Dyson Lightcycle Morph: Viel Design und Technik, aber wenig Smart Home

Erhältlich als Tisch- und Standleuchte

Ich bin ja seit jeher von den Produkten von Dyson angetan, wirklich enttäuscht hat mich bisher nur der Dyson 360 Eye – und das nicht aufgrund seiner Saugleistung, sondern eher den beschränkten Funktionen seitens der dazugehörigen App. Umso gespannter war ich, wie sich die neue Dyson Lightcycle Morph schlagen würde, denn immerhin setzt die Leuchte auf die gleiche Anwendung zur Steuerung.

Erhältlich ist die Dyson Lightcycle Morph als Arbeitsplatzleuchte in Weiß/Silber oder Schwarz für jeweils 549 Euro. Zudem ist eine Standleuchte für 749 Euro erhältlich, hier kann man sogar zusätzlich noch Schwarz/Messing als Farbvariante wählen. Bestellen könnt ihr die Dyson Lightcycle Morph am einfachsten über die Webseite des Herstellers.


Dyson Lightcycle Morph ist schnell einsatzbereit

Für meinen Test habe ich mich für die Standleuchte in Schwarz entschieden. Diese kommt gut verpackt in einem ziemlich großen Karton zu euch nach Hause, aufgrund der Höhe von rund 126 Zentimetern ist das aber auch keine große Überraschung. Die Erstinstallation gestaltet sich übrigens recht einfach: Nur wenige Einzelteile müssen zusammengesteckt und verschraubt werden, nach weniger als fünf Minuten ist die Dyson Lightcycle Morph einsatzbereit.

Noch beeindruckend ist allerdings, was der britische Hersteller alles an Technik in die Leuchte gesteckt hat. Die Farbtemperatur reicht von 1.800 bis 6.500 Kelvin und die maximale Helligkeit beträgt 850 Lumen, die gezielt ein eine Richtung strahlen. Die Lichtqualität soll dabei 60 Jahre lang konstant gleich bleiben, möglich gemacht wird das durch eine Heat Pipe Technologie, die Hitze von den LED-Modulen weg führt. Zudem ist ein Bewegungssensor verbaut, der die Lampe automatisch einschaltet, sobald man sich nähert.

Die Bedienung kann auf Wunsch ausschließlich an der Lampe selbst erfolgen. Die Dyson Lightcycle Morph hat dazu mehrere Touch-Sensoren auf der Oberfläche, beispielsweise zum Einstellen der Helligkeit oder der Farbtemperatur. Zudem lässt sich der Bewegungssensor auf Knopfdruck deaktivieren oder eine automatische Lichtanpassung über den Tagesverlauf hinweg aktivieren – morgens kaltweiß, abends warmweißes Licht.

Im Vergleich zur bereits im vergangenen Jahr veröffentlichten Dyson Lightcycle bietet die Morph nun noch mehr Möglichkeiten bei der Nutzung. Der Kopf ist komplett dreh- und schwenkbar, so kann die Lampe nicht nur zum Lesen oder Arbeiten verwendet werden, sondern auch zum Illuminieren von Objekten. Noch pfiffiger ist allerdings die Idee, die Dyson Lightcycle Morph auch als Stimmungslicht zu verwenden. In diesem Fall wird der Leuchtkopf auf den Leuchtenständer gesetzt. Dieser ist mit kleinen Öffnungen versehen, durch die das Licht nach draußen strahlen kann – bei der Standleuchte sind es 16.740 Perforationsöffnungen.

Aber bekommt man nun über die App an Zusatz-Funktionen geboten? Ja. Da wären unter anderem die folgenden vier Modi:

  • Der Boost-Modus ist für Aufgaben konzipiert, bei denen für kurze Zeit sehr helles Licht benötigt wird. Dabei wird die Helligkeit für 20 Minuten erhöht und die Farbtemperatur kühler eingestellt.
  • Im Wake-up-Modus kann der Benutzer die Leuchte so einstellen, dass sie sich zu dem Zeitpunkt einschaltet, zu dem er gerne aufwacht, und sich allmählich aufhellt, um eine natürlichere Aufwachumgebung zu schaffen.
  • Der Sleep-Modus ist für die Verwendung bei Nacht ausgelegt: Der Bewegungssensor der Leuchte wird deaktiviert, sodass sie sich nicht einschaltet, wenn sich der Benutzer im Schlaf bewegt. Außerdem werden Helligkeit und Farbtemperatur auf die niedrigste Stufe reduziert. Wenn die Leuchte auf dem Nachtschrank steht und nachts bei Dunkelheit eingeschaltet wird, blendet sie nicht.
  • Im Away-Modus schaltet sich die Leuchte zu bestimmten Zeiten ein und aus, um die Anwesenheit von Personen nachzuahmen, sodass sie als Einbruchschutz verwendet werden kann.

Aber macht das eine Lampe wirklich smart? Zumindest die Integration in das Smart Home sieht genau wie bei der Dyson Lightcycle noch sehr eingeschränkt aus. Abgesehen von der Bluetooth-Verbindung zur Dyson Link App gibt es keine Möglichkeiten. Und das finde ich bei einem Preis von mindestens 549 Euro schon ziemlich schade.

