iPads im Klassenzimmer: Wenn ein Tablet Wissen ohne Sprachbarrieren vermittelt

Gerade im Bereich Deutsch als Fremdsprache kommt Apples iPad zum Einsatz

Wie Apple in einem Newsroom-Artikel zum Thema iPads im Klassenzimmer berichtet, wird das Tablet aus Cupertino immer häufiger in Schulen zum Lernen verwendet. Mittlerweile entdecken auch viele deutsche Lehrer die zahlreichen Möglichkeiten, die sich bei der Vermittlung von Wissen über das iPad ergeben. 

So kommt das iPad auch im Unterricht von Nick Kyriakidis an der Wilhelm-Ferdinand-Schüßler-Tagesschule in Düsseldorf zum Einsatz. Sein Klassenzimmer spiegelt die Entwicklung Deutschlands und Europas wider: Eine bunt gemischte Klasse mit Schülern aus vielen verschiedenen Ländern, darunter auch Einwanderer und Flüchtlinge, die Deutsch als Fremdsprache lernen. Die Herausforderung für Kyriakidis besteht demnach darin, nicht nur die zahlreichen Sprachen, sondern auch die unterschiedlichen Alphabete unter einen Hut zu bekommen. Zudem haben einige der „Neuankömmlinge noch nie in ihrem Leben ein Klassenzimmer betreten“, wie es in im Artikel von Apple heißt. 

Beim sprachenübergreifenden Lernen ist das iPad daher ein immens wichtiges Hilfsmittel, um Sprachbarrieren überwinden zu können. „Kinder ziehen sich zurück, wenn sie Angst haben, Fehler zu machen“, sagt Kyriakidis. „Wenn wir versuchen, diese Angst abzubauen, ist es viel einfacher für sie, mit uns zu lernen, weil sie nichts zu verlieren haben.“ Auch sein Kollege Sinaan El Haq Hadjeri setzt auf das Tablet. „Mit dem iPad ist es anders, als wenn sie etwas [auf Papier] schreiben und ich dann mit meinem roten Stift komme und ‚das ist falsch‘ sage. [Mit dem iPad] lernen sie für sich selbst.“

Die ersten Erfolge ließen nicht lange auf sich warten. „Seit die Schule das 1:1 iPad-Programm gestartet hat, bei dem jeder Schüler Zugang zu seinem eigenen iPad hat, haben 100 Prozent der Teilnehmer ihren Abschluss gemacht, ein Anstieg von mehr als 20 Prozent“, berichtet Apple. „Und nirgendwo ist der Unterschied deutlicher als bei DAZ (Deutsch als Zweitsprache)-Schülern.“

iPads an Schulen in Frankreich, Schweden und Wales

Neben den Düsseldorfer Lehrern Nick Kyriakidis und Sinaan El Haq Hadjeri, die ihre Lektionen oft mit Apples App Keynote vorbereiten, kommt das iPad auch in anderen europäischen Ländern regelmäßig für den Unterricht auf den Tisch. Am College Daniel Argote in Pau, Frankreich beispielsweise sorgen Unterrichtsvideos, die zu Hause bearbeitet werden, für erlerntes Wissen ohne Sprachbarrieren. 

Weitere Beispiele finden sich in Schweden und Wales. „An der Stenkulaskolan-Schule in Malmö, Schweden, in der 98 Prozent der Schüler Schwedisch als Zweitsprache sprechen, haben die Lehrer eine Verbesserung der Mathematiknoten um 80 Prozent festgestellt, seitdem sie damit begonnen haben, ihnen ähnliche Unterrichtsvideos nach Hause zu schicken, die von einem Lehrer auf Schwedisch aufgenommen wurden“, heißt es im Apple-Artikel. „Und an der St. Cyres School in Penarth, Wales steigerte die Senior Class von 2018, die Englisch als zusätzliche Sprache und mit dem iPad gearbeitet hatte, ihre Noten im Jahresdurchschnitt um 3,8 Punkte und übertraf damit ihre Altersgenossen, die Englisch oder Walisisch als ihre Muttersprache sprechen, im dritten Jahr in Folge.“

Schon im Mai dieses Jahres hat Apple eine Partnerschaft zwischen dem Malala Fund und der Berufsschule Simplon in Frankreich angekündigt: Dort soll mit entsprechender Ausstattung von Apple benachteiligten Gruppen wie Flüchtlingen und vertriebenen jungen Frauen die Programmiersprache Swift beigebracht werden. „Der Lehrplan ‚Jeder kann Programmieren‘ von Apple wird ihnen helfen, die praktischen Fähigkeiten zu erwerben, die für eine Karriere in der Softwareentwicklung erforderlich sind“, heißt es im Artikel. „Apple wird Mittel für die Einstellung und Ausbildung von Lehrern sowie notwendiger Geräte inklusive iPads bereitstellen.“

