Epic Games: Kartellbeschwerde gegen Apple in der EU eingereicht

Wettbewerbswidrige Beschränkungen

Epic Games, das Entwicklerstudio hinter Spielen wie Fortnite, hat heute bekanntgegeben, dass man eine Kartellbeschwerde gegen Apple in der Europäischen Union (EU) eingereicht habe. Diese hat laut Aussage von Epic Games in einer Mitteilung den Zweck, „den Kampf des Unternehmens um fairere Praktiken der digitalen Plattform für Entwickler und Verbraucher“ auszuweiten. Die Beschwerde wurde bei der Wettbewerbsbehörde der Europäischen Kommission in Brüssel eingereicht.

„Die Beschwerde […] behauptet, dass Apple durch eine Reihe sorgfältig ausgearbeiteter wettbewerbswidriger Beschränkungen den Wettbewerb bei App-Verteilungs- und Zahlungsprozessen nicht nur geschädigt, sondern vollständig eliminiert hat. Apple nutzt seine Kontrolle über das iOS-Ökosystem, um sich selbst zu nutzen und gleichzeitig Wettbewerber zu blockieren, und sein Verhalten ist ein Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung und verstößt gegen das EU-Wettbewerbsrecht.“

So lässt Epic Games auf der eigenen Website verlauten. Die Spiele-Entwickler werfen Apple vor, Entwicklern bewusst zu schaden und die Kontrolle über den App Store auf wettbewerbswidrige Art und Weise auszunutzen. In der Vergangenheit hatte Epic Games bereits Verfahren in den USA und Australien initiiert, erst kürzlich folgte auch eine Einreichung einer Beschwerde vor dem britischen Berufungsgericht für Wettbewerb.


„Was hier auf dem Spiel steht, ist die Zukunft mobiler Plattformen selbst“, erklärt dazu Gründer und CEO von Epic Games, Tim Sweeney. „Die Verbraucher haben das Recht, Apps aus Quellen ihrer Wahl zu installieren, und Entwickler haben das Recht, auf einem fairen Markt zu konkurrieren. Wir werden nicht tatenlos zusehen und Apple erlauben, seine Plattformdominanz zu nutzen, um zu kontrollieren, was ein gerechtes digitales Spielfeld sein sollte. Es ist schlecht für Verbraucher, die aufgrund des völligen Mangels an Wettbewerb zwischen Stores und In-App-Zahlungsabwicklung überhöhte Preise zahlen.“

Epic Games stört sich an den von Apple geforderten 30 Prozent Provision, die bei der Erwirtschaftung von Umsätzen im App Store anfallen. Für kleinere Entwickler hat Apple kürzlich eine Sonderregelung geschaffen: Wer weniger als eine Million USD an Jahresumsatz erzielt, zahlt lediglich 15 Prozent Provision. In diese Kategorie dürften die Entwickler des beliebten Spiels Fortnite allerdings nicht fallen – sie gelten als eines der erfolgreichsten Entwicklerstudios im App Store, die sich auch mit den Einnahmen aus selbigem ein Milliardengeschäft aufgebaut haben.

Ein Sprecher von Apple erklärte hinsichtlich der EU-Kartellbeschwerde, Epic Games habe sich bewusst über die Richtlinien Apples hinweggesetzt (via SZ). „Ihr rücksichtsloses Verhalten instrumentalisiert Nutzerinnen und Nutzer als Bauernopfer, und wir freuen uns darauf, das auch der EU-Kommission klarzumachen.“ Im letzten Jahr versuchte Epic Games, die Zahlungsmodalitäten des App Stores zu umgehen, und verstieß damit gegen die Regeln von Apples Marktplatz. Apple warf daraufhin Fortnite aus dem App Store, zahlreiche Klagen und Vorwürfe folgten. Wie es aussieht, ist der Streit der beiden Konzerne noch lange nicht beigelegt. Grafik: Epic Games.

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Kommentare 5 Antworten

    1. WS hat das eine mit dem anderen zutun? Apple pocht auf seine Verträge. Wenn mir die Konditionen nicht zusagen, leiste ich keine Unterschrift und bereite eine große Aktion sammt Community vor um das zu torpedieren! Hier muss apple gewinnen, sollte aber danach mal über eine Aktualisierung des Preis Modells nachdenken. Mfg

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