Raumfeld One S: Multiroom-System im ausführlichen Test

Raumfeld stellt Multiroom-Lautsprecher her. Wir haben den kleinsten Speaker getestet.

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Auf der IFA 2015 bin ich erstmals mit Raumfeld in Berührung gekommen. Mich hat nicht nur das Design, sondern auch der wirklich überragende Klang angesprochen. Seit mehreren Wochen konnte ich mir jetzt den kleinsten Lautsprecher des Multiroom-Systems ansehen. Zum Test habe ich einen Raumfeld One S im Wohnzimmer und einen One S in der Küche platziert.

Bevor wir uns mit den Details beschäftigen, möchte ich noch einmal klären, was Multiroom eigentlich ist. Für mich ist das Gebiet nämlich auch Neuland gewesen, da ich zuvor auf die Technik AirPlay gesetzt habe. „Multiroom bezeichnet eine mehrere Räume übergreifende Musikbeschallung“, erklärt Wikipedia. AirPlay ist zwar eine feine Technologie, allerdings gibt es unter iOS keine Möglichkeit mehrere Lautsprecher gleichzeitig anzusprechen.

Die Einrichtung

Der Raumfeld One S ist wirklich blitzschnell startbereit. Der Lautsprecher wird aufgestellt und per Stromkabel ans Netz angeschlossen, optional kann auch ein LAN-Kabel eingesteckt werden. Über die Raumfeld-App (App Store-Link) lässt sich der Lautsprecher mit dem heimischen WLAN bekannt machen. Hier folgt man einfach den Schritten auf dem Display und hat den One S binnen weniger Minuten ins Netz eingeklinkt. Dieses Verfahren wiederholt man mit allen verfügbaren Raumfeld-Lautsprechern. Hier kann man wirklich nichts falsch machen.

raumfeld icon

Daten und Fakten

Der Raumfeld One S ist der kleinste Lautsprecher aus dem Raumfeld-Portfolio und ist somit wirklich sehr flexibel und kann fast überall aufgestellt werden. Die Abmessungen betragen 11 x 18 x 13 Zentimeter, das Gewicht beträgt 1,4 Kilogramm. Der One S kommt auf der Rückseite mit einem Strom-, LAN- und USB-Port daher, auf der Vorderseite befindet sich eine LED sowie der An/Aus-Schalter. Oberhalb des Lautsprechers lässt sich über Tasten die Lautstärke ändern, zudem gibt es vier personalisierbare Tasten, über die sich schnell Musik von Musikdiensten oder einem Internetradio abspielen lassen.

Die Bedienleiste auf der Front ist aus gebürstetem Aluminium gestaltet, die vier Direktwahltasten sind aus wasserabweisendem Silikon gefertigt. Damit der Lautsprecher nicht rutscht, ist auf der Rückseite ein gummierter Ring eingelassen, der für einen sicheren Stand sorgt. Optional kann der One S mit einer zusätzlich erhältlichen Halterung an der Wand montiert werden. Im Raumfeld One S kommt ein 2-Wege-Koaxial-System mit 90-mm-Mitteltieftöner mit vorgesetztem 25-mm-Hochtöner für präzise Wiedergabequalitäten zum Einsatz, das für einen grandiosen Klang sorgt.

Streaming: Spotify, TIDAL, napster & Co.

Nachdem wir die technischen Daten geklärt haben und die Lautsprecher eingerichtet sind, geht es um das Streaming der Musik. Ein erster Dämpfer machte sich schnell breit. Über Spotify Connect kann man immer nur einen Lautsprecher ansprechen – damit ist Spotify mit Multiroom schon einmal gestorben. Zudem werden aber auch Napster, TIDAL, TuneIn, lokal abgelegte Musik oder simfy unterstützt. Apple Music ist nicht mit an Bord. Innerhalb der Raumfeld-App müsst ihr euch mit euren Login-Daten der verschiedenen Dienste anmelden und könnt dann die Musik per Raumfeld-App steuern.

Raumfeld Controller

Nachdem Spotify für einen Test nicht ausreichend war, habe ich es mit TIDAL versucht. Ein großer Vorteil hier: TIDAL streamt die Musik verlustfrei und sorgt für noch bessere Soundqualität. Das Abspielen von Musik stellt kein großes Problem dar, wer möchte kann auch gleich mehrere Lautsprecher ansprechen und so in mehreren Räumen entweder die gleiche oder unterschiedliche Musik abspielen.

