Kommentar: Warum sind eBooks immer noch so teuer?

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Fabian 20. Oktober 2017, 12:20 Uhr

Lesen auf einem eBook-Reader oder auch dem iPhone oder iPad gehört für viele Nutzer mittlerweile zum Alltag. Eigentlich gibt es nur eine Hürde.

Kindle Paperwhite 2015 strand

Es fällt mir gar nicht so einfach, den richtigen Einstieg für diesen Kommentar zu finden. Denn ich weiß genau, wie wichtig der kleine Buchhändler an der Straßenecke ist. Während meiner Schulzeit habe ich in so einem kleinen Laden sogar mein Praktikum absolviert. Und natürlich weiß ich auch, dass diese kleinen Buchhändler es dank Amazon und den neuen digitalen Medien nicht so einfach haben.

Allerdings sind wir mittlerweile auch im Jahr 2017. Ich freue mich zwar immer noch, wenn ich ein gutes Buch geschenkt bekomme und wälze mich gerne durch die Seiten, ich selbst habe in den letzten Jahren aber ausschließlich eBooks und keine gedruckten Bücher mehr gekauft. Und vermutlich hätte ich noch viel mehr eBooks gekauft, wenn es da nicht ein "Problem" geben würde.

Ich finde es schlichtergreifend unverschämt, wie sich die Verlage ihre eBooks bezahlen lassen. Und das, obwohl dieser Verkaufsweg für sie doch absolut angenehm ist: Es stehen keine Druckkosten an, ebenso müssen keine Bücher zu den Händlern oder zum Kunden geschickt werden. Auch etwaige Rückgaben müssen nicht kompliziert abgewickelt werden.

Diese Einsparpotentiale werden leider in den seltensten Fällen an den Kunden weitergegeben. Das zeigt ein Blick in die Spiegel-Bestsellerliste. Auf Platz 1 der Taschenbuch-Charts steht "Der verbotene Liebesbrief", das Taschenbuch gibt es für 10,99 Euro. Nach dem Lesen kann man es bequem weitergeben, auch im Schrank macht es eine gute Figur. Die digitale Version kostet: 10,99 Euro.

Auch bei anderen Büchern fällt die Ersparnis gering aus, ich habe mir aus der Belletristik-Bestsellern die Top-3 der Kategorien Hardcover, Taschenbuch und Paperback angeschaut. In der folgenden Liste seht ihr die jeweilige Ersparnis beim Kauf des eBooks in Prozent:

  • Origin (18 Prozent)
  • Tyll (13 Prozent)
  • Die Hauptstadt (12,5 Prozent)
  • Der verbotene Liebesbrief (0 Prozent)
  • Im Wald (16,75 Prozent)
  • Totenfang (9 Prozent)
  • Aquila (23,5 Prozent)
  • In ewiger Schuld (33 Prozent)
  • Bretonisches Leuchten (13,5 Prozent)

In einer vorherigen Version dieses Artikels bin ich auf den neuen Band von Asterix & Obelix eingegangen, bei dem ich zunächst eine Ersparnis von knapp 50 Prozent beim eBook-Kauf berechnet habe. Wie ihr in den Kommentare aber richtig angemerkt habt, gibt es auch ein günstigeres Softcover. Somit spart man auch bei den digitalen Galliern nicht sonderlich viel...

 

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Kommentare56 Antworten

  1. Plebejer sagt:

    Der ehrliche Käufer finanziert Urheberrechtsverletzer zum Teil mit. Darum kosten eBooks so viel. Oder es hat doch etwas mit der Buchpreisbindung zu tun!?

  2. NO⋁A sagt:

    Danke für den Asterix Hinweis 😄 Das ist mir entgangen. Sofort gekauf

  3. Max sagt:

    Ich sehe es absolut genauso. Da wird wieder auf Kosten der Kunden ein Reibach gemacht. Nachvollziehbar sind diese Preise definitiv nicht. Schreibt doch mal z. B. Amazon daraufhin an…und stellt deren Antwort dann hier rein. Ich bin gespannt.

  4. googie sagt:

    Ja und warum sind eBooks nun so teuer? Kann ich dem Artikel nicht entnehmen.
    Ein Grund ist die unterschiedliche Besteuerung. Das, was man durch die digitale Weitergabe spart, frisst die Steuer wieder auf. Das andere Thema ist die Buchpreisbindung

  5. kaixx sagt:

    Ich stimme euch voll und ganz zu. In den USA kann man sogar über Amazon gekaufte eBooks „verleihen“. So etwas geht in Deutschland natürlich auch wieder nicht und ist ein weiterer Aspekt, warum ein eBook deutlich günstiger sein sollte. Das ganze liegt aber wohl eher an der Buchpreisbindung und dem komplizierten Rechtesystem hier in Deutschland, wo die Verlage natürlich den größten Einfluss drauf haben.

