Die Nintendo Switch 2 ist nun seit mehr als einem Jahr im Handel erhältlich. Seit dem Release vergrößert sich auch der entsprechende Zubehör-Markt für Nintendos flexibel einsetzbare Spielkonsole. Der bekannte Gaming-Zubehör-Hersteller Mobapad, vor allem für seine hochwertigen Controller-Lösungen geschätzt, hat im Februar dieses Jahres mit dem Mobapad M12 HD und M12S zwei Joy-Con-Alternativen präsentiert, die nun nach einer längeren Vorbestellungs-Phase auch offiziell im Handel gelandet sind.
In der Vergangenheit hatte Mobapad bereits mit dem Mobapad M6 HD eine entsprechende Controller-Lösung für die Nintendo Switch (OLED) im Programm, die in der Gaming-Community sehr positiv aufgenommen wurde und zu den besten ihrer Art gehört. So war es keine große Überraschung, dass Mobapad nun auch für die neue Konsolengeneration von Nintendo einen vielversprechendenen Joy-Con-Ersatz anbietet.
Zwei Modelle für unterschiedliche Bedürfnisse

Nachdem es zunächst etwas Verwirrung bezüglich der Modellbezeichnungen gab, ist dieses Problem mittlerweile gelöst. Der Mobapad M12S nutzt TMR-Technologie für die Analogsticks, die eine höhere Auflösung und geringeren Stromverbrauch bieten als Hall-Effekt-Sensoren, und dank Glide Pads auch sehr sanft rotieren. Der Controller verfügt über ein 9-Achsen-Gyroskop für präzise Motion-Control, mechanische Mikroschalter an allen Tasten und Triggern sowie eine native Switch-2-Protokoll-Unterstützung. Zusätzlich integriert er eine C-Taste für Voice-Chat und eine mehrstufige RGB-Beleuchtung für das Unternehmenslogo, die deaktivierbar ist.
Im Vergleich zu den originalen Joy-Cons der Nintendo Switch 2 bietet der M12S ein ergonomischeres, konturiertes Design mit besserem Grip und ausbalanciertem Gewicht. Die Controller sind für langes Spielen optimiert, verfügen zudem über rückseitige Paddle-Buttons und vermeiden eine Handermüdung durch eine vollere Form. Ein Power-Save-Modus auf der Rückseite schont den Switch-2-Akku im Handheld-Modus, so dass der Controller keinen Strom von der Konsole beansprucht, sondern den eigenen Akku während des Spielens verwendet.
Neben dem M12S bietet Mobapad auch die etwas teurere M12 HD-Version an, die im Vergleich zum M12S mit seiner Standard-Vibration und 9-Achsen-Motion Control stattdessen auf HD Rumble und einen 6-Achsen-Gyro setzt. Zudem gibt es statt des C-Buttons für Sprachchats beim M12 HD einen M-Button, mit dem Makro-Programmierung, Turbo und eine alternative Button-Belegung ermöglicht wird. Beide Varianten kommen mit einem 800 mAh-Akku daher, der für eine Spielzeit zwischen 15 und 20 Stunden sorgen soll. Auch Wake-from-Sleep zum Aufwecken der Konsole über den Controller, ebenso wie ein Support für die Mobapad-App ist mit an Bord.
Meine ersten Eindrücke zu den Neuerscheinungen

Mobapad war so freundlich und hat mir zum eigenen Ausprobieren das neue Zubehör zugeschickt. Nachdem ich zunächst einen fehlerhaft verarbeiteten Mobapad M12 HD bekommen habe, bei dem sich der Power-Save-Schalter am linken Joypad nicht bewegen ließ, dauerte es einige Zeit, bis der Nachschub kam. Mittlerweile verfüge ich so über einen Mobapad M12 HD, M12S, den Charging Grip und auch das für die Controller samt Switch 2 passende H12 Carrying Case.
Im Hinblick auf das Design sind beide Controller-Varianten, sowohl der M12 HD als auch der M12S, identisch gebaut. Klitzekleine Unterschiede sieht man lediglich in der Tastenbelegung: Während der M12 HD neben dem Homebutton auf eine M-Taste setzt, ist es an gleicher Stelle beim M12S die C-Taste zum Aktivieren des Switch 2-Sprach- und Videochats. Wie oben bereits beschrieben verfügen beide Modelle über eine Wake-Up-Funktion, um die Switch 2 mit dem Controller aus dem Standby-Betrieb zu holen, und auch über rückseitige Schalter, um den Energiesparmodus für jedes Joypad aktivieren zu können.
Das generelle Handling ist bei beiden Controller-Varianten simpel und bequem, allerdings ist die Erkennung der beiden Modelle aufgrund der unterschiedlichen Protokolle verschieden geregelt. Während der M12S aufgrund des Switch 2-Protokolls direkt als Joy-Cons erkannt wird, muss man beim M12 HD vorab in den Einstellungen der Konsole eine Änderung vornehmen, damit der Controller faktisch als kabelgebundene Variante eingebunden werden kann. Hier sammelt der M12S auf jeden Fall Pluspunkte. Diese verliert das Modell aber, wenn es um die Vibrationsfunktion geht: In diesem Fall liegt der M12 HD mit seiner HD-Rumble-Funktion deutlich vorne und sorgt für ein angenehmes Vibrationsgefühl, das einen noch tiefer in das Spielgeschehen eintauchen lässt. Wem die Basis-Vibration beim M12S mit Hilfe eines Rotationsmotors nicht gefällt, kann die Rumble-Funktion über die Mobapad-App auch ganz ausschalten.
„Clicky“ Tasten und eine bunte Lichtshow