Doch der wohl größte Kritikpunkt für mich ist die Raumfeld-App. Die kostenlose Raumfeld-App macht auf dem iPhone 6(s) keine gute Figur und lässt auf den ersten Blick eine optimierte Displayanpassung vermissen. Die Schriften sind verwaschen, die Ladezeiten manchmal deutlich zu lang. Optisch ist die App sicherlich kein Highlight, sondern nur ausreichend. Nachdem die Lautsprecher aufgebaut sind, ist und bleibt das Herzstück die Raumfeld-App und genau hier erwarte ich dann auch ein Highlight. Die Qualität der Lautsprecher kann noch so gut, wenn die Bedienung per App nicht stimmt, macht das ganze System keinen Spaß. Hier sollte man definitiv mehr Man-Power in die Entwicklung der App stecken.

Raumfeld One S

Raumfeld One S: Kleiner Lautsprecher, großer Klang

Abgesehen von der Raumfeld-App bietet der One S für seine Größe einen überragenden Klang. Höhen und Tiefen passen perfekt zueinander, auch der Bass ist spürbar, aber nicht übertrieben hart. Auch bei sehr hoher Lautstärke sind keine Verzerrungen zu hören. Einen noch besseren Sound erzielt man, wenn man zwei Lautsprecher im Stereo-Betrieb verwendet. In der App können Räume angelegt werden, in dem man mehrere Lautsprecher zusammenfasst.

Die Beschallung kleiner und mittelgroßer Räume stellt mit dem One S überhaupt kein Problem dar. Aufgrund der gummierten, hydrophoben Tasten ist auch die Nutzung in Feuchträumen möglich, die Anschlüsse können mit einer mitgelieferten Abdeckung geschützt werden. Klanglich bietet der Raumfeld One S eine wirklich exzellente Qualität.

Das Fazit: Leicht gemischte Gefühle

Ich bin beeindruckt. Die Soundqualität ist wirklich großartig. Der Aufbau und die Einrichtung sind im Handumdrehen erledigt, das Streamen von Musik erfolgt relativ einfach, allerdings benötigt die Raumfeld-App eine Frische-Kur. Hier sollte man mehr mit der Zeit gehen und die App modern und intuitiv gestalten. Mangelnde Weiterentwicklung kann man den Entwickler nicht vorwerfen, allerdings fehlen trotzdem grundlegende Optimierungen.

Der Raumfeld One S ist das Einsteigergerät aus dem Portfolio. Der Preis ist mit 249 Euro pro Gerät nicht günstig, aber angemessen. Wer sich pro Multiroom entscheidet, kann nur Geräte der gleichen Familie koppeln. Heißt: Wer einen Raumfeld-Lautsprecher kauft und sein System erweitern will, muss wieder bei Raumfeld kaufen. Einzige Ausnahme: Mit dem Raumfeld Connector können auch vorhandene HiFi-Anlagen gekoppelt werden. Insgesamt können wir für den getesteten Raumfeld One S eine Kaufempfehlung aussprechen.

Raumfeld One S
  • 9/10
    Handhabung - 9/10
  • 8/10
    Design - 8/10
  • 9/10
    Soundqualität - 9/10
  • 5/10
    Raumfeld-App - 5/10
  • 7/10
    Konnektivität - 7/10
  • 8/10
    Preis/Leistung - 8/10
7.7/10

Fazit

Der Raumfeld One S verfügt über eine hervorragende Soundqualität, das Design ist schlicht und elegant, die Konnektivität ist bis auf einige Dienste vorhanden. Lediglich die Raumfeld-App benötigt eine Überarbeitung.

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Kommentare 21 Antworten

  1. Dem Anliegen schließe ich mich an, denn ich überlege eine Sonos-Anlage zu kaufen. Auch die Flexibilität der App interessiert mich im Bergleich.

  2. Mit der Multiroom App von Whaale kann man auch mit normalen AirPlay Lautsprechern (zB. Bowers & Wilkins) hervorragend mehrere Räume beschallen! Ich bin absolut begeistert!
    Nur als Anregung weil sie geschrieben haben das mit iOS kein Multiroom möglich ist!

  3. Hat jemand schon Erfahrung mit dem System Omni von Harman/kardon? Lt Test stecke die Klanglich sogar die Sonos locker weg. Preislich sehr attraktiv und zusätzlich mit BT Allerdings soll eben genau die App auch das Manko sein?

  4. Hatte Raumfeld und Sonos, testweise. Der Raumfeld ist geblieben, an den Sound kommt Sonos nicht ran und ging zurück, auch Design und Tasten beim Raumfeld haben mich mehr angesprochen.

  5. Bei Multiroom-Systemen ist wichtig, dass die Musik wirklich Zeitgleich von den Lautsprechern wiedergegeben wird, falls mehrere Lautsprecher in Hörweite des Benutzers liegen. AirPlay unterstützt zwar das Abspielen über mehrere Lausprecher, jedoch nur über iTunes auf Mac und Win. Bei Sonos habe ich gehört, dass gleichzeitige Wiedergabe dort funktioniert, bei AirPlay habe ich dazu noch nichts erfahren und Raumfeld war mir jetzt neu. Wenn jmd mehr weiß, bitte posten.

