Gardena Smart Sensor Control Set im Test: Mein grüner Daumen

Eine smarte Bewässerung im eigenen Garten? Das ist mit den Produkten von Gardena kein Problem. Ich habe einen Blick auf das Smart Sensor Control Set und das Micro-Drip-System geworfen.

Paul Potato

Vor rund drei Wochen haben mich gleich zwei große Pakete erreicht. Zunächst einmal die praktischen Pflanztöpfe Paul Potato, mit denen man ohne großen Aufwand eigene Kartoffeln anbauen kann. Zusätzlich hat mich Gardena mit dem Smart Sensor Control Set und einem Micro-Drip-Bewässerungssystem ausgestattet, damit ich auch ohne einen grünen Daumen eine Chance habe. Wie es meinen Kartoffeln und einigen anderen Pflanzen ergangen ist, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Gardena Smart Sensor Control Set besteht aus drei Produkten und App

Zunächst wollen wir aber einen Blick auf das Gardena Smart Sensor Control Set werfen, immerhin stellt dieses System die Basis dar. Am Ende bleibt es euch überlassen, welches Bewässerungssystem ihr an die smarte Steuerung anschließt. Ganz egal, ob es der Rasensprinkler ist, ein System für das Gemüsebeet oder eben das von mir verwendete Micro-Drip-System von Gardena.

Gardena Smart Sensor Control Set Inhalt

Das Smart Sensor Control Set (Hersteller-Webseite) besteht aus insgesamt drei Hardware-Produkten und einer App für iPhone und iPad. Im Lieferumfang ist neben der notwendigen Bridge ein Sensor sowie die Bewässerungssteuerung enthalten. Das alles kostet direkt bei Gardena stolze 500 Euro, der Straßenpreis ist zum Glück schon unter 400 Euro gefallen.

Batterien fehlen leider im Lieferumfang

Die Einrichtung des Systems erfolgt direkt am iPhone oder iPad, allerdings nicht ausschließlich in der hauseigenen Gardena-App, sondern zum Teil auch im Browser. Das ist dann doch etwas umständlich gelöst, vor allem wenn man sich anschaut, wie leicht man andere Zubehör-Produkte dank der entsprechenden Optionen in iOS mittlerweile in das heimische WLAN einbinden kann.

Gardena Smart Sensor Control Installation

Hat man das Gateway erfolgreich ins heimische Netzwerk eingebunden, geht es leider nicht so schnell weiter, wie man es vielleicht wünscht. Ich musste mich zunächst auf die Suche nach fünf AA-Batterien für den Sensor und die Steuerung begeben, denn im Lieferumfang sind die nicht enthalten. In dieser Preisregion ist das eigentlich ein Unding und ein Detail, an dem der Hersteller definitiv arbeiten sollte. Ein weiterer Stolperstein: Während der Installation des Zubehörs müssen Firmware-Updates installiert werden, pro Gerät ging hier noch einmal rund 25 Minuten drauf.

Hat man diese Hürden erst einmal überwunden, kann man im Prinzip nichts mehr falsch machen. Der Smart Sensor wird einfach in die Erde gesteckt, die Smart Water Control wird an den Wasseranschluss geschraubt. Was ihr dann daran anschließt, bliebt wie gesagt euch selbst überlassen.

Gardena Smart App Einrichtung

Auch wenn es an der Bewässerungssteuerung einen Knopf gibt, mit dem das Wasser manuell ein- oder ausgeschaltet werden kann, erfolgt die Steuerung im Normalfall automatisch. Die gewünschten Zeitpläne legt man dabei direkt in der Gardena-App an. Hier wird zunächst einmal abgefragt, was man bewässern möchte und welches System man dafür verwendet, außerdem können Sensor und Steuerung miteinander verknüpft werden. Hat es beispielsweise geregnet und der Boden ist feucht, setzt die Bewässerung automatisch aus.

Das halbautomatische Erstellen der Zeitpläne ist dank der deutschen Oberfläche absolut kein Problem und funktioniert genau so, wie man es erwartet. Im Prinzip muss man nach der Konfiguration keinen Blick mehr in die App werfen – und leider ist das am Ende auch fast besser so.

Smarte App hat noch viel Luft nach oben

Was Gardena hier liefert, ist für einen App-Liebhaber wie mich leider nur schwer nachvollziehbar. Bei der gesamten App handelt es sich im Prinzip nur um eine verpackte Web-Oberfläche, relativ langsame Ladezeiten inklusive. Leider ist es nicht nur die fehlende Unterstützung für das iPhone X, es gibt auch viele andere Details, die mich stören. Warum zeigt der Sensor nur die aktuellen Werte an und bietet keine Graphen rund um Temperatur, Bodenfeuchtigkeit und Lichteinstrahlung der letzten Stunden, Tage und Wochen? Warum kann man nicht sehen, wann die Bewässerung ausgesetzt wurde und wann sie stattgefunden hat? Wie wäre es mit einer Statistik rund um den Wasserverbrauch?

