Birdbuddy: Smartes Vogelfutterhaus schränkt Funktionen ohne Abo ein

Birdbuddy: Smartes Vogelfutterhaus schränkt Funktionen ohne Abo ein

Keine automatische Artenbestimmung mehr

Ein blaues Bird Buddy Futterhaus auf einem Pflock mit Garten im Hintergrund

Ein Futterhäuschen auf dem Balkon oder im Garten ist nicht nur eine vogelfreundliche Maßnahme, sondern erlaubt es auch, die kleinen Piepmätze bei der Nahrungsaufnahme zu beobachten. Wenn das Vogelhäuschen allerdings etwas weiter entfernt ist und man nicht immer mit einem Fernglas nach Besuchern Ausschau halten möchte, gibt es mit Birdbuddy seit einigen Jahren eine tolle Alternative.

Das Vogelfutterhaus verfügt auf der Innenseite über ein Kameramodul, das über eine WLAN-Verbindung regelmäßig gefiederte Gäste per zugehöriger iPhone-App (App Store-Link) meldet – inklusive kleiner Video- und Fotoaufnahmen. Über ein optional erhältliches Solarmodul für das Dach des Futterhauses kann das Kameramodul gerade in den wärmeren Monaten des Jahres komplett autark genutzt werden, ohne zwischendurch entnommen und aufgeladen werden zu müssen.


Auch bei mir im Garten hängt seit rund zweieinhalb Jahren ein blaues Birdbuddy-Futterhäuschen, das nach meinem Testbericht fast ganzjährig von den Piepmätzen in Anspruch genommen wird. Auch wenn ich die Push-Benachrichtigungen der Birdbuddy-App aufgrund der häufigen Besuche mittlerweile ausgeschaltet habe, schaue ich doch täglich in die Anwendung, um zu sehen, welche gefiederten Arten sich am Futterplatz tummeln.

Aufdringliches Werbebanner für das Premium-Abo

Drei iPhone-Screenshots aus der Birdbuddy-App
Eine automatische KI-Erkennung der Vogelarten erfolgt nun für Gratis-User nicht mehr.

Seit einigen Tagen jedoch hat sich in der App etwas verändert: Wurden mir sonst erfasste Vögel automatisch mit Video, Bildern und erkannter Art in meiner Vogel-Timeline präsentiert, fehlt seit kurzem die erkannte Artbezeichnung. Dies gilt nicht nur für Vogelarten, die von der KI-basierten Erkennung nicht zweifelsfrei identifiziert worden sind und mit einem „Unbekannt“ benannt wurden, sondern für ALLE Sichtungen.

Ich habe nun zur Artenbestimmung manuell einen „Diesen Besucher identifizieren“-Button oberhalb des Vogelbildes oder -videos zu betätigen, um eine Artenbestimmung anzustoßen. Im Anschluss erscheint vom unteren Bildschirmrand noch eine Werbenachricht, die das seit einiger Zeit vorhandene Premium-Abonnement von Birdbuddy anpreist.

„Es ist ein Grünfink! Testen Sie Birdbuddy Premium GRATIS und entsperren Sie die sofortige ID für alle Besucher.“

Mit anderen Worten: Eine automatische Artenbestimmung erfolgt jetzt nur noch für zahlende Personen. Wer ohne Birdbuddy-Abo bleibt, muss alle am Futterhaus erfassten Vögel nun händisch in der App mit dem oben bereits erwähnten Button „Diesen Besucher identifizieren“ per KI bestimmen lassen, und bekommt danach bei jeder Bestimmung im Anschluss das große Werbefenster für das Premium-Abo.

Tägliches Limit an Artenbestimmungen für Gratis-User?

BirdBuddy Futterhaus ist an einem Balkongeländer befestigt

Interessanterweise ist im aufploppenden Werbefenster auch die Info „Dies wird auch entsperren: Tägliche Aktivität erholt sich“ in einer nicht ganz astreinen deutschen Übersetzung gegeben, um einen weiteren Vorteil des Abonnements anzupreisen. Möglicherweise sind Gratis-User in ihren täglichen manuellen Bestimmungen sogar eingeschränkt und können nur eine bestimmte Anzahl an Sichtungen über die KI identifizieren lassen. Ich habe bisher kein tägliches Limit bei meinen manuellen Artenbestimmungen feststellen können, und auch von Seiten Birdbuddys ist von dieser weiteren Einschränkung bisher nicht die Rede.

Birdbuddy begründet diesen Schritt laut eines Infotextes in der App mit der Möglichkeit, Nutzern und Nutzerinnen die KI-Erkennung der Arten „in die eigenen Hände“ zu legen.

„Jeder Besuch bei deinem Birdbuddy ist eine Gelegenheit, den Moment wahrzunehmen, zu genießen und auf deine ganz eigene Weise zu entdecken. Damit sich diese Momente ganz natürlich entfalten können, liegt die KI-Erkennung nun in deinen Händen. Tippe einfach auf ‚Diesen Besucher identifizieren‘, um die Art zu erfahren – dank unserer bisher fortschrittlichsten KI, die nun für jede eingehende Postkarte verfügbar ist.“

Dieser Schritt solle laut Birdbuddy bedeuten, dass man mehr Kontrolle darüber habe, wie und wann man „auf Entdeckungsreise“ gehe. Zudem preist man ein „bewussteres, ungestörtes Erlebnis, den Zugriff auf das neuestes und präziseste KI-Modell sowie „unbegrenzte Erkennungen, wann immer du möchtest“, an.

