Digital Markets Act der EU: Messenger sollen untereinander kompatibel werden

Messaging-Apps sollen sich plattformübergreifend öffnen

Die Europäische Union hat am gestrigen Abend einige Details zu ihren Plänen, wettbewerbswidrige Praktiken großer Technologiekonzerne einzudämmen, bekanntgegeben. Diese werden unter dem Digital Markets Act (DMA) zusammengefasst. In Europa sollen so die Konzerne hinter den großen Messaging-Apps wie WhatsApp, Facebook Messenger und Apples iMessage eine interoperable Plattform haben.

Der Digital Markets Act zielt vor allem auf Unternehmen ab, die mindestens 45 Millionen monatliche Endnutzer und -nutzerinnen bzw. 10.000 jährliche aktive Unternehmens-User in Europa haben. Davon betroffen wären neben Google, Meta (Facebook) und Amazon auch Apple, später könnten auch weitere Player wie Tiktok, Booking und Zalando hinzukommen. Mit dem DMA wäre auch Apple gezwungen, sich mit iMessage für andere Plattformen zu öffnen.


Die EU-Gesetzgeber haben sich darauf geeinigt, dass große Messenger auch mit kleineren Messaging-Plattformen interagieren müssen. So wäre es demnach unter anderem möglich, dass eine Benutzerin von iMessage Nachrichten an Signal, oder ein WhatsApp-Nutzer Bilder an iMessage schicken könnte. So berichtet unter anderem TechCrunch. Auch ein Dateiversand oder Videoanrufe sollen dann plattformübergreifend möglich sein.

Apple könnte zur RCS-Integration verpflichtet werden

Apple, Google, Meta und andere große Tech-Konzerne würden auch über einen weiteren Beschluss der EU an Macht verlieren. Die Gesetzgebung wird die Unternehmen nämlich auch verpflichten, die ausdrückliche Zustimmung der Nutzer bzw. Nutzerinnen zur Erhebung personenbezogener Daten für Werbezwecke einzuholen. Zudem müssen die Konzerne ihren Usern die freie Wahl lassen, welchen Webbrowser, virtuellen Assistenten oder welche Suchmaschine sie verwenden wollen. Besonders für Apple könnte dies ein Problem darstellen, da man einige dieser Optionen in iOS einschränkt.

Bis eine endgültige Entscheidung in diesem Bereich getroffen und die entsprechende Gesetzgebung auf den Weg gebracht wird, wird es noch etwas dauern. Für Apple könnte der DMA bedeuten, dass man das universelle Messaging-Protokoll RCS in iMessage integrieren müsse. Google hatte einen solchen Schritt bereits im vergangenen Jahr vorgeschlagen, da das Android-System schon mit RCS arbeitet. Sollte der DMA genehmigt werden, könnte Apple zu diesem Schritt gezwungen werden – bisher weigerte man sich, RCS in iMessage einzubauen.

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Kommentare 15 Antworten

  1. Hört sich generell ganz gut an nur noch eine MessangerApp um alle zu erreichen. Aber irgendwie bevorzuge ich es dann doch lieber in der Appleblase zu bleiben…

    1. Gott sei dank, haben Leute wie du, aus deren Sicht immer alles sinnlos erscheint, nicht das sagen, sonst würden wir heute wohl noch in Höhlen hausen und uns an Lagerfeuern wärmen müssen! Wofür brauche ich Autos, es gibt doch Pferde, wofür brauche ich ein Telefon, es gibt doch Briefe, Flugzeuge sind doch sinnlos, wenn Gott gewollt hätte das wir fliegen, hätte er uns Federn gegeben usw usw. Unfassbar das Gedankengut mancher Zeitgenossen.

      1. Wieso, cschulz hat doch recht, ich will als T-Mobile Kunde auch nix mit Vodafone oder O2 Usern zu tun haben, ausserdem ist es mir ein Dorn im Auge das ich aus dem Festnetz erreichbar bin, geht gar nicht, ist doch völlig sinnlos! Wer Ironie erkannt hat, kann es behalten! 😉

  2. Kontrolle pur. Nicht vergessen, der erste Schritt, die Aushebelung der Verschlüsselung, wird gerade diskutiert! Das ist die totale Überwachung. Hart gesagt: Sexting mit der Freundin/dem Freund wird nun ständig per KI überwacht, unter Umständen dann im nächsten Schritt von Behördenmitarbeitern. Und wie fehleranfällig diese Systeme sind, weiß man ja. Das ist absoluter Irrsinn.

