Alkohol macht Birne hohl: Spaß-Rechner im Test

Ich halte mich ja eher zurück, was komatöse Saufgelage am Wochenende angeht – Kontroll- und Gedächtnisverlust sowie eine unfreiwillige Magenentleerung sind nicht so ganz mein Ding. Damit man an einigen alkoholreichen Abenden mal einen Überblick bekommt, was man so alles in sich hineinschüttet, gibt es den Alkohol Promille Rechner (App Store-Link) aus dem Hause Simopt.

Die 9,7 MB große App für iPhone und iPod Touch kann seit heute im App Store für 1,59 Euro geladen werden. Auch wenn in der App-Beschreibung von englischer Sprache die Rede ist, funktioniert sie auch komplett auf deutsch. Der interaktive Alkohol-Promille-Rechner zeigt an, wie viele alkoholische Getränke man zu sich genommen hat und berechnet daraus den eigenen Promille-Stand.

Da Männer und Frauen Alkohol im Körper unterschiedlich abbauen und auch das eigene Körpergewicht eine nicht unerhebliche Rolle in diesem Prozess spielt, ist es zu Beginn eines jeden „Promille-Tests“ unbedingt notwendig, das eigene Geschlecht sowie das exakte Körpergewicht anzugeben. Um einigermaßen aussagekräftige Werte zu erhalten, sollte man nach Möglichkeit diesbezüglich nicht mogeln.

In einem Main Screen bekommt man dann sehr ansehnlich und bunt in hochauflösenden Retina-Grafiken zwei Auswahlleisten präsentiert. In der oberen finden sich über 30 verschiedene alkoholische Getränke. Die Auswahl reicht von mehreren Biersorten und –mischgetränken (Pils, Kölsch, Alster, Diesel, U-Boot…) über Weine/Sekt, Hochprozentigem (Whisky, Tequila, Schnaps…) bis hin zu Cocktails (Pina Colada, Mojito, Tequila Sunrise…). Die untere Schiene dient als Zeitleiste, die in Stunden eingeteilt ist.

Mittels eines einfachen Fingerwisches werden die zu sich genommenen Getränke aus der oberen Auswahl in die Zeitleiste geschoben. In meinem – natürlich nur virtuellen! – Test nahm ich an, dass ich erst um 20 Uhr einen Restaurantbesuch mit Freunden vornehme, bei dem ich während des Essens zwei Weißwein-Gläser leere, danach beim gemütlichen Zusammensitzen gegen 21 Uhr noch 2 große Biere trinke. Zum Abschluss um 22 Uhr geht es dann mit einigen Freunden noch abschließend in eine Cocktailbar, in der ich einen Mojito und einen Tequila Sunrise leere.

Was sagt also der Alkohol-Promille-Rechner dazu? Zunächst zieht man alle Getränke in die untere Zeitleiste. Mit einem Doppeltipp auf das jeweilige Getränk lassen sich der Alkoholgehalt und das Glasvolumen auch noch anpassen (beispielsweise bei einem großzügig bemessenen Cocktail). Hält man den Finger lange auf ein Icon gedrückt, kann man die einzelnen Getränke nach seinen eigenen Wünschen sortieren, um sie später noch schneller zu erreichen.

Mit einem Klick auf „Berechnen“ wird einem dann in einem Diagramm angezeigt, welche Promillekurve in Relation zur Zeitachse mit diesen Getränken zu erwarten ist. Ebenfalls erhält man Infos darüber, wann ungefähr man einen nicht mehr feststellbaren Blutalkoholspiegel erreichen wird. In meinem Fall lag mein Alkoholklimax bei 1,9 Promille, den ich gegen 23 Uhr erreichen würde. Erstaunlich fand ich die Tatsache, dass ich erst 13 Stunden später, gegen 13 Uhr am nächsten Tag, wieder komplett nüchtern sein würde. In der Alkoholkurve werden außerdem verschiedene Betrunkenheits-Stadien angezeigt: so gibt es bei 1 Promille die „Gesprächige Betrunkenheit“, bei der „der/die Trinkende gut gelaunt ist, sich aber beherrscht“.

