Vodafone: Erster Netzbetreiber führt die digitale SIM-Karte in Deutschland ein

Auch bei Apple war eine digitale SIM-Karte, eine sogenannte eSIM, in iPhones und iPads bereits Gegenstand von Diskussionen.

Vodafone

Den Anfang mit dieser neuen Technik macht aber ein anderer, und zwar der Mobilfunkbetreiber Vodafone. Wie das Unternehmen heute verlauten ließ, startet der Provider als erster deutscher Netzbetreiber mit der Vermarktung einer „embedded SIM“, kurz „eSIM“. Als fest eingebauter Bestandteil soll die eSIM eine ganz neue Generation von Mobilfunk-Geräten am Markt etablieren: So können auch Fitness-Tracker oder Smartwatches dank eingebauter eSIM permanent mit dem Mobilfunknetz in Verbindung bleiben. Das erste eSIM-fähige Gerät in Deutschland soll nach Aussage Vodafones Samsungs Smartwatch Gear S2 Classic 3G sein, die das Unternehmen bald in den eigenen Shops anbieten wird.

Einer der Vorteile der fest im Gerät verbauten SIM-Karte: Mit der eSIM entfällt auch der physikalische Austausch einer Plastik-SIM beim Wechsel auf ein neues Gerät. Darüber hinaus bietet sie die Möglichkeit, auch kleinere Geräte, die keinen Platz für eine herkömmliche SIM-Karte haben, mit dem mobilen Internet zu verbinden – wie die oben bereits erwähnten Fitness-Tracker, Smartwatches oder Datenbrillen.

Das Prozedere bei der Einrichtung einer eSIM sollte dank eines zusätzlichen eSIM-Aktivierungscodes, der mit PIN und PUK vom Provider mitgeschickt wird, komplikationslos ablaufen. Auf einer Karte ist dann ein QR-Code abgebildet, der mit dem Smartphone abfotografiert wird. Dadurch wird das persönliche eSIM-Profil aus dem Internet heruntergeladen und dann per Bluetooth auf das entsprechende Gerät geladen, beispielsweise eine Smartwatch. So lassen sich binnen weniger Minuten neue Nutzerprofile auf der eSIM installieren, löschen oder wechseln.

Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für die eSIM

Auch die Sicherheit kommt bei der eSIM nicht zu kurz. Wie bei der Plastik-SIM gibt es einen sogenannten SIM-Chip, ein eingebautes Speichermodul. Während der Installation wird das eSIM-Profil verschlüsselt, sogenannte asymmetrische Verfahren sichern per Ende-zu-Ende-Verschlüsselung die gesamte Übertragung zwischen Vodafone-Servern und dem Modul. Jedes Gerät kann dabei nur das ihm zugewiesene eSIM-Profil entschlüsseln und installieren.

Ab dem 11. März will Vodafone mit der Vermarktung der Samsung Gear S2 Classic 3G in 60 deutschen Shops starten. Für 20 Euro im Monat erhalten Kunden damit die Smartwatch sowie eine Red+ Allnet-Zusatzkarte, die die Uhr für den Internetzugang über das Datenvolumen der Red-Hauptkarte nutzen kann. Auch weitere Sprachflatrates oder Datentarife sollen verfügbar gemacht werden.

Ob Apple die Technik der eSIM bereits mit der nächsten iPhone- und iPad-Generation einführt, steht auf einem anderen Blatt Papier. Fest steht, dass sich neben Apple auch Samsung an der Standardisierung der Embedded SIM beteiligt und die Markteinführung der programmierbaren SIM-Karte noch in diesem Jahr mit den jeweils aktuellen Geräte-Generationen angestoßen werden könnte. Bereits jetzt gibt es mit der Apple SIM ein ähnliches Modell, mit dem sich Nutzer den passenden Datentarif für ihr Gerät auswählen können. Zwar ist die Apple SIM auch in Deutschland für das iPad Air 2 und das iPad Mini 3 erhältlich, kann aber aufgrund der fehlenden Unterstützung für deutsche Mobilfunkprovider nur im Ausland genutzt werden.

Kommentare 19 Antworten

    1. Wird leider nie passieren:(
      Wünschte ich mir auch und alle Notlösungen die mir bisher untergekommen sind waren nicht alltagstauglich, leider.

  1. Ich sehe das eher skeptisch… Zum Beispiel wegen des möglichen Austrocknen oder zumindest Einschränken des Gebrauchtmarkts.
    Und fällt der Slot weg ist das nur noch ein Schritt mehr in Richtung „so unfassbar dünn, dass man damit Papier schneiden kann“ ?

