Ember Mug 2: Keramikbecher mit eingebauter Temperaturregelung im Test

Immer heiß genießen

Auf der diesjährigen IFA konnte ich mir den Ember Mug 2 erstmals genauer ansehen, seit einer Woche trinke ich nun täglich aus dem smarten Becher mit Heizung. Und ich muss schon jetzt sagen: Ich möchte den Ember Mug 2 auf meinem Schreibtisch nicht mehr missen. Warum? Das möchte ich euch gerne erklären.

Der Ember Mug 2 ist schlicht gestaltet und ist in den Farben Weiß und Schwarz verfügbar. Im Lieferumfang enthalten ist die Tasse selbst, die aus Aluminium gefertigt und mit einer Keramikbeschichtung ausgestattet ist. Die entsprechende Ladestation muss per Stromkabel angeschlossen werden und schon kann man die Tasse in gleicher aufladen. Der Kontakt erfolgt über einen Ring auf der Unterseite.

Die Einrichtung per App

Bevor der Becher seinen Dienst starten kann, muss er in der Ember-App (App Store-Link) hinzugefügt werden. Das funktioniert per Bluetooth und geht schnell von der Hand. Einfach den unteren Knopf lange drücken und den Ember Mug 2 in der App auswählen. Allerdings müsst ihr zudem einen Account anlegen, das geht zum Beispiel schnell via Google oder Facebook. Warum es eine Accountpflicht gibt, weiß ich nicht. Zudem könnt ihr hier eine Farbe zuweisen, damit ihr euren Becher immer erkennt, sollten mal mehrere im Umlauf sein.

Die App selbst ist das wohl wichtigste Mittel. Hier könnt ihr nämlich alle Einstellungen vornehmen. Gut: Der Becher verbindet sich automatisch mit dem Smartphone, ein manuelles Verbinden ist manchmal aber notwendig. In der App könnt ihr eine individuelle Trinktemperatur einstellen – und zwar zwischen 50 und 62,5 Grad. Der Ember Becher hält die eingestellte Temperatur und jeder Schluck schmeckt genauso gut wie der erste.

Ihr könnt für verschiedene Heißgetränke Vorlagen anlegen. Einige sind schon verfügbar, zum Beispiel Kaffee, Cappuccino, Latte, Schwarzer und Grüner Tee. Wer möchte, kann hier auch eine eigene Vorlage anlegen. Praktisch: Hier ist auch ein Timer verfügbar, der bei Tee eine Rolle spielt. Ihr könnt einen manuellen Timer starten oder auch hier die vordefinierten Zeitlimits für grünen, schwarzen oder Kräutertee nutzen.

Auf der Startseite selbst könnt ihr die aktuelle Temperatur sehen, über den Schieberegler am untern Rand könnt ihr die Temperatur auch schnell ändern. Damit ihr die App nicht immer geöffnet halten müsst, schickt die Ember-App Push-Nachrichten raus, wenn zum Beispiel die eingestellte Trinktemperatur eingestellt ist. Des Weiteren gibt es Benachrichtigungen, wenn der Akku schwach ist.

Des Weiteren kann die Ember-App auch euren Koffeinkonsum auf Basis der gemachten Angaben berechnen. Diese können auch mit Apple Health geteilt und dort abgerufen werden. Hier sind dann die Voreinstellungen gut: Kaffeetrinker können aus bekannten Marken wählen, hier wird der Koffeinwert automatisch bestimmt. Ihr könnt aber auch „andere Marken“ hinterlegen und die Sollwerte manuell eingeben.

Ember Mug 2 hält das Getränk auf Temperatur

Doch wie ist das denn jetzt im Praxis-Einsatz? Kaffee oder Tee eingießen, App öffnen und Temperatur wählen. Sollte der Inhalt heißer sein als die gewählte Temperatur, muss dieser erst etwas auskühlen. Sobald die eingestellt Temperatur erreicht ist, springt die „Becherheizung“ an und hält genau diese Temperatur. Die Tasse selbst wird dadurch nicht wärmer als sie ohnehin durch das Heißgetränk ist.