  6. Für mich hat das System aufgrund der nicht vorhandenen Möglichkeit Apple Music anzubinden schon mal versagt. Auch Spotify User – und das sollten noch mehr als Apple Music User sein – werden sich wohl den Teufels-Würfel nicht anschaffen.

    Aber wie wäre es denn mal mit einem Produktvergleich durch die Appgefahren Redaktion ? Eine ordentliche Tabelle wo oben die Produkte und links die Eigenschaften aufgeführt sind. Wenn das jemand drauf hat dann doch Appgefahren oder ?

  7. Der Hersteller ist übrigens Teufel, die ihren Sitz in Berlin haben… http://www.teufel.de
    Weiterhin funktionieren Raumfeld Lautsprecher auch mit Spotify (kann man auch auf der HP des Herstellers nachlesen)
    Teufel baut schon viele Jahre Lautsprecher und ist nur nicht so bekannt, da sie auf Direktvertrieb setzen. Vom Klang und der Qualität können sie mit den großen Namen durchaus mithalten…
    Nur der Preis ist eben deutlich darunter ?
    Ich nutze selber Raumfeld Lautsprecher (schon seit mehreren Jahren) und im Wohnzimmer ein 7.1 System von Teufel, funktioniert einwandfrei (synchroner Ton und seit einiger Zeit auch mit Spotify). Zum Nachrüsten alter Anlagen gibt es einen Raumfeld Connector, der auch diese dann „raumfeld-fähig“ macht.
    PS: Teufel hat auch einen AirPlay Lautsprecher… einfach mal reinschauen…

  8. Ich finde in dem Bereich das „neue“ MusicCast von Yamaha sehr interessant! Yamaha hatte das schonmal vor ca. 10 Jahren auf dem Markt, aber wegen fehlendem Interesse der Kunden wieder eingestampft. Jetzt sind sie wieder mit einer sehr breiten Produktpalette (über 20 Receiver und Boxen) dabei und ältere Systeme können per Firmware Update nachgerüstet werden. Bis auf Apple Music kann man auch fast alle Streaming Dienste einbinden und die App zum steuern sieht auf den ersten Blick auch sehr solide aus. Außerdem unterstützt das System AirPlay und man kann mit Bluetooth nicht nur vom Endgeräte zum entsprechenden Empfänger streamen, sondern der Empfänger kann auch als Sender über Bluetooth weiter streamen, dh man kann ohne große Probleme Produkte von anderen Herstellern einbinden, sofern diese Bluetooth unterstützen. Und über die Soundqualität bei Yamaha muss man sicher nicht viel sagen.
    Also falls es mal hier zu einem Vergleich kommen sollte, sollte man auf jeden Fall Yamahas MusicCast mit ins Auge fassen!

  9. eigentlich habt ihr ein paar grundlegend wichtige unterschiede in der Technik (Airplay vs Raumfeld) nicht erwähnt.

    Ihr erwähnt den USB Port am One S aber erwähnt nicht wofür der gut ist. Klar eigentlich hier kann man USB Festplatten oder Sticks anschließen und die darauf Abgelegte Musik abspielen. Aber das wichtigste daran ist dass die Raumfeld Speaker dann einen eigenen kleinen Medienserver aus dem USB Speicher erstellen und man mit den anderen Lautsprechern auf diese Medien zugreifen kann. Ein Speaker stream dann die Musik zum anderen im Multiroom System. Im Gegensatz zu AirPlay – hier streamt ja das iPhone immer die Musik – und das streamen saugt den Akku leer. Anders bei Raumfeld hier dient das iPhone lediglich als Fernbedienung. Mit den Kurzwahltasten, die man auch mit Musik-Alben oder Playlisten belegen kann, braucht man ggf. nicht mal das handy um Musik zu hören.
    Wenn man sich länger mit dem Raumfeld System beschäftigt merkt man hier den riesen Vorteil gegenüber AirPlay.
    Klar ein Nachteil daran ist, bei einer Party kann nicht einfach einer seine Musik auf meinen Lautsprechern abspielen – so wie bei AirPlay. Wobei ich das nicht unbedingt als Nachteil sehe 😉

    Auch nicht erwähnt habt ihr dass das Raumfeld System kompatibel mit DLNA Systemen ist und die Raumfeld App dann auch diese über DLNA eingebundenen Systeme mit Steuern kann. Größtenteils läuft dann sogar die Übertragung über DLNA und im Raumfeld Synchron in allen Räumen – also ohne hörbaren Latenzen.

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