Lime: Mit dem E-Scooter durch Paris

Holpriger Start zu einem spaßigen Erlebnis

17 Kommentare zu Lime: Mit dem E-Scooter durch Paris

Wie ihr als aufmerksame Leser vielleicht mitbekommen habt, war ich an den vergangenen beiden Tagen in Paris unterwegs. Am Dienstag hat Dyson dort ein neues Produkt vorgestellt, den Mittwoch habe ich dann genutzt, um mir unter anderem den sehr beeindruckenden Apple Store Champs-Élysées anzuschauen. Auf dem Weg dorthin ist mir vor allem eines aufgefallen: Viele kleine Tretroller mit einem grün-weißen Design.

Die Dinger stehen in Paris wirklich überall, was in manchen Situationen auch gar nicht mehr so schön aussieht. Mittlerweile hat das zum Teil sogar solche Ausmaße angenommen, dass man erst einmal ein paar E-Scooter zur Seite stellen muss, wenn man eine Sehenswürdigkeit fotografieren möchte. So kann man sich das zumindest vorstellen.

Doch während wir uns hier in Deutschland immer noch darüber streiten, wie genau man die kleinen praktischen E-Scooter denn legalisieren kann, geht es in Paris ganz schnell: Lime-App herunterladen, Account erstellen, Zahlungsdaten hinterlegen und mit einem E-Scooter davon brausen.

Okay, ganz so einfach hat es bei mir nicht geklappt. Nach einem Login mit meinem Facebook-Account war es zunächst nicht möglich, eine Kreditkarte zur automatischen Bezahlung hinzuzufügen, auch andere Zahlungsarten werden nicht angeboten. Immerhin konnte ich meinen Account mit 10 US-Dollar über eine meiner Kreditkarten aufladen.

Nach der ersten Fahrt dann aber eine böse Überraschung: Als ich den E-Tretroller abstellen und deaktivieren wollte, war ich in der App nicht mehr eingeloggt. Auch ein erneuter Facebook-Login war nicht mehr möglich, sondern wurde mit einer Fehlermeldung quittiert. Quasi gleichzeitig trudelte eine Mail ein, in der ich meine E-Mail-Adresse bestätigen sollte. Mit dieser konnte ich mich daraufhin auch einloggen, anscheinend hatte ich so aber einen zweiten Account erstellt. Am Ende half hier eine Mail an den Service und das Problem wurde inklusive einer Rückerstattung innerhalb weniger Stunden gelöst.

Währenddessen hatte ich mit meinem zweiten Account wirklich viel Spaß. Hat man einen E-Scooter gefunden, was über die Karte wirklich gut funktioniert und in den meisten Fällen auch erfolgreich ist, scannt man einfach den Barcode am Lenker und kann sofort losbrausen. Für das Entriegeln zahlt man pauschal 1 Euro, jede Minute kostet danach 15 Cent.

Das mag über einen ganzen Tag hinweg sicherlich teurer sein als ein Tagesticket für den öffentlichen Nahverkehr, macht aber viel mehr Spaß. Statt vom Eiffelturm zur Île Notre-Dame mit der Metro zu fahren und so gar nichts von Paris mitzubekommen, bin ich einfach mit dem Lime-Scooter an der Seine entlang gebraust. Mal gemütlich, mal mit flotten 25 Kilometern pro Stunde. Zudem kann man hier jederzeit anhalten, die Fahrt pausieren oder beenden und nach einem Kaffee oder einem Abstecher in ein Geschäft wieder fortsetzen.

Achten sollte man auf jeden Fall auf den Akkustand. Dieser wird bereits auf der Karte angezeigt, ist mit drei Stufen aber nicht immer ganz genau. Sollte sich der Akku unterwegs doch mal dem Ende neigen, ist das aber auch kein Problem: Man stellt den Scooter einfach ab und schnappt sich den nächsten. Absolut kein Problem.

Ganz ungefährlich ist die Sache aber auf keinen Fall. Die Lime-Scooter sind flott unterwegs und der Verkehr in Paris zum Teil echt heftig. Es ist auf jeden Fall empfehlenswert, nicht gleich mitten auf einer Hauptstraße zu starten, sondern sich erst einmal ein ruhiges Plätzchen zu suchen. Falls ihr das tatsächlich in Paris macht, bietet sich die breite und asphaltierte Uferpromenade der Seine dazu hervorragend an.

Natürlich ist Lime auch in anderen Städten zu gleichen Konditionen verfügbar, sogar in Deutschland. Allerdings hier nicht mit den kleinen E-Scootern, sondern mit E-Bikes. Wirklich ausgebaut ist das Netz bislang allerdings nur in Berlin, wobei ich dort noch keine Erfahrungen gesammelt habe. Von den kleinen E-Scootern in Paris bin ich allerdings schwer begeistert.

Lime - immer mobil
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Preis: Kostenlos

Kommentare 17 Antworten

  1. Die Roller werden abends von den Anbietern alle eingesammelt und wieder aufgeladen sowie an die fest installierten Ausleihstationen gebracht. Von dort können sie dann wieder am nächsten Tag entnommen werden. So hatte ich das zumindest mal gelesen.

    1. Die Autolobby diktiert Herrn B. Scheuert und seinen Vorgängern der CSU, was sie zu entscheiden haben und Alternative Fortbewegungsmittel sind nicht gewünscht.

  2. Ja, die Roller werden jeden Abend immer eingesammelt und vollgeladen und am nächsten morgen wieder verteilt.
    Kundenservice ist absolut top, wenn was nicht läuft bekommt man immer sein Geld wieder oder frei Fahrten.
    Wenn man nur 2 Tage die Möglichkeit hat sie zu nutzen geht es, sonst geht es extrem ins Geld.

    1. Klar, eine Woche kannst du mit den Teilen nicht durch die Gegend fahren, da wirst du arm. Wobei, in Paris kann man für eine kleine Cola im Lokal auch schon mal 8 Euro zahlen. Und die ist schneller leer 😀

        1. @Fabian: Schon klar, das schrieb ich ja selbst weiter oben ?
          Trotzdem ist es ja nicht so, dass es bei uns sowas nicht gäbe. Ob man sitzt oder steht sind nur Nuancen. Tatsache ist, dass wir gleich mehrere solcher Anbieter haben. Emmy war nur ein Beispiel.

          1. @Fabian: Ach, das meinst Du.
            Naja, mir als Kunden ist das egal. Die emmys stehen in Hamburg überall rum und es macht echt Laune mit denen zu fahren. Selbst zu zweit kann man noch einigermaßen im Verkehr mitschwimmen und es ist nur halb so teuer wie DriveNow. Was nur halb so teuer ist wie Taxi ?
            Bei dem super Sommer den wir hatten…

  3. Ich war in Lissabon mit Lime unterwegs. Hat super geklappt. Auch die App hat gut funktioniert. Ich finde das wirklich Klasse um ne Stadt zu besichtigen. Man sieht viel mehr.

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