Satelliten-Notruf: Notfall-Funktion für das iPhone 14 ab Dezember auch in Deutschland

Start ab heute in den USA und Kanada

Apple hat heute bekannt gegeben, dass der Sicherheitsdienst Notruf SOS über Satellit ab sofort in den USA und Kanada verfügbar ist. Die Technologie, die für alle iPhone 14 Modelle verfügbar ist, ermöglicht es Nutzern und Nutzerinnen, auch außerhalb der Mobilfunk- und WLAN-Abdeckung Nachrichten an Notdienste zu senden. Darüber hinaus kann man ab sofort die App „Wo ist?“ öffnen und den Standort per Satellit mitteilen.

Jedes Modell der iPhone 14 Familie — iPhone 14, iPhone 14 Plus, iPhone 14 Pro und iPhone 14 Pro Max — kann durch eine Kombination aus speziell entwickelten Komponenten und Software eine direkte Verbindung zu einem Satelliten herstellen. Notruf SOS über Satellit baut auf bestehenden Funktionen auf, die für iPhone-User von entscheidender Bedeutung sind, darunter Notruf SOS, Notfallpass, Notfallkontakte und Wo ist?.


Der Service ermöglicht es den Notrufzentralen, sich in Notfallsituationen mit noch mehr Personen zu verbinden, und erfordert keine zusätzliche Software oder Protokolle, um die Kommunikation zu ermöglichen. Nutzer bzw. Nutzerinnen werden direkt mit Notrufzentralen verbunden, die für den Empfang von Textnachrichten ausgerüstet sind, oder mit Vermittlungszentralen mit von Apple geschulten Notfall-Expertenteams, die dann Kontakt mit Notrufzentralen aufnehmen, die keine Textnachrichten empfangen können.

So funktioniert Notruf SOS über Satellit

Das iPhone kann schnell und unkompliziert einen Notruf absetzen, wenn man Hilfe benötigt, auch wenn man nicht dazu in der Lage ist, 911 zu wählen. Mit Notruf SOS über Satellit, das mit dem iPhone 14 eingeführt worden ist, können Personen, die keine Notdienste erreichen können, weil kein Mobilfunk- oder WLAN-Empfang verfügbar ist, über eine einfach zu bedienende Benutzeroberfläche auf dem iPhone Hilfe über eine Satellitenverbindung anfordern. Ein paar kurze Fragen helfen mit wenigen Fingertipps lebenswichtige Informationen zu liefern, die in der ersten Nachricht an die Zentrale übermittelt werden, damit diese sich schnell ein Bild von der Situation und dem Standort machen können. Apple hat dabei eng mit Experten und Expertinnen zusammengearbeitet, um Standardfragen und -protokolle zu überprüfen und die häufigsten Gründe für einen Notruf zu ermitteln.

Nach der Beantwortung der Fragen zeigt die Benutzeroberfläche, wohin man das iPhone richten muss, um eine Verbindung herzustellen, und sendet die erste Nachricht. Diese Nachricht enthält die Antworten auf die Fragen, den Standort, einschließlich der Höhe, den Batteriestatus des iPhones und den Notfallpass, falls dieser aktiviert ist. Die Antworten und die Folgemeldungen werden direkt über Satellit an ein Disponententeam weitergeleitet, die Textnachrichten akzeptieren, oder an Vermittlungszentralen, die mit von Apple geschulten Personen besetzt sind, die im Namen des Anrufenden um Hilfe rufen können. Das Transkript kann auch an die Notfallkontakte des Anrufenden weitergeleitet werden, um diese auf dem Laufenden zu halten.