Kommentare 22 Antworten

  1. Wenn‘s nur so einfach wär!

    Bin selbst Lehrer und an unserem Gymnasium in BW für das Medienkonzept zuständig. Dachte das wäre vielleicht der Ort, um mal von einigen Probleme zu berichten, vor denen Schulen stehen, wenn es um die Einführung von iPads (und allen anderen techn. Geräte) geht. Mit is dabei vor allem wichtig mit einem weit verbreiteten Vorurteil aufzuräumen, nämlich dass Lehrer sich dem techn. Fortschritt verwehren!

    1. Die Schulen sind vom Budget des Schulträgers (idR Stadt) abhängig und das ist begrenzt!
    Beispiel: Eine Schule hat im Schnitt vielleicht 500 Schüler, ein iPad kostet ca. 300€, die Stadt hat 50 Schulen, ein iPad hält im Schulbetrieb 3-4 Jahre… macht 7,5 Mio€ alle 3-4 Jahre – nur für iPads! Wie soll das finanziert werden?
    Es gilt zumindest in BW die Lehrmittelfreiheit, sodass Eltern iPads NICHT selbst finanzieren dürfen.

    2. Wer plant und wartet alle Geräte? In jeder mittelgroßen Firma gibt es IT-Support. Nicht an Schulen. Lehrer übernehmen für quasi nichts die Betreuung der Geräte – und das sind viele! Server, OHPs, Beamer, Doku-Kameras, Laptops, Tablets, PCs… Das ist ineffizient und unprofessionell. Die Stadt hat die Ressourcen ebenfalls nicht. Es hat zB 2 Jahre gedauert, bis wir ab unsere Schule 8 abschließbare Schränke für Medien bekommen haben und 3 Monate lagen 22 iPads bei uns rum, weil die Stadt keine Fritzbox installiert hat.

    3. Lehrer bekommen keine iPads gestellt. Wie sollen sie dann mit iPads arbeiten??? Bis auf wenige einzelne Ausnahmen, ist in keinem Budget eingeplant, die Lehrer mit iPads auszustatten. Das wäre in der Wirtschaft undenkbar. Man stelle sich vor, ein Unternehmen führt iPads ein und die Angestellten müssten das privat kaufen… Wie sollen Lehrer denn mit iPads unterrichten, wenn sie selbst keines nutzen???

    4. iPads im Unterricht zu nutzen erfordert äußerst viel Vorbereitung, wenn man einen dauerhaften Mehrwert erlangen will, der über den anfänglichen „Reiz des Neuen“ hinausgeht. Da reicht es nicht einfach ne nette App in Bio oder Englisch auf‘s iPad zu laden. Da muss ein breites und nachhaltiges Konzept etabliert werden…

    5. Die technischen Voraussetzungen für den Einsatz an Schulen ist sehr diffizil und aufwendig. Man braucht zB Accesspoints und Switches, die kurzfristig gleichzeitig hunderte Geräte versorgen und durch Filter jagen. Schließlich müssen wir dafür garantieren, dass die Schüler keinen Zugang zu unpassenden Inhalten erhalten. Die Lagerung der iPads in Koffern ist ebenfalls eine gewisse Hürde: Wo stellt man die Koffer hin, damit sie immer am Strom und im Netz sind, gleichzeitig aber diebstahlsicher eingeschlossen und in den kurzen 5-Minutenpausen erreichbar sind?
    Oder, wenn jeder Schüler ein eigenes iPad haben sollte: Wie/wo laden die Schüler die iPads? Ein normales Klassenzimmer hat 2-3 Steckdosen an den Wänden…Das reicht nie und nimmer!

    Bitte versteht mich richtig: iPads sind eine große Chance (ich selbst nutze schon lange intensiv mein iPad in der Schule), aber der Einsatz ist komplizierter, teuerer und zeitaufwändiger als die meisten glauben – und zu den meisten zählen leider auch die Politiker, die die relevanten Entscheidung treffen.

    1. Nur mal als Anregungen (ich finde deinen Beitrag zur Perspektive hier sehr wichtig).

      1.+3. iPads sollten im Fall der Kinder als Lehrmittel von beiden Parteien voll absetzbar sein (spätestens als Extraposten in der Steuer bei Lehrern und Eltern). Bedürftige Kinder erhalten soweit ich weiß ja auch extra Zuschüsse für Bücher – dies muss ebenfalls für iPads greifen.

