GoPro Hero 5 Black im Test: Viele tolle Neuerungen, aber auch einige Schwächen

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Fabian 13. Februar 2017, 09:36 Uhr

Im vergangenen Herbst offiziell vorgestellt, mittlerweile seit einigen Wochen im Handel erhältlich und nun auch von uns genauer unter die Lupe genommen: Die GoPro Hero 5 Black.

GoPro Hero 5 Black Unterwasser

Auf dem Markt der Action-Kameras gibt es mittlerweile viele Alternativen. Von 50 bis 500 Euro hat man die Qual der Wahl, einen Namen hat aber wohl jeder im Hinterkopf: GoPro. Der US-amerikanische Hersteller ist weiterhin Marktführer im Segment der Action-Kameras und natürlich haben wir uns das neueste Modell angesehen. Die GoPro Hero 5 Black soll mit vielen neuen Funktionen glänzen, hat aber auch einige zum Teil altbekannte Schwächen.

Auf dem Papier bringt die GoPro Hero 5 Black zunächst einmal alles mit, was man sich von einer Action-Kamera wünscht: Video-Aufnahmen mit bis zu 4K, RAW-Fotoaufnahmen mit 12 Megapixeln, Sprachsteuerung, GPS und ein eingebautes Display mit Touch-Funktion. Der Preis für dieses Gesamtpaket liegt aktuell bei rund 415 Euro.

Keine zusätzliche Schutzhülle mehr im Lieferumfang

Die erste Überraschung gibt es gleich beim Auspacken, denn der mitgelieferte Inhalt unterscheidet sich enorm von den vorherigen Generationen. Neben den üblichen Klebepads zur Monate der Halterung auf glatten Oberflächen liegt kein Micro-USB-Kabel, sondern ein USB-C-Kabel bei. Außerdem wird bei der GoPro Hero 5 Black auf ein richtiges Gehäuse verzichtet, stattdessen wird nur ein einfacher Frame mitgeliefert. Und das nicht ohne Grund.

Die neue GoPro Hero 5 Black kommt unter normalen Bedingungen nämlich ohne zusätzliche Schutzhülle aus. Das Gehäuse der neuesten Generation ist bis zu 10 Meter wasserdicht, was für den Otto-Normal-Verbraucher völlig ausreichend sollte. Skifahren, auf dem Mountainbike oder mal ein wenig Schnorcheln, das alles klappt ohne zusätzlichen Schutz. Sicherstellen sollte man allerdings, dass alle Klappen und Abdeckungen richtig geschlossen sind, damit kein Wasser eindringen kann. Für extreme Aktivitäten sollte man dann aber doch auf das zusätzliche Gehäuse zurückgreifen, das man für rund 50 Euro kaufen kann.

GoPro Hero 5 Black überzeugt mit einfacher Steuerung

Mehr als positiv bemerkbar macht sich die neue 1-Tasten-Bedienung, die mir schon bei der Hero Session sehr gut gefallen hat. Klasse ist das vor allem dann, wenn man die Kamera nicht im Sichtfeld hat, etwa montiert auf dem Helm. Statt verschiedene Knöpfe unterschiedlich lang zu drücken, drückt man bei der GoPro Hero 5 Black nur noch auf den Aufnahme-Knopf, um die Aufnahme zu starten oder wieder zu beenden. Alternativ bietet die Kamera eine Sprachsteuerung, die sich mit einfachen Befehlen wie "GoPro Video aufnehmen" oder "GoPro Foto aufnehmen" bedienen lässt. Sobald keine Aufnahme mehr läuft, schaltet sich die Kamera automatisch ab - das spart Akku.