    1. @sobula: Lustig, Du denkst, Sexting wäre der worst case was einem passieren könnte, wenn die Kommunikation unbefugt abgefangen und „interpretiert“ wird? 😉
      Ich dachte, dieses Drohszenario „ich habe dich beim Masturbieren gefilmt und jetzt überweis mir x BTC“ zieht nur bei den prüden Amerikanern. Komischerweise kriege ich sowas nie, damit ich endlich auch mal darüber ordentlich lachen kann. 🤣

  3. Ich frage mich auch, wie das ganze in der Praxis aussehen würde. Wenn ich jemandem mot iMessage schreibe, wer oder was entscheidet in welchem Dienst die Nachricht beim Empfänger ankommt?

  4. Ich fände es eine gute Sache, iMessage macht doch bereits nichts anderes als zwischen Apple Usern (blau) und SMS Empfängern (grün) zu unterscheiden, das wäre nichts anderes als eine erweiterten SMS Funktion, weiss nicht wo da das Problem sein soll, auch hier kann man die Nachrichten verschlüsseln, das wird ja wohl keinem verboten. Vor allem müsste ich dann nicht mehr zig Messenger nutzen um zu all meinen Buddies weiterhin Kontakt zu haben, nur weil die nicht auf ihr heissgeliebtes WhatsApp, Signal, Viber oder sonst was verzichten wollen! Weiss gar nicht warum sich darüber alles aufregt, es beschwert sich ja auch keiner das ich als O2 Kunde jemanden von Vodafone anrufen kann oder stellt euch mal vor ich könnte als Web.de User niemanden von Gmail oder T-Online erreichen, weil alle unter sich bleiben wollen, ist nichts anderes, deswegen verstehe ich die allgemeine Panikmache nicht so ganz.

    1. Es geht in der Hauptsache darum eine Plattform zu haben, dann kann man Überwachung relativ einfach umsetzen und muss sich nicht mit mehreren Anbietern rumschlagen. Die Einführung einer Entschlüsselungsfunktion für Strafbehörden wird ja auch schon diskutiert. Möchte ich jedenfalls nicht haben, ich schaffe es den Messenger zu wechseln, je nachdem wen ich erreichen will.

      1. Die Tatsache, das iMessage auch SMS versenden kann, führt nicht automatisch dazu das man die verschlüsselte iMessage Kommunikation zwischen Apple Usern einfacher abhören kann, nur weil dies bei einer SMS eventuell simpler ist. Das eine hat mit dem anderen nämlich gar nichts zu tun, eine gemeinsame Schnittstelle aller Messenger, z.B. RCS, wäre nur der gemeinsame kleinste Nenner und könnte völlig unabhängig von der Kommunikation innerhalb der eigenen Community sein, würde also die normale Verschlüsselung von z.B. WhatsApp, Threema, iMessage usw. und deren Sonderfeatures gar nicht tangieren! Klar kann ich auch die Messenger nach Gegebenheit wechseln, aber es ist lästig. Jeder Handybenutzer würde sich zu recht beschweren, wenn er/sie/es um z.B. als Vodafone Kunde einen T-Mobile Kunden zu erreichen, ein anderes Smartphone dafür nutzen müsste oder eine andere SIM Karte. Es würde auch keiner von uns akzeptieren, das ich per Email nicht jeden anderen Email User erreichen kann, den ich will, egal ob ich Outlook, Thunderbird, web.de, gmx oder sonst was nutze. Deswegen stelle ich weiterhin die Frage, wo ist das Problem? Ich sehe keins, ausser dem Unwillen der Anbieter sich aus kommerziellen Gründen den anderen nicht zu öffnen!!! Auch eine gemeinsame Schnittstelle, mehr ist es ja nicht, kann man so verschlüsseln, das man sie nicht abhören kann, das mit der Verschlüsselung sind nur Alibigründe.

        1. Habe dazu folgendes Zitat gelesen:
          „Matrix-Entwickler: Sicherheitsprobleme lassen sich lösen
          Die Entwickler des Kommunikationsprotokolls Matrix widersprechen allerdings den Einschätzungen der von The Verge befragten Sicherheitsexperten. Sie halten es für möglich, die angesprochenen Sicherheitsprobleme zu lösen, etwa durch den Einsatz ihres quelloffenen Systems. Darüber hinaus sei denkbar, die unter Umständen erforderliche Entschlüsselung und Neuverschlüsselung einer Nachricht nicht serverseitig, sondern auf den jeweiligen Endgeräten vorzunehmen. In diesem Fall entstünden durch die Interoperabilität keine zusätzlichen Risiken.“

      2. @hillspills: Am besten du schmeißt dein Handy weg, kündigst deinen Telefonanschluss, lässt dich und bezahlst nur noch in bar, trägst eine Maske oder gehst gar nicht mehr vor die Tür. You made my day! 🤣🤣🤣

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