Sygic Europa & Russland mit 70% Rabatt: Navi-App mit Real Traffic im ausführlichen Test

Der App Store hält neben den Navigations-Flaggschiffen TomTom und Navigon auch noch weitere Lösungen für iPhone und iPad bereit – dazu zählt auch Sygic Europa.

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Laut App-Beschreibung ist die Sygic-App „die am häufigsten heruntergeladene Offline-Navigationsanwendung der Welt“ und kommt auf etwa 30 Millionen Downloads. Auch wir waren neugierig und haben die Sygic Europa & Russland-Applikation nun seit einiger Zeit testen können. Im Verlauf dieses Tests haben wir mehr als 120 km, davon einige auf bundesdeutschen Autobahnen und Bundesstraßen, mit der App auf dem iPhone an der Windschutzscheibe absolviert.

Die App mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis ist derzeit Sygic Europa & Russland (App Store-Link), denn immerhin gibt es die Navi-Lösung derzeit mit einem satten Rabatt in Höhe von 70 Prozent. Statt ursprünglich 69,99 Euro werden momentan nur 19,99 Euro gefordert. Außerdem hat Sygic noch einige andere Regionen im Portfolio: D-A-CH (App Store-Link), die momentan für 14,99 Euro zu haben ist, oder die Europa-Variante (App Store-Link) für 29,99 Euro ohne Russland. Auch für außereuropäische Ziele gibt es spezielle Sygic-Navi-Apps im deutschen Store, darunter für die USA (App Store-Link), Australien & Neuseeland (App Store-Link) oder auch Brasilien (App Store-Link) für alle WM-Fahrer. Eine passende und günstige Autohalterung haben wir euch gestern vorgestellt.

Ein erster großer Vorteil der für den Test genutzten Europa & Russland-Variante ist eine nur geringe Downloadgröße der Basis-App, die mit knapp 59 MB in einem WLAN-Netz schnell erledigt sein wird. Da Sygic als OnBoard- bzw. Offline-Navigation mit auf dem Gerät gespeicherten Karten agiert, ist es vor der ersten Nutzung zunächst notwendig, die benötigten Anwendungsdaten und Länderkarten innerhalb der App herunterzuladen. Für das Kartenmaterial für Deutschland wurden in meinem Fall nochmals etwa 591 MB fällig. Ähnlich wie in Navigations-Lösungen von Navigon können sich in einem Map Manager immer wieder Karten austauschen und neu herunterladen lassen, beispielsweise für einen Urlaub.

Sind diese ersten Schritte erfolgreich absolviert worden, steht der ersten Navigationstätigkeit eigentlich nichts mehr im Wege. Wer auf ausführliche und aktuelle Verkehrsdaten, dem von Sygic als „Real Time Traffic“ bezeichneten Feature, nicht verzichten will, kann in der App ein Jahresabo für 19,99 Euro in der Europa-Variante abschließen. Ebenso verhält es sich mit aktuellen Radarfallen, dort kann entweder ein Monats-Abo für 1,79 Euro, oder auch ein Jahresabonnement für 9,99 Euro erstanden werden. Dieses Paket enthält neben den fest installierten Radarkameras auch weitere, mobile Blitzer, die von der Community gemeldet werden. Optional gibt es im Sygic Store noch alternative Sprachansagen von Homer Simpson und Co., sowie eine Möglichkeit, ein Head-Up-Display für 9,99 Euro freizuschalten. Letzteres wird aber direkt über das iPhone oder iPad abgewickelt, und nicht in Kombination mit einem externen Gerät.

Sygic Europa: Übersichtliche Ansicht und Zusatzwarnungen

Bezüglich des verwendeten Kartenmaterials und der Real Time Traffic-Informationen baut das Unternehmen von Sygic auf eine Kooperation mit TomTom, die die entsprechenden Daten liefern. Auch das Design der Navi-App ähnelt in einigen Bereichen der Anwendung des niederländischen Herstellers: So kommt auch dort in der Navigationsansicht eine breite Leiste am unteren Bildrand zur Anwendung, in der sich die nächste Abbiegeanweisung samt Richtungspfeil prominent in der Mitte, und jeweils zwei Parameter der Reise zu ihrer linken und rechten Seite platziert befindet. Bei Sygic Europa sind dies am linken Rand die voraussichtliche Ankunftszeit und verbleibenden Kilometer, sowie am rechten Rand die aktuelle Geschwindigkeit und Restdauer der Fahrt. Für meinen Geschmack sind diese Informationen etwas zu klein geraten, und auch die Leiste selbst nimmt im Querformat relativ viel Platz auf dem Screen ein. Dafür verfügt die Sygic-App aber über einen Fortschrittsbalken, der sich oberhalb der Informationsleiste befindet, und wie bei einem Download-Balken den Fortschritt der Reise anzeigt.

