PocketBook InkPad Color 3 und Verse Pro: Zwei hochwertige eBook-Reader ausprobiert

Zwei Größen und unterschiedliche Displaytechnologien

PocketBook InkPad Color 3 und Verse Pro nebeneinander mit eingeschaltetem Display

Wir haben hier im Blog in den letzten Jahren bereits so einige eBook-Reader in den Händen gehabt und vorgestellt, darunter Kindle-Modelle von Amazon, sowie Geräte von Kobo, BOOX oder oder der deutschen Buchhändler-Allianz Tolino. Bisher ganz an uns vorbeigegangen ist der schweizerische Hersteller PocketBook, der schon seit Jahren am Markt etabliert ist und sich durch hochwertige eBook-Reader und digitale Notizbücher für verschiedene Anwendungsbereiche auszeichnet.

Ich hatte nun in den letzten Wochen die Gelegenheit, mir zwei aktuelle Modelle von PocketBook, nämlich das InkPad Color 3 und den Verse Pro, genauer anzusehen. Die beiden Modelle unterscheiden sich vornehmlich durch ihre Display-Größe und -Technologie: Während beim InkPad Color 3 ein 7,8 Zoll großer E-Ink Kaleido 3-Farbbildschirm mit 4.096 Farben und 300 ppi Auflösung bei S/W- sowie 150 ppi bei Farbinhalten zum Einsatz kommt, ist es beim etwas kompakteren PocketBook Verse Pro ein monochromer, 6 Zoll großer E-Ink Carta HD-Bildschirm mit 300 ppi Auflösung. Beide Reader lassen sich im Hoch- und Querformat zum Lesen verwenden. Im Folgenden stelle ich beide Modelle im Detail vor.


PocketBook InkPad Color 3: Dark Mode und SmartLight integriert

PocketBook InkPad Color 3 und Verse Pro nebeneinander mit Schutzhüllen des Herstellers

Das PocketBook InkPad Color 3 gehört zu den Flaggschiff-Modellen des Herstellers, verfügt über Maße von 13,4 x 18,9 x 0,79 cm und weist ein Gewicht von 270 Gramm auf. Zudem gibt es die bei hochwertigeren eBook-Readern mittlerweile gängige SmartLight-Funktion, die die Farbtemperatur und Helligkeit des Displays im Verlauf des Tages und ausgehend von den Lichtverhältnissen entsprechend anpasst, so dass augenschonendes Lesen möglich ist. Ein ebenfalls vorhandener Dark Mode invertiert Text- und Hintergrundfarbe, um in dunklen Umgebungen besonders entspannt lesen zu können.

Damit man die eigenen Bücher immer und überall genießen kann, gibt es beim InkPad Color 3 nicht nur eine Unterstützung für 21 gängige Buch-, 6 Audio- sowie 4 Bildformate ohne vorherige Konvertierung, sondern auch einen Wasserschutz nach IPX8 für eine Nutzung in der Badewanne oder am Pool. Wer Inhalte nicht über den integrierten PocketBook eBook-Shop erwerben möchte, kann auch bereits vorhandene Bücher über die PocketBook Cloud oder über eine eigens zur Verfügung gestellte E-Mail-Adresse an den Reader schicken. Nutzt man die Ausleihfunktion der örtlichen Bibliotheken, steht auch die Onleihe-Plattform auf den PocketBook-Geräten bereit.

Für eine bequeme Leseerfahrung sorgt im Inneren ein Quad Core-Prozessor (4x 1,8 GHz), ein interner Speicher von 32 GB und Dual-Band-WLAN, ebenso wie ein integrierter 2.900 mAh Lithium-Ionen-Polymer-Akku, der eine Akkulaufzeit von bis zu einem Monat garantieren soll. Als Betriebssystem kommt Linux 4.9.56 zum Einsatz, zudem gibt es ein Webster’s Dictionary für Englisch/Deutsch sowie zahlreiche kleine Anwendungen, die den Reader erweitern.

Praktisch: Mini-Apps, Vorlesefunktion und Hörbuch-Wiedergabe

Drei Screenshots von Menü und Apps beim PocketBook InkPad Color 3

Zu den erwähnten Apps gehören unter anderem eine Uhr und Kalender, ein (rudimentärer) RSS-Reader, ein Taschenrechner, ein Musikplayer, ein Webbrowser, ein digitaler Bilderrahmen, Anwendungen zum Malen und Festhalten von Ideen („Scribble“), sowie die Spiele Schach, Solitär und Sudoku. Allesamt sind nette Zugaben und bieten weitere Möglichkeiten, den eBook-Reader für kleine Casual Gaming-Auszeiten, zum Browsen im Web oder zum Zeichnen und Malen zu verwenden. Mehr als diese netten Zugaben sind die Apps allerdings auch nicht – und das sollen sie auch nicht sein. Auf einem iPad mit OLED-Display surft es sich bedeutend besser, und auch Solitär- und Sudoku-Games dürften auf einem iPhone hübscher aussehen. Trotzdem sind die kleinen Apps „nice-to-have“, wenn man sie benötigen sollte und nicht zu einem anderen Gerät wechseln möchte.

