Apples Privatsphäre-Maßnahmen kosten Facebook 10 Milliarden USD in 2022

Apple sei Schuld an Umsatzeinbußen

Der Facebook-Konzern, mittlerweile in Meta umbenannt, hat gestern Umsatzzahlen für das Jahr 2021 bekanntgegeben und im Zuge dessen auch gleichzeitig Apple angegriffen. Die Maßnahmen, die Apple in iOS ergriffen habe, erschweren es Plattformen und Apps, Nutzer über andere Apps und Websites hinweg zu verfolgen, und würden dem Meta-Unternehmen im Jahr 2022 10 Milliarden Dollar kosten.

Der Facebook- bzw. Meta-Konzern hat 33,67 Milliarden USD an Umsatz generiert. Obwohl dieser höher als erwartet ausfiel, blieb der Gewinn pro Aktie hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Meta gab zugleich auch eine düstere Prognose für das erste Quartal 2022 ab und erklärte, dass man etwa 27 bis 29 Milliarden US-Dollar an Einnahmen erwarten würde. Diese Zahlen liegen unter den Erwartungen von 30 Milliarden USD. Meta sieht die Gründe für die schlechteren Ergebnisse jedoch nicht bei sich, sondern bei der Konkurrenz – namentlich Apple. So berichtet beispielsweise MacRumors:


„Wie schon in der Vergangenheit schob Facebook die Schuld für seine schwächere Performance im vergangenen Quartal auf die Maßnahmen, die Apple zur Verbesserung des Datenschutzes ergriffen hat. Vor allem Apples App-Tracking-Transparenz (ATT), die verlangt, dass Apps die Nutzer um Erlaubnis bitten, bevor sie sie in anderen Apps und auf anderen Websites verfolgen, wirkt sich negativ auf das Geschäft von Facebook aus, so Sheryl Sandberg, Chief Operating Officer des Unternehmens, während der Bilanzkonferenz.“

Metas Chief Financial Officer David Wehner geht sogar davon aus, dass die Auswirkungen von Apples Datenschutz-Maßnahmen noch deutlich größere Herausforderungen für den Konzern im nächsten Quartal bedeuten könnten. „Wir glauben, dass die Auswirkungen von iOS als Gegenwind auf unser Geschäft im Jahr 2022 in der Größenordnung von 10 Milliarden US-Dollar liegen, also ein ziemlich signifikanter Gegenwind für unser Geschäft.“

Meta: Apple bevorzugt Google

Wehner warf Apple zudem vor, Google in den eigenen Datenschutzrichtlinien zu bevorzugen. Er beschuldigte Apple, Googles Chrome-Browser sowie Googles Ad Search den Vorzug zu geben, da „Apple weiterhin Milliarden von Dollar pro Jahr mit Google Search-Anzeigen einnimmt, so dass eindeutig ein Anreiz besteht, diese Diskrepanz in der Politik fortzusetzen.“

Im vergangenen Jahr musste Facebook/Meta auch weitere Einbußen bei den Nutzerzahlen in Kauf nehmen. Die Zahl der täglich aktiven User (DAU) ist im vergangenen Quartal massiv eingebrochen. „Facebook meldete zum ersten Mal in seiner Geschichte einen Rückgang der Zahl der täglichen Nutzer seiner Plattform“, so MacRumors. „Die DAUs lagen im letzten Quartal 2021 bei 1,93 Milliarden und damit unter den 1,95 Milliarden des Vorquartals.“ Dennoch seien die DAU laut David Wehner im Jahresvergleich um 5 Prozent gestiegen.

Wie es scheint, merkt der Meta-Konzern nun langsam, dass das gewerbsmäßige Sammeln, Speichern und Verkaufen von Userdaten auch seine Grenzen hat. Warum sollte man sonst so scharf gegen Apples App Tracking Transparenz-Feature vorgehen und die Konkurrenz beschuldigen, für Umsatzeinbußen verantwortlich zu sein? Ich jedenfalls höre eine Menge Mimimi aus der Umsatzbekanntgabe Metas heraus.

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Kommentare 15 Antworten

  1. Und mich kostet die Privatsphäre einiges an Kohle aufgrund des Kurzsturzes von Meta 😔. Aber die zahle ich dann doch relativ gerne und werde mich wohl über kurz oder lang aus dem Investment zurückziehen. Das Geschäftsmodell verspricht keine glorreiche Zukunft mehr.

  2. Ob „Mimimi“ oder nicht, lasse ich mal dahingestellt. Denn Apples Maßnahmen zielen wohl kaum ausschließlich auf das Wohl der Nutzer (und natürlich -innen) ab, während man auf der anderen Seite fleißig daran feilt, wie man mit Werbung im AppStore noch mehr Kohle scheffeln kann. Da wird doch sehr mit zweierlei Maß gemessen. Ändert aber nichts daran, dass ein Geschäftsmodell, dass auf dem Ausbeuten von Kundendaten beruht, abgestraft werden sollte.

  3. Ist so ein bisschen, als ob der Stalker sich beschwert, dass sein Opfer eine Tür zum Haus hat. Der Zuckerberg will doch auch nicht alles preisgeben.
    Arschverein 😂

  4. Hm: FB konnte Informationen im Wert von 10Mrd. Geld nicht von Apple-Usern abfragen. Ist es nicht eher ein Skandal, dass andere Phone-Anbieter es zulassen, dass FB user-Daten einfach so abzweigt und sie vermarktet?

    Presse heute: Meta-Mitarbeiter haben noch den Absturz der Aktie erstmal die Hosen voll und einige sind schon auf Jobsuche. Die jährliche vom Aktienkurs abhängige Bonuszahlung wird wohl dieses Jahr etwas dünner ausfallen.

  5. Die Zahl der DAU sei „massiv“ eingebrochen .. ist bei denen der Abakus kaputt? Wir reden hier über ca. 1%.
    Dafür ist die Börsenbewertung um 25% gesunken – das nenne ich „massiv“.

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