Algorithmus komprimiert versendete Nachricht

Satelliten bewegen sich schnell, haben eine geringe Bandbreite und sind Tausende von Kilometern von der Erde entfernt, so dass es selbst bei kurzen Nachrichten einige Minuten dauern kann, bis diese ankommen. Apple hat dazu Komponenten und Software entwickelt, die es den iPhone 14-Modellen ermöglichen, sich mit den eindeutigen Frequenzen eines Satelliten zu verbinden, ohne dass eine sperrige Antenne benötigt wird. Darüber hinaus ist ein Algorithmus zur Textkomprimierung entwickelt worden, der die durchschnittliche Größe von Nachrichten um 300 Prozent reduziert, damit die Übertragung so schnell wie möglich erfolgt. Bei guten Bedingungen lassen sich Nachrichten in nur 15 Sekunden senden und empfangen. Mit der integrierten Notruf SOS über Satellit-Demo kann man die Satellitenverbindung auf einem iPhone testen, indem man sich mit einem echten Satelliten in Reichweite verbindet, ohne den Notdienst anzurufen, und sich so mit dem Dienst vertraut machen.

Start im Dezember in vier europäischen Ländern

Für Personen, die sich außerhalb des Mobilfunkempfangs befinden, aber bei denen kein Notfall vorliegt, ermöglicht die Technologie auch, ihren Standort über Satellit mit der Wo ist?-App zu teilen. In der App kann man den Tab „Ich“ öffnen, nach oben wischen, um „Mein Standort über Satellit“ zu sehen und dann auf „Meinen Standort teilen“ tippen. Die Satellitenverbindung des iPhone 14 funktioniert auch mit anderen Sicherheitsfunktionen des iPhone und der Apple Watch, wie beispielsweise Unfallerkennung und Sturzerkennung.

Notruf SOS über Satellit ist ab dem heutigen 15. November 2022 in den USA und Kanada verfügbar. Besonders spannend ist für deutsche Nutzer und Nutzerinnen ist aber die Info von Apple, dass die Satelliten-Notruf-Funktion im Dezember auch in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Irland verfügbar sein wird. Der Service ist ab dem Zeitpunkt der Aktivierung eines neuen iPhone 14, iPhone 14 Plus, iPhone 14 Pro und iPhone 14 Pro Max für zwei Jahre kostenlos enthalten.

Es ist wahrscheinlich, dass Apple das Feature mit OS 16.2 auf den Weg bringt, was ebenfalls im Dezember dieses Jahres veröffentlicht werden soll. Das Team vom Wall Street Journal hat den Satelliten-Notruf bereits ausprobiert: Das kleine Video dazu findet ihr unter diesem Artikel, ebenso wie ein kurzes Interview vom YouTuber Brian Tong mit Apples Senior Director of iPhone Product Marketing, Maxime Veron, zu diesem Thema.

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Kommentare 6 Antworten

    1. Nur doof dass keine richtige Anruf sondern eher sowas wie ein SMS ist und ob wirklich jemand darauf achtet ist was anderes.

      Apple Marketing ist immer so extrem.

      1. @Raul: Zumindest in den USA gehören SMS-Nachrichten an die 911 zum Alltag. Natürlich bearbeitet der Disponent auch solche eingehenden Notfälle. Gerade für gekidnappte Personen oder Personen, die in einer gewalttätigen Partnerschaft leben, ist das manchmal die einzige Möglichkeit, um Hilfe zu rufen.

        Welche Leitstellen in Deutschland SMS Nachrichten unterstützen weiß ich nicht, aber flächendeckend in der ganzen Bundesrepublik wird es jedenfalls nicht unterstützt. Was manche Leitstellen unterstützen: Ein Notfall-Fax. Kein Witz. Die Polizei in Brandenburg unterstützt das zum Beispiel.

        So viel zur traurigen Realität in Deutschland. Um diesen „Missstand“ auszugleichen, beschäftigt Apple eigens geschulte Mitarbeiter, die dann die Textnachrichten empfangen und sich darum kümmern sollen, dass der Notruf an die richtigen Stellen weitergeleitet wird.

        An dem Marketing von Apple ist nichts extrem. Der Dienst wird später Geld kosten, wäre also schlecht, wenn die Notfall-Textnachrichten dann keiner liest.

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