Spottly: Foto-Reiseplaner zur Städtetrip-Planung ist ein Reinfall auf ganzer Linie

Bilder sagen mehr als Worte – dieses Prinzip gilt auch bei der kürzlich veröffentlichten iPhone-App Spottly.

Spottly

Spottly (App Store-Link) wurde vor wenigen Wochen neu im deutschen App Store für das iPhone veröffentlicht und lässt sich dort kostenlos auf alle Smartphones herunterladen, die mindestens über iOS 9.0 oder neuer sowie 116 MB an freiem Speicher verfügen. Auch eine deutsche Lokalisierung ist schon vorhanden.


Aktuell zeigt auch Apple reges Interesse an der Reiseplaner-Anwendung: Spottly findet sich momentan in der Kategorie „Unsere neuen Lieblings-Apps“ im deutschen App Store wieder. Vor dem ersten Start der App wird der Datenschutz-sensible User allerdings stutzig: Ohne eine Anmeldung per Facebook, Telefonnummer, E-Mail-Adresse oder Weibo geht in dieser App gar nichts. Selbst wenn man sich für eine Anmeldung per Mailadresse entscheidet, wird darauf hingewiesen, dass der Facebook-Dienst AccountKit für eine Bestätigungs-Mail verwendet wird, und Facebook die eigenen Informationen nutzt – auch ohne Account beim Zuckerberg’schen Netzwerk.

In den Datenschutzbestimmungen von Spottly bzw. AccountKit heißt es dazu, „Neben deiner Telefonnummer oder E-Mail-Adresse erhält Facebook zudem sowohl Informationen über das Gerät, das du verwendest, als auch weitere Informationen, die App-Entwickler möglicherweise mit uns teilen, um Facebook-Tools in ihren Apps zu verwenden. Facebook nutzt alle Informationen, um seine Dienste bereitzustellen und stetig zu verbessern, wie z.B. personalisierte Inhalte, zugeschnittene und messbare Werbeanzeigen, und eine sichere Nutzererfahrung.“

Wer an diesem Punkt noch nicht aufgehört hat zu lesen und von einem Download von Spottly abgesehen hat, muss dann erst einmal auf eine Bestätigungs-E-Mail oder einen per SMS zugesandten Code von AccountKit warten. Ich habe, um die App überhaupt genauer ansehen zu können, in den sauren Apfel gebissen und meine E-Mail-Adresse zur Anmeldung angegeben. Nach über einer halben Stunde hatte ich allerdings immer noch keine Bestätigungs-Mail im Postfach, so dass ich in den noch saureren Apfel beißen musste und mein Facebook-Konto zum Login verwendete.

Spottly will Reiseführer, soziales Netzwerk und Fotocommunity sein

Was dann auf den Nutzer wartet, kann in aller Kürze kaum beschrieben werden. Spottly versucht sich als Reiseführer bzw. -Planer, streut an einigen Stellen einige soziale Netzwerk-Elemente ein, und ist zudem auch noch Fotocommunity und Bewertungsportal für Aktivitäten, Shopping und Gastronomie. Die Entwickler sprechen von „mehr als 1 Million verwalteter Bilder und Videos“, die „sorgfältig von der Spottly-Community und Instagram-Reisekuratoren aus aller Welt ausgewählt“ werden.

Neben einem aktuellen Newsfeed, der in meinem Fall vor asiatischen Foodporn-Bildern nur so überquoll, gibt es eine Suchfunktion zum Entdecken von großen Metropolen dieser Welt. Neben einigen offensichtlichen Vorschlägen wie London, Tokio und San Francisco kann aber auch nach Geheimtipps Ausschau gehalten werden – sofern man selbst auf die Suche danach geht. Ich konnte so immerhin auch Informationen zu Städten wie Heidelberg oder Brügge finden.

Ein wirklicher Reiseführer oder Städteplaner ist Spottly allerdings nicht: Es gilt, sich durch die zahlreichen Fotos durchzuarbeiten und so eventuell Inspiration für die nächste Städtereise zu finden. Die Verbindung mit dem sozialen Foto-Netzwerk Instagram merkt man der App zudem an: Es finden sich viele Schnappschüsse samt kunterbunter Filter und eine Menge Bilder von Nahrungsmitteln. Mir persönlich erscheint Spottly viel zu unübersichtlich, zudem ließ die Performance auf meinem iPhone 6s leider sehr zu wünschen übrig – bis Suchvorschläge und -ergebnisse geladen waren, dauerte es oft 10 Sekunden oder mehr. Zusammengefasst heißt es also: Spart euch den Download.

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Kommentare 2 Antworten

  1. @Mel: Du hast ja wohl nicht deinen echten FB-Account und deine echte Emailadresse für den oder weitere Tests bekannt gegeben? Mittlerweile gibt es ja auch softwarebasierte Mobilnummern – nicht einmal da ist es notwendig seine „echte“Nummer zu verwenden.
    Danke für eure Tests und das aufdecken dieser unangemessenen datensammelwütigen Apps.

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