Nokia Headset WH-208: Der 10€-InEar-Kopfhörer mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis?

Meine Empfehlung beim Kopfhörerkauf lautet oft: Wer billig kauft, kauft doppelt. Was kann denn schon ein Headset für etwa 10 Euro taugen?

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Nachdem sich in meinem Haushalt neben der Apple-Brigade in den letzten Jahren auch ein Nokia Lumia 820, und seit kurzem auch ein Lumia 930 als Zweitgerät verirrt hat, war die Suche nach einem kompatiblem Headset gegeben. Aus Kostengründen und bedingt durch zahlreiche gute Bewertungen bei Amazon wurde es dann ein weißes Original-Headset von Nokia mit der Modellbezeichnung WH-208.

Was aber führt einen Apple-Blog dazu, ein Zubehörprodukt der Konkurrenz vorzustellen? Sind denn nicht schon die Apple-EarPods der neuesten Generation gut genug? An dieser Frage gibt es nichts zu rütteln – die EarPods sind, auch durch die Tatsache, dass sie jedem neueren iPhone bereits beiliegen, immer noch die besten Einstiegs-Kopfhörer für Apple-User. Nichts desto trotz ist das Nokia-Headset nicht nur aufgrund seines unschlagbaren Preises von etwa 10 Euro, seiner guten Verarbeitung und der InEar-Charakteristik eine gute Zweitoption insbesondere für Nutzer, die durch anatomischen Gegebenheiten Probleme haben, die EarPods im Ohr zu behalten. 

Das Nokia-Headset kann derzeit bei Amazon in verschiedenen Farben erworben werden und ist unter anderem in schwarz, weiß, gelb und türkis zu Preisen zwischen 7 und 20 Euro erhältlich (Amazon-Link). Da auch auf Amazon immer wieder Fälschungen angeboten werden, ist es hilfreich, entweder direkt von Amazon zu kaufen oder sich einen vertrauenswürdigen Händler mit vielen guten Bewertungen zu suchen. Für mein weißes Headset, das in einer blauen original Nokia-Retail-Verpackung bei mir ankam, habe ich seinerzeit beim Marketplace-Händler „nox divendo“ 10,52 Euro bezahlt.

Hat man ein originales Produkt erwischen können, stellt sich gleich auch die Frage nach der Kompatibilität mit Apple-Geräten. Mein WH-208-Headset ist zur Musikwiedergabe problemlos am iPhone 5s, meinem iPad 4 und auch über die Kopfhörerbuchse des MacBooks (early 2011) nutzbar. Selbst die integrierte Mikrofon-Funktion im rechten Kabel lässt sich für Audio-Recordings und auch Anrufe nutzen. Mein werter Kollege Fabian bestätigte eine „klare und deutliche“ Gesprächsqualität während eines Testanrufes. Verzichten muss man als Apple-User lediglich auf die Musik-Funktionen und die Anruf-Annahme und -Ablehnung per Taste am Mikrofon des Nokia WH-208 – diese scheint nur mit Nokia-Handys zu funktionieren.

Nokia WH-208 ist gut verarbeitet und bietet ein warmes Klangbild

Qualitativ lässt sich der Nokia WH-208 durchaus auf gleicher Höhe wie die Apple-EarPods einordnen. Ein leicht gummiertes, dünnes, rundes Kabel mit einem Apple-ähnlichen 3,5 mm-Klinkenstecker sowie ein Verzicht auf jegliche prominente Platzierung eines Nokia-Logos oder Schriftzuges – genau genommen findet sich am ganzen Kopfhörer KEIN Hinweis auf ein Nokia-Produkt – machen das WH-208-Headset auch für Apple-Fans zu einem empfehlenswerten Produkt. Im Lieferumfang enthalten sind außerdem drei verschieden große, farblich passende und sehr weiche Ohrstöpsel. Selbst ich, der sonst die Pfropfen eher ein unangenehmes Gefühl im Ohr bereiten, kann die kleinste Größe der Stöpsel auch über einen längeren Zeitraum problemlos tragen.

Auch wenn der Preis sich im niedrigsten aller möglichen Segmente bewegt und die Qualität des InEar-Headsets gut bis überdurchschnittlich ist – letztendlich zählt bei einem Kopfhörer noch immer der Klang. Und genau in diesem Bereich spielt der Nokia WH-208 seine Trumpfkarte aus. Erwartet habe ich persönlich nach der Bestellung des Headsets mehr oder weniger gar nichts. Und so war dementsprechend die Überraschung sehr groß, als der Kopfhörer zum ersten Mal in Betrieb genommen wurde.

