Mail to Self: Kleine iOS-Erweiterung kann viele Inhalte mit einem Klick per Mail verschicken

Ich ertappe mich häufig dabei, dass ich interessante Artikel im Internet entdecke, aber vergesse, sie als Lesezeichen zu setzen. Mail to Self hilft auf andere Art und Weise.

Mail to SelfNicht nur Artikel oder Seiten im Internet, sondern auch viele andere Inhalte lassen sich bequem mit der neuen App Mail to Self (App Store-Link), die kostenlos im App Store erhältlich ist, an sich selbst schicken. Es können alle Dateitypen innerhalb von Apps verschickt werden, die sogenannte Extensions unterstützen. Diese finden sich oft in der Menüleiste und beinhalten neben den Standard-Aktionen wie Kopieren oder Drucken mit der Installation von Mail to Self auch einen damit verbundenen Button, mit dem sich die Datei, beispielsweise ein Link, ein Foto oder ein Video, einfach an eine eingepflegte Mail-Adresse schicken lässt.

Um dies zu ermöglichen, ist es allerdings vorher notwendig, die entsprechende zu nutzende E-Mail-Adresse bei Mail to Self zu verifizieren. Für die Nutzung der 11,8 MB großen Anwendung ist zudem mindestens iOS 8.0 oder neuer erforderlich. Nachdem man seine E-Mail-Adresse eingegeben hat, wird an diese ein Code geschickt, der dann in der App eingegeben werden muss. Mit diesem Vorgang wollen die Developer von Extra Thought verhindern, dass fremde Mail-Adressen verwendet und zugespammt werden.

Bis ich den Verifizierungs-Code, eine sechsstellige Zahlenreihe, allerdings erst einmal per Mail bekommen habe, verstrichen in meinem Fall etwa 15-20 Minuten. Danach erscheint der kleine Mail to Self-Button in unterstützten Apps und kann zum Weiterleiten bzw. Mailversand der gewünschten Inhalte verwendet werden. Ein kleiner Counter in der App selbst zeigt an, wie viele Mails man über den Service bereits verschickt hat. Auch hier scheint der Dienst noch nicht ganz ausgereift zu sein: Bis ich meinen von Spiegel Online verschickten Artikel in meinem Mail-Postfach hatte, verstrichen wieder etwa 15 Minuten. Schnell und zuverlässig sieht bisher leider anders aus.

Drittanbieter Mandrill managt den Versand der E-Mails

Für den Versand der Mails an die eigene Adresse macht Mail to Self laut eigenen Angaben von einem Drittanbieter namens Mandrill Gebrauch, der von den Machern von MailChimp stammt. Aufgrund dieser Tatsache ist das Extra Thought-Team an die AGBs und Datenschutzrichtlinien dieses Anbieters gebunden, die vorsieht, einen Log der Mails, die in den letzten 30 Tagen verschickt wurden, zu speichern. Bei Extra Thought ist man laut eigenen Angaben bemüht, diese Dauer auf wenige Stunden zu reduzieren, um so zwar Support bei Problemen leisten zu können, aber die Logs nicht zu lange speichern zu lassen. Eine Weitergabe der registrierten Mailadressen an Dritte oder zu Werbezwecken lehnen die Entwickler kategorisch ab – man kann nur hoffen, dass dem auch so ist.

Möchte man eine zuvor bei Mail to Self registrierte E-Mail-Adresse wieder aus dem System entfernen lassen, ist es gegenwärtig notwendig, eine E-Mail an eine in der App hinterlegte Adresse zu schicken, um diesen Schritt zu vollziehen. Die Developer wollen es in Zukunft aber auch möglich machen, direkt aus der App heraus bequem Mail-Adressen entfernen zu lassen. Als Fazit bleibt für Mail to Self daher nur zu sagen: Ein vielversprechender Ansatz, aber die Umsetzung ist gegenwärtig weder zuverlässig noch zuende gedacht.

Kommentare 9 Antworten

  1. Schade, gute Idee, aber warum nicht Mails vom eigenen Account an mich senden? Der Umweg über einen Drittanbieter ist unnötig und verschwendet Zeit.

    1. Zwar schon zum Großteil richtig, aber bezüglich iOS ist es dann vermutlich möglich gewisse Inhalte von iOS aus zu verschicken, was nicht ohne dies App überhaupt oder einfach möglich ist.

  2. „Danach erscheint der kleine Mail to Self-Button in unterstützten Apps und kann zum Weiterleiten bzw. Mailversand der gewünschten Inhalte verwendet werden.“

    Ich würde gerne einmal eine APP genannt bekommen um das zu testen, bevor ich den Quark wieder lösche.

  3. Ich kopiere „Schnipsel“ und … in EverClip/Evernote. Switchen zwischen der App und EverClip ist etwas umständlicher, dafür kann ich Artikel nach Themen einordnen. Soweit sehe ich keinen Vorteil und müsste die einzelnen Texte aus den E-Mails zusammentragen. So gesehen finde ich EverClip zuverlässig und zeitsparender.

      1. Evernote ist weitgehend gratis. Mein Bedarf ist seit Jahren gedeckt, ebenfalls OneNote von MS. Hat den Vorteil, dass ich von allen Geräten, iOS+PC, zugreifen kann. EverClip war vergünstigt und nur für meine Bequemlichkeit.

  4. Hmm, ich verstehe dein Fazit nicht. Wenn alle Mails ankommen, auch wenn zeitlich ein Stück versetzt, dann ist der Dienst doch zuverlässig, halt nur nicht „schnell“.

    Nur weil „schnell und zuverlässig“ in eine „Worthülse“ gehen, sind sie nicht synonym, hier: wenn schnell dann zuverlässig. Schnell ohne „zuverlässig“ ist bedeutungslos, wenn ein Teil der Mails nicht ankommt bzw. in einem zu unregelmäßigem und zu stark versetztem Zeitrahmen. Deine Mails kamen doch alle an? Also zuverlässig, nicht?

    1. Genau so ist es. Mel ist technisch überhaupt nicht versiert und schreibt daher oft unsinnige Behauptungen. Erwähnen sollte man auch der Bruch der der Privatsphäre, die man eingeht, wenn man E-Mails schickt, ganz abgesehen der verwendeten Anbieter u.s.w..

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