Eines der für mich besten Features des PocketBook InkPad Color 3 ist die eingebaute Vorlesefunktion („Text-to-Speech“), die dank eines kleinen integrierten Lautsprechers im Gerät auch ohne kabelgebundene oder per Bluetooth angebundene Kopfhörer problemlos für alle vorhandenen eBooks auf dem Reader funktioniert – egal, aus welcher Quelle. Die Vorlesefunktion steht in mehreren Sprachen zur Verfügung, neben Deutsch auch Englisch (britisch/amerikanisch/indisch/australisch), Chinesisch, Niederländisch, Französisch, Italienisch, Polnisch, Portugiesisch, Norwegisch, Spanisch und Schwedisch. Zudem kann man bei jeder Sprachen oft auch zwischen mehreren weiblichen oder männlichen Stimmen auswählen. Die Sprachwiedergabe wirkt aufgrund der künstlich generierten Stimme natürlich nicht so natürlich, als wenn jemand vor einem sitzen und das gleiche Buch vorlesen würde, allerdings ist die Funktion durchaus brauchbar, wenn man gerne ein Buch lesen möchte, aber sich aus verschiedenen Gründen nicht mit Text beschäftigen kann – sei es beim Autofahren, in der Küche beim Kochen oder nach einer Augen-OP.

So schlägt sich das Farbdisplay des InkPad Color 3

Comicdarstellung auf einem PocketBook InkPad Color 3

Darüber hinaus unterstützt sowohl das InkPad Color 3 als auch der Verse Pro von PocketBook die Wiedergabe von Hörbüchern und -spielen. Dafür steht im Menü ein eigener Tab zur Verfügung, und zum Start wird werksseitig gleich ein Sherlock Holmes-Hörbuch kostenlos mitgeliefert. Während man für die Hörbücher beim InkPad Color 3 den integrierten Lautsprecher nutzen kann, ist man beim Verse Pro auf einen verbundenen Kopfhörer angewiesen.

Nachdem ich erst vor kurzem mit dem Tolino Shine Color meinen ersten eBook-Reader mit Farbdisplay genauer unter die Lupe genommen habe, war ich natürlich auch gespannt, wie sich das InkPad Color 3 im Vergleich schlägt. Die zugrundeliegende Display-Technologie ist identisch, allerdings sorgte das mit 7,8 Zoll etwas größere Display des PocketBook-Exemplars für ein angenehmeres Leseerlebnis, das sich vor allem bei der Anzeige von Farbcomics bemerkbar macht. Nichtsdestotrotz gibt es im Vergleich zum wirklich papierartigen Gefühl von S/W-Readern mit E-Ink Carta-Bildschirm noch immer einen geringeren Kontrast und Helligkeit sowie etwas wärmere Farben. Im Vergleich zum Tolino Shine Color weist das PocketBook InkPad Color 3 allerdings weniger „Rauschen“ im Display auf und lässt sich über die SmartLight- und Helligkeitseinstellungen gut justieren.

Im Alltag ist das InkPad Color 3 ein für mich perfekter Begleiter: Das 7,8 Zoll-Display ist auch beim abendlichen Lesen im Bett weder zu groß noch zu klein, sondern sehr angenehm, was die angezeigten Inhalte angeht, und auch an das Gewicht von 270 Gramm habe ich mich sehr schnell gewöhnt. Auch die optionale Bedienung zum Blättern per Taste wurde schnell zur Normalität. Besonders praktisch ist auch die vollumfängliche Kompatibilität der PocketBook-Reader mit meiner bevorzugten eBook-Verwaltung Calibre auf dem Mac. So konnten Inhalte schnell übertragen werden. Optional gibt es noch eine eigene PocketBook-App (App Store-Link) für iPhones und iPads, mit der sich eBooks integrieren, lesen und auch mit den Readern synchronisieren lassen.

PocketBook Verse Pro: Klein, aber oho

Rückseiten des PocketBook InkPad Color 3 und Verse Pro

Wer es stattdessen gerne etwas kompakter haben möchte und auf ein Farbdisplay verzichten kann, sollte sich den PocketBook Verse Pro genauer ansehen. Das Modell kommt wie auch die neue Tolino Shine-Generation mit einem 6 Zoll-Display daher, das mit 1.072 x 1.448 Pixel und 300 ppi daher kommt. Der Reader verfügt über Maße von 10,8 x 15,6 x 0,76 cm sowie ein Gewicht von 186 Gramm. Auch hier gibt es einen Support für 21 gängige Buch- sowie 4 Bild – und 6 Audioformate ohne Konvertierung, eine Onleihe-Funktion, einen Wasserschutz nach IPX8 sowie eine SmartLight- und invertierte Dark Mode-Funktion.

