Snipboard: Neue und kostenlose TextExpander-Alternative überzeugt nicht

Drittanbieter-Tastaturen erfreuen sich seit der Freigabe durch Apple großer Beliebtheit im Store. Im Fall vom neuen Snipboard können wir aber gegenwärtig keine Download-Empfehlung aussprechen.

Snipboard 1Snipboard (App Store-Link) ist eine am 27. November dieses Jahres im deutschen App Store veröffentlichte, kostenlose Universal-App, die nur etwa 1 MB eures Speicherplatzes auf iPhone, iPod Touch oder iPad in Anspruch nimmt, und zur Nutzung mindestens iOS 8.0 oder neuer erfordert. Ein großes Manko liegt gleich zu Beginn in der fehlenden deutschen Lokalisierung: So können zwar Tastaturbelegungen in deutscher Sprache verfasst, aber nur ein englisches Tastaturlayout mit vertauschten „z“- und „y“-Tasten sowie ohne deutsche Umlaute wie ä, ö und ü genutzt werden.

Snipboard soll es, ähnlich wie Apps wie TextExpander (App Store-Link, 1,79 Euro), einfach machen, vorgefertigte Satzbausteine in einen Text einzugeben, beispielsweise beim Ausfüllen von Formularen, beim Chatten mit Freunden oder beim Schreiben von längeren Dokumenten. Anders als TextExpander arbeitet Snipboard allerdings nicht mit entsprechenden Abkürzungen für die zu verwendenden Bausteine, sondern baut auf vorgefertigte Wörter oder Sätze, die dann in eigenen Tastaturfeldern in Snipboard auftauchen.

Snipboard verfügt noch über zu viele unausgereifte Aspekte

Snipboard 2Um Snipboard allerdings in vollem Umfang mit diesen Bausteinen nutzen zu können, muss in den Einstellungen für Drittanbieter-Tastaturen zwangsläufig der Vollzugriff gewährt werden – ob man diesen Schritt bei einer völlig unbekannten und zudem kostenlosen neuen App, bei der man teils wohl auch private Daten eingeben wird, unbedingt wagen will, ist fraglich.

Neben den in der App angelegten Textbausteinen kann in Snipboard allerdings durch einen horizontalen Wisch auf der Tastatur auch ein übliches Buchstabenlayout eingeblendet werden, um so normalen Text eingeben zu können. Das Tippen mit dieser Tastatur ist allerdings ein einziger großer Krampf: Nicht nur, dass wie oben bereits erwähnt deutsche Umlaute fehlen und auf vertauschte „z“- und „y“-Tasten zurückgegriffen werden muss, sondern auch das Tippen an sich ist durch eine fehlende Tastenmarkierung mühselig und unbequem.

Zudem scheint durch die Fingertipps auf den Screen oft auch der horizontale Wischmodus, um zwischen Bausteinen und Normal-Tastatur wechseln zu können, ausgelöst werden, was den Nutzer schon nach kurzer Zeit in den Wahnsinn treibt und dazu führt, das falsche Buchstaben eingegeben werden. Davon abgesehen sind die leicht verschobenen Tasten für alle bisherigen User der Standard-Apple-Tastatur sehr gewöhnungsbedürftig – außerdem funktioniert die ebenfalls von dort bekannte Doppeltipp-auf-Space-Taste-Geste zum Setzen eines Punktes am Satzende mit Snipboard nicht. Aufgrund dieser zahlreichen Kritikpunkte können wir von einer Nutzung der App daher gegenwärtig nur abraten.

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