iOS 13: Erstes Jailbreak-Tool „Checkra1n“ für iPhones und iPads erschienen

Für iOS-Geräte bis zum iPhone X

Nachdem im September dieses Jahres erstmals die Sicherheitslücke „Checkma8“ bekannt geworden ist, war damit auch klar, dass prinzipiell jeder Apple-Chip bis zum A11 ausgetrickst werden und ein Jailbreak ausgeführt werden kann. Nun ist dazu mit „Checkra1n“ ein Jailbreak-Tool erschienen, das iPhones und iPads, die unter iOS 13 laufen, entsperren kann.

Wer sich in diesem Bereich nicht auskennt, sollte wissen: Ein Jailbreak erlaubt es, das Apple-Gerät so zu entsperren, dass Apples Restriktionen bezüglich installierbarer Apps und Modifikationen nicht mehr greifen. Auf diese Weise können alternative Apps und auch eigene Designs und Layouts installiert und angewandt werden. Grundsätzlich verliert man mit einem Jailbreak allerdings auch den Anspruch auf Garantie. 

Das Magazin MacLife berichtet zum Thema Checkm8, „Normalerweise basieren [Jailbreaks] auf Sicherheitslücken im Betriebssystem, die Apple meist nach wenigen Tagen durch ein Update schließt. Das klappt bei Checkm8 nicht, denn es handelt sich um einen Hardware-Exploit. Das Problem liegt im Boot-Rom, das ausgelesen wird, wenn das Gerät startet. Beschreibbar ist es aber nicht – weder von Apple noch von anderen. Betroffen sind alle Geräte mit Apples A5-Chip bis hin zum A11.“

Checkra1n-Tool bisher nur mit macOS nutzbar

Auf der Website der Entwickler lässt sich Checkra1n für macOS herunterladen, eine Variante für Windows und Linux ist auch in Arbeit. Als kompatible Geräte werden alle „zwischen dem iPhone 5s und dem iPhone X“ angegeben, allerdings sind das iPad Air 2, das iPad 5th Gen und das iPad Pro 1st Gen davon bisher ausgenommen, ein Support soll später folgen. Probleme kann es auch mit dem iPhone 5s, iPad Mini 2 und 3, sowie dem iPad Air geben, hier wird der Support als „experimentell“ angegeben. 

Auch wer Interesse an einem Jailbreak seines Geräts hat – wir raten gegenwärtig von einer Nutzung des Checkra1n-Tools ab, da es sich noch in einer Beta-Phase befindet und zu schwerwiegenden Problemen auf dem Apple-Gerät führen kann. Zudem ist Checkra1n „semi-tethered“, das heißt, bei jedem Neustart des Geräts muss der Jailbreak von einem Computer aus erneut durchgeführt werden. Wer also im Alltag auf ein zuverlässiges iOS-Device angewiesen ist, sollte vorerst die Finger von derartigen Experimenten lassen. 

Habt ihr schon einmal ein iOS-Gerät mit einem Jailbreak versehen? Wenn ja, aus welchen Gründen? Oder käme eine solche Modifikation für euch nicht in Frage? Wir sind gespannt auf eure Meinungen zu diesem Thema. 

Kommentare 17 Antworten

  1. Ja früher mit dem iPhone 3 und 4 hatte ich immer wieder Jailbreaks installiert. Danach als Apple ab iOS 6 immer weiter offen wurde verlor ich das Interesse.

  2. Auf dem iPhone 4 hatte ich auch mal ein jailbreak und mir das Kontrollzentrum geholt. Gleichzeitig war es auch cool manche kostenpflichtigen Apps mal anzuschauen. Aber danach gab es kein Grund mehr zu breaken. Wäre mir auch zu unsicher zwecks online Banking und so.

    1. @icarus: Zu recht. Ein Gerät mit JB kann als kompromittiert betrachtet werden. Nicht umsonst weigern sich sämtliche Banking-Apps, auf einem OS mit Beta oder JB ausgeführt zu werden.

      1. Das stimmt so nicht!!!! Habe seit jeher sowohl JB als auch Betaversionen und zumindest bei den Betas gab es bisher nur einmal, ich meine es wären die Betas von IOS 10 gewesen, ein Problem mit der Sparkassen App. Ansonsten eher problemlos.

        1. @misterbandit: Ausnahmen bestätigen die Regel. Da helfen auch mehrfache Ausrufezeichen nix. Hier in diesem Artikel geht es vor allem um Jailbreak.
          kuketz-blog.de/root-bzw-jailbreak-detection-in-banking-apps/

        2. @misterbandit:
          mobile.twitter.com/sparkasse/status/1151405626721034241?lang=en

          Sparkasse: „Welche iOS-Version nutzen Sie? Bei einer Beta-Version funktionieren unsere Apps nicht.“

  3. Habe damals auf einem iPhone 3 eines Freundes testweise ein JB installiert. Damals musste man das tun, um heute selbstverständliche Funktionen wie c&p oder benutzerdefinierte Klingeltöne zu haben. Habe es damals schon als nicht praxistauglich eingestuft und erstmal vom Kauf eines iPhones abgesehen. Bin dann beim 3GS eingestiegen, als iOS etwas reifer wurde.

    @Mel: Ich finde es gut, dass Du Stellung beziehst und vom JB grundsätzlich abrätst. Da Du den Artikel explizit auch an diejenigen gerichtet hast, die bisher nicht wissen, was ein JB ist, finde ich Deine Beschreibung etwas unglücklich. Mit dem JB verliert man nicht nur die Garantie und umgeht man nicht nur „lästige“ Beschränkungen des OS, sondern man verliert/umgeht gleichzeitig auch sämtliche Schutzmechanismen, die Apple eingebaut hat, um seine Nutzer vor Schadsoftware, ausspioniert werden und sonstigem Unbill zu schützen. Das sollte aber jemand wissen, bevor er ein JB einspielt.

  4. Ich habe aktuell noch meinen iPod touch 4 mit einem Jailbreak ausgestattet. Er hängt an meiner Stereo-Anlage und dient dort ziemlich zuverlässig als AirPlay Receiver.

  5. Firewall IP (das Little Snitch für iOS) & iFile sind Gründe für den Jailbreak. Firewall IP wird aber nicht mehr weiterentwickelt, und nur für 1 App die Sicherheit drangeben?

  6. 5 jahre keinen Jailbreak mehr benutzt – jetzt das 5S dank Checkra1n wieder mal probiert.
    Allein das Cache leeren (oftmals bis zu 1GB) in Apps, ohne die Apps erst zu deinstallieren und neu installieren zu müssen, die SwipeSelection Funktion, die 3D Touch Funktion auf dem eigentlich dafür nicht geeigneten Gerät sowie die FingerTouch Funktion (home button nur berühren statt drücken) waren mir es wert.

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