhause. Mal auf dem Schreibtisch, mal in der Küche. Und irgendwie bin ich mir immer noch unschlüssig, wie ich dieses riesige Display mit Alexa-Anbindung bewerten soll. Wieso, weshalb, warum? Das lest ihr in den folgenden Zeilen.

Aufgrund räumlicher Trennung kann ich diesen Testbericht aktuell leider nicht um eigene Fotos des Echo Show 15 ergänzen. Daher greife ich auf offizielle Pressebilder zurück, die das Gerät aber sehr gut zeigen.

Kommen wir zunächst einmal zu den wichtigsten Details, die ich euch vorweg mit auf den Weg geben möchte. Der Echo Show 15 kostet 249,99 Euro (Amazon-Link) und die Lieferung dauert aktuell ein bis zwei Monate. Für einen Aufpreis von 29,99 Euro bekommt ihr den Echo Show 15 auch mit einem verstellbarem Kippständer, ansonsten ist die Montage mit der mitgelieferten Halterung an der Wand vorgesehen. Entweder im Hoch- oder Querformat, ganz wie es euch beliebt.


Das Display des Echo Show 15 ist 15,6 Zoll groß, die Auflösung beträgt Full HD. Mit seinem Rand in Weiß und Schwarz sieht der Bildschirm ein wenig aus wie ein Bilderrahmen – und kann trotz des vielen Plastiks mit einer wirklich hochwertigen Verarbeitung punkten. Der rund zwei Zentimeter dicke Rand stört nicht wirklich, er sorgt irgendwie für eine gemütliche und gewohnte Optik. Die darin integrierte Kamera kann mit einem Schieber blind geschaltet werden. Das weiße Kabel zum Stecker ist 1,5 Meter lang und kann um 1,8 Meter lange Stücke erweitert werden.

Das kann der Echo Show 15

Zunächst einmal kann der Echo Show 15 natürlich alles, was auch ein normaler Echo oder die kleineren Echo Shows können. Alle bekannten Alexa-Funktionen sind auch in diesem smarten Display integriert. Wer sich schon einmal mit dem Thema beschäftigt hat – und das dürfte ein Großteil der Interessenten für den Echo Show 15 sein – der wird wissen, was Sache ist.

Der Echo Show 15 bietet allerdings auch zwei Extras, die bisher nicht auf anderen Echos zu finden sind. Da wären zum Beispiel die Widgets, die auf dem Home-Bildschirm platziert werden können. Folgende Widgets stehen derzeit zur Auswahl:

  • Einkaufsliste
  • Haftnotizen
  • Kalender und Erinnerungen (klein/groß)
  • Lieblingsfotos
  • Musik und Audio (klein/groß)
  • Smart Home-Favoriten
  • To-Do-Liste
  • Wetter
  • Rezepte-Vorschläge
  • Alexa-Vorschläge
  • Nachbestellen

Was die einzelnen Widgets können, das dürfte selbsterklärend sein. Sie lassen sich per Touch bedienen, im Fokus liegt aber natürlich die Steuerung per Sprache.

Die zweite Neuerung beim Echo Show 15 sind die personalisierten Inhalte, die mit Hilfe der neuen Visuellen ID angezeigt werden können. Kurz erklärt: Mit Hilfe der Kamera kann der Echo Show 15 ein Gesicht erkennen und zeigt dann beispielsweise die Kalender-Einträge der passenden Person an. Dafür können direkt auf dem Gerät mehrere Profile erstellt werden, wobei das jeweilige Gesicht ähnlich wie bei Face ID einmalig gescannt werden muss.

Ganz so sicher wie Face ID funktioniert die Visuelle ID aber nicht. Selbst ein Foto der Person reicht aus, um Alexa und den Echo Show 15 überlisten zu können. Am Ende darf man aber auch nicht vergessen, dass der Echo Show 15 sowieso ungesperrt in einem privaten Haushalt steht. Dass die Sicherheit unter den Familienmitgliedern hier nicht ausschlaggebend ist, dürfte klar sein. Es handelt sich bei der visuellen ID um eine Komfort-Funktion, die im Alltag im Zusammenspiel mit der Stimmerkennung prima funktioniert.

Der Echo Show 15 macht sich aber auch gut als digitaler Bilderrahmen. Per Sprachbefehl oder die Menüleiste kann man ganz einfach in den Vollbild-Modus wechseln und statt der Widgets, Kalendereinträge und Infos einfach nur seine Fotos aus der Amazon Cloud anzeigen lassen. Das sieht auf dem großen Bildschirm des Echo Show natürlich fantastisch aus, auch wenn ich mir ein paar mehr Optionen gewünscht hätte. Wie lange sollen Fotos angezeigt werden? Sollen die aktuelle Uhrzeit und das Datum ebenfalls dargestellt werden? Hier ist sicherlich noch etwas Luft nach oben.

