Großer Langzeit-Test: Wie genau arbeiten eigentlich die Wetter-Apps?

Immer wieder werden wir gefragt, welche Wetter-Apps für iOS und OS X denn wirklich empfehlenswert sind.

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Da sich diese Antwort auf Anhieb nicht genau beantworten lässt, haben wir einen Langzeit-Versuch gestartet, um herauszufinden, welche Apps die besten und genauesten Ergebnisse liefern. Anhand der Nutzerreaktionen zu einigen vorherigen Artikeln zum Thema Wetter-Apps haben wir uns für eine bestimmte Kandidaten-Auswahl entschieden. Ins Rennen gegangen sind daher die iOS-Apps Wetter von Apple, WeatherPro, Celsius, Aero und Yahoo Weather, sowie die Mac-App Temps.

Als Vergleich diente uns eine gewöhnliche Wetterstation, dessen Basisstation auf der Fensterbank meines Arbeitszimmers platziert ist. Ein zweiter Sensor für die Messungen der Außentemperatur befindet sich an einem sonnen-, wind- und regengeschützten Ort an der überdachten Hauswand.

Das Prozedere des Langzeittests erfolgte nach strengen Regeln: Täglich um 13 und um 22 Uhr wurden die aktuellen Temperaturen aller Apps sowie die der Wetterstation in eine Tabelle aufgenommen. Abweichungen von mehr als zwei Grad Celsius in Bezug auf die Werte der Wetterstation wurden in der Liste mit roten Zahlen markiert, außerdem wurde eine gesamte Durchschnittstemperatur, die sich aus den jeweiligen Messwerten der sechs Wetter-Apps errechnete, ausgegeben. Gemessen wurden die Werte zwischen dem 15. und 28. August dieses Jahres an meinem norddeutschen Wohnort. Die gesamte Tabelle mit allen Werten findet ihr hier als pdf zum Download.

Die Auswertung

Schaut man sich die gesamte Tabelle nach der vierzehntägigen Testphase mit all ihren Werten an, fallen vor allem direkt zwei Dinge ins Auge: Die meisten Abweichungen entstanden stets während der Temperaturmessung am Mittag. Hier gab es an ganzen 7 von 14 Testtagen Abweichungen von mehr als 2 Grad bei allen getesteten Apps im Vergleich zur Wetterstation.

Ebenfalls auffällig waren die hohen Abweichungen im Laufe der 14-tägigen Testphase insbesondere bei den Apps WeatherPro und Aero. Rechnet man alle Abweichungen zusammen, kommen die Apps auf folgende Ergebnisse:

  • Wetter von Apple: 11 Abweichungen bei 28 Messwerten (= 39% Fehlerquote)
  • WeatherPro: 15 Abweichungen bei 28 Messwerten (= 54% Fehlerquote)
  • Celsius: 13 Abweichungen bei 28 Messwerten (= 46% Fehlerquote)
  • Aero: 18 Abweichungen bei 28 Messwerten (= 64% Fehlerquote)
  • Yahoo Wetter: 10 Abweichungen bei 28 Messwerten (= 36% Fehlerquote)
  • Temps: 12 Abweichungen bei 28 Messwerten (= 43% Fehlerquote)

Als „Sieger“ der Auswertung gehen demnach die iOS-Apps Yahoo Wetter, Wetter von Apple sowie Celsius hervor. Beachten sollte man bei dieser Rangliste allerdings, dass sowohl die Yahoo- als auch die Apple-App ihre Wetterdaten vom Yahoo-Dienst beziehen, und demnach fast identische Werte zu erwarten waren. Erstaunlich ist vor allem das im Vergleich schlechte Abschneiden der sehr populären iOS-App WeatherPro, die im deutschen App Store regelmäßig 5-Sterne-Bewertungen einfährt, und schon als Testsieger  bei Stiftung Warentest und CHIP.de hervorgegangen ist. Insbesondere die Aero-App, die über ein fantastisches Interface und tolles Design verfügt, ging in unserem Vergleich als großer Verlierer hervor. Mit einer Abweichungs-Quote von 64% täuscht das ansprechende Layout leider nicht über die schlechten Wetterwerte hinweg. Die einzige im Test vertretene Mac-Wetter-App Temps hingegen hielt sich wacker und reiht sich theoretisch auf dem dritten Platz von sechs Apps ein.

Das Fazit

Gleichermaßen gilt aber auch, dass unser Langzeittest und die gewonnenen Werte sicherlich mit Vorsicht zu genießen sind. Um eine vollkommen aussagekräftige Statistik anführen zu können, hätten wir unsere Referenz-Wetterstation an mehreren Orten der Welt aufbauen und wohl auch über einen längeren Zeitraum Werte messen müssen. Auch sollte man sich im klaren darüber sein, dass eine Wetterstation keine perfekten Ergebnisse liefern kann, auch wenn sie mit ihren Sensoren quasi nah am Geschehen ist und die Temperatur direkt messen kann.