Welchen Fehler man mit dieser App auf gar keinen Fall machen sollte ist, die angezeigten Ergebnisse für bare Münze zu nehmen und diese wohlmöglich über die eigene Fahrtüchtigkeit entscheiden zu lassen. Auch wenn der Alkohol-Promille-Rechner ungefähre Anhaltspunkte zur eigenen Trunkenheit bieten kann, sollte nicht vergessen werden, dass der Alkoholabbau im Körper von Mensch zu Mensch höchst unterschiedlich ist und ohne ein polizeiliches Messgerät wohl nicht wirklich genau bestimmt werden kann.

Abschließend gibt es in der App die Möglichkeit, die eigenen Ergebnisse per Facebook-Anbindung zu veröffentlichen – welcher Nutzen sich dahinter verbirgt, habe ich allerdings nicht ganz verstanden. Mit einem 2,5 Promillegehalt im Blut bei Facebook rumprotzen ist nämlich nicht cool, sondern einfach nur noch peinlich. In diesem Sinne: Don’t drink and drive.

Kommentare 18 Antworten

  1. Wie kannst Du zwischen Mojito und Tequila Deine app zu bedienen ganz zu schweigen Dein IPhone zu finden?
    Oder geht es so: Beeeedinung, wisssschen ssssie hhhhhier.

    1. Wo ist da das Problem? Zwischen dem Mojito und dem Tequila Sunrise habe ich laut App einen Alkoholpegel von etwa 1,5 Promille. Da sollte man noch nicht so betrunken sein, dass man den kleinen Wisch auf dem iPhone nicht mehr ausführen kann… Die App sagt bei einem Pegel von 1,5 Promille (siehe Screenshot): „noch gesprächiger, scherzhaft, voll entspannt. Selbstvertrauen steigt. Verlängerte Reaktionszeit.“

      Ab einem Promillewert von etwa 3,0 treten „erst“ Bewusstseinsstörungen und Lähmungserscheinungen auf, sprich es wird lebensgefährlich.

          1. gibst du mir dann schon mal deine Email oder den Link zu deinem Facebookprofil oder irgendwas, damit ich dir den dann schicken kann?;)

          2. sorry ich weiß nicht was da jetzt los war, aber irgendwie machen die das so richtig falsch. Ich meine, es hieß die ersten 20 Kommentare und jemand der erster (!) war, hat nicht mal einen bekommen. Da frag ich mich auch, warum die das so machen mussten. Falls ich den Code doch noch bekomm, schick ich ihn dir;)

      1. Also sollte man zeitig zwischen Mojito und Tequila (bitte nicht vergessen, dass davor noch 2 Biere und was dazu, gab) – weil die Reaktion nicht mehr gut gegeben ist- den iPhone finden, quatscht man es voll und macht damit Scherze, dann reisst man sich ganz entspannt um hemmungslos das Hemd auf oder nur die Krawatte ab, und versucht die Tequila, die schon auf dem Tisch steht, dazu wischen. Es geht aber so langsam, dass daraus 2 Tequilas werden.
        Ne ne, dass macht kein Spass. Es ist so, als ob man einen mit einem Zettel an der Seite sitzen hätte. Irgendwann hört man: Schatz, gib mal die Autoschlüssel. Ob dass das IPhone kann ist zu bezweifeln.

    1. Der Spaß steht doch erst in zweiter Reihe. Am wichtigsten ist ja eine Möglichkeit, den Promillewert wenigstens ein wenig präzise zu berechnen, wann man es in der Gegenwart, sowie auch in der Zukunft braucht.
      Bin jedenfalls froh, dass man diesen Promillerechner immer und auch für die Zukunft griffbereit hat, wenn auch ich eigentlich nicht so oft im Alkohol eingelegt bin. Andererseits könnte der Spaß auch ganz schnell aufhören, nachdem man mit dem Restalkohol erwischt wird.

  2. Hoffentlich kommen Schlaumeier nicht auf die Idee und saufen nach der App. Und meinen, dass sie dann noch ein Kraftfahrzeug führen dürfen.

    Alkohol und Straßenverkehr verträgt sich nicht!

    Lasst Euch besser mit dem Taxi fahren, wenn ihr etwas getrunken habt 😉

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