Lumos Matrix Urban: Spacig-smarter Fahrradhelm sorgt für mehr Sicherheit im Verkehr

Nachfolger des Lumos Kickstart

Die Tage werden kürzer, es wird schneller dunkel, die Sicht auf den Straßen schlechter. Gerade Radfahrer sind daher allerhand Gefahren ausgesetzt, da sie trotz eingeschaltetem Licht am Fahrrad nur schlecht gesehen werden. Für zusätzliche Sicherheit auf dem Zweirad sorgen die Helme von Lumos: Das US-Unternehmen stellt seit einiger Zeit smarte Fahrradhelme mit zusätzlicher Beleuchtung, Abbiegehinweisen und Bremslichtern her. 

In meinem Haushalt kommt schon seit längerem das erste Modell von Lumos, der Lumos Kickstart, sehr zufriedenstellend zum Einsatz. Der luftdurchlässige Fahrradhelm verfügt an der Front- und Rückseite über integrierte LED-Streifen, die blinkend oder durchgängig leuchtend eingeschaltet werden können. Über eine Bluetooth-Fernbedienung, die am Lenker angebracht wird, können auch visuelle Abbiegehinweise angezeigt werden, zudem gibt es ein automatisches Bremslicht und eine Unterstützung für die Apple Watch, um über Armbewegungen Abbiegehinweise auszulösen. Der Lumos Kickstart wurde seinerzeit sehr erfolgreich bei Kickstarter finanziert und gehört zu den ersten smarten Fahrradhelmen.

Mit dem neuen Lumos Matrix Urban hat der Hersteller nun die neueste Generation des Fahrradhelms auf den Markt gebracht und bietet diesen unter anderem im Apple Online Store zum Preis von 279,95 Euro an. Im Webshop von Lumos gibt es derzeit noch eine Black Friday-Aktion, mit der sich 30 Euro auf jeden Helm sparen lässt. So zahlt man für den in Schwarz oder Weiß erhältlichen Lumos Matrix Urban 249,95 Euro.

Für kleinere Köpfe nur bedingt geeignet

Der Lumos Matrix Urban ist – der Name des Helms deutet es bereits an – vor allem für urbane Radfahrer, sprich Stadtradler, gedacht. Das zeigt auch das fast geschlossene halbrunde Design des Helms, das ein wenig an Schutzhelme für Skateboarder erinnert. Anders als noch beim Lumos Kickstart mit seinen dünnen LED-Lichtstreifen setzt man hier nun auf der Rückseite auf eine große RGB-Matrix mit bis zu 1.000 Lumen Helligkeit. Das 7×11-Panel kann mit eigenen Licht-Animationen belegt werden und zeigt wie schon der Vorgänger auch visuelle Hinweise in Pfeilform an. Auch hier gibt es entweder die Möglichkeit, die Abbiegehinweise über eine kleine Bluetooth-Fernbedienung am Lenker oder über Armbewegungen mit der Apple Watch auszulösen. Beim Abbremsen erkennt der Helm die verringerte Geschwindigkeit und lässt dies den nachfolgenden Verkehr über Bremslichter an der rückseitigen RGB-Matrix wissen.

Ich hatte nun seit einiger Zeit die Gelegenheit, den Lumos Matrix Urban selbst einmal im Straßenverkehr ausprobieren zu können, und will euch daher meine ersten Erfahrungen mitteilen. Laut Angaben des Herstellers eignet sich die Universalgröße des Fahrradhelms für Kopfumfänge zwischen 56 und 61 cm. Ich trage im Normalfall Fahrradhelme, die meinem Kopfumfang von 56 cm entsprechen – und so war ich nicht milde erstaunt, dass der Lumos Matrix Urban selbst in der kleinsten Einstellung über das für Radhelme typische Drehen an einem kleinen Rädchen noch zu groß für meinen Kopf war. Wirklich fest und sicher saß der Helm auf meinem Kopf nicht, so dass ich Menschen mit kleinen Kopfmaßen diesen Helm nicht empfehlen würde. 57 bis 58 cm Kopfumfang sollten es schon sein, damit der Lumos Matrix Urban sicher und fest am Kopf befestigt werden kann. Mit einem Gewicht von 585 Gramm ist das Exemplar zudem deutlich schwerer als sein Vorgänger (380 Gramm) oder auch einem Giro-Rennradhelm ohne jegliche smarte Features (256 Gramm) – aber irgendwo müssen Akku und weitere technische Komponenten ja untergebracht werden. 

