Lumos Kickstart: Fahrradhelm mit App-Anbindung ausprobiert

Mit integrierten Blinkern und weiteren Extras

Der Fahrrad-Markt boomt ja derzeit enorm. Auch ich wollte mich in den vergangenen Tagen nach einem E-Bike für meine Frau umsehen, die langen Schlangen vor den Fachhändlern haben mir dahingehend aber ein wenig die Lust genommen. Ein über 2.000 Euro teures Fahrrad würde man vorher aber schon mal gerne um den Block fahren.

Aber wie dem auch sei: Vielleicht habt ihr euch ja schon ein neues Fahrrad zugelegt oder den alten Drahtesel aus dem Keller wieder flott gemacht. Falls es passend dazu auch ein neuer Fahrradhelm sein soll, habe ich heute mal was richtig ausgefallenes für euch. Nachdem meine Kollegen Melanie im vergangenen Jahr den Lumos Matrix ausprobiert hat, habe ich mir jetzt den Lumos Kickstart angesehen.


Der Kickstart ist der erste Helm, den Lumos auf den Markt gebracht hat. Der Name rührt von der sehr erfolgreichen Kickstarter Kampagne her, bei der Lumos über 800.000 US-Dollar einwerben konnte. Der Kickstart ist der erste smarte Helm der Welt, der Vorder- und Rücklicht, Bremslicht und Blinker in einem Helm vereint. Mit insgesamt 48 LEDs sorgt er für Sichtbarkeit auf der Straße und ist der erste Helm, der in Apple Stores verkauft wird.

Auf den ersten Blick sieht er relativ unspektakulär und quasi wie jeder andere Fahrradhelm auch aus. Abgesehen von den integrierten LEDs gibt es im Prinzip nur einen wesentlichen Unterschied: Das Gewicht. Während Modelle von Uvex, einem der Marktführer auf diesem Gebiet, auf 215 bis 280 Gramm kommen, wiegt der Lumos Kickstart mit rund 360 Gramm deutlich mehr. Nach rund zwei Wochen mit dem Helm kann ich aber behaupten: Im Alltag auf dem Rad macht sich das nicht bemerkbar. Ich habe rein vom Gewicht her jedenfalls keinen Unterschied gespürt. Und auch sonst lässt sich der Helm mit einem Drehrad und den verstellbaren Gurten wie jedes andere Modell auch an den Kopf des Trägers anpassen.

Spannend sind natürlich die smarten Features. Los geht es bei der Beleuchtung: 16 rote LEDs auf der Rückseite sorgen dafür, dass man im Straßenverkehr besser wahrgenommen wird. Mit über 500 Lumen sind die auch richtig hell und selbst bei direkter Sonneneinstrahlung zu erkennen. Wobei man hier ganz klar sagen muss: Die Jahreszeit, in der der Lumos Kickstart seine Stärken ausspielen kann, kommt erst noch.

Ebenfalls auf der Rückseite angebracht sind jeweils elf gelbe LEDs auf der linken und rechten Seite, die als Blinker fungieren. Dieser Blinker wird entweder per App, Apple Watch oder über die kleine Fernbedienung für den Lenker aktiviert und ist eine tolle Ergänzung zum klassischen Handzeichen, das man ja immer nur für kurze Zeit geben kann. Über die Fernbedienung wird der Blinker für die gewünschte Richtung per Knopfdruck aktiviert und auch wieder deaktiviert. Sollte man das einmal vergessen, schaltet sich der Blinker nach zwei Minuten automatisch wieder aus.

Praktisch: Über der Stirn sind zwei weitere gelbe LEDs verbaut, dank denen man sehen kann, dass der Helm auch tatsächlich blinkt. Zudem sind an der Front zehn weiße LEDs verbaut, die zwar kein Fahrradlicht ersetzen, aber für zusätzliche Sicherheit sorgen.

Per App können zusätzliche Blink-Muster eingestellt werden

Und wie kommt nun die App ins Spiel? Ganz einfach: Bei aktivierter Bluetooth-Verbindung kann man in der Lumos-Anwendung (App Store-Link) auf die Einstellungen des Helms zugreifen. Der Lumos Kickstart bietet hier unter anderem die Option, ein automatisches Bremslicht bei starker Verzögerung zu aktivieren. Zudem kann man die drei Lichtmodi anpassen, die man entweder direkt in der App oder über den Knopf am Helm aktiviert. Neben sechs Vorlagen kann man auch ganz eigene Blink-Muster erstellen, insgesamt stehen hier 24 Segmente in einem Intervall von zwei Sekunden zur Verfügung.

‎Lumos Helmet
‎Lumos Helmet
Entwickler: Lumen Labs Inc
Preis: Kostenlos

Eine Einschränkung ist dabei nur die Akkulaufzeit. Die integrierte Batterie hält rund sechs Stunden im Blinklicht-Modus und drei Stunden bei kontinuierlichem Licht. Das sind wahrlich keine Top-Werte, aber für den Alltag wohl mehr als ausreichend. Und am Ende ist es keine große Hürde, den Helm mal für zwei Stunden an das magnetische Ladekabel zu hängen.

Der einzige echte Punkt, über den man meiner Meinung nach diskutieren kann, ist der Preis. Die unverbindliche Preisempfehlung für den Lumos Kickstart liegt bei 180 Euro, das ist fast drei Mal so viel, wie man für einen guten, herkömmlichen Fahrradhelm bezahlt. Immerhin: Von den vier verfügbaren Farbvarianten des Lumos Kickstart bekommt man zwei aktuell bereits für unter 150 Euro. Zusätzlich gibt es noch eine etwas teurere Variante mit MIPS (Multi-directional Impact Protection System), bei denen der Träger zusätzlich vor bestimmten Rotationskräften bei Stürzen geschützt ist.