      2. Für Schule genutzte iPads müssen an die Schule gebunden sein. Bei Windows geht das ganze zB immer über Azure oder andere, wo Einstellungen und Apps grundsätzlich von der Organisation vorgegeben werden und vom Nutzer nicht abänderbar sind. Da können auch Filtereinstellungen aufgespielt werden. Ich bin mir da nicht sicher aber Apple hat glaub ich ein Äquivalent.

      4. Es müssen Fortbildungen für Lehrer angemeldet und übernommen werden. Diese gibt es soweit ich weiß für iPads zu genüge.

      5. Ein komplett bestücktes Regal mit 20 günstigen Powerbanks im Schrank eines jeden Klassenzimmers auf einem Ladehub sind vollkommen ausreichend und werden auch nicht das Netz überlasten (oder weniger – es ist selten, dass alle gleichzeitig leer sein werden; zudem kann man Tischpaare jeweils mit einem Akkupack und zwei Kabeln abdecken).
      Da sollte man sich in der Industrie bedienen und proprietäre Geräte holen, die ohne dem Hub nicht aufladbar sind (um Diebstahl einzudämmen).

  2. Zunächst mal gilt iPads machen nichts besser als die analoge Welt nur ist die Darreichungsform eine andere, zeitgemäßer, da sie die Kinder mit ihrem „Medium“ abholt, dem Tablet/Smartphone. Was für meine Generation der Walkman & Co. ist heute halt iPad & Co.

    Jedem Kind ein iPad und damit dann Grundaufgaben ersetzen – Nö das ist Quatsch. Die Kulturtechniken gehören ebenso vermittelt.

    Tatsächlich ist es auch gar nicht nötig ein iPad für Jeden bereit zu stellen, man kann die iPads auch komplementär zu analogen Unterricht nutzen.

    Mit „Shared iPad“ im Rahmen des „Apple School Manager Program“ ist es auch für nicht ITler sehr einfach Medien und App aufzuspielen und Geräte aus der Ferne zu privisionieren und zu managen. Auch das senkt die Kosten enorm.

    Wir machen das bei uns ander Schule nun seit fast zwei Jahren und Kinder wie Lehrer sind begeistert. In einer Minute hat ein Kind ein iPad mit seinen Apps, Dokumenten und Speicherständen, gibt das an einen Lehrer weiter und schwups hat dieser seine Daten, Dokumente und Speicherstände. Alles easy mit Multiuser Login auf den iPads.

    Mit der Einführung von Azure AD ist nun auch der Unified Login mit einem Passwort in Netzwerk, Ressourcen, iPad, PC‘s etc. möglich.

    Das senkt die Kosten radikal um mehr als 80%. Da braucht es keinen IT Abteilung, nur einen Interessierten Lehrer oder Elternteil. Fertig.

    1. @Nemios: Deine technische Beschreibung ist zwar richtig. Dennoch ist die Darreichungsform ein entscheidender Faktor für die Effektivität und Effizienz. James hat außerdem völlig Recht wenn er sagt, dass das strukturell angegangen werden muss und nicht von privater Initiative abhängig sein darf.

      Deine Meinung, man bräuchte keinen Expertenrat und könnte alles selbst erledigen, bringt mich im Kontext eines Projektes in der angesprochenen Größenordnung zum schmunzeln. Lösungen auf Fragen zur IT-Sicherheit (wie wird eine solche Infrastruktur sicher eingerichtet und betrieben, wo werden welche Daten wie verarbeitet) hängen bei Deinem Vorschlag vom Zufall und vom privaten Engagement von Laien ab.
      Aber solange sich ein solcher Irrglaube hartnäckig hält, ist mein Einkommen als Berater für Informationssicherheit und Datenschutz nachhaltig gesichert. Insofern sage ich völlig ohne Ironie: Danke 😀

      1. Nur weil man etwas ehrenamtlich mitbetreut bedeutetet das nicht das es „laienhaft“ ist. Datenschutzrechtliche Aspekte werden entsprechenden Normen und Vorschriften gemäß ausgeführt. Es geht um die Betreuung und Anwendung durch den Endnutzer.

        Zu unterstellen das Ehrenamt in der Ausführung minderwertig sei ist schlicht falsch. Ich hoffe für deine Kunden das Du ein vernünftiger Berater bist. Die meisten sind das Geld nicht im Ansatz wert, zumindest war es keiner von denen die bei der Schule vorstellig wurden und angefragt wurden. Letztlich sind alle an meiner Vorlage und technischen Vorgaben wie Ausführungsbestimmungen gescheitert sind. Apple School Manager hat keiner nur Ansatzweise auf dem Schirm gehabt und als Empfehlung kam immer nur Haushaltsware bzw. einmal ein Lancom System welches die Vorgaben nicht im Ansatz erfüllen konnte.

