iOS-Apps unter macOS: Software-Chef Craig Federighi beleuchtet die Hintergründe

Im Rahmen der WWDC-Keynote vom Montagabend machte Apples Software-Chef Craig Federighi erstmals auch Angaben zu portierten iOS-Apps, die unter macOS verwendet werden können.

macos mojaveObwohl Federighi sich deutlich dagegen aussprach, iOS- und macOS-Betriebssystem in Zukunft zu verbinden – und dies auch mit einem mehr als plakativen großen „NO.“-Banner während seiner Präsentation verdeutlichte – soll es schon bald soweit sein, portierte iOS-Anwendungen auch auf Apples Desktop-System nutzen zu können. Ein Anfang ist bereits mit den Apple-eigenen Applikationen wie News, Aktien und Sprachnotizen gemacht worden, weitere sollen folgen. 

In einem Interview mit dem englischsprachigen Tech-Magazin WIRED äußerte sich Craig Federighi im Anschluss an die Keynote nun etwas detaillierter über Apples Entwicklungen in dieser Hinsicht. So gibt der Software-Chef beispielsweise an, dass sein Team bereits seit etwa zwei Jahren an entsprechenden Frameworks gearbeitet hat, um die Portierung zu ermöglichen. Auch erklärte Federighi einige der technischen Details, die hinter diesem Prozess stecken, und nannte einige iOS-Apps, die sich seiner Meinung nach gut eignen würden, um unter macOS verwendet zu werden.

„Im Stillen hat Apple bereits daran gearbeitet, entsprechende Tools für Drittanbieter-Entwickler zu erstellen, mit denen sie in absehbarer Zeit ihre Apps von iOS zu macOS portieren können – mit minimalem Aufwand, wie Craig Federighi betonte“, heißt es von Seiten WIREDs. „Interne Software-Ingenieure haben die Tools bereits seit zwei Jahren getestet, und Apps wie Aktien und News sind das Ergebnis.“

Der Mac wird nicht zum iPhone mutieren

Craig Federighi beschrieb, dass ein iPhone-Framework genutzt wird, um iOS-Apps zu macOS zu portieren, anstelle eines Simulators oder Emulators. „Sowohl iOS als auch macOS teilen sich einen gemeinsamen Kernel und haben gemeinsame Frameworks für Dinge wie Grafik, Audio und Layout“, so der WIRED-Artikel. „Das größte und bekannteste ist UIKit, das aber für iOS weit zurückgebaut wurde und nicht für Maus- und Tastatursteuerung gedacht war. Mit macOS Mojave wird das UIKit aktualisiert: So wie Entwickler derzeit ein iPhone oder Apple TV als Gerät auswählen können, auf dem ihre App läuft, können sie auch bald den Mac auswählen.“ Einige Aspekte des Portierens werden dabei automatisch ablaufen, andere müssen vom Entwickler manuell per Xcode entwickelt werden.

Trotzdem wird sich der Mac damit nun nicht wie ein iPhone verhalten, wie Craig Federighi deutlich macht. „Es ist immer noch macOS, es gibt immer noch das Terminal, und es lassen sich weiterhin vier Monitore und externe Festplatten anschließen“, so Apples Software-Chef. Nichts desto trotz sieht Federighi für einige App-Genres großes Potential, von iOS zu macOS portiert zu werden – beispielsweise Spiele wie Fortnite, oder auch Webportale wie IMDb oder Yelp. Damit einhergehenden Touchscreen-basierten Macs steht Craig Federighi jedoch skeptisch gegenüber. „Ich mag Touchscreens auf PCs nicht“, so Federighi. „Wir sind der Meinung, dass die Ergonomie eines Macs darin besteht, dass die Hände auf einer Oberfläche liegen, und dass es eine ziemlich ermüdende Sache ist, den Arm hochzuheben, um einen Bildschirm anzutippen.“

Das gesamte Interview mit WIRED kann hier in englischer Sprache nachgelesen werden.

Kommentare 7 Antworten

  1. Spätestens wenn Tablets und Notebooks weiter verschmelzen wird sich auch Apple fragen müssen, warum es zwei Welten geben muss, wenn‘s auch eine tut.

      1. Wird vllt Handschuhe/kleine Aufsätze geben, die die entsprechenden Bewegungen auch so weiterleiten.
        Gibt ja bereits Prototypen.
        Die Bedienung kann dadurch in 3d stattfinden und müsste sowieso komplett neu ausgearbeitet werden.

        1. Ganz ehrlich !!!! Handschuhe für die Garten Arbeit oder die Arbeit am Auto … egal jedenfalls 1 Euro Ja!!! Und funktionieren super nichts da mit Spezial oder irgend einen schnick schnack ! Warum muss man alles tot entwickeln?

          1. Ich denke Handschuhe ist hier das falsche Wort, aber mangels aktueller Alternativen muss es herhalten. 😉

            Keine Sorge, es wird daran entwickelt, dass es letztendlich in Biotattoos endet.
            ________
            Wenn Sie Fortschritt nicht mögen, gibt es Mittelaltervereine à la Amische.

  2. Ich finde Touchscreens an Desktopcomputern auch eher semioptimal. Sicher gibt es den ein oder anderen Fall, wo das vielleicht mal ganz nützlich ist, aber wirklich arbeiten kann man damit nicht.
    Und wenn man eine Software verwendet, bei der das „permanent praktisch“ ist, dann sollte man sich vielleicht Alternativen suchen.
    Computer und Tablets sind eben, was die Bedienung angeht, grundlegend verschieden und während die Dinge vielleicht zuhause auf der Couch verschmelzen mögen, so gibt es noch genug Menschen, die den ganzen Tag am Schreibtisch sitzen und arbeiten müssen. Da macht das einfach keinen Spaß.
    Mein Blick in die Glaskugel verrät mir, dass beide Bedienvarianten solange existieren werden, bis die Bedienung eines Computers entweder vollkommen überflüssig, weil vollständig automatisiert, wird, oder aber ganz neue Bedienmöglichkeiten der breiten Masse zugänglich gemacht werden.

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