Mobapad setzt bei beiden M12-Modellen darüber hinaus auch auf mechanische Tasten. Obwohl das Betätigen der verbauten Buttons angenehm und präzise ist, sind die Tasten insgesamt sehr „clicky“ und geben bei jedem Antippen ein deutlich hörbares Klick-Geräusch von sich, das man auch von Gamepads wie dem EasySMX S10 kennt. Es erinnert an einen lauteren Mausklick und könnte hinsichtlich der ständigen Geräusche möglicherweise in ruhigen Umgebungen zu Problemen führen. Ich persönlich bevorzuge leisere Buttonklicks wie die vom Nintendo Switch 2 Pro Controller.
Was ebenfalls Geschmacksache sein dürfte, ist die Lasergravierung des „Mopapad“-Schriftzugs im unteren Bereich der Gamepads. Werksseitig leuchten diese in bunten Farbverläufen auf. Wer sich wie ich an diesem optischen Schauspiel eher stört, kann die Helligkeit und die Farben justieren – oder der Lichtshow auch gleich den Stecker ziehen und sie in der kostenlos erhältlichen Mobapad-App (App Store-Link) ganz deaktivieren. Für mich persönlich ist dies eine nette kleine Spielerei, die ich aber gleich als allererstes komplett deaktiviert habe. Beim Spielen möchte ich aus dem Augenwinkel nicht mit bunten Lichtern irritiert werden.
Absoluter Mehrwert: Charging Grip und Carrying Case

Was ich bei den Mobapad M12-Controllern als sehr nützlich empfunden habe, ist der optionale Charging Grip. Dieser kann aktuell leider nur zusammen im Set mit einem der beiden Gamepad-Varianten bei Mobapad bestellt werden, ist aber aus meiner Sicht eine echte Bereicherung. Nicht nur lassen sich die beiden Modelle damit unabhängig von einer Nintendo Switch 2-Konsole über USB-C aufladen, sondern der Charging Grip ermöglicht es auch, aus den beiden Gamepads einen richtigen Controller zu machen. Ist man beispielsweise des Spielens im Handheld-Modus müde geworden, nimmt man die beiden Joypads einfach ab, verbindet sie mit dem Charging Grip, stellt die Konsole über den Ständer auf, und kann so bequem im Tischmodus spielen. Auch inklusive des Charging Grips passt das Konstrukt immer noch perfekt in das mitgelieferte Hardcase für den M12S bzw. M12 HD. Daher mein Tipp: Bestellt euch den Charging Grip für ein flexibleres Spielerlebnis und einfacheres Aufladen am besten gleich mit.
Ein weiteres Zubehör-Produkt für die neuen Mobapad M12-Controller sollte an dieser Stelle auch nicht vergessen werden: Das H12 Carrying Case, das separat im Mobapad-Webshop für 29,99 USD vertrieben wird. Das schwarze Hardcase mit kleinen orangenen Kontrasten an den Reißverschlüssen ist ein minimalistisches Transportcase für die Switch 2 samt angelegten M12S/HD-Controllern. Denn: Aufgrund der zugenommenen Länge der Konsole mit angesteckten M12-Joypads passt selbige nicht mehr in die Standard-Hardcases, die im Handel vertrieben werden.
Das einzige Case, bei dem ich diese Konstellation noch unterbringen konnte, war das Savage Raven MaxCarry Case (Amazon-Link), das für die Nutzung mit dem eigenen NeoGrip bzw. StandGrip konzipiert wurde. Hier passt die Switch 2 samt M12S/HD perfekt und ohne einen Millimeter Platz an den Seiten hinein. Alle anderen von mir ausprobierten Cases und Taschen waren nicht kompatibel, beispielsweise von Savage Raven, JSAUX, WaterField oder Belkin.
Welches Modell für wen?

Abschließend stellt sich natürlich noch die Frage, welcher der beiden Controller besser ist und eher gekauft werden sollte. Dies kann pauschal nicht beantwortet werden, da es von unterschiedlichen Bedürfnissen und Anforderungen abhängt. Grundsätzlich ist der M12 HD für Switch 2-Gamer geeignet, die Wert auf eine hochwertige Rumble-Funktion, ein NFC-Feature für Amiibos und einen Button zum schnellen Wechsel von individuellen Tastenbelegungen legen.
Wer hingegen das Switch 2-Protokoll mit nativer Joy-Con-Erkennung bevorzugt, eine genauere Bewegungssteuerung mit neun Achsen benötigt, gerne per Sprach- oder Videochat kommuniziert und dazu einen eigenen C-Button auf dem Gamepad hat, sollte sich eher das M12S-Modell ansehen. Für letztere Variante kommt noch hinzu, dass die beiden Joypads auch im Standby-Dockingmodus der Switch 2 aufgeladen werden können – beim M12 HD muss die Konsole aktiv sein, damit die Controller geladen werden. Mein persönlicher Favorit ist bisher das Mobapad M12S-Modell.
Nach dem Erfolg des M6 HD für die erste Generation der Switch-Konsole gibt es also auch eine sehr gute Alternative zu den offiziellen Joy-Cons 2, die mit der Switch 2 geliefert werden. Auf der Produktseite von Mobapad gibt es die Möglichkeit, das Zubehör bestellen zu können. Mit Preisen von unter 100 US-Dollar unterbieten der Mobapad M12 HD (99,99 USD inklusive Charging Grip) und M12S (95,99 USD inklusive Charging Grip, 79,99 USD ohne Charging Grip) zudem die ebenfalls kürzlich vorgestellte Konkurrenz des NYXI Hyperion 3. Letzterer liegt mit 109,95 Euro preislich nochmals über den Modellen von Mobapad, wurde aber im direkten Vergleich deutlich schlechter bewertet.