        Insofern schmunzle ich über deinen Berufsstand. Die meisten sind Knallerbsen in Tüten.

        1. @Nemios: Von Ehrenamt war keine Rede. Ich bin bspw. nicht nur beruflich Datenschutzbeauftragter, sondern zusätzlich auch ehrenamtlich in meinem Verein.
          Dein Modell skaliert dennoch nicht. Nur weil du dich zufällig auskennst, wird daraus noch kein tragfähiges Konzept für Schulen im Allgemeinen. Auch du wirst mal krank oder hast Urlaub 😉
          Ja, so schmunzeln wir halt beide übereinander, aber ich nehme es dir dennoch nicht übel. Wer zuletzt lacht…
          90% meiner Kunden sind wie du der Meinung, man könne das alles selbst und es wäre ja noch nie was passiert. Übersetzung: Man hat nicht mitgekriegt, dass man sich was eingefangen hat und seit Jahren ausspioniert wird. Und Berater seien alles Knallerbsen. Dunning Kruger richten Grüße aus. Aber das macht nichts. Gäbe es diesen Irrglauben nicht, hätte ich nicht die Konditionen, die ich habe, wäre ich nicht 24 Monate im Voraus ausgebucht und könnte mir nicht leisten, Anfragen abzulehnen bzw. meine Kunden so auszuwählen, dass ich auf Jahre in meiner Heimatstadt bleiben und zu Fuß zur Arbeit gehen kann. 😉

          1. Das ist gut und schön für dich. Ich denke auch nicht das alle Knallerbsen sind. Die meisten „Berater“ empfehlen Schulen kaum mal Meraki oder vergleichbare Lösungen. Selbst jetzt wo Ubiquity & Co. laufen wie geschnitten Brot.

            Mit Cisco AMP, Threat Protection & Co. sieht man ziemlich genau wer was wann wo macht und sich wie eingefangen hat und weitergibt/versucht, für den Rest gibts WireShark und Meraki hat auch noch ein paar feine Tools.

            Seltenst wird das Schulen deutlich klar gemacht und nur über Kosten argumentiert. Und fast immer werden FritzBox, DLink und TPLink angeboten, manchmal LanCom so als Ende der Fahnenstange. Wenn Du in einer anderen Liga spielst bist Du sicher vernünftig.

            Wer Schulen Substandard Prosumer Level anbietet statt vernünftiger Industrielösungen schafft sich nur selbst einen Job. Gerne auch mit „gelegten Schleifen“, das ist einträglich und sichert den „After Market“, alles schon in Serie gesehen.

            Ich arbeite mit „Denken und Fakten“. „Glauben“ hat bei mir mit IT nichts zu tun. Und tatsächlich lache ich nicht, worüber auch? Jeder ist seines Glückes Schmied. Das viele Berater dem „Blinden“ den 50er rausnehmen und meinen das hat der nicht gesehen … tja hat er, nur was soll der Laie machen, er weiß es nicht besser, merkt aber das was nicht stimmt. Und so werden Schulen in Serie verladen und ausgenommen. Ein lohnenswertes Geschäftsfeld, kein Wunder das Du schmunzelst.

  3. Warum das in dem Artikel nicht erwähnt wird? Hmm, weil Appgefahren schon seit 2 Jahren völlig ignorant zu dem Program steht, dabei ist das ein enormes Feld.

    Kollegen an anderen Schulen haben andere Lösungen gefunden mit all dem Grauen dann „externen Experten“ ausgeliefert zu sein. Dabei ist es sehr einfach ein hochprofessionelles Netz samt Umgebung bereit zu stellen – nur dann werden die Firmen kaum gebraucht … ergo bietet es keiner an.

  4. @James: Genauso ist es. Bin HR Lehrer in Hessen und nutze mein privates iPad in Verbindung mit meinem privaten AppleTv und meinem privaten Router. Der Unterricht gestaltet sich für mich deutlich einfacher und die Schüler finden es auch gut. Überwiegend nutze ich es als digitale Tafel (GoodNotes). Vieles geht schneller z.B. Graphen zeichnen und es ist auch deutlich übersichtlicher. Man kann schnell mal ein Video zeigen oder such mal das Pad einem Schüler in die Hand drücken, der von seinem Platz aus die HA erklärt. Eigentlich alles perfekt. Meine Kollegen lernen so langsam die Vorteile kennen und so es kommt Bewegung seitens der Lehrerschaft. Wir sind etwa 50 Kollegen und etwa 10% arbeiten mit ihrer privaten Hardware. Natürlich haben die ganz alten Hasen keine besondere Lust sich damit auseinanderzusetzen (>60). Wir wollten für unsere Sprachklassen iPads anschaffen, wurde abgelehnt, aus den von dir genannten Gründen. Der Wille seitens der Lehrerschaft ist da, doch die Politik verhindern das Ganze. Selbst WLan bzw. Beamer im Klassenraum ist Luxus. Wenn WLan, dann sind es private Hotspots (natürlich nach Absprache mit unserem ITler). Ich hoffe, dass aufgrund des Digitalpaktes sich bald was ändert.