  6. TL sagt:

    Der Preisnachlass von Asterix Nr. 37 relativiert sich aber schon in dem Moment wieder, da es auch eine Softcover-Ausgabe für 6,90 € gibt. (Die ich nebenbei bereits gestern erstanden habe.)

  7. Gollum-Allein sagt:

    Lasst die Händler auch am Leben…… Ohne Preisbindung gäbe es keine mehr…

  8. Saho sagt:

    Die 12€ bei Asterix beziehen sich auf das Hardcover.
    Die „klassischen“ Ausgaben wie ich es aus meiner Kindheit kenne kosten knapp 7€.

    Ich wäre dafür dass es zum Kauf des klassischen Buchs auch die eBook Variante kostenlos dazu gibt. Dass das geht zeigt Amazon mit CD Verkäufen.
    Ich sehe es nicht ein dass ich doppelt zahlen muss, wenn meine Frau das klassische Buch will, ich es aber am eReader lesen möchte…

    • Thraciel sagt:

      Super Vorschlag!

    • Fabian sagt:

      Da muss aber ein Schutz eingebaut werden, damit das Buch nicht zeitgleich mit dem eBooks geladen werden kann. Oder immer nur die gleiche Seite 😀

      Danke für den Asterix-Hinweis, habe ich rausgenommen.

      • Thraciel sagt:

        Warum? Die MP3 bei Amazon bekomm ich sogar ohne DRM inzwischen. Es kann gerne das eBook kopiergeschützt sein (oder Services die nur mit der Datei auf dem Reader funktionieren angeboten werden) aber ich glaube nicht dass schlagartig weniger gekauft werden würde – schaut man sich mal an wie viele Bücher heute schon weitergegeben werden

    • Plebejer sagt:

      Das bietet übrigens der Prima Verlag an. Die vertreiben Lösungsbücher für Computerspiele. Kaufst du das. Buch, bekommst du das eBook dazu. Im Moment aber nur englisch.

  9. Cofrap sagt:

    Der Artikel zur Buchpreisbindung bei Wikipedia ist ungemein hilfreich um bei diesem Thema durch zu blicken.
    Ich denke das die Lobbyisten, also die Verlage hier einfach Angst haben das sie ebenso weggefegt werden wie die CD Hersteller als das Streamen groß wurde.
    Das sich hier für eine starke Interessengemeinschaft wie sie die Filmwirtschaft geschaffen hat aber eigentlich viel eher Chancen bieten erkennen sie nicht.
    Da das ganze gesetzlich geregelt ist, ist es sehr bequem den Status Quo nicht anzurühren.

    Ich denke das weder die Autoren, noch die Verlage verluste hinnehmen müßten da hier, wie bei der Musik und FIlmindustrie, der Gesamtmarkt größer werden würde und mehr Kunden erreicht werden können die am klassichen Buch nicht so sehr interessiert sind weil dies ja auch, in der Menge betrachtet, ein durchaus sperriges gut ist.

  10. Burnsson sagt:

    Ganz schlechter Artikel! Mit ein bisschen Recherche (z.B. https://www.voland-quist.de/verlagsblog/buchkalkulation-was-verdienen-autor-und-verlag-an-buchern/ ) wäre der Beitrag überflüssig…

    • Fabian sagt:

      Das ist ein durchaus interessanter Artikel. Aber was hat der damit zu tun, dass eBooks nicht günstiger angeboten werden?

      Der Artikel zeigt doch sogar, dass Buchhandel und Vertrieb die meisten Kosten fressen. Bei einem digitalen Verkauf fallen genau dort aber weniger Kosten an.

      • googie sagt:

        Wird aber auch anders besteuert, was die Einsparungen wieder wett machen. Und nur weil etwas digital ist, bedeutet das nicht, dass es keine Kosten verursacht

        • Cpx3 sagt:

          Aus Autorensicht darf ich dir sagen, dass ein Autor am e-book um einiges mehr verdient. Das Geld geht also an diejenigen weiter, die die Bücher über erst möglich machen. Und auch die Buchpreisbindung ist sehr sinnvoll, auch wenn das nicht ganz einfach zu verstehen ist.