Bis zu sechs personalisierte Animationen möglich

Die Einrichtung des Lumos Matrix Urban ist dagegen schnell erledigt: Ein mitgeliefertes USB-Ladekabel samt Magnetstecker lädt den Fahrradhelm binnen 2-3 Stunden komplett an der Steckdose auf, auch die kleine Lenker-Fernbedienung kann auf diese Weise wieder mit Strom versorgt werden. Besonders praktisch: Der aktuelle Ladezustand des Helms wird während des Ladevorgangs in Prozentzahlen auf der rückseitigen RGB-Matrix angezeigt, und auch beim Ein- und Ausschalten gibt es eine identische Information auf dem Panel. A propos Ein- und Ausschalten: Dies geschieht, anders als beim Vorgänger mit seinem rückseitigen Button, nun an der linken Gurtseite über einen kleinen gummierten Button.

Über den Ein- und Aus-Button können auch bis zu sechs verschiedene gespeicherte Animationen nacheinander aufgerufen werden. Diese lassen sich über die kostenlos zu beziehende iOS-App von Lumos (App Store-Link) individuell einrichten, beispielsweise mit verschiedenen Blinkmustern für die Front-LED-Leiste oder auch mit farblich angepassten Animationen für die RGB-Matrix auf der Rückseite. Die Lumos-App stellt dazu insgesamt neun verschiedene Muster zur Verfügung, die in variabler Geschwindigkeit und Helligkeit angezeigt werden können, darunter auch ein pulsierendes Herz, eine Regentropfen- und Radar-Animation, ein buntes Feuerwerk sowie sich hin- und herbewegende Muster. Besonders cool ist die Laufschrift-Animation: Hier kann der Nutzer eigene Texte mit bis zu 30 Buchstaben in einer beliebigen Farbe einrichten. Ein Freund von mir bestand so gleich auf einem „RESISTANCE IS FUTILE“-Schriftzug aus Star Trek. Ich habe mich jedoch bisher gescheut, mit dieser provozierenden Aussage am Straßenverkehr teilzunehmen. Der Kreativität sind aber definitiv keine Grenzen gesetzt. 

Die Lumos-App dient außerdem dazu, weitere Einstellungen für den smarten Fahrradhelm vornehmen zu können. So lassen sich darüber Firmware-Updates einspielen, die akustischen Signale ein- und ausschalten, der Akkustand für den Helm und die Fernbedienung anzeigen und auch die Bremslicht-Funktion sowie ein Fahrtentracking aktivieren bzw- deaktivieren. Denn: Wer möchte, kann bei aktivierten Ortungsdiensten die Fahrt aufzeichnen und dann mit Apple Health und Strava synchronisieren. 

Wasserfest und mit praktischer Zopf-Öffnung

Offiziell soll der Lumos Matrix über eine Akkulaufzeit von bis zu 10 Stunden bei einer Ladung aushalten können. Wer jedoch sein Licht an Front- und Rückseite kontinuierlich leuchten lässt, wird diese Stunden allerdings nicht erreichen. Je nach ausgewähltem Blink- oder Animationsmodus kam ich etwa auf 5-7 Stunden bei einer Akkuladung – was für mehrere Tage Pendelverkehr in der Stadt auf jeden Fall ausreicht. Und auch wenn das Wetter einmal nicht das beste sein sollte, ist der Radfahrer mit dem Lumos Matrix Urban fein raus: Der smarte Helm ist wasserfest und kann so auch bei Regen problemlos verwendet werden. Damen und Herren mit längeren Haaren können darüber hinaus auch von einer speziellen Zopf-Öffnung Gebrauch machen, so dass das Tragen des Helms nicht unbequem wird. Im Lieferumfang befindet sich zudem ein ganzes weiteres Set an Kopfpolstern, um diese bei Bedarf einfach per Klettverschluss lösen und austauschen zu können. 

Insgesamt bin ich als kleiner Gadget-Fan mehr als nur begeistert von diesem coolen und sicheren Fahrradhelm. Schade nur, dass mein Köpfchen für dieses spacige Zubehör leider etwas zu klein geraten ist. Im Winter kann ich mir zumindest mit einer dünnen Mütze oder Kopfband unter dem Helm aushelfen. Für jede Menge neugieriger Blicke auf der Straße oder gar kleine Smalltalks beim Warten an der roten Ampel sorgt der Lumos Matrix Urban aber auf jeden Fall. Auffallen im Straßenverkehr ist aber vor allem in dieser dunklen Jahreszeit ein willkommenes Feature.

‎Lumos Helmet
‎Lumos Helmet
Entwickler: Lumen Labs Inc
Preis: Kostenlos

Kommentare 5 Antworten

      1. „Lang“ ist relativ. Die Wikipedia „Artikel des Tages“ sind dann wirklich lang und manchmal nicht am betreffenden Tag zu schaffen. Hier ist doch alles gut, keine ausufernden Details und trotzdem ausführlich. Danke dafür

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Copyright © 2019 appgefahren.de