GoPro Hero 5 Black

Der Akku ist übrigens ein gutes Stichwort. Bei 4K-Aufnahme, bei der es leider keine digitale Bildstabilisierung gibt, hält die GoPro Hero 5 Black nur rund 70 Minuten durch. Das ist dann doch arg wenig, bei normalen Full-HD mit 30 Bildern pro Sekunde sind immerhin deutlich über zwei Stunden Aufnahme möglich. Schade: Mit einem Firmware-Update hat GoPro die Unterstützung von günstigen Drittanbieter-Akkus unterbunden. Ein einzelner Zusatz-Akku von GoPro schlägt mit rund 30 Euro zu Buche.

Wie und in welcher Auflösung die Videos aufgenommen werden sollten, kann unter anderem direkt mit dem Touchscreen-Display eingestellt werden. Ich fand diese Möglichkeit sehr praktisch, zumal auf dem zwei Zoll kleinen Bildschirm auch eine Live-Vorschau sowie eine Ansicht der bereits aufgenommenen Videos möglich ist. Alternativ kann man für die Einstellungen und Ansicht der Medien auch die offizielle GoPro-App nutzen, die seit einigen Monaten unter dem Namen Capture im App Store erhältlich ist.

Software hat noch sehr viel Luft nach oben

Und hier gibt es wohl die größte Kritik an der Kamera: Die Capture-App ist nicht umsonst mit nur zwei Sternen bewertet. Das erste Ärgernis gibt es direkt nach dem ersten Start, denn die Nutzung der Anwendung ist nur noch nach einer vorherigen Registrierung möglich, um die man nicht herum kommt. Was mich danach ebenfalls sehr geärgert hat: Ein direkter Import der Videos von der Kamera auf das iPhone ist nur möglich, wenn in 1080p mit 30 Bildern pro Sekunde aufgenommen wurde. Für andere Auflösungen muss man entweder den Umweg über den Computer oder später über den kostenpflichtigen Cloud-Service GoPro Plus nehmen, letzterer ist aktuell aber noch nicht verfügbar.

Es ist durchaus schade, dass man die meisten mit der GoPro Hero 5 Black aufgenommenen Videos nicht unkompliziert auf das iPhone oder iPad übertragen kann, denn mit den beiden im vergangenen Jahr gekauften Anwendungen Slice und Quik stellt GoPro zwei Anwendungen zur Verfügung, die sich sehr gut bedienen lassen und nicht umsonst mit vollen fünf Sternen bewertet sind.

Während sich an der Akkulaufzeit zumindest bei dieser Generation wohl nicht mehr viel ändern wird, hoffe ich, dass GoPro in Sachen Software noch nachlegen wird. In Sachen Bedienung und Qualität der Aufnahmen spielt die neue GoPro Hero 5 Black nämlich erneut in der ersten Liga mit.

Um euch einen kleinen Eindruck zu verschaffen, gibt es im Anschluss zwei komplett unbearbeitete Videos, die mit der GoPro Hero 5 Black in einfacher FullHD-Auflösung mit 30 Bildern pro Sekunde aufgenommen und direkt mit dem iPhone ins Internet geladen wurden. Unterwegs war ich mal wieder auf den exzellent präparierten Pisten in Schladming: Im ersten Video seht ihr eine Nachtskifahrt bei Flutlicht auf dem Hochwurzen, im zweiten Video die Talabfahrt der Planai.

Preis/Leistung

  • Bedienung - 10/10
    10/10
  • Aufnahmequalität - 9/10
    9/10
  • Software - 3/10
    3/10
  • Verarbeitung - 8/10
    8/10
  • Preis/Leistung - 6/10
    6/10

Fazit

Wenn man über die schwache Software hinwegsehen kann, bekommt man mit der GoPro Hero 5 Black eine wirklich tolle Action-Kamera, die vor allem mit Aufnahmequalität, Verarbeitung und einfacher Bedienung punkten kann.