Anders als beim großen PocketBook-Bruder werkelt beim Verse Pro ein Dual-Core-Prozessor mit 2x 1 GHz samt 512 MB RAM im Inneren, zudem gibt es statt 32 hier 16 GB Speicherplatz. Zudem wird hier auf Linux in Version 3.10.65 gesetzt und ein Lithium-Ionen-Polymer-Akku mit 1.500 mAh verbaut. Die auf dem Papier schwächere technische Ausstattung macht sich im Alltag absolut nicht bemerkbar, da das verbaute E-Ink Carta-Display zum einen sehr responsiv, und zum anderen auch akkuschonend ist. Beide PocketBook-Reader verfügen über eine überdurchschnittliche Akkulaufzeit – soweit ich dies nach rund einem Monat der Nutzung bereits sagen kann. Bei täglicher Nutzung von etwa 30-60 Minuten mit mittlerer Helligkeit und aktiviertem WLAN konnte ich beide Modelle mehr als zwei Wochen lang betreiben, ohne dass das Einstöpseln des mitgelieferten Ladekabels am USB-C-Port notwendig war.

Im Vergleich zu anderen von mir getesteten eBook-Readern von Kobo und Tolino machen die PocketBook-Geräte den wohl hochwertigsten Eindruck. Sie sind eingefasst in einen leichten Metallrahmen, weisen vergleichsweise dünne Displayränder auf und kommen am unteren Bildschirmrand über insgesamt vier kleine und unauffällige Buttons zur bequemen Bedienung daher. Beide eBook-Reader wurden mir in den Farbvarianten „Stormy Sea“ (InkPad Color 3), einem hellblau-grauen Farbton, sowie dem kräftigeren Blau „Azure“ (Verse Pro) zugesendet, die einen hübschen Kontrast am Rahmen zu den ansonsten komplett in schwarzer Farbe gehaltenen Geräten bieten. Bei beiden Readern ist die Rückseite aus mattem und leicht geriffelten Kunststoff gehalten, der zwar sehr griffig in der Hand liegt, aber auch sehr anfällig für Fingerabdrücke ist. Hier heißt es zwischendurch immer wieder, mit einem angefeuchteten Tuch etwas zu wischen.

Passgenaue Schutzhüllen mit Sleep-Wake-Feature

Wireless Charging-Case des PocketBook InkPad Color 3 samt Qi-Ladepad

Für beide PocketBook-Geräte wird auch entsprechendes Zubehör in Form von Schutzhüllen angeboten, die die Rückseite des Readers deutlich schonen. Beim Verse Pro gibt es unter anderem eine schwarze Kunstleder-Hülle, die als „Origami“ Case bezeichnet wird, da sich der Deckel auf innovative Art zu einem Dreieck falten und so als Ständer zum Lesen verwenden lässt. Der Reader wird einfach an den Ecken in das rückseitige Hardcase eingeklickt und sitzt dann fest und sicher im Case, zudem gibt es beim Öffnen und Schließen des Deckels eine Sleep-Wake-Funktion.

Das PocketBook InkPad Color 3 kommt sogar mit einem Foliocase samt integrierter kabelloser Ladefunktion auf der Rückseite daher, das mir freundlicherweise in dunkelblauer Farbe bereitgestellt wurde. Hier heißt es zum Anbringen eine kleine Leiste auf der Rückseite des Readers zu entfernen und dann das Wireless Charging Case hineinzuklicken. Leider ist der Magnet auf dem Case nicht besonders groß und stark, so dass ein Qi-Pad zum Aufladen wirklich genau platziert werden muss, damit der Reader geladen wird. Mit meinem Apple MagSafe-Ladekabel ließ sich der Reader gar nicht aufladen, es wird zwangsläufig ein Qi-kompatibles Ladepad benötigt. Auch hier gibt es beim Auf- und Zuklappen eine automatische Sleep-Wake-Funktion beim InkPad Color 3.

Preise und Verfügbarkeit

PocketBook InkPad Color 3 und Verse Pro mit Cases und Verpackungen im Hintergrund

Wer sich für die beiden eBook-Reader von PocketBook interessiert, kann diese auf der Website des Herstellers, oder auch bei Amazon im Handel finden. Das PocketBook InkPad Color 3 kostet im PocketBook-Webshop 319 Euro, bei Amazon ist das Modell für 299,99 Euro zu haben. Der PocketBook Verse Pro kostet beim Hersteller im Webshop 169 Euro, bei Amazon sind die beiden Farbvarianten Azure und Passion Red zu Preisen ab 159,99 Euro zu haben. Bei der Bestellung über PocketBook könnt ihr zum kleinen Preis von einem Euro ein passendes Case gleich mit in den Warenkorb legen, so dass sich für diesen Fall der Bezug über den Hersteller durchaus lohnen kann.

Habt ihr noch Fragen zu den hier vorgestellten PocketBook-Readern? Dann schreibt sie uns gerne in die Kommentare.

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