Warum? Weil sich Dyson so selbst um viele spannende Funktionen beraubt. Eine Anbindung an Apple HomeKit würde beispielsweise nicht nur eine Sprachsteuerung per Siri erlauben, sondern auch eine Verbindung zu anderen Leuchten herstellen. So könnte man beispielsweise Szenen erstellen, in der die Dyson Lightcycle Morph zusammen mit Hue-Lampen eine tolle Lichtstimmung im ganzen Wohnzimmer erzeugt. Oder eine Szene, in der das restliche Licht automatisch gedimmt wird, wenn man sich zum Lesen auf das Sofa zurückzieht und dafür das helle Licht der Dyson Lightcycle Morph nutzen möchte.

Meine Vorstellung geht sogar noch einen Schritt weiter: Man verwendet die Dyson Lightcycle Morph im hellen Wohnzimmer zum Lesen und klappt sie dann zum Stimmungslicht zusammen – in diesem Fall wäre es doch wirklich smart, wenn auch andere Lampen im Raum automatisch gedimmt würden.

Es sind aber auch die vergleichsweise kleinen Dinge, die mich ein wenig stören. So gibt es in der Dyson Link App immer noch keine Möglichkeit, die Geräte zu sortieren. Wer bereits einen Ventilator und einen Saugroboter von Dyson im Einsatz hat, was ja sicherlich nicht unrealistisch ist, muss nach jedem Start der App (solange sie nicht mehr im Zwischenspeicher liegt) erst mehrfach wischen, um die Steuerung der Leuchte aufzurufen.

Mein Fazit zur Dyson Lightcycle Morph

Die Dyson Lightcycle Morph ist am Ende ein Produkt, das mit seinem Design und der verbauten Technologie durchaus zu überzeugen weiß. Es gibt durchaus smarte Funktionen, diese beschränken sich aber auf die Leuchte selbst. Eine Interaktion mit anderen Smart Home Produkten ist nicht vorhanden – und hier wird meiner Meinung nach am meisten Potenzial verschenkt.

Zum Preis möchte ich etwas weiter ausholen: Natürlich sind 549 bzw. 749 Euro eine happige Nummer. Natürlich kann man auch eine Arbeitsplatzleuchte oder Standleuchte für weniger als 100 Euro kaufen (Yeelight lässt grüßen) und ein smartes Leuchtmittel einsetzen. Klickt euch aber einfach mal in einen Leuchten-Shop und sortiert dort nach Preis – schnell werdet ihr feststellen, dass auf dem Leuchtenmarkt nach oben fast keine Grenzen gesetzt sind.

Aber könnte ich die Dyson Lightcycle Morph empfehlen, wenn der Preis keine Rolle spielt? Hier bin ich hin und her gerissen. Ich habe mich schon ein wenig in das Teilchen verguckt – ärgere mich dann aber schnell wieder darüber, dass Dyson seinen eigenen Kosmos nicht verlassen möchte und das Thema Smart Home quasi komplett außen vor lässt.

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Kommentare 6 Antworten

  1. Wer in der heutigen Zeit auf HomeKit in der Apple Welt verzichtet soll auf seinen Produkten sitzenbleiben.
    Ich habe die schnauze voll von der Produktvielfalt die nur das eine oder andere kann. Eine Einbindung sollte doch für smarte Verkäufer logisch sein.
    Aber da bin ich in diesem Fall ein paar Jahrzehnte zu weit in der Zukunft

    1. HomeKit ist leider aber auch noch nicht perfekt. Und nicht jeder ist im Apple Kosmos zu Hause. Da finde ich z.B. HomeMatic IP deutlich flexibler. Geht mit oder auch ohne Cloud. Durch Wired Komponenten auch optimal für Neubauten, wenn man nicht nur Funkkomponenten einsetzen möchte. Über HomeKit kann dies ggf. auch bedienen.

      1. Ich hab ja nichts gegen alternativen im Gegenteil Konkurrenz belebt das Geschäft
        Was mich aber nervt ist dass immer eine Bridge benötigt wird
        Ich verwende den HomePod und das AppleTV also das muss reichen. Da gehts mir darum dass nicht noch so ein Kasten rummsteht der eigentlich schon in den anderen Geräten verbaut ist.
        Sowas gibts bestimmt im Echo auch dass der als steuerzentrale funktioniert.
        Das meinte ich im großen und ganzen

      2. Ich glaube, dass Homematic auch eher eine Nische ist. Für den Endkunden, der nicht unbedingt technisch ganz tief drin ist, sind HomeKit, Amazon Alexa und Google Assistant aktuell einfach die einfachsten Möglichkeiten, ein Gerät zu vernetzen. Auch wenn man bei anderen Lösungen sicherlich noch mehr Optionen hätte.

  2. Kauft doch eh keiner zu diesen Preisen. Dyson mag ja ganz gut sein aber ich staune echt das es Leute gibt die solch überteuertes Spielzeug kaufen

    1. Dieses „Kauft doch eh keiner“ kann ich nicht mehr hören. Es gibt für jedes Produkt eine Abnehmergruppe.

      „Das Unternehmen wurde 1993 von James Dyson gegründet und beschäftigt derzeit mehr als 12.000 Mitarbeiter in über 60 Ländern.“ Klingt jetzt nicht so, als würden Dyson-Produkte in den Regalen verschimmeln.

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