7.2/10

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Kommentare10 Antworten

  1. birne13 [iOS] sagt:

    Also ich kann auch 4K-Videos über problemlos auf ein iPad Pro übertragen. Beim iPhone ist allerdings wirklich bei Full HD Schluss

  2. MrCrabs sagt:

    Hardware mit App, wobei sich die App nur nach einer Registrierung nutzen lässt? Das geht mal gar nicht und deshalb ist das Produkt – obwohl ich GoPro sonst sehr genial finde – von der Wunschliste gestrichen.

  3. Punkt sagt:

    Ich finde das mit der App nicht weiter schlimm, sowas gibt es bei vielen Herstellern, ich sage nur Native Instruments Maschine, Akai MPC oder Roland Geräte, ist das normalste der Welt.

    Ansonsten einfach nur ein klasse Gerät, schönes Stück Hardware!

    Das man 4k Videos nicht auf ein iPhone übertragen kann liegt wohl schlicht und ergreifend daran das so ein iPhone nicht dafür geeignet ist solche großen Daten zu bearbeiten, wobei die Mehrheit auch kein Telefon mit 256GB Speicherplatz hat, durchaus nachvollziehbar wieso GoPro/Apple da einen Strich drunter zieht.

    Alles in allem, ein schönes Stück Hardware!

    • Fabian sagt:

      Naja, zumindest die aktuelle iPhone-Generation sollte doch schon mit 4K-Videos klar kommen. Und wenn nicht, muss ein Hersteller meiner Meinung nach eine kostenlose Möglichkeit anbieten, das Video ohne Computer in einem Format auf das iPhone zu bringen, in dem das iPhone damit arbeiten kann. Ein Hexenwerk sollte das nun doch wohl wirklich nicht sein.

      • Punkt sagt:

        Sehe ich anders, da entscheidet zu großen teilen Apple was für Datenmengen etc gehandelt werden dürfen, wenn die Performance drunter leidet weil das iPhone zu langsam wird, was durchaus bei einer 4k Datei denkbar ist, dann schließen viel der User, es liegt am iPhone.

        Vor allem stellt sich die Frage ob es da nicht sogar Vorgaben seitens Apple gibt, das ist nicht Android sondern iOS.

        Ich bin der Meinung das kein Telefon der Welt auch nur ansatzweise in der Lage ist eine 4k Datei vernünftig zu bearbeiten, mal ganz davon abgesehen das ich keinen professionellen “Filmemacher” kenne (ich kenne da den ein oder anderen) der sein iPhone zur Bearbeitung eines Films nutzt, da zückt man mal schnell das MacBook oder nen Ultrabook, vielleicht noch nen iPad Pro, aber dann hörts auf.

        Steht halt eben in keiner Relation, mit einem iPhone auf biegen und brechen eine 4k Videodatei zu bearbeiten …

  4. Gerstemann sagt:

    Habt ihr mal Lust auch die x3000 von Sony zu testen? Überlege gerade die Anschaffung einer Action Camera…

  5. Danny Senn 1 sagt:

    Leider hat sie keinen Optischen Bildstabilisator, da ist ja die iPhone 7 Plus Kamera noch besser?

    • Punkt sagt:

      Die Frage ist halt ob man sich 900€ auf den Helm schnallen will 🙂

    • Pro_Eric sagt:

      Das tut nichts zur Sache, dennoch ist die GoPro für ihre Zwecke die bessere Wahl. Außerdem kann man die Qualität einer Kamera nicht davon abhängig machen, ob ein Bildstabilisator dabei ist oder nicht. Das iPhone 7 Plus ist deshalb trotzdem nicht besser als meine Sony a7 Systemkamera, obwohl die auch keinen Bildstabilisator drinne hat… 😉

  6. Danny Senn 1 sagt:

    Das ist mir bewusst, dass noch andere Faktoren wichtig sind und die Kamera sich so an die jeweiligen Einsatzbereiche widmet. Ich danke euch dennoch für eure Antwort.
    Ich nehme an viele würden sich an einer optischen Bildstabilisierung erfreuen.

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