„Final Fantasy: All the Bravest“: In-App-Abzocke Deluxe

Ich weiß, dass unter unseren Lesern sehr viele Fans von Final Fantasy sind. Um den neuesten Titel von Square Enix solltet ihr aber einen weiten Bogen machen.

Bisher haben sich die Entwickler ihre Umsetzungen von Final Fantasy für iPhone und iPad teuer bezahlen lassen. Mehr als 10 Euro musste man zumeist für die wirklich umfangreichen Spiele auf den Tisch legen. Umso überraschender war es, dass das am Donnerstag erschienene „Final Fantasy: All the Bravest“ (App Store-Link) schon für 3,59 Euro zu haben ist. Unserer Meinung nach lohnt sich die Investition aber nicht.


Im Vergleich zu echten Final Fantasy-Teilen fällt sofort auf, dass die sonst so grandiose Story gar nicht vorhanden ist. Man bewegt sich stattdessen durch mehrere „Dungeons“, um dort in aufeinander folgenden Runden Gegner zu vernichten. Mit gewonnenen Kämpfen gewinnt man an Erfahrung und steigt im Level auf, der eigene Charakter wird so immer stärker.

Während die Kämpfe äußerst einseitig gestaltet sind und man nicht viel mehr machen muss als mit dem Finger über das Display zu wischen (eine Strategie ist hier nicht nötig, die Gegner werden zufällig angegriffen), ist die Auswahl der Charaktere ebenfalls überraschend schlecht gelöst. Man spielt zunächst nur mit generisch generierten „Helden“. Wer dagegen mit bekannten Namen aus den bisherigen Final Fantasy-Teilen spielen möchte, muss das mit 89 Cent bezahlen.

35 Premium-Charaktere können freigeschaltet werden. Hier haben sich die Entwickler etwas erschreckend grandioses einfallen lassen: Man kann keinen bestimmten Charakter auswählen, sondern muss blind kaufen. Der Held wird dann zufällig ausgewählt und freigeschaltet. Wer unbedingt einen bestimmten Helden freischalten möchte, kann das nur mit mehreren Anläufen tun.

Abgerundet wird das Desaster von weiteren In-App-Käufen zum Wiederbeleben der eigenen Truppe oder stärkeren Angriffen. „Final Fantasy: All the Bravest“ bekommt im App Store dreieinhalb Sterne, für uns ist das viel zu viel. Ausgeben würden wir für diesen Titel rein gar nichts, macht lieber einen großen Bogen um diese „Kreation“. Selten können wir von einem so namenhaftem Titel so sehr abraten, wie in diesem Fall…

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Kommentare 15 Antworten

  1. Das wirklich traurige daran ist doch eigentlich nur, dass es genug Leute gibt, die per In-App-Purchase große Summen liegen lassen. Warum sollten die Entwickler und Publisher diese IAPs vermeiden, wenn sich damit mehr verdienen lässt als mit einmaligem Kauf. Es ist ja auch in Ordnung wenn sich manch einer IAPs leistet, aber dadurch steigen natürlich auch immer mehr Publisher auf diese Strategie um. Schaut doch nur mal im AppStore die umsatzstärksten Apps an. Das sind schon lang nicht mehr hochpreisige Apps wie Navigon oder TomTom. Es sind die Simpsons & Co. Diese Spiele machen also mehr Kohle als ein 90€ teures Navi. Das ist der springende Punkt.

    Ganz ehrlich gesagt, würde ich als Entwickler diese Chance aber genauso nutzen. Wer würde das nicht?

    1. Und genau das ist leider das große Problem. Solange sich die In-App-Käufe für die Entwickler rentieren (und ich meine nicht „50 zusätzliche Level für 89 Cent freischalten“), werden sie weiterhin Power-Ups und Schatztruhen voller Gold für bares Geld anbieten…

  2. Ich frage mich immer: Wer zur Hölle bezahlt dafür? Bei den umsatzstärksten Apps sind diese Programme ja immer ganz oben. Ich habe in meinem Leben nur zwei inApp Käufe gemacht. Eine Rune für Inotia 2 (Ohne Priester ist doof) und Galaxy on Fire 2 AddOn (bei dem klasse Game voll okay)

  3. „Wer unbedingt einen bestimmten Helden freischalten möchte, kann das nur mit mehreren Anläufen tun.“ – Da fehlt ein „eigentlich“.

  4. Ich denke nicht dass dieser Titel gemacht wurde um abzuzocken… Natürlich sind inapp Käufe dabei aber wo sind die denn schon noch wegzudenken? Wir leben in einer Konsumgesellschaft und jeder sollte wissen für was er sein Geld ausgiebt oder nicht… Zum Titel selbst kann ich nur sagen haben die Entwickler einfach nur ein Spiel das es schon sehr lange auf dem gba gab Nichteinhaltung aufgearbeitet und die original „Story“ (wenn man sowas früher nannte) auf unsere Smartphones gebracht! Eig eine recht gute Leistung wenn man mal die Umstände und die überarbeitete Grafik. Es ist ein „oldschool“ Spiel und wer ff nicht kennt wird es sich auch niemals kaufen… (Heute muss ja alles funkeln/Spezial effects/bla bla… ) haha …. Danke dass ich das mal loswerden durfte 🙂

    1. Weckt vielleicht die eine oder andere Kindheitserinnerung in manchen Leuten hervor.. Rot weiß und Schwarzmagier wurden erstmals in Rollenspielen erfunden und prägten das gameplay bis zum heutigen Tag.

  5. Man kann aber auch sehen, was ich bei diesem Hersteller schon lange vermute: Da werden massiv Bewertungen gekauft. Da sind eindeutig Rezensionen dabei, die mit dem Computer übersetzt wurden….

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