  2. Erinnert mich irgendwie an die Netzbetreibersperren, die früher gang und gäbe waren bei Verträgen.
    Wie soll ein „Tausch“ von SIM-Karten verschiedener Betreiber funktionieren? Heute kann ich mir eine weitere Karte in die Schublade legen und dann in zwei, drei Minuten wechseln, ganz wie ich will. Geht das dann auch? Mitten in der Nacht ohne das irgendein Shop offen hat?

    Macht vielleicht noch Sinn bei „Zubehör“ wie Fitneßbänder und Co., aber nicht bei Mobiltelefonen und Tablets. Egal von welchem Hersteller. Hoffentlich fallen die damit auf die Nase.

    1. Also ich muss bei meinem vorgestern abgeholten Audi-Neuwagen (Mj. 2016 mit der neuesten MMI-Generation und Audi connect) eine Mini-SIM einstecken um damit ins Internet zu können. Da ist nix mit eingebauter SIM-Karte…

      1. Ja es leider so, dass man die Notfalltaste dazu bestellen muss um eine fix verbaute Sim zu haben. Ca. 300€ Aufpreis. Es nennt sich audi connect plus ? Hab das genommen, aber ob man damit alles betreiben kann oder nur navi Infos, Verkehr und den Kontakt zu Audi kostenfrei weiß ich nicht. Ab April weiß ich mehr dazu.

        1. Zum Bestellzeitpunkt meines Wagens war das leider noch nicht verfügbar. Aber „Audi connect Notruf & Service inkl. Audi connect Fahrzeugsteuerung“ hat tatsächlich eine fest verbaute SIM ?

          1. Ja aber diese sim bzw. Datenpakete funktionieren anscheinend NUR bei Notfalltaste, App Steuerung (Standheizung und co), … Keine Updates oder so. Auch kein google Earth. Dafür braucht man die ootionale sim. Ich werde dafür 1gb für ca. 4€/Monat nehmen. Sollte laut Audi reichen. Viele brauchen nur 200mb andere fast 7gb?! Gern kann ich dir die genaue Antwort schreiben, wenn ich das Auto habe. Wenn es dich interessiert?

  3. … und wie würde das im Ausland/auf Reisen gehandhabt? zB: Ich fahre nach Spanien, dann nehme ich eine von dort, ebenso wenn ich mal in Übersee bin… sehr unpraktisch mit einer eSim. Möchte mich hierbei Michas Argumenten anschließen, ist mir zu tricky, hinterlistig scheints.

  4. Tja, und wieder ein Stückchen hin zum Überwachungsstaat…somit kann man auch nicht mehr anonym telefonieren, etc. und sim Karten raus machen zwecks Trackinggefahr geht auch nicht mehr…aber ja, hat alles nur tolle Vorteile!?

  5. eSIM-Chips wird es in Zukunft egal sein, welchen Provider man wählt. Es wird weiterhin die normalen Verträge und Laufzeiten geben (muss es auch – die maximalen Laufzeiten sind im BGB sogar geregelt).
    Die jeweiligen Gerätehersteller werden die eSIM ab Werk verbauen. Da wird nicht VF oder Telekom etc. der Lieferant sein. Die Hersteller müssen dann eine Plattform schaffen, wo man sich flexibel die Tarife aussuchen kann. Auch zu jeder Tages- und Nachtzeit. Und selbst Prepaid Tarife wären dabei technisch vollkommen im Rahmen des Möglichen.
    Die Technik bringt weniger Aufwand bei mehr Flexibilität. Art, Umfang und Ausgestaltung liegen in der Hand der Hersteller. Daher macht euch keine Sorgen – VF mag momentan der erste Provider sein, der eSIMs unterstützt, aber die anderen ziehen nach.

  6. Ist ja alles sehr interessant. Aber, wo bleibt da die Barrierefreiheit? Die Einrichtung einer E-Sim ist für blinde oder sehbehinderte Menschen so überhaupt nicht selbstständig möglich. Schade!

  7. 1. Anonymität geht verloren – Verwendung von Prepaidkarten wird unterbunden

    2. Bei einem Handydefekt kann nicht mehr einfach die SIM Karte rausnehmen, in ein anderes Handy einlegen und weiter telefonieren.

    3. UNLOCKEN ist vorbei. Was bringt das Unlocken von Smartphones, wenn der Provider über die eSIM sämtliche andere Provider über die Vertragslaufzeit auf der fix verbauten eSIM sperren kann.

    4. Sicherheit leidet
    Da die eSIM / das eSIm Modul direkt mit dem GSM/3G/4G Modul der Smartphones verbunden / verdrahtet ist, kann der Provider die Konfiguration für die eSIM – OHNE UMWEG ÜBER DAS ÜBRIGE SMARTPHONE – direkt in das GSM Modul des Smartphones einspielen. Sämtliche Sicherheitsmaßnahmen wie Virenscanner, Betriebssystem Bugfixes etc. greifen da nicht.

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