Privatsphäre unter iOS: Einige Apps tracken ihre User weiterhin

App Tracking Transparency wird umgangen

Apple hat im vergangenen Jahr mit iOS 14.5 das sogenannte App Tracking Transparency-Feature eingeführt. Damit muss jede installierte App auf iPhones und iPads den Nutzer bzw. die Nutzerin fragen, ob sie getrackt werden dürfen oder nicht. Wie nun das Magazin 9to5Mac berichtet, haben einige Entwickelnde neue Wege gefunden, um iOS-User weiterhin zu verfolgen, auch wenn diese das Tracking durch Drittanbieter-Apps abgelehnt haben.

Dies zeige laut 9to5Mac eine neue und unabhängige Untersuchung, die aufdeckte, wie iOS-Entwickelnde die neuen Datenschutzfunktionen umgehen, um Nutzer und Nutzerinnen zu identifizieren und zu verfolgen, auch wenn diese es nicht wollen. App Tracking Transparency, kurz ATT, würde zwar funktionieren, habe aber immer noch einige Schlupflöcher, die es Anwendungen ermöglichen würden, unbemerkt Daten vom Gerät eines Users zu sammeln.


„Die Forscher analysierten neun iOS-Apps, die serverseitigen Code verwenden, um eine Benutzerkennung zu generieren, selbst wenn App Tracking deaktiviert ist. Der Code scheint von einer Tochtergesellschaft des chinesischen Unternehmens Alibaba bereitgestellt zu werden, die in der Lage ist, diese Kennung appübergreifend zu verfolgen. Infolgedessen sind Werbeunternehmen immer noch in der Lage, Inhalte auf einen bestimmten Nutzer auszurichten.“

So berichtet 9to5Mac bezüglich der ATT-Untersuchung. Letztere verglich insgesamt 1.759 Anwendungen, und zwar bevor und nachdem App Tracking Transparency für iOS-Nutzer und -Nutzerinnen freigegeben wurde. „Obwohl ein Viertel dieser Apps behauptet, dass sie keine Nutzerdaten sammeln, enthalten 80 Prozent von ihnen immer noch mindestens eine Tracking-Bibliothek“, so 9to5Mac. In der Untersuchung heißt es:

„Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Tracking-Firmen, insbesondere größere Unternehmen mit Zugang zu großen Beständen von Erstanbietern, immer noch Nutzer hinter den Kulissen verfolgen. Sie können dies durch eine Reihe von Methoden tun, einschließlich der Verwendung von IP-Adressen, um installationsspezifische IDs über Apps hinweg zu verknüpfen, und durch die von einzelnen Apps bereitgestellten Anmeldefunktionen (z.B. Google- oder Facebook-Anmeldung oder E-Mail-Adresse).“

Trotz der in der Studie erhobenen Daten heißt dies grundsätzlich nicht, dass App Tracking Transparency nutzlos ist. Durch ATT wird es Entwickelnden tatsächlich erschwert, Nutzer und Nutzerinnen auszuspähen und ihre Daten zu sammeln. Zudem können sie trotz einiger Workarounds längst nicht mehr alle Daten erheben, die sie gerne möchten. Es ist darüber hinaus davon auszugehen, dass Apple die Funktion in den nächsten Jahren kontinuierlich verbessern wird, um die Privatsphäre der eigenen Kunden und Kundinnen weiter zu schützen.

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Kommentare 15 Antworten

  1. Wenn Ihr „Entwickelnde“ schreibt, warum schreibt Ihr dann nicht konsequenterweise auch „Nutzende“? Und „Lesende“. Und „Anbietende“. Und „Usende“. Und „Abonnierende“…

  2. Interessant wäre eine Auflistung derer, die uns so hintergehen und vor allem seitens der „offiziellen“ Maßnahmen zu ergreifen und diese zur Rechenschaft zu ziehen.

    1. Ideologie? Weil die Autorin Mel eine nicht diskriminierende Formulierung verwendet und das an deinem Ego kratzt?
      Du kannst ja gerne zu Computer-Bild rüber schauen wenn’s dir hier nicht passt.

      1. @agnostiker: Es ist nicht das erste Mal, dass Mels krampfhafter Versuch, eine „nicht diskriminierende Formulierung“ zu verwenden, den eigentlichen Inhalt verdrängt und dabei zu anderen lustigen Fehlern führt. Hauptsache korrekt gegendert. Auch hier, total inkonsequent: „Entwickelnde“, aber „Nutzer und Nutzerinnen“.
        Mal ganz davon abgesehen, dass „Entwickelnde“ Personen sind, die jetzt im Augenblick gerade entwickeln. Nicht etwa Entwickler, die gerade Pause machen oder für heute schon Feierabend haben.
        Zeig mir eine andere Sprache, bei der vor lauter Ideologie und Gegendere die eigentliche Information, also das relevante, das was eigentlich mitgeteilt werden soll, auf der Strecke bleibt.

  3. Wer das Internet auf privaten Geräten verwendet, der wird auch immer zum Zweck der Informationsgewinnung (sowie legitim zu erwünschten Dienstbereitstellungen) getrackt werden. Und die Mehrheit ist damit auch einverstanden, wie die Einstellungen der meisten Handies zeigen.

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