Mac Mini: Mein Erfahrungsbericht nach einem Monat

Quadratisch & klein, schnell & leise

Im Gegensatz zum iPhone, hier gönne ich mir tatsächlich jedes Jahr ein neues Modell, sieht es in Sachen Mac ganz anders aus. Hier kann man die Geräte, die ich in den letzten acht Jahren im Einsatz hatte, tatsächlich an einer Hand abzählen. Umso gespannter war ich, wie sich der neue Mac Mini machen würde, immerhin hat Apple den kleinen quadratischen Rechner im vergangenen November ordentlich aufgemotzt.

Los geht es ab 899 Euro mit dem Einsteiger-Modell, richtig interessant wird es aber erst, wenn man ein wenig Geld oben drauf legt: Für 1.249 Euro bekommt man den Mac Mini mit sechs Prozessor-Kernen, einer 256 GB SSD und 8 GB Arbeitsspeicher. Wie sich die Modelle ansonsten unterscheiden und worauf man beim Kauf achten muss, habe ich euch zusammen mit Houtan erklärt. Der Manager aus dem Gravis Store Essen hat mir den Mac Mini zu Testzwecken vorbei gebracht und zusammen haben wir das folgende Video aufgenommen:

Um euch besser erklären zu können, wie ich mit dem Mac Mini arbeite und ob er ein passender Rechner für mich ist, muss ich zunächst einmal erläutern, wie ich bisher an meinem Schreibtisch im Büro gearbeitet habe. Bislang habe ich ein MacBook Pro aus dem Modelljahr 2016 genutzt, das ich mit einem Kabel an ein Thunderbolt-Dock gehangen habe. An diesem Dock wiederum hängt ein 34 Zoll UltraWide-Monitor von LG, als Eingabegeräte sind die Craft-Tastatur und die MX Master 2S von Logitech im Einsatz.

Genügend Anschlüsse machen mein bisheriges Dock überflüssig

Das ist nicht ganz unwichtig, immerhin ist der Mac Mini der einzige Rechner im Apple Portfolio, den man nicht Out-of-the-Box starten kann. Umso praktischer ist es natürlich, wenn man die notwendige Peripherie schon im Einsatz hat, insbesondere ein gutes Display kann ja durchaus ins Geld gehen. Der Vorteil im Vergleich zum iMac: Man bleibt auch in Zukunft flexibler, wenn man sich doch mal einen größeren, schärferen, besseren Monitor zulegen möchte.

In meinem Fall konnte ich das Thunderbolt-Dock, das bisher für den Einsatz meines MacBook Pro notwendig war, sogar in Rente schicken. Der Mac Mini bringt genug Anschlüsse mit: Vier USB-C-Ports, zwei USB-A-Anschlüsse, HDMI, Ethernet und Kopfhörer-Anschluss. Etwas schade ist lediglich, dass Apple keinen SD-Kartenslot verbaut hat, denn den bräuchte ich dann doch immer mal wieder – zum Glück gibt es ja günstige Adapter.

Wie steht es um die Performance?

Im Vergleich zu meinem bisherigen MacBook, das mit einem 2,0 GHz Dual-Core Intel Core i5 und einer Intel Iris 540 ausgestattet war, hat der Mac Mini leistungstechnisch natürlich klar die Nase vorn. Der 3,0 GHz 6‑Core Intel Core i5 sollte für die meisten Anwender mehr als ausreichend sein, genau wie die 8 GB Arbeitsspeicher. Falls nicht, lässt sich der RAM aber relativ problemlos erweitern – möglicherweise nicht ganz unwichtig für die Zukunft.

Interessant sind die Größenordnungen, über die wir momentan reden. 95 Prozent meiner Arbeiten, also die tägliche Office-Routine, Surfen und ein wenig Bildbearbeitung, greifen gar nicht auf die Leistung zurück, die der Mac Mini bietet. Wirklich an seine Grenzen kommt der kleine Computer bei mir nur beim Videoschnitt, hier ist die Intel UHD Graphics 630 sicherlich der Flaschenhals.

Das bringt mich zum nächsten Punkt: Wer tatsächlich vor hat, mit seinem Mac Spiele zu spielen, hat beim Mac Mini natürlich ein Problem. Die integrierte Grafikeinheit ist für anspruchsvolle Titel einfach nicht gut genug. Wer dagegen sagt: Mir reicht die Grafik-Performance erst einmal, hat dank USB-C für die Zukunft aber alle Optionen. Externe Grafik-Einheiten sind bereits ab rund 350 Euro erhältlich und können so noch einmal für einen ordentlichen Leistungsschub sorgen.

Die vier USB-C-Anschlüsse auf der Rückseite des Mac Mini können später also Gold wert sein. Genutzt werden können sie beispielsweise auch für schnelle Festplatten-Erweiterungen, denn die interne SSD ist fest verlötet. Externe Lösungen mit USB-C sind aber gar nicht mal so teuer und mit Geschwindigkeiten um 500 Mbit/s auf jeden Fall schnell genug für flüssiges Arbeiten.

