Apple: Britische Klage wegen Drosselung von Geräten mit schwachem Akku

Schadensersatz für 25 Millionen iPhone-User gefordert

Der britische Verbraucherschützer Justin Gutmann hat eine Klage beim britischen Competition Appeal Tribunal in Höhe von 750 Millionen Pfund (etwa 881 Millionen Euro) gegen Apple eingereicht. Dabei geht es um die iPhone-Drosselung von 2017, bei der ein Software-Update von Apple ältere Geräte faktisch verlangsamte. Gutmann fordert nun Schadensersatz für bis zu 25 Millionen britischer User, die ein solches Gerät besitzen und von dem Update betroffen waren. Seine Klage ist eine sogenannte „Opt-Out“-Klage: Dabei müssen sich Kunden und Kundinnen nicht aktiv beteiligen, um Schadensersatz zu erhalten.

Der Verbraucherschützer behauptet, dass Apple die Funktionen eingeführt habe, um die Tatsache zu verschleiern, dass die Akkus des iPhones den neuen Anforderungen von iOS nicht gewachsen seien, und dass Apple, anstatt die Produkte zurückzurufen oder den Akku auszutauschen, die Nutzer und Nutzerinnen zum Herunterladen der Software-Updates gedrängt habe. Gutmann gibt in einem Artikel der britischen Zeitung The Guardian an:


„Anstatt den ehrbaren und legalen Weg für seine Kunden zu gehen und einen kostenlosen Ersatz, einen Reparaturservice oder eine Entschädigung anzubieten, hat Apple die Menschen in die Irre geführt, indem es ein Tool in den Software-Updates versteckt hat, das ihre Geräte um bis zu 58 Prozent verlangsamt hat.

Ich erhebe diese Klage, damit Millionen von iPhone-Nutzern in ganz Großbritannien für den Schaden, den sie durch Apples Vorgehen erlitten haben, entschädigt werden.

Ich hoffe, dass marktbeherrschende Unternehmen ihre Geschäftsmodelle überdenken und von dieser Art von Verhalten Abstand nehmen werden, wenn diese Klage erfolgreich ist.“

Die Klage Gutmanns bezieht sich auf die von Apple eingeführten Energieverwaltungsfunktionen für ältere iPhones, mit denen unerwartete Abschaltungen in Zeiten hohen Stromverbrauchs bei Geräten mit schwachen Akkus verhindert werden sollen. Die Energieverwaltung drosselt den Prozessor auf älteren iPhones mit abgenutzten Akkus, was schlussendlich zu einer langsameren Leistung führt.

Die Funktion wurde Anfang 2017 eingeführt, aber geriet erst gegen Ende 2017 an die Öffentlichkeit. Viele iPhone-User fühlten sich von Apple getäuscht, so dass der Konzern noch im gleichen Jahr eine Entschuldigung verlauten ließ. Seit dieser Kontroverse bietet Apple auch nach Ablauf des Garantiezeitraums einen preisgünstigen Austausch des Akkus an.

Die Klage des britischen Verbraucherschützers ist übrigens nicht die einzige, die Apple in Bezug auf die Drosselung älterer iPhones hinnehmen musste. 2020 zahlte der Konzern bis zu 500 Millionen US-Dollar, um eine entsprechende Sammelklage in den USA beizulegen. Auch in Chile, Belgien, Italien, Portugal und Spanien sieht sich Apple mit ähnlichen Klangen konfrontiert.

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Kommentare 7 Antworten

      1. Hier geht es nicht um die 35€ per se
        Es widerspiegelt hier nur dass wir überall abbekommen.
        Wir als normale Bürger und Endverbraucher sind in den letzten Jahren immer mehr zu Betatestern geworden und die Fehler welche die großen verursachen baden trotzdem wir aus.
        Anstatt ein Gerät, eine Software oder anderes getestet wird vor dem Verkauf heißt es lieber auf den Markt bringen und hoffen dass nicht alle diese Probleme reklamieren.

    1. Da die Klage in Frankreich bereits erfolgreich war, einfach in den Einstellungen unter Sprache/ Region die Region auf Frankreich stellen 😜

  1. Würde mich ja überraschen wenn das beim Verbraucher ankommt. Das geht schön in die Staatskasse und der Boris schmeißt erstmal eine Party! Jetzt darf er ja.

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