  11. Vauka sagt:

    Mit dem Asterix ist das eine Milchmädchen Rechnung in Softcover kostet der Band 6,90€
    Da liegt die Ersparnis gerade bei 41 Cent

  12. Thraciel sagt:

    Wofür genau ist der kleine Händler denn wichtig? Weder habe ich dort besonders tolle Beratung erfahren (noch brauche ich diese bei Büchern), in 90% der Fälle fährt man zweimal hin Weils erst bestellt werden muss.

    Da ist eine Kette wie Thalia schon praktischer aber im Endeffekt sehe ich nicht wieso man auf Kosten der Allgemeinheit diese Pseudoromantik aufrechterhält.
    Von daher gerne weg mit der unsäglichen Buchpreisbindung oder zumindest eine einfache Weitergabe von eBooks ermöglichen.

    • Cofrap sagt:

      Weil mit der Buchpreisbindung, so wie die Geschäftslandschaft einmal ausgesehen hatte, die kleine Buchhandlung im Dorf nicht mit der großen in der großen Stadt konkurieren mußte.
      Es brachte für den Einwohner einer kleineren Stadt ja keinen Vorteil sein Buch woanders zu kaufen.
      Das Buch war immer und überall gleich teuer, und somit der Verkauf immer gleich rentabel.

      Denoch haben sich auch in Deutschland, aber da ist eher Amazon dran schuld, letztlich nur die ganz großen Ketten halten können.

      Über eine jetzige Sinnhaftigkeit der Preisbindung kann man streiten, aber so ganz sinnlos ist sie nicht wenn man die quersubventionierung der Bucherlöse von Bestsellern nimmt mit denen die Preise von spezielleren Büchern die nicht solche Auflagen erreichen gestützt werden.

      Hier hat der Gesetzgeber das Buch als Kulturgut im Blick, die Kulturvielfalt die eben nicht nur über die bestseller dargestellt werden soll.

      • Thraciel sagt:

        Selbst in Hinblick auf früher finde ich es das falsche Mittel aber inzwischen ist die einfach nicht zeitgemäß. Möchte ich Kultur unterstützen dann soll der Staat das halt direkt tun – ist insgesamt zielgerichteter und günstiger. Ob es wirklich schade wäre wenn nicht mehr jedes Buch veröffentlicht wird. Möchte ich dabei gar nicht anfangen.

        Amazon hat sicherlich keine Schuld am Niedergang der kleinen Buchhandlung, das ist einfach die Marktentwicklung. Der Kunde hat keinen Vorteil beim kleinen zu kaufen also tut er es nicht. Mag schade sein aber so funktioniert unsere freie Wirtschaft nunmal

        • Cofrap sagt:

          Deine Meinung, nicht schlechter als meine oder andere 🙂
          Aber hier entscheidet der Gesetzgeber, und der wird vielleicht irgendwann mal umschwenken. Bis dahin bleibt es teuer.

          • STR sagt:

            @Cofrap – „vielleicht irgendwann mal umschwenken“
            Hat der Gesetzgeber nicht erst neulich das Gesetz erst wieder bestätigt. Also eher nicht in naher Zukunft.

    • JoeCool sagt:

      Sehe ich nicht so.
      Bei uns um die Ecke gibt es eine kleine Buchhandlung. Da bestelle ich telefonisch, und am nächsten Tag ist das Buch da – manchmal ist das schneller als bei Amazon. Und das zum gleichen Preis wie bei Amazon.
      Ohne Buchpreisbindung gäbe es den Laden vermutlich nicht mehr.

  13. Cofrap sagt:

    Ich habe gerade noch mal eine Seite eines Verlag Hauses gelesen.
    Dort wird erklärt das Verlage durchaus das Recht haben einen einmal festgelegten Preis wieder zu ändern, dann wird der neue Preis bindend.
    So geschieht das ja auch bei Hard- und Softcovern wie hier beim Asterix.Und je nachdem auf welche Version sich das EBook gründet sieht dann die Preisbindung aus.

    Da ja meistens zuerst die Hardcover kommen, um den höheren Preis bei den Kunden die bereit sind ihn zu bezahlen einzutreiben, sind die Ebooks dann preislich an dieser Ausgabe festgemacht.

    Aber, würde der Verlag eine Auflage, und wenn es nur eine Kleinstauflage wäre, herausbringen die entsprechend günstig wäre, dann könnten auch hierzulande EBooks weniger kosten.

  14. Shosh sagt:

    Was ich persönlich gut finden würde, ist das wenn ich mir ein Buch kaufe, ich das E-Book automatisch dazubekommen würde. Dann wäre das mit den Preisen auch wieder ausgeglichen.

