Amazfit GTS 3 ausprobiert: Neues Zepp OS bringt mehr Übersichtlichkeit

Immer mehr Anleihen an die Apple Watch

Auch wenn ich mit meiner Apple Watch immer noch sehr zufrieden bin und das kleine Gadget am Handgelenk im Alltag nicht mehr missen möchte, gibt es doch einige spannende Smartwatches anderer Hersteller, die nicht unerwähnt bleiben sollten. Das Unternehmen Amazfit, eine Marke von Huami und seit diesem Frühjahr gehörend zu Zepp Health, hat mit der GTS 3 vor einigen Monaten die beliebte Amazfit GTS-Reihe um die mittlerweile dritte Generation erweitert, die im Vergleich zu den Vorgängermodellen nochmals verbessert wurde. Wir haben uns die GTS 3 ansehen können und wollen unsere ersten Eindrücke mit euch teilen.

Erhältlich ist die Amazfit GTS 3 zu einem Preis von 149,90 Euro bei Amazon, und das in insgesamt drei verschiedenen Farbvarianten. Neben einer schlicht schwarzen Version gibt es auch noch zwei Optionen mit roségoldenem Gehäuse und farblich passenden Silikon-Armbändern. Auch sie sind für jeweils 149,90 Euro zu haben und werden bei Amazon inklusive einer Prime-Lieferoption angeboten.


Auf dem Papier liest sich die Ausstattung der Amazfit GTS 3 eindrucksvoll. So gibt es ein 1,75″ Ultra-HD-AMOLED-Display mit 341 ppi für eine optimierte Sichtbarkeit bei Sonnenlicht, Always-On-Ansicht, 24-Stunden-Herzfrequenzmessung samt Alarmfunktion bei abnormaler Herzfrequenz, einen Biotracker mit 4-in-1-Messung mit einem Knopfdruck binnen 45 Sekunden, Blutsauerstoffmessung, automatische Schlaf- und Nickerchen-Erkennung, Tracking des weiblichen Zykluses, Stressmonitoring, über 150 verschiedene Sportmodi, einen Virtual Pacer zum Vergleichen von Workouts, GPS mit fünf Satellitensystemen, barometrischer Höhenmesser, bis zu 12 Tage Akkulaufzeit, Amazon Alexa-Sprachassistentin, Anruf- und Messenger-Benachrichtigungen, Wasserdichtigkeit bis 5 ATM, eine drehbare Krone zur Navigation, ein 8,8 mm dickes Aluminium-Gehäuse und ein geringes Gewicht von nur 24,4 Gramm. Über die Zepp-App für iOS und Android kann die Smartwatch synchronisiert und verwaltet werden, dort gibt es auch über 100 verschiedene Zifferblätter, einige davon modular oder animiert.

Zepp OS mit neuen kleinen App-Tools

Auch ohne die kontinuierliche Verbindung mit der iPhone-App können auf der Amazfit GTS 3 verschiedene Infos eingesehen und Aufgaben unternommen werden. Kleine Tools wie ein Passwortschutz, ein Bluetooth-Auslöser für die Smartphone-Kamera, Kalender, ToDo-Listen, Wecker, Weltuhr, Stoppuhr, Wetterdaten und -vorhersage, Kompass, Taschenlampe und mehr sind ebenfalls mit an Bord.

Das Herzstück der neuen Amazfit GTS 3 bzw. auch dem verwandten Modell, der Amazfit GTR 3, ist jedoch das neu konzipierte und überarbeitete Zepp OS, das Betriebssystem der Smartwatch. In der neuen Version wurde vor allem Wert auf ein intuitiveres Interface und eine ansehnliche Farbgestaltung gelegt. Dabei hat sich das Entwicklerteam laut eigener Aussage „von der natürlichen Schönheit der Abend- und Morgendämmerung“ und „dem Charme der Natur“ inspirieren lassen.

Neben neuen Zifferblättern, die über die Zepp-App für iOS auf die GTS 3 geladen werden können, wird es in Zukunft auch ein sogenanntes Zeus-App-Entwicklungskit geben, mit dem User ihre eigenen Zifferblätter und Apps entwerfen, hochladen und teilen können. Zum Start gibt es bereits über 10 Mini-Apps für Zepp OS, beispielsweise eine Trinkerinnerung, einen Schwangerschafts- und Zahnputz-Assistenten oder einen Taschenrechner. Auch eine Home Connect-Anwendung zur Steuerung von Geräten im Smart Home ist integriert. Einige Hersteller, darunter Bosch, Siemens, Neff und mehr unterstützen diesen Standard bereits.

Schickes Aluminium-Gehäuse und gutes Display

Insgesamt ist das neue Zepp OS eine deutliche Bereicherung und Verbesserung im Vergleich zum Vorgänger-Betriebssystem. Das Menü wirkt flüssiger und aufgeräumter, man gelangt schneller zu relevanten Anzeigen und Anwendungen, und auch der Akkuverbrauch wurde mit der neuen Version nochmals verbessert. Zudem ist die nun voll funktionstüchtige digitale Krone eine echte Erleichterung beim Navigieren auf der Smartwatch. Sie kann, anders als bei den Vorgänger-Modellen, nicht nur angetippt, sondern auch gedreht werden, und bietet erstmals auch ein haptisches Feedback.