Trotzdem ist es interessant zu erfahren, wie unterschiedlich die Werte der einzelnen Wetter-Apps an ein und demselben Ort sind – teilweise wurden bei einer Messung Abweichungen von mehr als 6 Grad zwischen den Apps registriert. Der Langzeittest zeigt daher auf, dass keine Wetter-App wirklich perfekt arbeitet und ständig die exakten Temperaturen anzugeben vermag. Tendenzen lassen sich aber trotzdem erkennen – der Rest ist sicherlich von persönlichen Faktoren wie bereits getätigten Abos, dem Design oder den benötigten Informationen abhängig.

Alle vorgestellten Wetter-Apps – bis auf die werksseitig bereits installierte Applikation von Apple – gibt es hier zum Download:

Kommentare 39 Antworten

    1. Diese Aussage von dir ist leider nicht sinnvoll, weil Wetter-Apps von Ort zu Ort gut oder schlecht sein können.

      Ansonsten ist der Artikel miserabel recherchiert!
      Z.B. die integrierte Wetter-App in iOS nutzt als Informationsquelle Yahoo Weather. Und welche Informationsquelle nutzt Yahoo Wetter App? Genau! Yahoo Weather! Von daher ist es ein untrügliches Zeichen für einen schlechten Artikel, wenn die Werte der internen Wetter App von Yahoo Wetter App differieren.

      1. Dass die iOS-App anders abschneidet als Yahoo Wetter, ist leicht zu erklären: Die Apps zeigen tatsächlich gar nicht so selten unterschiedliche Werte und Prognosen an. Ich vermute einmal, dass Yahoo Daten mit unterschiedlicher Qualität liefert und Apple sich für die eigene App für die billigere Variante entschieden hat. Nicht schlecht, aber eben nicht so gut wie das Original. Es kann natürlich auch sein, dass Yahoo absichtlich manchmal falsche Werte an Apple liefert, um die Nutzer zur eigenen App zu drängen, die ja über Werbung durchaus auch Geld herein spielt.

  1. Schön, dass ihr euch so viel Arbeit gemacht habt, aber wieso habt ihr nur die Temperatur verglichen? Ich finde es weniger wichtig, ob es nun 21 Grad oder 23 Grad draußen sind, sondern viel wichtiger ist doch, ob es z.B. Regen gibt oder die Sonne scheint!

    Fazit: Ich finde eure Bemühung sehr gut, aber ich finde leider auch diesen Test wenig aussagekräftig!

    1. Sehe ich auch so, netter Gedanke, jedoch interessiert mich die Temperatur wenig, viel interessanter ist, ob es Regnet, Schneit, Stürmt, Tornados wüten und der gleichen 🙂
      Bleibe trotzdem bei meinem geliebten Weather Pro.

  2. Die Referenz wären ja wohl die lokale Messstation des Deutschen Wetterdienstes (mit geeichten Geräten, normierten Erfassungsorten usw.). und sicher nicht das heimische Thermometer einer digitalen Wetterstation…

    1. Genau das nutze ich und ich finde, dass es eine der am besten zutreffenden Wetter-apps ist.
      Leider, muss man manchmal sagen, denn wenn ich auf dem Fahrrad wieder mal eingeregnet bin und danach in das Agrarwetter schaue,, dann hätte ich auch vorsorgen können, denn da stand es genau drin. Alle anderen Wetter-Apps inklusive der Apple-Version habe ich wieder entfernt oder ganz weit nach hinten geschoben.

  3. Gibt es Apple Wetter eigentlich nicht fürs iPad? Irgendwie finde ich die nicht, obschon im Wisch-Kalender zwei Sätze übers Wetter eingeblendet werden.

  4. Wie schon zuvor gesagt, die Idee ist prima, aber bei dem Umfang und der Dauer wenig Aussagekräftig.
    WeatherPro liefert für meinen Standort erstaunlich genaue Werte bezüglich Niederschlag . Auch sonst bin ich mit der Genauigkeit sehr zufrieden. Mit Temperaturen ist das ohnehin recht kompliziert : Je nach Gelände und Luftströmungen können sich auch auf „kleiner“ Fläche deutliche Unterschiede ergeben.
    Allgemein ist es nicht falsch bei verschiedenen Quellen nachzusehen, wenn es mal besonders drauf ankommt.

    Daumen hoch für eure Mühe ! Da zählt wirklich der Gedanke !