Die mittlerweile zum Standard einer jeden Navigations-App gehörenden Features wie integrierte POIs, einer Fußgängernavigation mit Sprachansagen, Turn-by-Turn-Navigation mit gesprochenen Straßennamen, eine Anzeige der Geschwindigkeitsbegrenzung samt akustischer Warnungen, einem Fahrspurassistenten und einer Vollbild-Anzeige beim Abbiegen von Autobahnen finden sich selbstverständlich auch in Sygic Europa. Darüber hinaus gibt es kleine, aber feine Gimmicks, die das Leben des Verkehrsteilnehmers erleichtern. So haben die Sygic-Macher einige Warnhinweise, wie etwa vor scharfen Kurven, oder auch vor bevorstehenden Änderungen der Geschwindigkeitsbegrenzung, eingebaut, ebenso wie eine Kompass- und Stoppuhrfunktion in der Fußgängernavigation, sowie optional einblendbare Informationen zum Datenverbrauch der App – insbesondere im Ausland dürfte diese Funktion nützlich sein. Weitere nennenswerte Features sind 3D-Ansichten von Gebäuden in größeren Städten, eine Community-Funktion, über die man sich mit Freunden vernetzen kann, sowie ein Reisecomputer, der Statistiken über die letzten absolvierten Routen erstellt.

Verbesserungspotential für Sprachansagen und Akkuverbrauch

Bei meinen Tests war es entgegen der App-Beschreibung nicht möglich, bei kürzeren Strecken drei alternative Routen vor der Navigation einblenden zu lassen. Selbst bei einer Fahrt von über 400 km in die Bundeshauptstadt Berlin wurden mir gerade einmal zwei Optionen angezeigt. Immerhin können über ein Verschieben der geplanten Route neue Wegpunkte hinzufügt und somit der bevorzugte Weg gefunden werden. Navigieren lässt es sich bequem über eine Suche nach Adressen, zu Kontakten des iDevices, zu POIs, zu vorher eingepflegten Favoriten, bestimmten Koordinaten, zu den letzten Zielen oder auch direkt zur Heimatadresse. Sygic Europa beherrscht dabei alle Navigations-Optionen wie die Vermeidung von Autobahnen, Mautstraßen, Fähren oder unbefestigten Straßen und lässt den Nutzer zwischen der schnellsten, kürzesten und ökonomischsten Route wählen.

Während meiner Testfahrten mit der Sygic Europa & Russland-App erfolgten die Sprachansagen vor Abbiegeaktionen in jedem Fall früh genug und sehr deutlich. Die freundliche deutsche Frauenstimme beherrscht es auch, Straßennamen anzusagen und weist gleich zweimal auf die nächste zu erfolgende Aktion hin. Als wenig hilfreich habe ich nur die Ansage „An der zweiten Straße links abbiegen“ empfunden – hier wäre ein Hinweis à la „In 200 Metern links abbiegen“ hilfreicher gewesen, insbesondere in Gegenden, wo man sich nicht auskennt, ist die zusätzliche Konzentration und das Zählen der nächsten beiden Straßen mehr als irritierend. Immerhin wird man kurz vorm Abbiegevorgang, also etwa 20 m vor der Aktion, nochmals mit „jetzt links abbiegen“ freundlich erinnert. Kleine Probleme gab es auch bei Hinweisen zum Verlassen der Autobahn. Die Sprachansage „Nehmen Sie die Ausfahrt 17“ ist wenig hilfreich, wenn man sich kurz vor dem Abbiegestreifen befindet und nicht weiß, ob diese Ausfahrt nun wirklich die 17 ist oder nicht. Zwar werden die Nummern der Ausfahrten auf Schildern auf der Autobahn angezeigt, aber schon so weit im Voraus, dass man sie bei lebhaftem Verkehr auch gerne einmal übersieht.

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Wer es tatsächlich wagen will, Sygic Europa im Fahrzeug ohne eine externe Stromquelle zu nutzen, sollte sich auf eine sehr kurze Akkulaufzeit gefasst machen. Zwar bietet die App eine Optimierung der Funktionen für den Akku- und Strombetrieb an, allerdings war in meinem Fall selbst bei der ausgewählten Option „Stromsparer“ kaum mehr als 2 Stunden aktiver Betrieb möglich. Dieses Problem haben auch andere Navigations-Apps, die sich der GPS-Funktion des Gerätes bedienen, aber gerade bei der Sygic-Applikation habe ich die Laufzeit im Akkubetrieb als sehr kurz empfunden. Hier besteht trotz des angebotenen Batterie-Managements mit seinen drei Varianten „Höchstleistung“, „Optimiert“ und „Stromsparer“ noch Luft nach oben.