Auch das Display ist nochmals verbessert worden und zeigt noch mehr Infos an. Die Ränder wurden etwas verkleinert, so dass man nun auf ein Bildschirm-Gehäuse-Verhältnis von 72,4 Prozent kommt. Laut Amazfit ist dies einer der höchsten Werte im Smartwatch-Bereich. Die leicht abgerundeten Ecken sorgen darüber hinaus für einen edlen Touch und kommen dem Design der Apple Watch immer näher. Auch einige der vorhandenen Zifferblätter sind stark an Apples Watchfaces angelehnt, bieten aber im Vergleich leider nicht die zahlreichen Möglichkeiten der modularen Gestaltung und austauschbare Komplikationen. A propos austauschbar: Wie schon bei den vorherigen Generationen gibt es auch bei der Amazfit GTS 3 die Option, handelsübliche Uhrenarmbänder von 20 mm Breite mit der Smartwatch zu verwenden. Ich habe bei meinem Testexemplar daher das schwarze Silikonband mit einem angenehmer zu tragenden Lederband ausgetauscht.

GTS 3: Verzicht auf internen Musikspeicher

Im Alltag macht die Amazfit GTS 3 einen sehr guten Job und erlaubt es auch, beispielsweise über einen konfigurierbaren langen Kronendruck, schnell Trainings zu starten. Hier zeigt sich dann aber doch der Unterschied zu meiner Apple Watch: Während bei Apples Uhr das Workout sofort gestartet werden kann, hat man bei der GTS 3 noch einige Sekunden zu warten, ehe das GPS-Signal gefunden wurde. Je nachdem, wie lange die Aktualisierung der Satellitendaten über die Zepp-App her ist, dauert dieser Vorgang schon einmal 30-60 Sekunden. Im Anschluss funktioniert die Aufzeichnung aber zuverlässig und deckt sich bis auf übliche Abweichungen mit den Daten meiner Apple Watch sowie einer Amazfit GTS 1.

Mein Fazit nach dem Ausprobieren der neuesten GTS-Generation fällt daher durchweg positiv aus: Amazfit hat es geschafft, das Smartwatch-Modell über ein aktualisiertes Betriebssystem nochmals aufzufrischen, performanter und übersichtlicher zu machen, und dabei bewährte Features unter der Haube etwas zu verbessern. Lediglich ein Feature habe ich persönlich vermisst: Der interne Speicher zum Ablegen und Abspielen von Musik auf der Uhr ist weggefallen. So muss man sich beim Musikhören über die GTS 3 nun doch mit Titeln von einem verbundenen iPhone oder Android-Gerät behelfen. Abgesehen davon bekommt man für den Bruchteil des Apple Watch-Preises eine respektable und gut ausgestattete Smartwatch mit vergleichsweise langer Akkulaufzeit und stilvoll-schlichtem Design. Weitere Infos bietet auch noch die Produktseite der GTS 3 auf der deutschen Amazfit-Website.

Amazfit GTS 3 Smartwatch GPS Fitnessuhr mit AMOLED Display, Überwachung von Herzfrequenz, SpO2,...
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Kommentare 3 Antworten

  1. Moin!

    Ich habe jetzt sein ein paar Monaten die Amazfit GTR 2e (das ist die runde Ausführung) und bin mit der total zufrieden. Sie hält zwar nur noch 10 Tage mit einer Akkuladung, dafür ist das Display mit Always-On-Mode wesentlich schöner (von der Auflösung her) als vorher bei der Amazfit Bip.
    Die Bip hat ca. 45 Tage mit einer Akkuladung gehalten und hatte auch sozusagen ein Always-On-Display, nämlich ein transflektives TFT, das bei grellstem Sonnenlicht ohne Hintergrundbeleuchtung am besten ablesbar war.

    Und es gibt wesentlich mehr als 100 Ziffernblätter, dazu muß man nur einmal bei amazfitwatchfaces.com nachsehen. Ein Tool (nur Windows, läuft aber auch auf einem M1 Mac mit UTM und einem ARM Windows) zum Erstellen oder verändern vorhandener gibt es dort auch.

    1. Danke für dein Feedback und die Website zum Installieren weiterer Zifferblätter – die war mir bisher gänzlich unbekannt.

      Welches Tool verwendest du zum Übertragen der Zifferblätter?

  2. Ne Ne Ne,
    um es mal mit den worten eines matratzen-werbefuzzies auszudrücken.

    Auf der amazfit kann ich meine tür, welche ein Nuki am schloss hängen hat, nicht öffnen. Das fahrradschloss öffnet sich nicht automatisch, wenn ich mich nähere, weil es keine androidapp dafür gibt. Und es gibt für vieles keinerlei app, die ich auf der uhr installieren kann.
    DAS, frau tellerrandguckerin, macht unter anderem auch den preisunterschied zwischen den uhren aus.
    Ich habe mehrere uhren am handgelenk ausprobiert und leider verwerfen müssen, weil sie einfach die möglichkeiten einer AppleWatch nicht nutzen oder nicht nutzen können und dürfen. Vom Design her, gefallen mir eigentlich runde uhren viel, viel besser als die form der AW. Aber in der praxis, im gebrauch kommt nichts über die AW.

    Neidisch macht mich nur der akku für 10 oder 14 tage. Aber sonst: NIX‼️

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