  5. Ich finde den Test leider auch nicht wirklich nützlich. Eine Wetterapp soll mir doch vor allem sagen, ob es morgen / übermorgen regnet oder nicht und wie warm es werden wird. Da wäre ein Vergleich der 5, 4, 3, 2, 1 Tagesvorhersage jeder App mit dem tatsächlich eintretenden Wetter sehr viel sinnvoller.
    Wenn ich wissen will, wie warm es jetzt gerade ist, gehe ich zu meiner eigenen Wetterstation oder einfach mal vor die Tür.
    PS: Wenn vor allem die Mittagswerte abweichen, könnte man sich überlegen, ob die Messstation vielleicht Fehler in die Messwerte einkoppelt. Direktes Sonnenlicht, aufgeheizte Hauswand, warme oder kalte Abluft, …
    Ist euch aufgefallen, dass die Mittagsmesswerte IMMER oberhalb der Appdaten liegen? Ich tippe ganz stark auf ne sonnengewärmte Hauswand und damit sind die Messwerte für’n Poppo.
    Schade, denn die Idee, eine Vorhersagenqualität verschiedener Apps aufzunehmen ist wirklich gut.

  6. Danke für euren Input.
    Dass der Test nicht wissenschaftlich zu verwerten ist, sollte jedem klar sein. Es war ein aus Neugier entstandener App-Vergleich, der sich auf klaren Werten wie eben den Tages- und Abend-Temperaturen stützen sollte.
    Ich werde mir eure Vorschläge aber notieren – vielleicht gibt es ja bald noch einen Vergleich bezüglich Vorhersagen, oder auch mit Referenzwerten von lokalen Messstationen.

    1. Tolle, aber ausarbeitungswürdige Idee! Es wäre auch schön, wenn Solar mit dabei sein könnte. Die Idee von KalleBerlin (s.u.), hier Tester an verschiedenen Orten zu rekrutieren ist ebenfalls gut.

  7. Mal abgesehen davon, dass meine favorisierte Wetter-App Agrar Wetter nicht dabei ist, zeigt mir dieser Test, dass man sich auf keine App verlassen kann. Denn mal ehrlich, eine Fehlerquote von 40 oder 50 % ist inakzeptabel.
    Deshalb nutze ich zunehmend nur noch die App Regen, um eine zuverlässige Prognose für die kommenden Stunden zu bekommen. Darauf kann man sich zu 95 % auch verlassen. Davon träumen die meisten Wetter-Apps nur.
    Bei dem Test der Apps hätte mich auch mehr die Wetterprognose und weniger die Temperaturabweichungen interessiert. Ich bin mir jedoch recht sicher, dass es eine ähnlich hohe Fehlerquote gegeben hätte.

  8. Beim nächsten Test „Agrarwetter“ nicht vergessen. 😉
    Meines Erachtens die zuverlässigste APP, die dazu auch noch übersichtlich und kostenlos ist.

  9. Die guten Vorschläge sollten in ein zu erarbeitendes Formular einfließen. Dann sind Freiwillige quer über die Republik gefordert das Wetter bzw. die Vorhersage gegen die Apps zu notieren. Auch gerne mehr als einer pro Ort, so werden „warme Hauswände“ und andere Meßfehler besser erkannt. Dann eine zentrale Auswertung und wir hätten belastbare Ergebnisse.

  10. Deckt sich mit meinen Erfahrungen. So gut WeatherPro auch optisch und vom Umfang her ist, in meinen Regionen (München, Italien) liegt sie oft daneben.

    Meine Beobachtung zu Temps: hier wird immer die zu erwartende gefühlte Temperatur angezeigt. Berücksichtigt man das, ist die Genauigkeit mit am höchsten

  11. Von der WeatherPro App bin ich total enttäuscht.

    War diesen Sommer für zwei Tage im Europapark. Für zwei Tage war quasi Dauerregen angesagt und wir hatten zwei Tagen Sonnenschein mit hin und wieder Wolken.

  12. Schaut auch mal nach woher WeahtherPro für Euren Standort die Daten bezieht (einsehbar unter Info in der Favoritenliste). Nicht jeder Ort der dort geführt wird hat auch eine eigene Messstation, sondern nimmt die geografisch am nächsten gelegene (was manchmal ganz schön weit weg sein kann).

  13. Ich nutze WeatherPro, ein digitales Thermometer und eine Netatmo Wetterstation:

    – Temperaturabweichung WeatherPro ist höchstens 1 Grad
    – Rel. Feuchte und Luftdruck minimale Abweichung zu Netatmo

  14. …also ich habe seit eh und je die Weatherpro. Nichts desto trotz habe ich euren Bericht mit Interesse gelesen und habe mir die Yahoo App geholt. Heute an dem Ort wo ich arbeite hat die Yahoo App bis zu 8 grad Unterschied gezeigt. Die Weatherpro App lag um 1,5 grad daneben.

  15. Die Beste Wetter App. ist aus meiner Sicht Wetter.Info von der Telekom. (leider nur fürs iPhone)
    Jedoch bietet es die genaueste Vorhersage und konnte mich fast auf Stundengenauigkeit (auch bei Regenvorhersage) verlassen.

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