Gardena Smart App

Die Funktionstüchtigkeit des Bewässerungssystems wird durch das Fehlen dieser Extras natürlich in keiner Weise eingeschränkt, wirklich smart ist die ganze Geschichte aus meiner Sicht aber noch lange nicht. Gardena hat tolle Hardware im Angebot, selbst über das Fehlen von HomeKit oder Alexa kann ich noch hinwegsehen. Die Anwendung für iPhone und iPad hat aber eine dringende Generalüberholung verdient.

Zumindest um einige der von mir angesprochenen Punkte will sich Gardena aber kümmern. Eine Optimierung für das Display des iPhone X soll innerhalb der kommenden Wochen veröffentlicht werden. Im Rahmen eines größeren Updates will Gardena zur kommenden Saison dann auch eine Historie mit Daten und Informationen rund um das installierte System liefern.

Gardena Micro-Drip-System sorgt für Begeisterung

Aber wie steht es nun im meine Kartoffeln, Zwiebeln und Kräuter? Das ganze Grünzeug wächst und gedeiht dank der Bewässerung mit dem Micro-Drip-System (Hersteller-Webseite) wunderbar. Ich hatte zuvor gar keine Ahnung, dass es ein solches System überhaupt gibt, mich hat es aber auch Anhieb überzeugen können. Okay, vielleicht nicht direkt auf Anhieb, denn nach dem Auspacken hat man nicht nur einige Schläuche, sondern auch eine ganze Menge Kleinkram vor sich und muss sich erst einmal einen Überblick verschaffen.

Gardena Micro Drip System Inhalt

Das ganze System funktioniert letztlich aber nach dem einfachen Plug’n’Play-Prinzip, für die Installation ist kein besonderes Werkzeug erforderlich. Die dicken Schläuche können mit einer kleinen Säge oder einer großen Gartenschere gekürzt werden, für die dünnen Schläuche reicht sogar eine normale Schere. Sämtliche Einzelteile können über Steckverbindungen miteinander verbunden werden, um Dichtungen oder ähnliches muss man sich keine Gedanken machen.

Der große Vorteil des Micro-Drip-Systems liegt auf der Hand: Statt großflächig zu bewässern, wird das Wasser an der Erde tropfenweise ausgelassen. So kann es direkt an der Wurzel versickern, ohne dass die Hälfte verdunstet. Im Hinblick auf den Anschaffungspreis des kompletten Systems hat man hier aber wohl nicht unbedingt die Kostenersparnis durch den niedrigeren Verbrauch im Hinterkopf, sondern eher das gute Gewissen gegenüber der Umwelt.

Gardena Smart Sensor mit Micro Drip

Für mich ist es am Ende ein großer Spaß: Natürlich könnte ich meine Kartoffeln, die anscheinend prächtig gedeihen, auch einfach mit einer Gießkanne wässern. Wer sich für Technik begeistert, wird mit den Systemen von Gardena aber wohl deutlich mehr Freude haben. Spätestens wenn die Nachbarskinder vorbeischauen, man in der App auf einen Button drückt und die Bewässerung startet, darf man sich über die funkelnden Augen freuen. Wenn es Gardena jetzt noch schafft, seine smarte App wirklich smart zu machen, bin ich restlos überzeugt.

GARDENA smart system
GARDENA smart system
Entwickler:
Preis: Kostenlos
GARDENA smart Sensor Control Set 19102-20
  • Bedarfsgerechte Bewässerung per GARDENA smart App
  • GARDENA smart Sensor sendet wichtige Informationen über Lichtstärke und Temperatur
Gardena MDS Start-Set Pflanztöpfe M mit...
6 Bewertungen
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  • Das druckreduzierende Basisgerät wird mit Hilfe eines Schlauches an den Wasserhahn angeschlossen und schon werden Ihre Blumentöpfe über das Rohrsystem präzise und individuell bewässert.

Kommentare 9 Antworten

  1. Sind wir doch mal ehrlich, die App braucht es doch nur einmalig. Und zwar zum Einrichten. Danach mach das System doch alles automatisch. Man sagt dem System von da bis da gießen. Wenn feucht genug aufhören. Was brauche ich dann noch die App?

    1. Viel Auswahl gibt es da wirklich nicht. Es gibt einige Pflanzensensoren von China-Herstellern, die aber nur per Bluetooth funken. Dann soll es bald noch den Elgato Eve Water mit HomeKit geben, hier fehlt dann aber eben der Pflanzensensor.

      GreenIQ hat noch eine Steuerung am Start, da habe ich aber noch keine genauen Erfahrungen gesammelt.

      1. Konkurrenz belebt das Geschäft!
        Im Bereich Bewässerungssteuerung sieht es da gaaaanz mau aus hoffentlich ändert sich da bald was …

  2. Die Idee find ich gut, aber wie auch in vielen Hotels: Der Schlauch zur Bewässerung ist so hässlich und verschangelt das ganze Beet.

    Da find ich eine Lösung, bei der man per App an das Gießen erinnert wird eleganter.

    1. Bringt Dir bloß nix wenn Du nicht da bist und keiner Zeit hat das zu übernehmen oder der im höheren Alter das Gebrechen zunimmt.

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