Datenschutzversprechen gehören inzwischen zum Standardrepertoire nahezu jeder App. Doch welche Informationen kann eine Anwendung auf dem iPhone tatsächlich erfassen – auch ohne ausdrückliche Berechtigung? Genau diese Frage beantwortet die kostenlose App Loupe (App-Store-Link) des Sicherheitsforschungs-Teams Mysk.
Loupe verfolgt dabei einen besonderen Ansatz: Statt lediglich Datenschutzhinweise zu erklären, zeigt die App direkt an, welche Informationen andere Apps über öffentliche iOS-Schnittstellen auslesen können. Nutzer erhalten damit einen detaillierten Einblick in die sogenannte „Fingerprinting“-Oberfläche ihres Geräts – also jene Vielzahl von Merkmalen, die zusammengenommen eine eindeutige Identifizierung des Nutzers ermöglichen können.
Die Anwendung unterteilt die auslesbaren Daten in drei Kategorien. Unter „Passiv“ finden sich Informationen, die jede App ohne Nachfrage abrufen kann. Dazu gehören beispielsweise Zeitzone, Spracheinstellungen, Tastatursprachen, Batteriestatus oder Speicherinformationen. Die zweite Kategorie, „Erlaubnis erforderlich“ umfasst Daten, für deren Zugriff iOS eine Berechtigung anfordert, etwa Standort, Fotos, Kontakte oder Bewegungsdaten.

Besonders interessant ist die dritte Kategorie „Fortgeschritten“. Hier demonstriert Loupe, welche zusätzlichen Informationen über öffentliche APIs oder technische Nebenkanäle verfügbar sind. Dazu gehören unter anderem Hinweise auf installierte Apps, bestimmte Grafik- und Hardwareeigenschaften sowie Kennungen, die sogar eine Neuinstallation einer App überdauern können.
Loupe könnt ihr kostenlos nutzen
Ein großer Pluspunkt: Sämtliche Analysen erfolgen dabei lokal auf dem Gerät. Laut den Entwicklern werden keine Daten an Server übertragen, es gibt keine Benutzerkonten und keinerlei Analytics-Funktionen. Die App dient ausschließlich der Transparenz und Aufklärung. Loupe ist außerdem vollständig kostenlos nutzbar und Open Source. Der komplette Quellcode steht also öffentlich auf GitHub zur Verfügung. Dadurch können Sicherheitsforscher und Entwickler nachvollziehen, wie die App arbeitet und welche iOS-Schnittstellen sie verwendet.
Loupe richtet sich zwar in erster Linie an technisch interessierte Nutzer, ist jedoch bewusst verständlich gestaltet. Die App erklärt nicht nur, welche Daten ausgelesen werden können, sondern auch, warum diese Informationen für Tracking und Geräte-Fingerprinting relevant sein können. Loupe zeigt damit nachvollziehbar, wie viele Informationen moderne Apps selbst ohne klassische Tracking-IDs sammeln können.

Ziemlich krass. Danke für die Info zu dieser App. Und das Ganze ohne irgendeine Berechtigungsanfrage. Am härtesten finde ich den Zeitpunkt der iPhone Inbetriebnahme, bis auf die Sekunde genau. Das dürfte schon ziemlich identifizierbar sein.
Geladen > DANKE