  15. QMX sagt:

    Zum lächerlichen Preis einer Jahresgebühr in eurer lokalen Bibliothek könnt ihr bei mittlerweile tausenden teilnehmenden deutschen Bibliotheken auch online Lesematerial leihen. Auch Hörbücher und Tageszeitungen sind dabei.
    Das beste dabei: Die Auswahl ist qualitativ kommerziellen Flatrate-Anbietern wie Skoobe und Amazon Prime Reading/Unlimited haushoch überlegen!

    Es gibt die Onleihe-App kostenfrei für alle gängigen Handys und Tablets, auch für E-Book-Reader die unter Android laufen.
    Kann ich nur empfehlen!

    Voraussetzungen
    1. Mitgliedschaft in einer teilnehmenden Bibliothek
    2. Handy, Tablet oder E-Book mit Internetzugang
    3. Onleihe-App installieren und mit Mitgliedsdaten der Bibliothek anmelden
    4. Eventuell noch vorhandenes Abo bei einem der o.g. Anbieter kündigen und Geld sparen 😉

  16. McLöt sagt:

    Da für mich das eBook mehr Vorteile bietet, als das gedruckte Werk, darf es auch genauso viel kosten.
    Die Vorteile will ich jetzt nicht alle auflisten.
    Und darauf kommt es letztendlich an – der Inhalt ist bei beiden gleich.
    Doch ich kaufe mir grundsätzlich keine eBooks mit DRM.
    Schriftsteller und Verlage dürfen bei mir gerne ein paar Euro mehr verdienen.

    • Skulduggery sagt:

      Zitat: „Da für mich das eBook mehr Vorteile bietet, als das gedruckte Werk, darf es auch genauso viel kosten.“
      Geräte brauchst du anscheinend nicht?

  17. MarcRLP sagt:

    Das ganze gilt auch für Fachbücher und ePaper. Mittlerweile gibt es aber kleine Nachlässe bei einigen ePaper im Vergleich zur Print Ausgabe. Ein eBook bekomme ich auch Nachts gekauft, kann damit leichter arbeiten und es trägt sich leichter, wenn ich zB 20 Bücher schleppen muss, als mit einem iPad oder Reader! Dennoch verdienen die deutlich besser und schneller dran. Aber, nicht jeder kann sich mit dem digitalen Buch anfreunden, denn der Print hat auch seinen Reiz.

    • Thraciel sagt:

      Also ich lese gerne eBooks aber nur in der Freizeit. Fachbücher gerade welche in Farbe hab ich gern als Print weil hin und herblättern sehr umständlich ist, Amazon den A4 Kindle eingestellt hat etc.

  18. sabbelfrosch sagt:

    Am Beispiel Asterix doch am allerbesten, dass durch die Form der Auslieferung eine Preisänderung realisiert wird. Daher ist es doch verständlich, dass eine eBook Variante deutlich günstiger sein sollte

  19. Henning1965 sagt:

    Hallo zusammen – ich leihe Bücher und epubs- Geld bekommt die Bücherei für meinen Account – Dr Reat ist für mich kostenlos – für mich eine gute Lösung!

  20. Gomeck sagt:

    Leider kommt von dem vielen Geld nur winzige Bruchteile beim Autoren an. Insofern haben vor allem die Verlage was von höheren Preisen. Ich kenne einige Autoren, die da ihre liebe Not haben…

    • Skulduggery sagt:

      Autoren können heutzutage alles über’s Internet selbst veröffentlichen. Ohne Verlage.
      Eine kostenlose Plattform wäre aber sicherlich hilfreich.

    • Cpx3 sagt:

      Das ist so nicht wirklich richtig. Der Autor bekommt bei einem großen Verlag sogar das Fünffache.

  21. Benno sagt:

    Ich lebe von der Druckindustrie. Deshalb finde ich die Preise von eBooks für zu gering ☺️

  22. Cincinpif sagt:

    Das gilt übrigens nicht nur für EBooks, sondern auch für andere digitale Druckerzeugnisse, wie Zeitungen, Zeitschriften und Comics! Der Hauptgrund für die hohen Preise dürfte wohl die Buchpreisbindung sein, in anderen Ländern, vor allem den USA, sind die EBook Varianten nämlich deutlich günstiger als ihre gedruckten Brüder und Schwestern!

  23. UncleP77 sagt:

    Hm, Euch ist aber schon bekannt, dass die Druckkosten für ein Buch unter einem Euro liegen? Man zahlt für Lektorat, Autor etc, nicht für das Material.
    Der Kommentator hat leider null Ahnung von der Branche, auch wenn er mal ein Schülerpraktikum bei einem Buchhändler gemacht hat.