Positiv: Verkehrsmeldungen und kostenlose Karten-Updates

Positiv zu vermerken ist hingegen die Integration der Real Time Traffic-Funktion, die meiner Meinung nach gelungen ist. Hat man das Feature per In-App-Kauf aktiviert, findet sich ein kleiner Button am linken Bildschirmrand, der Verkehrsmeldungen wie Baustellen, Straßensperrungen und Staus anzeigt. In den Einstellungen lässt sich zudem festlegen, ob man Staus unbedingt vermeiden will oder diese in Kauf nimmt. Im Gegensatz zu meiner ansonsten bevorzugten Navigationslösung von Navigon wird man allerdings nicht direkt vor Antritt der Reise über die Meldungen informiert, die die berechnete Route betrifft, sondern bekommt diese im Verlauf der Reise angezeigt. Alternativ kann man sich den Verlauf der Route auf einer Karte ansehen und über Markierungen und Warnschilder herausfinden, ob und wo Verkehrsmeldungen anzutreffen sind, und mit welcher Verzögerung zu rechnen ist.

Ein weiterer Pluspunkt von Sygic Europa ist die Bereitstellung von kostenlosen Karten-Updates, die laut Entwickler mehrmals im Jahr erfolgen. Bei anderen Navigations-Anwendungen wie Navigon muss man allein für diese „Fresh Maps“-Funktionalität derzeit allein 29,99 Euro auf den Tisch legen. Schaut man in die Update-Historie von Sygic Europa, stellt man tatsächlich fest, dass die Developer regelmäßig Updates mit Verbesserungen, neuen Features und aktualisiertem Kartenmaterial bereitstellen.

Insgesamt bescheinigen wir der Sygic Europa-App daher ein positives Zeugnis. Neben übersichtlichen Ansichten, hochwertigem TomTom-Kartenmaterial und -Verkehrsinfos sowie vielen kleinen Zusatzfunktionen wie 3D-Gebäuden oder einem Kurvenwarner kann die Sygic-App mit einem Reisecomputer, optionalen mobilen Radarfallen, individuell auswählbaren Länderkarten und einem im Vergleich zu anderen OnBoard-Navis für iOS hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis punkten. Wenn nun auch noch die Sprachansagen optimiert und die Real Live Traffic-Funktionen schon vor der Abfahrt ersichtlich sind, ist Sygic eine mehr als ebenbürtige Alternative zu Navigon und Co. In den kommenden Wochen sollen die vorhandenen Sygic-Navi-Apps sukzessive auch mit einem größeren Design-Update versehen werden. Die kostenlose Variante hat dieses bereits bekommen, auch auf der Website des Unternehmens lassen sich erste Eindrücke dazu gewinnen.

Kommentare 24 Antworten

  1. Moin,
    Ich weiß, ist OFFTOPIC …
    Aber trotzdem treibt es mich um:

    Gibt es eine NavigationsApp für Motorradfahrer, in der man „kurvige Strecke“ eingeben kann??

    1. Bei Navigon (Garmin) kann man verschiedene Routenoptionen einstellen, bspw. *Schön* u. Autobahn vermeiden, somit enthält die Tour mehr kurvenreiche Überlandstrecken welche in der Vorschau mit diversen Verläufen ausgewählt werden kann.
      Oder man sucht sich spezielle Moped-Navis.

    2. Ja, bei der normalen TomTom App kann man neben schnellster oder kürzester Route auch „kurvenreiche Strecke“ auswählen (dazu noch spritsparende Route, Autobahnen vermeiden, Fußgänger, Fahrrad, begrenzte Geschwindigkeit).
      TomTom hat ja eine Probier-Version, 99 Cent für 30 Tage, da kannst du es einfach mal ausprobieren:
      https://itunes.apple.com/de/app/probier-tomtom-gps-navigation/id649302921?mt=8

      Ich war viele Jahre Navigon-Nutzer, bin aber vor einiger Zeit auf TomTom umgestiegen und bin sehr zufrieden. Vor allem die Stauhinweise (die extra kosten) sind hilfreich und fast immer top aktuell.

