Airpaq: Dieser Rucksack besteht aus alten Airbags

Start-Up aus Köln liefert Daypack für den Alltag

Ich bin ja bekanntlich ein Rucksack-Fetischist und war schon ein wenig traurig, dass ich mein Testmuster des OnePlus Explorer Backpacks wieder zurückschicken musste. Ein neuer Testkandidat hat allerdings nicht lange auf sich warten lassen: Der Airpaq Classic des Kölner Start-Ups Airpaq hat den Weg auf meinen Rücken gefunden.

Ganz ähnlich wie Feuerwear mit Feuerwehrschlauch, Freitag mit LKW-Planen oder Zirkeltraining mit Turnmatten setzt auch Airpaq auf Nachhaltigkeit. Als Material hat man sich bereits beim ersten Prototyp im Jahr 2015 für einen alten Airbag entschieden, mittlerweile sind auch Gurte und Gurtschlösser mit dazu gekommen. Das alles wurde vereint in ein Design, das sich meiner Meinung nach wirklich sehen lassen kann.

Airbag-Rucksack als Airpaq Classic und Airpaq Unicolor in zwei Varianten

Als Airpaq Classic ist der Rucksack in fünf verschiedenen Farben mit einem weißen Deckel für 149 Euro zu haben, zudem jetzt auch mit einem farbigen Deckel, dann aber als Airpaq Unicolor für 10 Euro mehr. Ansonsten haben beide Modelle die gleiche Ausstattung – und genau die möchte ich euch in diesem Artikel vorstellen.

Auffällig ist zunächst einmal die Tatsache, dass beim Airpaq kein Reißverschluss für das Hauptfach zum Einsatz kommt. Stattdessen öffnet man einen in der Länge verstellbaren Gurt mit einem klassischen Gurtschloss und kann dann das sogenannte Rolltop aufrollen. Am Ende wird dieses von mehreren Magneten zusammengehalten und ist mit wenigen Hangriffen schnell geöffnet.

Das vor Wasser geschützte Innenfach des Airpaq offenbart gleich das nächste spannende Detail: Auf der Innenseite kommt witziger Stoff mit kleinen Autos zum Einsatz. Neben einigen kleineren Fächern, eines davon mit Reißverschluss und ein anderes mit Klettverschluss ausgestattet, gibt es ein großes Notebook-Fach für Geräte bis zu 15 Zoll und ein kleineres Abteil für Tablets. Was mir gut gefällt: Das Notebook-Fach und auch der Boden des Airpaq sind sehr gut gepolstert.

Abgesehen vom großen Hauptfach gibt es nur ein weiteres Fach: An der Vorderseite des Rucksacks findet man unter dem durchgezogenen Gurt ein verstecktes Fach mit Reißverschluss. Spannend: Auf dem innenliegenden Stoff ist die Geschichte des Airpaq aufgedruckt. Ein weiteres tolles Detail.

Abgerundet wird der Airpaq mit einem komplett schwarzen Rückenteil, bei dem ein Netz aus Gurtteilen geflochten wurde. Der Gurt kommt auch bei den beiden Tragegurten zum Einsatz, die natürlich auch gepolstert sind. Ebenfalls klasse: Unter dem Gurtschloss versteckt sich ein Reflektor, der auf Wunsch zum Einsatz kommt.

Die Erfinder aus Köln sehen ihren Airpaq als klassischen Daypack für den Alltag – und genau hier würde ich ihn auch einordnen. Mit einem Volumen von 21 Litern passt alles für den Alltag rein – aber eben auch nicht viel mehr. Zudem ist der Rucksack mit 1,2 Kilogramm relativ schwer, bei einem längeren Trip kann das schon negativ ins Gewicht fallen.

Dieses Extra vermisse ich beim Airpaq

Was meiner Meinung nach vor dem Kauf besonders wichtig ist: Man sollte sich über das Konzept des Rucksacks im Klaren sein. Man kann ihn nicht ein Stückchen öffnen, sondern immer nur komplett. Wer ihn einmal morgens im Büro öffnet und zum Feierabend hin wieder schließt, wird damit kein Problem haben. Wer den Rucksack ständig öffnet und schließt, wird kein Freund des Airpaq.

Ich persönlich vermisse genau aus diesem Grund eine kleine Seitentasche, in der man mal eben einen kleinen Regenschirm oder eine Trinkflasche unterbringen kann, ohne den Rucksack gleich mit zwei Händen komplett öffnen zu müssen.

Kein Zweifel gibt es an den tollen Materialien, der wunderbaren Idee und auch der exzellenten Verarbeitung, hier bleiben beim Airpaq wirklich keine Wünsche übrig. Der per Handarbeit innerhalb der Europäischen Union hergestellt Rucksack hat dafür aber eben auch seinen Preis. Am Ende bewegt man sich aber auf einem Niveau oder sogar etwas unter den Preisen der oben genannten Alternativen.

Kommentare 3 Antworten

  1. Ich habe ein frühes Exemplar im Einsatz und bin damit sehr zufrieden.
    Eine kleine Reißverschluss-Tasche versteckt sich bei mir übrigens unter dem auf der Vorderseite verlaufenden Gurt.

  2. Wenn Du ein Rucksack-Fetischist bist (bin selber auch sowas wie ein Taschenfreak), dann schaue Dir auch mal die Rucksäcke von Wandrd an. Die beiden dort zu findenden, namentlich der Wandrd Prvke 21 und Wandrd Prvke 31, sind nämlich absolut stylisch und hervorragend von der Verarbeitung. Habe selber seit Samstag den größeren 31er incl. Photo-Bundle für meine DSLR Ausrüstung und bin ziemlich begeistert. Haben ja auch 3 Fotografen mit Hilfe von Kickstarter entwickelt nach ihren Vorstellungen und das macht es wohl auch aus. Ist dem von Dir hier vorgestellten in bestimmten Bereichen gar nicht so unähnlich.

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