Benchmark-Ergebnisse im Überblick: CPU, GPU und SSD

Mein persönliches Fazit zum Mac Mini

Echte Kritik am Mac Mini kann ich kaum äußern. Anschlüsse und Leistung überzeugen mich auf ganzer Linie und sind für meine tägliche Arbeit quasi perfekt zugeschnitten. Obendrauf kommt ein wirklich tolles Design, bei dem Windows-Rechner definitiv nicht mithalten können.

Es gibt aber noch einen netten Nebeneffekt: Während ich bislang immer mit dem MacBook Pro im Rucksack ins Büro kommen musste, kann ich das Gepäck nun ganz Zuhause lassen. Das wird vor allem im Sommer eine praktische Sache, wenn ich wieder mehr mit dem Rad unterwegs bin.

Klar ist aber auch: Man sollte schon zum 1.249 Euro teuren Modell greifen. Man hat mehr Leistungsreserven und zudem doppelt so viel internen SSD-Speicher, der wie erwähnt nicht ausgetauscht werden kann.

Für wen lohnt sich der Mac Mini denn nun?

Meiner Meinung nach ist der Mac Mini für Nutzer geeignet, die an einem festen Platz arbeiten und nicht unbedingt eine dedizierte Grafik-Einheit benötigen. Perfekt gemacht ist der Mac Mini für Nutzer, die bereits ein gutes Display und gute Boxen auf dem Schreibtisch stehen haben, denn so kann man viel Geld sparen.

Im Vergleich zum in Sachen Grafik leistungsfähigeren iMac, hier starten die interessanten Modelle mit 27 Zoll Display erst bei über 2.000 Euro, bleibt man vor allem bei der Display-Frage viel flexibler: Wer später ein jetzt vorhandenes Display durch ein besseres und größeres Modell ersetzen möchte, kann das problemlos tun.

Zudem ist der Mac Mini dank der USB-C-Anschlüsse mit Thunderbolt 3 zukunftssicher: Schneller externer SSD-Speicher und sogar externe Grafikkarten können später mit nur einem Kabel angeschlossen werden. Auch der Arbeitsspeicher lässt sich aufrüsten, wenn die standardmäßig verbauten 8 GB RAM mal nicht mehr ausreichen sollten.

Kurzum: Apple hat den Mac Mini wieder zu einer echten Waffe gemacht, auch wenn der Preis vielleicht nicht mehr ganz so klein ist, wie er einmal war. Mit der passenden Peripherie ist der kleinste Apple-Rechner aber auch für echte Profis geeignet.

Kommentare 14 Antworten

  1. Moin,
    deine positive Einschätzung vom Mac Mini teile ich leider überhaupt nicht. Ich muss dazu sagen, dass es mein erster Apple Computer war und meine Erwartungen relativ hoch gesteckt waren.

    Ich habe heftige (Mikro-)ruckler beim Mauszeiger bei Verwendung einer BT-Maus gehabt. Meine Tastatur (Apple Magic Keyboard) ist im Loginscreen oft erst vielen Sekunden erkannt worden. In den Systemeinstellungen hat er beim Versuch eines erneuten Koppelns der Tastatur die Tastatur als „konnte nicht identifiziert werden“ markiert.

    Nach der Aktivierung von FileVault hat er morgens beim Booten meinen 4k Monitor nicht mehr richtig erkannt und mit aktiviertem, aber schwarzem Bildschirm gestartet. Ich konnte den Mini dann nur noch abwürgen. Nach vier, fünf Startversuchen hat es dann endlich mal geklappt.

    Dazu kamen Probleme, die offenbar eher MacOS geschuldet sind (z.B. nicht sichtbarer StartScreen von Counterstrike unter Steam, fehlende Berechtigung beim der Installation von ET Legacy, etc.). Ich wollte mit der Kiste nicht ernsthaft zocken, wohl aber mal testen, wo beim Mini die Grenzen liegen.

    Alle genannten Probleme konnte ich via Suchmaschine bestätigen und für viele fand ich auch die Lösung. Die Probleme mit Bluetooth, WLAN und USB3-Devices hingegen sind handfest, es gibt hunderte Betroffene, aber noch keine Lösung seitens Apple.

    Für mich waren die Probleme allerdings schon im ersten Eindruck so gravierend, dass ich einen echten Mehrwert zu meiner 7 Jahre alten Linuxkiste nicht so recht erkennen konnte und habe den Mini daher schweren Herzens zurück geschickt.