    1. Das ist die Gratis-Version, in der du Zusatzfunktionen per In-App-Kauf kaufen kannst. Auch hier ist die Version „Europa und Russland“ auf 19,99 Euro reduziert.

  2. Die Ausfahrtsnummer ist in Deutschland üblicherweise auf dem 1000m Hinweisschild angegeben, sowie nochmal auf der 300m-Warnbake vor der Ausfahrtsspur. Nur zur Info 😉

  3. Ist ein auf Open Street Map basierendes Navi wie bspw (ehemals hieß es so) Skobbler nicht zukunftssicherer und gleichzeitig billiger? In Dänemark und auf dem Weg dahin hat es noch immer sehr gut gelotst.

    1. Skobler führt mich durch Stadtparks und Waldwege im Modus schnellste Route Auto. Ich habe keinen Geländewagen. Außerdem frisst es richtig viel Akkuleistung trotz Offlinekarte. Da nehme ich lieber das Onlinerouting mit Applemaps. Das spart Akkuleistung!

  4. Sygic hat uns sowohl auf den Kanaren als auch quer durch Nordamerika über mehrere Wochen sehr gute Dienste geleistet. Die stärke ist ganz klar die Offline-Navigation im Ausland – für den Bruchteil des Preises eines Leih-Navis im Mietwagen. Nur in tiefen Hochhausschluchten Torontos hat das GPS im Flugzeugmodus mal gestreikt und Unsinn angezeigt.
    Geschmackssache: Ich kann mit „2. Kreuzung“ viel mehr anfangen als mit „500 Meter“, insbesondere in der Stadt. Und auf Autobahnen finde ich Abfahrtsnummern auch das eindeutigste.

  5. Kann es sein, dass Navigon als einzige die Möglichkeit bietet, einen Anruf zu simulieren, so dass bei einer Freisprecheinrichtung das Radio leider wird und die Ansage über die Lautsprecher kommt?
    Habe schon mehrere Navis probiert. Weder TomTom noch die hier erwähnte App kann dies.

      1. Bei der fse von vw kommt die Ansage nur über Bluetooth durch wenn das Iphone auch als Musik Zuspieler läuft. Höre ich normales Radio wird dies leider nicht ausgeblendet. Bei Navigon funzt dies aufgrund des vortäuschens eines Anrufs.

  6. Kleiner Joke am Rande:
    Auf dem Kartenausschnitt von Berlin hier in der Bildergalerie des Artikels steht an der Stelle, wo der Deutsche Bundestag steht und auch abgebildet ist, die Bezeichnung: Bundeswehrkrankenhaus Berlin…

    Das lässt sich jetzt sehr vielfältig interpretieren…

  7. Hi,
    hat Sygic in dieser Version das HD Traffic soweit verbessert, dass bei geänderter Verkehrssituation ein automatisches Rerouting stattfindet oder zumindest gefragt wird ob die neue gefundene und schnellere Route genutzt werden soll?

    1. In die Situation bin ich bei meinen bisherigen Testfahrten noch nicht gekommen. Sollte ich aber bald die Erfahrung machen, werde ich es hier posten. Vielleicht gibt es auch noch andere Sygic-User, die dazu schon mehr sagen können?

      1. Update heute: Sygic macht Rerouting. Hab mal mein Heimweg vom Büro ins iPhone eingegeben. Als auf der A3 bei Frankfurt der Stau größer wurde, hat er anstelle der A3 über die B43 durch Neu Isenburg umgeroutet (geiles Wort). Scheint also zu klappen. Nicht schlecht!

  8. Bei mir geht die Lautstärkereglung nicht. Das iPhone ist per Kabel mit dem Zigarettenanzünder verbunden. Von da auch geht noch ein Klinkenstecker zum Autoadio. Ich kann am Lautstärkeregler zwischen 0 und 100% alles einstellen. Wenn ich übers iPhone nebenher Musik höre, dann brüllt die gute Dame immer mit voller Lautstärke dazwischen. Alle anderen Navis haben einen relativen Lautstärkeregler. Sygic hat einen der nicht funktioniert.

  9. Habe Sygic jetzt schon einige Monate auf meinem HTC One (M7) und bin rundum zufrieden. An einige Dinge musste ich mich zwar gewöhnen, aber insgesamt eine prima Navigationssoftware zu einem guten Preis.
    Einziger Schwachpunkte, den ich bisher gefunden habe:

    Bei einem Anruf wird die Lautstärke der Navigation heruntergeregelt – aber nach dem Auflegen nicht mehr reaktiviert.

    Hält sich also in Grenzen. 🙂

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