Wonderbra Decoder: Wie Werbung heute funktioniert

Wenn ein britischer Hersteller für Damenmode Werbung macht, über die selbst große deutsche Boulevard-Zeitungen berichten, kann es sich kaum um eine schlechte Idee handeln.

Am Wochenende darf es etwas Unterhaltung sein, keine Frage. Ob dafür ausgerechnet eine hübsche blonde Dame in knapper Unterwäsche herhalten muss, ist die andere Frage. In diesem Fall geht es uns aber wirklich nicht um die Unterwäsche (die mir ohnehin nicht passen würde), sondern viel mehr um die wirklich gelungene Idee und das Medienecho.


„Nutzer der ‚Wonderbra Decoder App‘ müssen ihr Gerät nur auf die passende Anzeige in Magazinen oder auf ein Internet-Video richten. Schon zieht das Model blank – bis auf die Wäsche. Denn die will der Dessous-Hersteller (u. a. Push-ups) ja mit seiner Werbung anpreisen“, schreibt die BILD.

Auf wundersame Art und Weise hat es der Wonderbra Decoder (App Store-Link) selbst in Deutschland bis in die Top-100 der Gratis-Charts geschafft, obwohl der Hersteller sein Kerngeschäft gar nicht hier verfolgt (erhältlich sind die Produkte unter anderem bei Karstadt oder Galeria Kaufhof). Und in Großbritannien, dem eigentlichen Markt? Da schafft es die App gerade einmal auf Platz 91 der Kategorie Unterhaltung.

Früher oder später wird es aber auch dort ein gehöriges Medienecho geben, da sind wir uns sicher. Ebenfalls bin ich felsenfest davon überzeugt, dass wir in Zukunft mehr Werbeideen dieser Art sehen werden. Es muss zwar nicht immer ein Unterwäsche-Modell sein, aber trotzdem ist „analoge“ Werbung doch schon längst aus. Denn wer bleibt schon vor einem ganz normalen Plakat stehen und guckt es sich genauer an? Und selbst wenn – weiß man, wenn man Zuhause angekommen ist, überhaupt noch worum es ging?

Die Firma Wonderbra kann es mit ihrer App jedenfalls schaffen, die Leute auch später noch an ihre Produkte zu erinnern – schließlich hat man sich die App geladen und wird ganz sicher seinen Freunden davon erzählen. Spannende Werbung mit Produkten, die man direkt aus der App heraus bestellen kann – so wird Werbung heute gemacht. In den kommenden Monaten und Jahren werden darauf sicher noch mehr Anbieter setzen – das Stichwort heißt Augmented Reality, erweiterte Realität.

Wer es bis hier hin ausgehalten hat, soll natürlich auch mit den entsprechenden Werbematerialien ausgestattet werden. Neben dem schon angesprochenen Video, das wir unten eingebettet haben, haben wir im Internet auch noch einige der Printanzeigen gefunden, die ihr am besten am Computer oder einem zweiten Gerät öffnet: Bild 1, Bild 2.

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Kommentare 9 Antworten

  1. Wenn Cindy aus Marzahn Unterwäschemodel wird und sich auf dem Display auszieht, werfe ich mein iPhone an die Wand 😮

    Die App ist eine nette Idee, die später mal testen werde.

  2. Super innovativ! Und hat nichts anstößiges! Ganz im Gegenteil, sehr seriös gemacht. Die Werbebotschaften wird sich so sicherlich gut verbreiten.

  3. Ziemlich „überhyped“ das ganze. Ti**enbilder (auch künstlerische und anspruchsvolle) gibt es wie Sand am Meer, gerade mit dem Internetzugang am Handy, wozu also mit dem Schrott rumschlagen?

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