    1. Private Endgeräte im Zeitalter der DSGVO?

      Auf einem iPad in Mischbenutzung ohne getrenntes Benutzerkonto mit entsprechender Sicherung, Trennung und Löschung privater Daten von Schülern? Und selbst das ist noch wackelig und nicht empfehlenswert und läuft nur auf eigene Gefahr und Haftung. Mutige oder unwissende Lehrer. Da habt Ihr ja noch einen langen Weg vor Euch. Die Nutzung privater Endgeräte zu empfehlen ist sicher nicht zukunftsweisend.

      Viel Glück.

  5. Ich sehe als Erfahrungsträger von drei Jahren iPad-Klassen in verschiedenen Fächern und Jahrgangsstufen als 1:1-Lösung viele der hier angesprochenen Dinge als nicht ganz so krass an.

    Finanzierung ist immer ein wichtiges Thema. Keine Frage. Es gibt verschiedene Modelle dazu. Unsere sind privat von Eltern (die das möchten) finanziert. Einmalrate oder in 30 Monatsraten. Es gibt die Möglichkeit für Schulträger Geräte zu leasen – z.B. über vier oder fünf Jahre. Die Geräte haben danach immer noch einen Restwert. Zusätzlich können Eltern in die Finanzierung des Schulträgers eingebunden werden, indem sie die Möglichkeit bekommen, die Geräte auch zu Hause zu nutzen.

    Administrieren geht am einfachsten über ein MDM. Viele nehmen Zuludesk. Der Aufwand ist – einmal eingerichtet – minimal.

    Beamer sind Uralttechnik und Activeboards sind (meistens) rausgeworfenes Geld. Ein einfaches TV mit z.B. 163 cm Diagonale kostet um die 700 Euro. Apple-TV dazu und eine Wandhalterung = 1.000 Euro. Sprich du kannst 5 Räume ausstatten statt eines mit Activeboard.

    Lehrer sollten sich ein eigenes iPad kaufen (vor allem auch das, was man haben möchte und nicht von der Stange). Warum nicht? Verdienen wir sowenig? Kann man es nicht absetzen? Ist es nicht eine enorme Erleichterung für den eigenen Unterricht?

    Kulturtechnik Tablet ist ebenso wie Schreiben, Lesen, Sprechen, Rechnen und Zeichnen nur eines von den genannten. Wenn man Schüler auf Prüfungen vorbereiten soll geht es nicht ohne schriftliche Aufzeichnungen. Oder möchte jemand Hunderte Dateien öffnen, um sich auf die Prüfung vorzubereiten?

    Jeder sollte ein iPad haben. Es ist so viel mehr möglich als nur das stundenweise Ausborgen. Geht mit Hausaufgabenstellungen per Kalender-Abo los und hört mit email an Lehrer oder Lernvideos zu Hause auf. Außerdem ist der Schüler gezwungen, seine Dateien in Ordnung zu halten, sie zu strukturieren. etc. etc.

    Äußerst wichtig ist ein Konzept. Keine Frage. man muss aber auch verstehen, dass es sich um einen langen Prozess handelt. Bei Lehrern, Schülern und Eltern (die bei 1:1 vollen Zugriff auf die Hausaufgabenstellungen, den Unterricht und die Lernergebnisse haben – unverfälscht und nicht „künstlich reduziert“). Zu unserem Konzept gehört beispielsweise die ansprechende Gestaltung von Lernprodukten, wie Lernvideos, eBooks, Multimediapräsentationen, Arbeitsblätter, Dokumentationen, MindMaps usw. in verschiedenen Variationen. Wissen strukturieren, prüfen, Wesentliches erkennen und präsentieren sowie innovativ und kooperativ auszuarbeiten bilden einen wichtigen Baustein. Schülerzentriertes Lernen ist somit in jedem Fach möglich.