    Jetzt bin ich froh, dass ich diese „Fehlinvestition“ los bin, leide aber auch daran, mein Setup auf iPhone X und iPad nicht komplettiert zu haben. 🙂 Derzeit setze ich meine Hoffnungen in einen iMac 27″ early 2019 – und wenn der dann nicht schick und flüsterleise ist, dann werden Apple und ich wohl auf die nächsten 5 Jahre keine Freunde.

  2. @Fabian Interessant fände ich, wenn du beschreiben würdest, wie du es jetzt hinbekommst, mit zwei Rechnern zu arbeiten. Ich gehe einfach davon aus, dass du auch Zuhause am MacBook arbeitest. Das hat mich immer extrem genervt, weshalb ich es abgeschafft habe und lieber mein MacBook überall mit hinnehme. Denn mit zwei Geräten hatte ich nie alle identischen Dateien überall. Es gibt einfach nicht überall Internet, deswegen sind Cloudlösungen nur begrenzt hilfreich.

    1. Das meiste geht über die iCloud völlig problemlos. Zudem habe ich meinen Schreibtisch im iCloud Drive drin, das reicht mir vollkommen aus.

      Unterwegs und Zuhause (dort am Bildschirm mit Dock) habe ich das aktuelle MacBook Air im Einsatz.

  3. #Quergeist, – nun eine kleine festplatte (SSD o.ä.) wirkt da wunder, kann man sie doch an den neuen Mac oder an den anderen PC einfach anschließen, wenn man seine ergüsse denn auch dort abspeichert, weil nicht immer Internet vorhanden ist.
    Die mängel seitens #Cryptostone kann ich nicht nachvollziehen. Hier glaube ich, dass es ein defektes gerät (ja, das soll es auch geben) gewesen ist, was ich einfach getauscht hätte. Oder einfach mal damit zu Apple und fragen….

    Ich habe meinen iMac 27″ (i7 plus pipapo) gegen einen Mini i7 etc. getauscht und bin äußerst zufrieden. Der Monitor des iMac war nicht ohne weiteres dazu in der lage, ein anderes gerät anzuschließen, damit ich es „auf den schirm“ bekomme (PS4 zum bleistift (geht, aber eben nur mit zusätzlicher hardware)).
    Mit dem C49hg90 von Samsung am Mini klappt dann auch alles, was ich wollte und noch viel viel mehr (Tipp für Fabi zum Monitor (Alter, als wenn der das nicht wüsste :-)).

    Der Mini hat alles was mein herz begehrt und für einen computer wichtig ist. Beim kauf sollte man allerdings auf die SSD achten, da man sie, wie erwähnt, nicht ohne weiteres intern aufrüsten kann.
    Die speichererweiterung gehe ich mit außerhalb des Apple-universums holen, weil die von Apple unverschämt im preis dafür sind.

    1. Es gibt im Netz haufenweise Hinweise und Bestätigungen zu den BT/WLAN-Problemen. Die Ursache ist wohl ein USB3-Device am USB-A-Port.

      Zudem hatte ich diverse Boot-Schwierigkeiten, kam nicht in die MacOS-Wiederherstellung, etc. Das war vielleicht auch eine Fehlbedienung, aber es ist schwierig, mit solchen Problemen umzugehen, wenn man nicht weiß, wie sich MacOS richtig verhalten sollte. 🙂

  4. Ich habe auch den i5 Mini mit 256gb ssd, aber mit 32GB RAM. Das Problem mit Bluetooth hatte ich auch und konnte es durch eine Neuinstallation von MacOS beheben. Jetzt Funktion alles einwandfrei.

    1. Tja, so leicht war es hier leider nicht erledigt. Im Nachhinein ärgere ich mich natürlich ein wenig, dass ich es nicht vorübergehend mit einer kabelgebundenen Maus versucht habe.

      Aber diese anhaltenden Startschwierigkeiten hatten mir viel mehr zu schaffen gemacht und am Schluß war ich nicht mehr sicher, ob der Mini defekt, das Produkt einfach nur fehlerhaft oder ich einfach nur unfähig oder empfindlich bin. 🙂

  5. “Externe Lösungen mit USB-C sind aber gar nicht mal so teuer und mit Geschwindigkeiten um 500 Mbit/s auf jeden Fall schnell genug für flüssiges Arbeiten.”

    Wirklich? 500 MBit/s? Da ist ja mein WLAN schneller. Willkommen in Jahr 1998 ?

  6. Das mann die eingebaute ssd nicht tauschen kann ist so nicht richtig.

    Ich habe mein Macbook reparieren lassen bei der Firma Smardmod aus Frankfurt.

    Diese kann Reparaturen auf Chip basis durchführen.

    Sie tauschen die interne ssd des mac mini und ersetzten Sie durch eine grössere.

    Auch die Preise sind human.

  7. Was machen die?
    Ist auf deren Homepage aber nicht ersichtlich.
    Da ist nur der Macmini <2018 gelistet, da konnte man einfach eine SSD einbauen, das stimmt.

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