Natürlich, und das kann nur wiederholt betont werden, kann auch ein Kopfhörer für um die 10 Euro nicht zu einem HiFi-Kopfhörer für mehrere hundert Euro mutieren. Insbesondere gemessen an seinem Preis zeigt der Nokia WH-208 jedoch ein wirklich angenehmes und volles Klangbild. Knarzen oder Quietschen ließen sich nicht ausmachen, selbst nicht bei höheren Lautstärken. A propos Lautstärke: Wenn er will, kann der Nokia WH-208 das Ohr richtig durchpusten. Durch die abschirmende Wirkung der InEar-Bauweise reicht es aber in den meisten Fällen, die Musik bei maximal 2/3 der möglichen Lautstärke zu hören.

Ein direkter Vergleich mit einem weitaus kostspieligerem InEar-Modell, dem AKG K323 XS, den wir  vor ein paar Monaten auch bereits auf bzw. in den Ohren hatten (zum Testbericht), zeigte überraschenderweise kaum nennenswerte Unterschiede. Vor allem im Tiefton-Bereich konnte sogar eher der Nokia WH-208 mit seinem angenehmen Bass überzeugen, der AKG hingegen betonte insbesondere in den Mitten seine Leistungskraft. Beim Nokia-Headset neigten gerade die Höhen bei höherer Lautstärke zum Klirren.

Wie bereits erwähnt, sollte man bei einem Kopfhörer für um die 10 Euro keine Klangwunder erwarten. Nichts desto trotz bescheinigen auch bei Amazon viele Rezensenten dem Nokia-Headset im Durchschnitt 4,5 von 5 Sternen und einen überraschend guten Sound. So wird in den Rezensionen unter anderem bemerkt, „ich weiß gar nicht, wie sich das rechnen kann, für den Preis bekommt man beim örtlichen Elektrofachmarkt noch nicht mal Billigkopfhörer […].“ Auch ich kann mich dieser Aussage nur anschließen und meine in der Überschrift formulierte Frage dementsprechend mit einem klaren JA beantworten. Wer ein unschlagbar günstiges Headset mit guter Verarbeitungs- und Soundqualität sucht, ist mit dem WH-208 gut beraten.

Kommentare 10 Antworten

  1. Hallo Mel, es gehört vielleicht nicht hierhin, aber weil du es selbst erwähntest: was ist für dich der Vorteil eines Loomia als Zweitgerät?

    1. Da Fabian ja akute Amnesie vortäuscht, kläre ich gerne selbst nochmal auf. 🙂

      Generell bin ich immer offen für einen Blick über den Tellerrand. Als dann irgendwann ein Zweitgerät angeschafft wurde zwecks zweiter, geschäftlicher Nummer, hatte ich zunächst ein HTC One S, ein Android-Smartphone, gekauft. Leider hat mich Android mehr als frustriert – zu umständlich, viel zu viel Bloatware und Apps, die Zusatzprogs installiert haben. Ich habs nach nicht mal einem Jahr genervt wieder verkauft. Also blieb als Alternative eigentlich nur noch Windows Phone. Somit wurde es erst das beschriebene Lumia 820, und nun im Juli dann ein Lumia 930.

      In Sachen Bedienkonzept, Design und Zugänglichkeit für neue Nutzer kommt WP schon sehr nahe an Apple heran, spätestens seit der Veröffentlichung von Windows Phone 8.1, das auf meinem Lumia 930 schon werksseitig installiert war. Auch der App Store wächst von Tag zu Tag, so dass es dort mittlerweile auch alle wichtigen Apps gibt, die ich so benötige. Gibt es sie nicht, haben oft findige Entwickler brauchbare Alternativen kreiert.

      Sicher ist das Kacheldesign mit den sich selbständig aktualisierenden Live Tiles nicht jedermanns Sache, aber mir gefällt es sehr. Auch auf schmal ausgestatteten Einsteiger-Geräten wie dem Lumia 630 läuft das Betriebssystem sehr flüssig.

      Aber keine Sorge, ich bleibe auch in Zukunft Apple treu. 🙂

      1. Die Einstellung finde ich ja toll. Ich selbst nutze ein Lumia 925 und zusätzlich noch einen iPod touch. Mir persönlich gefallen beideSysteme sehr gut. Android probiere ich in den nächsten Tagen mal auf dem Handy meiner Schwester aus. Mal schauen ob es sich in den letzten Jahren verbessert hat. Ich fand es immer ziemlich schrecklich.

  2. Also ich persönlich, komme mit den Apple Dingern nicht klar! Habe nur inear in Benutzung und leider auch Arbeitsbedingungen einen hohen Verschleiß. Gute und günstige Kopfhörer sucht man immer! Danke ich Versuch es mal

  3. Also ich habe diese Kopfhörer eine ganze Weile benutzt und war voll zufrieden. Ich war glücklich dass mir überhaupt mal Kopfhörer gepasst haben. Die einzigen Nachteile der Kopfhörer: Das scharfkantige design ist zwar cool aber manchmal unangenehm und die weiche Gummierung hat irgendwann zu einem riss geführt, aus dem jetzt die kabel kommen, was nicht sehr schön ist.
    PS: die anrufannahme funktioniert auch mit Android!

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