    Und die Erfolge? Ich sehe sie vor allem im persönlichem Bereich. Selbstständigkeit, Eigenverantwortung, Ehrgeiz, Erfolg, Termintreue, Teamgeist, Zuverlässigkeit sind nur einige, die deutlich bei der Mehrzahl der Schüler hervortreten. Ob die Noten besser werden? Liegt immer zuerst am Schüler. Wenn er will geht es auch. Wille kann durch Motivation erzeugt werden, aber das genügt nicht. Also liegt es auch am Lehrer. Hat er sich Freiräume geschaffen, um lernschwachen Schülern helfen zu können. Eher Moderator oder Vorturner? Auf Augenhöhe mit dem Schüler oder nicht. etc. etc.

    Tipp: Immer ein aktives Lehrerteam an der Schule haben. Alleingänge, auch zu Zweit oder Dritt scheitern in der Mehrzahl.

    Fazit: Lernen mit digitalen Medien hat bedeutend mehr Potenzen, als man allgemein glaubt. Die Möglichkeiten sind enorm vielfältig. Die Ergebnisse beim Schüler erstaunlich.

    P.S.: Bin mehr als 35 Jahre Lehrer!

      1. Normal dürften Sie es nicht um damit private Daten von Kindern und Mitarbeitern zu bearbeiten bzw. auf Schulressourcen zuzugreifen in denen private Daten verwendet werden. Wer private Endgeräte nutzt geht letztlich private Haftung. Viel Glück.

    1. Private Endgeräte im Zeitalter der DSGVO?

      Auf einem iPad in Mischbenutzung ohne getrenntes Benutzerkonto mit entsprechender Sicherung, Trennung und Löschung privater Daten von Schülern? Und selbst das ist noch wackelig und nicht empfehlenswert und läuft nur auf eigene Gefahr und Haftung. Mutige oder unwissende Lehrer. Da habt Ihr ja noch einen langen Weg vor Euch. Die Nutzung privater Endgeräte zu empfehlen ist sicher nicht zukunftsweisend.

      Ebenso setzen viele deiner propagierten „Lösungen“ auf eine reine Funktionalisierung und reduzieren die Schnittpunkte zum Aufbau einer persönlichen Beziehung zum Kind, also auch zu wissen wo das Kind menschlich-persönlich steht und nicht der reine Sachstand im Sinne von Inhalten und Kompetenzen. In meinen Augen ist das nur eine technische Optimierung von lehrerbezogenen Aufgaben und Funktionen und kein ganzheitliches Konzept um Lernen mit den neuen Medien und Möglichkeiten dann auch anders zu gestalten.

      Gut, in so kurzen Textabrissen ist es sicher auch gar nicht möglich alles so darzustellen, daher will ich mal davon ausgehen das Ihr doch über das Geschriebene hinausgeht.

      Private Endgeräte, schon allein aus DSGVO Perspektive, völlig rückwärtsgewandt. Natürlich ist es hilfreich wenn ein Gerät 1:1 da ist, meist ist das jedoch Zeit-, und Ressourcenverschwendung. In 1:1 Konzepten wird fast immer versucht das bisherige Analoge durch das Digitale zu ersetzen, also quantitative statt qualitative Arbeit – ein Kernmerkmal öffentlicher und rein „leistungsbezogener“ Bildungseinrichtungen. Auch das in meinen Augen rückwärtsgewandt- nicht erst seit es Tablets gibt.

      Das Erleben und Erkennen sowie die Reflexion desselbigen im Wechselspiel von Analog und Digital erweitert die Wahrnehmung und formt damit den Menschen. Wer schlicht das Analoge durch das Digitale zu größtmöglich zu ersetzen versucht und das Analoge gegenüber dem Digitalen damit faktisch abwertet erzeugt auf Dauer Leere und Beliebigkeit, statt Heranwachsenden ein solides Gerüst zu geben um seinen eigenen Referenzrahmen umfassend auszubilden.

      Alte Schule im neuen Aufguss, nur alles flotter und inhumaner, dafür aber fancy as fuck.