Das bedeutet: Auch der letzte Schluck kann noch heiß genossen werden. Ich kenne das von mir selbst: Man gießt einen Tee auf, surft im Netz, schreibt Texte, geht ans Telefon und schon ist der Tee ausgekühlt. Mit dem Ember Mug 2 passiert das nicht. Hier ist auch der letzte Schluck noch heiß.

Wer die Tasse übrigens von der Basis löst und sie mit in ein Meeting nimmt, kann auch dort das Heißgetränk heiß genießen. Der integrierte Akku kann das Getränk eineinhalb Stunden warm halten (basierend auf einer Temperatur von 57 Grad). Der große Becher mit 414 Milliliter schafft 80 Minuten.

Praktisch: Die LED, die auch die Zugehörigkeit via Farbe anzeigt, wird für diverse Statusmeldungen genutzt. Ist die Tasse ungenutzt, wird gar nichts angezeigt. Ist der Akku leer, leuchtet die LED rot, beim Ladevorgang pulsiert diese rot. Eine grüne LED gibt an, dass der Akku voll geladen ist. Ist ein Getränk eingefüllt und das Temperieren beginnt, pulsiert die LED weiß, ist die gewünschte Temperatur erreicht, leuchtet sie durchgängig weiß.

Ist der Ember Mug 2 spülmaschinengeeignet?

Nein. Obwohl der Becher nach Norm IPX7 wasserdicht ist und sich „für vollständiges Eintauchen in Wasser“ eignet, darf er nicht in die Spülmaschine. Dadurch könnte die Technik beschädigt werden, außerdem sollte man drauf achten, dass der untere Kontaktring trocken ist, bevor man diesen mit der Untertasse verbindet.

Der Ember Becher 2 mit 295 Milliliter wiegt 410 Gramm und ist damit schwerer als herkömmliche Keramiktassen. Hier habe ich mal ein paar aus dem Schrank genommen und gewogen: Je nach Größe und Dicke liegt eine normale Tasse zwischen 280 und 350 Gramm. Das etwas höhere Gewicht des Ember-Mugs ist jedoch nicht störend.

Der Ember Mug 2 ist nicht günstig

Was soll ich sagen: Vorher hatte ich nicht gedacht, dass ich eine Tasse mit Heizung so lieb gewinnen kann. Doch genau das ist passiert. Es gibt immer noch Gadgets, von denen ich vorher noch nie was gehört habe und nach dem Selbstversuch einfach nur sagen kann: Tolle Idee!

Doch wie viel Geld muss ich denn nun für solch eine Tasse hinblättern? Viel. Der Mug mit 295 Milliliter kostet 119,95 Euro (Apple Store-Link), die Version mit 414 Milliliter schlägt mit 149,95 Euro (Apple Store-Link) zu Buche. Kaufen könnt ihr direkt bei Apple, bei Amazon sollte der Mug 2 in der nächsten Woche verfügbar gemacht werden (hier wird aktuell noch der Vorgänger verkauft).

Zum Abschluss möchte ich noch sagen: Normale Tassen gibt es häufig sogar als Werbegeschenk oder in der Apotheke kostenlos, richtig vergleichbar ist das aber nicht. Die Vorzüge des Ember Mugs finde ich persönlich großartig. Hier gibt es wohl nur zwei Zielgruppen: Personen, die die Tasse zu schätzen wissen und dafür auch etwas mehr Geld bezahlen oder Leute, die solch ein Gadget zum aufgerufen Preis verabscheuen. Zu welcher Gruppe gehört ihr?

Wer im Büro sitzt, in der Werkstatt arbeitet oder Zuhause immer ein gut temperiertes Heißgetränk konsumieren will, ist beim Ember Mug 2 an der richtigen Adresse.

Kommentare 24 Antworten

  1. Tja, was soll ich sagen… morgens um 8:15 wird der Latte Macchiato selbst gebraut. Der letzte Schluck wird zwischen 14 und 16 Uhr genommen.
    Man muss nicht Physik studiert haben, um festzustellen, dass der Inhalt bereits etwa um 10 Uhr kalt ist.
    Ich gehöre damit wohl eindeutig zur Zielgruppe dieses Gadgets. Aber, ü100 € ist schon happig. Dafür kann ich mir an der kostenlosen Kaffeebar sehr viele neue warme Tassen nachfüllen.