Lumos Kickstart Fahrradhelm (Cobalt_Blue)
1.095 Bewertungen
Lumos Kickstart Fahrradhelm (Cobalt_Blue)
  • FALLEN SIE AUF DER STRASSE AUF: Mit 10 weißen LEDs vorne, 16 roten LEDs hinten und je 11 LEDS in orange für jeden Blinker - Von Autofahrern, Fußgängern und andere Radfahrern werden Sie besser...
  • TIPPEN, UM ZU BLINKEN: Wenn Sie abbiegen, tippen Sie einfach auf den entsprechenden Knopf auf der Fernsteuerung am Lenker

Lumos Kickstart Fahrradhelm (Pearl_White)
1.095 Bewertungen
Lumos Kickstart Fahrradhelm (Pearl_White)
  • FALLEN SIE AUF DER STRASSE AUF: Mit 10 weißen LEDs vorne, 16 roten LEDs hinten und je 11 LEDS in orange für jeden Blinker - Von Autofahrern, Fußgängern und andere Radfahrern werden Sie besser...
  • TIPPEN, UM ZU BLINKEN: Wenn Sie abbiegen, tippen Sie einfach auf den entsprechenden Knopf auf der Fernsteuerung am Lenker

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Kommentare 14 Antworten

  1. Ich hab den Helm seit fast 3 Jahren und bin immer noch begeistert. Die Autofahrer auch, weil man wird einfach viel eher erkannt.

    Und ich hatte einen Sturz bei 60km/h und ohne Helm keine Chance. Er hat alles aufgefangen und war nachher total im Eimer.

      1. Ich hatte gestern fast einen Radler auf der Haube. Ich hatte gerade noch etwas, beim Blick über der Schulter, zwischen Kopfstütze und Beifahrersitz zappeln sehen. Das sind die Situationen im Stadtverkehr die ich gefährlich für den Radler finde und wo der Helm bzw. dessen LED’s nix bringen.
        Klar ist es wieder fein etwas zu haben, wo man per App dran rumbastlen kann. Aber wo ist der mehrwert – abgesehen von den Mehrkosten? Ein guter Helm (ggf. mit Reflektoren) und ein anständiges Rücklicht sind völlig ausreichend.

      2. Ja ich fahre Rennrad und mein Rekord bergab liegt bei 96km/h. Derzeit bin ich aber mehr mit dem MTB abseits der Straßen unterwegs.

  2. @Fabian: Versucht es mal bei Meinhövel in Gelsenkirchen. Die sind da besser organisiert. Oder den Fahrrad.de Store im Indupark in Dortmund, da ist die Auswahl groß und die können alle Fahrräder bestellen, die auch auf der Internetseite bestellbar sind. Und die Rückfahrt nach Bochum dauert ca. 45-60 Minuten. Ich spreche aus Erfahrung ?

    1. Bei Meinhövel am Hannibal ist das echt extrem. Balance in der Innenstadt hat leider das Cube Ella Hybrid nicht da, das würden wir uns aber gerne mal ansehen. Aktuell erreichst du halt auch niemanden telefonisch. Muss ich doch mal mit Rauchzeichen oder ner E-Mail versuchen 😉

      1. Stimmt, bei Balance sind die leider auch total ausgelastet. Falls du auf der Internetseite von Meinhövel eine Anfrage gestellt hast, vergiss es, die bearbeiten die Anfragen derzeit nicht. Ich hab gerade gesehen, dass das Cube Ella Hybrid aus dem Zentrallager nach Gelsenkirchen lieferbar ist. Ich würde einfach mal vorbeifahren. Auch wenn ihr dann wahrscheinlich nochmal dahin müsst um es dann Probe zu fahren. Aber in Gelsenkirchen ist nie eine Warteschlange vor dem Laden gewesen, man musste nur etwas auf einen Berater im E-Bike Bereich warten. Und falls ihr das Fahrrad dort kauft, ihr könnt ab dem Zoom über die Erzbahntrasse bis zur Jahrhunderthalle durchfahren. Eine schöne Strecke und nicht all zu weit. Ich habe mein Fahrrad nämlich auch in Gelsenkirchen gekauft und bin damit nach Bochum gefahren.

  3. @fabian. Wenn du Fragen zu Bikes oder Technik hast schreib mir gern. Hab da die letzten zwanzig Jahre ein wenig Erfahrung mit gesammelt während der Arbeitszeit.

  4. Ich hab den Helm auch seit mehr als zwei Jahren. Und ich finde ihn super. Aber bei längeren Touren fällt das Gewicht schon ins Gewicht.
    Daher wird er nur eingesetzt, wenn es dunkel ist.

    1. Ich nutze den Helm jetzt auch schon über ein Jahr. Seitdem hat es einige Updates gegeben, die den Helm verbessert haben, so z.B.daß man das Blinkmuster selber definieren kann. So habe ich mir ein Preset angelegt, bei dem die LEDs aus sind. Das nutze ich bei Tageslicht, so spart man Akku, kann aber trotzdem den Blinker nutzen. Was mir noch gefehlt hat war ein Fliegengitter, aber das habe ich einfach selbst von innen vor die vorderen Lüftungsschlitze geklebt.

  5. Bin ebenfalls seit knapp zwei Jahren mit dem Helm in der Stadt unterwegs. Ich habe ein schnelles Blinkmuster in der Nacht und damit fällt man schon gut auf. Nutze eigentlich nur die Fernbedienung am Lenker, die Steuerung mit Uhr zu unpraktisch. Würde ich immer wieder kaufen.

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