      Viel Glück…

  6. Wenn ich den Erzählungen meiner eigenen Kinder (Tochter und Sohn zwischen 16 und 18 Jahren) glauben schenken darf, wird in den meisten Schulen auch heute noch unterrichtet wie zu Zeiten der preußischen Kaiser! Vorne moderiert jemand und die Klasse schreibt hirnlos mit, so wurde schon zu meiner Zeit und zu Zeiten meiner Eltern und Großeltern unterrichtet und mir ging es tierisch auf die Nüsse! Ich war zwar ein guter Schüler, aber Spass hat mir Schule nie gemacht.
    Die neuen digitalen Medien geben einem die Chance, den Unterricht abwechslungsreich und interessant zu gestalten und wenn ich die positiven Beispiele einiger Lehrer hier lese, bin ich guter Hoffnung, das in den kommenden Jahren in Deutschland, nicht mehr weiter stur und Hirnlos unterrichtet wird wie zu Zeiten von des alten Fritz! Die älteren Verweigerer unter der Lehrerschaft sterben ja Gottseidank irgendwann aus, der finanzielle Spielraum der Schulen ist natürlich weiterhin ein schwieriges Problem, das mit dem Motto „bring your own device“ eventuell zu händeln wäre! Kinder auch in den kommenden Jahren mit Zentnerschweren Rücksäcken, voll mit Büchern aus Papier in die Schule zu schicken, passt nicht mehr in die heutige Zeit und ist meiner Meinung nach ein Unding! In Zeiten von Tablets und Ebooks braucht man keine dicken Papierschinken mehr! Sich diesem Trend zu verweigern, ist wie Briefe zu schicken anstatt Emails oder gleich zu telefonieren, weil man es ja früher auch so gemacht hat. Die Zeiten ändern sich und wenn wir uns dem Trend widersetzen, wird Deutschland erbarmungslos von seinen Nachbarn abgehängt! Gerade die skandinavischen Länder sind im Highspeedtempo in vielen Bereichen der Digitalisierung an uns vorbeigezogen, aber wie soll es in einem Land (Deutschland) der ewigen Gestrigen und Bedenkenträger auch anders sein!

    1. BYOD verstößt gegen das Prinzip der Bildungsgerechtigkeit, hier bringt dann Söhnchen Simeon neuen MacBook Pro mit und die Hartz IV Elite kackt dann auf dem allerneusten Huawei Smartphone ab. Zudem ist es bei einer Vielzahl von verschiedenen Geräte fast unmöglich bzw. frisst Zuviel Zeit bis alle auf dem Stand sind dann Arbeit zu können – Kollaboratives Arbeiten – Fehlanzeige.

      Ansonsten haben deine Kinder Recht. Wie zu Kaisers Zeiten – nur da hat das funktioniert weil Zucht und Ordnung in der Gesellschaft ein akzeptiertes und universales Mittel für Disziplin und Motivation war.

      Heute scheitert dieses System immer mehr an sich selbst. Ich meine Bitte, das vor 150 Jahren Bauern gebildet werden mussten welche die Maschinen zu bedienen hatten ist retro betrachtet jedem klar. Würden wir dem Prinzip weiter folgen würde heute jeder mit Programmieren gezüchtigt werden und seine eigene AI schreiben … stattdessen haben wir Horden von hochbezahlten Lehrern die nur gestriges halbwegs ordentlich vermitteln können und in modernen Klassenräumen technisch wie menschlich völlig überfordert sind. Klar für soziale Randerscheinungen und die Unterklasse der Unterklasse macht dieses System Schule Sinn, so kommen sie von den jämmerlichen und teils verwahrlosten Familienzuständen weg und erleben „Normalität“.

      Für den Durchschnittsbürger 10-13 Jahre Schule und dann haben sie grade mal eben Lesen & Schreiben gelernt … hahahah, da kann man das Geld auch gleich verbrennen, ist ökologischer.

      Das System Schule in Deutschland ist hoffnungslos überkommen und gehört vollständig ersetzt – samt 70% vom Personal, das ist gänzlich ungeeignet und widersetzt sich mehrheitlich und individuell der Bildung seiner selbst wie der Kinder. Immer mit dem Satz „dafür wurde ich nicht ausgebildet…“

  7. @Nemios: Shared iPad – guter Hinweis! Danke!
    @ Mein Senf dazu: Euer Finanzierungssystem ist mAn in BW so (noch?) nicht möglich und ist sehr vom Schulträger abhängig.
    Was mich aber schon ein bisschen irritiert, ist die Selbstverständlichkeit, mit der du Lehrer aufforderst sich für den Job ein iPad privat zu kaufen. Das kann ich echt nicht nachvollziehen. Mit welcher Begründung sollten wir das tun? Weil wir uns das leisten können? Mein Bruder arbeitet bei GE und kann sich einen PC auch gut leisten. Soll der sich also auch seinen PC für‘s Geschäft selbst kaufen?
    Es geht mit um hier echt um eine grundsätzliche Frage: Will ich, dass die Schulen und somit die Lehrer sich engagiert, aufgeschlossen und langfristig den „neuen Medien“ zuwenden? Dann müssen das Land und die Schulträger dafür auch die Voraussetzungen schaffen. Und das kann nun mal nicht heißen, dass Lehrer mit eigenen Geräten, ohne zeitliche Ressourcen und abhängig von den finanziellen Möglichkeiten des Schulträgers vor sich hinwerkeln. (Mit ehrlich großem Respekt vor all jenen, die das dennoch tun!)