Das kann der Echo Show 15 nicht

Das gilt leider auch für einige andere Bereiche des Echo Show 15. Etwas enttäuscht bin ich ehrlich gesagt von den Widgets. Nicht von denen, die es bereits gibt, sondern von denen, die es eben nicht gibt. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Philips Hue Widget als Ergänzung zum minimal gehaltenen Smart Home Widget von Amazon selbst? Oder mit einem Netflix Widget, mit dem man direkt auf seine Lieblingsserien zugreifen kann? Oder ein Bundesliga-Widget, das aktuelle Ergebnisse und Infos zeigt? Immerhin: Es sollen bald Drittanbieter-Widgets möglich sein – und dann liegt es an den Entwicklerinnen und Entwicklern, uns tolle kleine Helfer zu präsentieren. Ich gehe davon aus, dass der Echo Show 15 damit noch einmal deutlich spannender wird.

Eine Sache, die vielleicht nicht jeden Haushalt betrifft: Wir schauen zwischendurch auch gerne noch ein wenig normales Fernsehen, einfach nur um uns beim Kochen oder Abwaschen ein wenig berieseln zu lassen. Sicherlich ist es nicht die Schuld von Amazon, dass es beispielsweise noch keine TV-Streaming-App wie Zattoo auf dem Echo Show gibt. Auf dem neuen 15er-Show wäre das aber wirklich fantastisch – und ich gehe einfach mal davon aus, dass Amazon die Möglichkeiten und Mittel hätte, eine solche Entwicklung zu forcieren.

Nicht zu große Erwartungen sollte man in den Klang stecken. Für Sprachantworten von Alexa ist der Echo Show 15 durchaus geeignet, zum Musikhören würde ich aber definitiv auf einen anderen Lautsprecher im Raum zurückgreifen. Sehr gut klappt das zum Beispiel mit Sonos-Speakern oder anderen Alexa-kompatiblen Lautsprechern, auf denen man dann einfach die Mikrofone deaktiviert und sie in der Alexa-App als Standard-Lautsprecher für den gewünschten Raum auswählt. Alle Sprachbefehle und Antworten werden dann vom Echo Show 15 bearbeitet, während die Audio-Ausgabe auf dem gekoppelten Lautsprecher erfolgt.

Das ist mein Fazit zum Echo Show 15

Der neue Echo Show 15 ist beeindruckend groß und sieht richtig klasse aus, der Bildschirm ist definitiv eine Wucht. Der Preis ist hoch – aber zumindest aktuell auch noch konkurrenzlos. Sicherlich kann man auch ein älteres iPad an die Wand hängen, das ist aber nicht annähernd vergleichbar. Trotzdem lässt Amazon noch viele Möglichkeiten ungenutzt – Hoffnungen setze ich hier vor allem auf die Drittanbieter-Widgets, die das bisherige Portfolio hoffentlich bald erweitern. Vor allem wenn ihr schon in der Alexa-Welt unterwegs seid und ein nettes Plätzchen für den Echo Show 15 im Blick habt, ist die Anschaffung eine Option für euch.

Wir stellen vor: Echo Show 15 | 15,6-Zoll-Smart Display in Full HD, für ein organisiertes...
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Kommentare 6 Antworten

  1. Danke für den Bericht!
    Ich habe da noch ein paar wichtige Dinge im Zusammenhang mit Apple-Geräten und anderem (ist ja eine Apple Newsseite hier :-)):

    Kann der Echo Show auch den iCloud Kalender anzeigen?
    Kann er Fotos aus dem Fotos-Programm vom Mac anzeigen?
    Kann er Musik von beiliebigen Quellen abspielen (z.B. Logitech Media Server zu Hause)?
    Kann er eine Webseite als Widget darstellen (z.B. zu Bedienung von Home Assistant)?

    Danke!

    1. Hallo 🙂

      Ja, iCloud-Kalender können über die Alexa-App integriert werden.
      Nein, Fotos gehen nur über die Amazon Photos Cloud. Da gibt es aber eine App für den Mac.
      Das mit dem Logitech Media Server sollte mit dem Alexa Skill Roomskills Squeezebox Player funktionieren, laut Google.
      Ein Webseiten-Widget gibt es derzeit nicht.

      1. Danke für die Ergänzungen!

        Ich nutze keine Cloud für meine Fotos, daher wird das wohl eher nichts.
        Es ist eben ein Gerät speziell für Amazon Belange, das kaum andere Dinge zulässt.

  2. Leider kann man keinen Microsoft Exchange Kalender der auf einen nicht Microsoft gehosteten Server liegt. Fast eine Stunde mit dem Amazon Support Chat…die wussten , glaube ich nicht mal von was ich spreche..bzw. was der Unterschied zwischen einen Microsoft Account, einen OWA, einen Exchangeserver usw….toller Support:-) Ja und schade das es noch nicht mehr Widget gibt

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