Als Birdbuddy das Premium-Abonnement – das mittlerweile 7,99 Euro/Monat oder 69,99 Euro/Jahr kostet – im Herbst 2023 einführte, betonte man, dass es für die Bestandskundschaft keinerlei Nachteile geben würde und das Abo lediglich dazu diene, zusätzliche Funktionen zu integrieren. Wie man am aktuellen Schritt sieht, wird die Bestandskundschaft, die das StartUp möglicherweise seit der ersten Kickstarter-Kampagne für das smarte Vogelfutterhaus unterstützt, um bisher kostenlose Basisfunktionen beschnitten. Eine Anfrage an das Unternehmen mit Bitte um Stellungnahme zu diesem Thema ist bereits gestellt.

‎Bird Buddy: Smart Bird Feeder
‎Bird Buddy: Smart Bird Feeder
Entwickler: Buddy Bird Inc
Preis: Kostenlos

Nutzt ihr das Birdbuddy-Futterhaus und die zugehörige iPhone-App? Ist euch die Einschränkung auch schon aufgefallen? Wie immer freuen wir uns über eure Kommentare zum Thema.

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Mel
Ich bin seit 2011 Teil des appgefahren-Redaktionsteams und war schon immer an Innovationen im Tech-Bereich und Gadgets interessiert. Wann immer es praktisches Outdoor-Zubehör oder interessante Foto-Apps gibt, bin ich Feuer und Flamme, denn auch in meiner Freizeit bin ich gerne mit dem Rad oder der iPhone-Kamera unterwegs. Seit einiger Zeit nutze ich aktiv das Fediverse und berichte über neue Apps, Dienste und Entwicklungen.

Kommentare 13 Antworten

  1. Das geht auch einfacher. Wenn man doch Fotos aufs iPhone bekommt dann zeigt die Fotoapp im iPhone doch an um welchen Vogel es sich handelt. Und das kostet dann nichts extra.

    1. Die Fotos aus Birdbuddy werden aber nicht automatisch in die Fotos-App von Apple geladen, sondern müssten allesamt ebenfalls manuell in die Fotos-App exportiert werden. Da ist die Artenbestimmung in der Birdbuddy-App dann doch schneller und bequemer.

  2. Und jetzt alle zusammen und immer wieder…..

    wir kaufen keine Produkte mit Abo
    wir kaufen keine Produkte mit Abo
    wir kaufen keine Produkte mit Abo
    wir kaufen keine Produkte mit Abo
    ……

      1. Naja, bist Du Dir sicher, dass es DIR 7,99 im Monat wert wären, die (vermutlich begrenzenten) Vogelarten-Besucher bei Dir zu identifizieren?
        Noch dazu, wenn offensichtlich vorherige „Marketing-Versprechen“ nicht mehr gelten (jo, irgendwie nix Unbekanntes 🙂 )
        Glaub nicht, dass dies ein Burner wird….

    1. Das interessante ist ja, dass das Produkt tatsächlich zunächst ohne Abo verkauft wurde. Das Premium-Abo wurde nachträglich eingeführt und bot zunächst nur zusätzliche optionale Funktionen, auf die man auch verzichten konnte. Die Funktionsbeschneidung für Personen ohne Abo ist erst seit letzter Woche aktiv eingetreten.

      Daher ist deine Argumentation in diesem Fall nicht schlüssig.

      1. Eigentlich schon, denn nun müssten wir ein Abo abschließen damit man frühere Grundfunktionen einfach bekommt… Beim Auto und einer Sitzheizung die man nur ein paar Tage im Jahr braucht wird da ein Aufstand gemacht und dieses Vogelhaus bewirbt man weiterhin…

        Zeigt eher wie seltsam bewertet wird hier oder wo für das Geld im Geldbeutel langt, für ein Vogelhaus mit Abo langt es halt aber für ein entsprechendes Auto eines Deutschen Autobauers die dann ein Abo wollen halt nicht.

  3. Ich persönlich sehe das auch als super problematisch. Jetzt gar nicht wegen den 8€, sondern weil man häufig Produkte kauft die dann sukzessive beschissener werden.

    Aus Herstellersicht kann ich es natürlich nachvollziehen. Cloud-Dienste kosten Geld, und das lässt sich nicht auf ewig durch neue Geräte planbar verdienen. Daher wird erstmal eine entsprechende Userbase aufgebaut, bevor man dann die richtige Monetarisierung beginnt

    Ich möchte mich nicht mehr ärgern, deswegen kaufe ich gar keine Produkte mehr mit Cloud-Funktionen. Klar geht dann nicht immer alles so komfortabel, aber ehrlich gesagt stört mich das mittlerweile nicht mehr. Lokal ist auch viel möglich

  4. Persönlich habe ich entschieden, keine Dienste zu kaufen, die jederzeit und ohne Konsequenzen abgeschaltet werden können.
    Wir Kunden haben die Macht – nutzen wir sie.

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