    1. Du hast zwei Möglichkeiten:

      A) Du wartest bis der Schulträger einknickt. Druck kommt da wahrscheinlich kaum zustande. Also warte bis sich was ändert! Wie lange willst du warten?

      B) Du weißt einfach, dass die iPads viel mehr im Unterricht für dich möglich machen. Du weißt, dass die Schüler mehr davon haben. Du wartest nicht, sondern fängst einfach an.

      Am Ende geht es immer um die Schüler, nicht um dich! Die Schüler sind unsere Adressaten. Wer das verstanden hat, der bezahlt auch Minimum 300 Euro (denn davon sprechen wir für den Einzelnen) … und fängt einfach an.

      Das ist meine Antwort darauf.

      Deine Denkweise bremst die Entwicklung und sie bremst dich selbst – und sie bremst vor allem deine Schüler und auch Eltern. Letztlich ist es eine ganz einfache Bewusstseinsfrage.

      1. Nein.

        Deine Denkweise bremst seit über 50 Jahren die Entwicklung im schulischen Bereich.

        Immer diese Lehrer die meinen „rette ich ein Kind, rette ich die Welt“ Haltung. Sowas von weltfremd und rückwärtsgewandt. Da hilft auch kein Don Quijote, gelesen ja, verstanden ja klar, anwenden – äh was denn?

        Sorry, wenn Lehrer nicht jedem faulen Ei noch zwei frische hinterherwerfen, das ist was sie tun wenn sie Ihre privaten Mittel in die Schulen tragen, dann wäre das System Schule in Deutschland schon Anfang der Achtziger zusammengebrochen, stattdessen wird es von ewig Gestrigen bis zum heutigen Tag gestützt und getragen.

        Als Kaufleute oder in privaten Unternehmen schon längst aussortiert weil nutzlos, niesten sich die „Schlaueren“ von vornherein im Schulsystem ein.

        Und diese bilden sich dann auch genau diese Form von Lehrern in Ref selbst nach. Alle anderen werden gnadenlos niedergemacht. Und so bewegt sich seit 70 Jahren nichts in der Bildungslandschaft. Ah doch, da hat einer was erfunden, das ist so weltverändern jetzt müssen wir mit aufspringen sonst merken alle was wir hier fürn Murks machen.

        Es geht immer um dich! Der gesunde Egoist weiß nämlich das er ohne den/die Anderen nichts is(s)t.

        Danke für 35 Jahre Rückschritt. Naja zumindest mit den neuen Medien gibt man sich dann ein wenig den modernen Anstrich, oder geht es einem doch nur um sich selbst, nämlich seinen Job zeitgemäßer und effektiver zu gestalten und zu erfüllen – oh also geht es ja doch nicht um die „Kinder“, vielleicht ist es ja doch nicht nur eine Floskel.

        Wie auch immer, an der Schädlichkeit solcher Arten von Lehrern ändert auch die nette Intention nichts.

  8. @Mein Senf dazu: Kann deine Sichtweise schon nachvollziehen. Wir erleben jedoch täglich, dass das zusätzliche Engagement der Kollegen einfach stillschweigen hingenommen wird und oft sogar das Gegenteil bewirkt. Bestes Beispiel: das IT-System. Unser zuständiger Kollege hat im Oktober/November alle seine Stunden schon aufgebraucht und arbeitet das restliche Schuljahr dann quasi umsonst. Ergebnis: Das KuMi sieht keinen Handlungsbedarf, denn „es läuft ja auch so“!

    1. Genau. 70 Jahre Rückschritt wegen diesen „tollen“ Lehrern.

      Nicht falsch verstehen natürlich sind diese Menschen wertvoll mit Ihrem Engagement und man darf dafür auch dankbar sein. Wenn das allerdings zur Norm erhoben wird läuft was ganz gehörig falsch.

      Und der Einzelne der das gerne macht und darin aufgeht weil er seinen Job liebt wird plötzlich mit Lasten beladen und dann wird das zum „Muss“.

      Was ein „Muss“ auslöst sieht man an der Burnout Rate bei Lehrern und der durchschnittlichen Lebensarbeitszeit – unterirdisch.

      Auch unsere Kids brennen nur so vor Motivation weil sie Hausaufgaben und Co JETZT machen müssen, als gäbe es kein Morgen. Und das spielerische Lernen und Aneignen, das erforschen und erkunden von Wissen findet nicht mehr statt, wenn es denn je stattfand.

      Humboldt glüht im Grab ob seiner „Nachkommen“. Der Hohn schlechthin wenn Einrichtungen sich mit seinem Namen schmücken.

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