    1. Das hab ich nicht getestet, stimmt. Kann ich mir die Tage nochmal angucken. Geht nicht über USB, passt nur das mitgelieferte Stromkabel. Kabellänge müsste ich morgen nachmessen, vermute mal 1,50-2m.

  2. 150 Steine für eine Kaffeetasse ? Im Ernst ? Wenn ich meinen Kaffee in die Tasse kippe, ist er nach 10-15 Minuten (spätestens) ausgetrunken und muss nicht stundenlang warm gehalten werden. Naja…

  3. Oh wie toll is das denn 😍 immer Kakao und tee heiss gehalten… ich find es spontan genial aber setze es mal auf meine Weihnachtsliste 🙈 das Geld dafür hab ich grad nicht über …

  4. Ich glaube, genau das ist das Problem unserer Gesellschaft. 150 Euro für nen beheizten Kaffeebecher, dass sich dann viele, die sich so etwas nicht leisten können, abgehängt fühlen, das ist zwangsläufig. Problematisch wird es dann nur, weil genau aus dieser Gruppe der „Abgehängten“ dann Parteien am demokratischen Rand ihre Anhänger rekrutieren und für ihre kruden Ideologien nutzen. Sorry, aber genau dieser übersteigerte Kapitalismus wird so langsam dann zum Bumerang…

    1. Las mal die Kirche im Dorf. So einen (für die meisten) unnützen und überteuerten Kaffeebecher wird sich jeder leisten können. Es gibt noch genug normal denkende Menschen auf der Welt, die das Teil sehen und kopfschüttelnd ohne „den muss ich haben Gefühl“ ihren Weg fort setzen werden. Da gibt es ganz viele andere Luxusgüter, die mehr Neid erzeugen, als dieser erneute Elektrosondermüll.

      1. Problem hier ist ja, der Kaffee wird ständig erhitzt. Geschmacklich ein negativer Unterschied zur Thermoflasche. Das selbe erlebt man, wenn man den Kaffee auf der Maschine lässt. Abartig mit der Zeit.

  5. Als Technikaffiner Mensch ist so ein Ding schon wirklich interessant und ich habe deinen Beitrag zügig gelesen.
    Trotzdem hege ich eine gehörige Portion Skepsis ob man für eine Tasse so tief in die Tasche greifen sollte. Klar jedermanns freie Entscheidung. Es gibt auch kein sinnvolles Argument weshalb ein Fahrrad 12000€ kosten soll. Ob es meinen Thermosbecher für nen zwanziger unnütz macht kann ich wohl nur sagen wenn ich das Ding probiert habe, aber irgendein Schwabe in meinem Hinterkopf sagt : „Nö, das braucht keine Sau!“
    Ich glaube die ungenügende Robustheit und das eingeschränkte Mobil sein stört mich am meisten.
    Es ist schon ein sehr spezielles Produkt.

  6. Hallo zusammen,
    Bin selber begleiteter Travel Mug Nutzer.
    Wurde schon mehrfach belächelt für das teure Teil.
    Ich möchte mir noch die Tasse besorgen, allerdings frag ich mich gerade ob die Ladeschale für beide passt, weiß das jemand zufällig?

  7. Kleines Fazit für Mug 2 295 ml: Ladezeit von 0 auf 100% 2h 45 Minuten ; Laufzeit Akku bei 62 Grad ca. 1h 15 min. ; Bei 62 Grad ist der Kaffe tatsächlich 58 – 59 Grad heiß (Oberflächen Messung). Die Trinkbechkanten sind außen etwas schärfer, aber noch angenehm, dadurch läuft beim ausschütten nichts am Becher herunter. Falls jemand seinen Kaffe von 30 auf 62 Grad mal aufheizen möchte, so benötigt man ca. 30 Minuten und viel Akku-Leistung dazu.

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