    • Thraciel sagt:

      Es geht ja nicht nur ums Material. Die ganze Aufbereitung für den Druck, der Prozess an sich etc. das frisst alles kosten ohne Ende. Für ein eBook brauche ich an sich nicht mal einen Verlag – bei einem Print Buch ist das ein viel höheres Risiko

  24. KaM! sagt:

    Es ist bei den eBooks genauso wie bei anderen Medien. Für einen Film bezahlt man auch soviel

    • STR sagt:

      Beim Film unterliegt es aber keiner festgelegten Regelung und wie man richtig sieht: Dort geht es auch.

      Aus meiner Sicht ist es definitiv legitim über unterschiedliche Preise von eBook zum normalen Buch zu diskutieren, genauso wie beim Film.
      Man legt den Preis für die Leistung des Inhalts fest (Buch = Schreiben/Inhalt, Film = Drehbuch/Produzieren) und differenziert anhand des Mediums die Vertriebs-, Verlags-, Herstellungskosten. Die Differenz mag dann vl. nicht mehr ganz so groß zu sein, da der Inhalt die eigentliche Leistung ist, aber sie ist eben da.
      Und daher ist die Buchpreisbindung aus meiner Sicht nicht „fair“, vor allem nicht wenn man andere Branchen diese Sonderstellung nicht gewährt. Das ist definitiv ein Eingriff in den Wettbewerb und ich persönlich kann nicht verstehen warum das nicht nur geduldet sogar gesetzlich abgesichert ist.
      Wenn der Künstler sein geistiges Eigentum bezahlt bekommt, dann ist es doch ganz egal wieviel ein Vertrieb dafür verlangt. Bei den günstigen iTunes Karten legen auch die Shops drauf. Apple selbst bekommt seinen festgelegten Preis.
      Warum sollte das „Buch“ an sich auf Grund des Kulturguts eine Sonderstellung bekommen? Warum hat man Schalllplatte nicht geschützt? Warum sollte man, auch wenn ich den Einzelhandel toll finde, den Buch-Einzelhandel gesondert schützen? Wer schützt den Elektrofachhandel, also den Fachmann vor Ort? Warum legt man keine Preise für den Mittelstand fest, z.B. für Autoreparaturen, damit ATU etc. die kleinen Werkstätten nicht kaputt machen. Damit würde man unsere Stärke (Fachkräfte) im Mittelstand schützen.

  25. JoanL sagt:

    Ich hoffe, dass es auch im Jahr 20xx noch gedruckte Bücher geben wird. Für mich decken beide Daseinsformen (e-Book / gedrucktes Buch) unterschiedliche Anwendungsgebiete ab. Die Vorteile des eBooks bringen mich auf Reisen immer wieder in den Genuss, ausreichend und federleichtes Lesematerial dabei zu haben. Aber auf der anderen Seite kann ein eBook nicht mit der „sinnlichen“ Seite eines Papierbuchs mithalten. Das beginnt bei mir schon mit dem Geruch und geht über das haptische Gefühl bis hin zu den visuellen Besonderheiten. Trotz aller Affinität zur digitalen Welt hoffe ich, dass das analoge Pendant niemals aussterben wird. Für mich hat beides seine Existenzberechtigung.
    Und was die kleinen Buchläden angeht : diese sind weitere Juwelen, die ich nicht vermissen möchte. Daher wird auch jedes Buch und eBook nicht beim großen Monopolisten bestellt, sondern via geniallokal.de bei meiner lokalen Buchhandlung. Ich hoffe, mit dieser Einstellung nicht alleine dazustehen.

  26. Charles Dickens sagt:

    Nur kurz zur Info: die Idee, das gedruckte Buch inkl. dem e-book zu verkaufen, hatten schon so ziemlich alle großen Verlage und würden das sehr gerne auch weiterhin anbieten. Leider war das nur eine sehr kurze Zeit möglich. Die unterschiedliche Besteuerung der beiden Artikel (für e-books werden vom Finanzamt kurioserweise die vollen 19% Umsatzsteuer veranschlagt, statt der für herkömmliche Bücher vereinbarten 7%) macht ein solch kombiniertes Angebot leider im Moment nicht mehr möglich. Es wird schon länger angestrebt, die 7% auch auf e-books anwenden zu dürfen. Das bedarf aber eines „Okays“ aus Brüssel. Hier ist wohl etwas GEduld gefragt …

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