RingConn Gen 3 im Test: Der unauffällige Gesundheitsbegleiter am Finger

RingConn Gen 3 im Test: Der unauffällige Gesundheitsbegleiter am Finger

Preise starten bei 369 Euro

Hinweis: Artikel enthält Affiliate-Links. Was ist das?

Eine Person trägt den RingConn Gen 3 an der linken Hand und tippt auf einer Tastatur

Es ist noch gar nicht so lange her, dass wir hier bei uns im Blog über die neueste Generation des Oura Smart Rings, den Oura Ring 5, berichtet haben. Der Markt hält allerdings noch weitere Anbieter ähnlicher Produkte bereit, darunter auch RingConn mit dem RingConn Gen 3. Diesen konnte ich mir nun genauer ansehen und teile meine ersten Eindrücke mit.

RingConn Gen 3, Der weltweit erste Smart Ring mit Gefäßtrend-Analyse
  • GRÖSSE VOR DEM KAUF BESTIMMEN – Die Größen des RingConn Gen 3 unterscheiden sich aufgrund des integrierten Sensordesigns von herkömmlichen...
  • EINBLICKE IN DIE GEFÄSSGESUNDHEIT – Nach einer einmaligen Kalibrierung analysiert der RingConn Gen 3 verschiedene physiologische Signale, um Trends...

Der RingConn Gen 3 setzt mit seinen Funktionen auf eine umfassende Überwachung des Körpers und will in der neuesten dritten Generation auch die Geheimnisse der menschlichen Gefäßgesundheit entschlüsseln. Mit nächtlichen vaskulären Analysen, optionalen Blutdruckeingaben und Lebensstilfaktoren liefert der smarte Ring personalisierte Einblicke in Blutdrucktrends. Dabei verzichtet der RingConn Gen 3 auf Fachchinesisch, sondern liefert klare Gesundheitszustände und Trends: So versteht endlich jeder, wie Stress, spätes Essen oder ein anstrengender Tag die Venen und Arterien beeinflussen. So lässt es sich auch selbst proaktiv handeln, bevor der Körper Alarm schlägt.


Schlafapnoe-Risiken: Der stille Wecker

Eine Person trägt den RingConn Gen 3 an der linken Hand

Wer schon mal mit einem Ruck aus dem Schlaf hochgeschreckt ist, weiß: Nicht alles, was im Schlaf passiert, ist harmlos. Der RingConn Gen 3 erkennt unbemerkte Atemaussetzer und Sauerstoffabfälle und warnt so vor potenziellen Schlafapnoe-Risiken. Gleichzeitig trackt er Schlafphasen und Vitalwerte, um ein lückenloses Bild der nächtlichen Regeneration zu liefern.

Für Frauen wird der RingConn Gen 3 zum persönlichen Coach: Er erkennt einzigartige Zyklusmuster, weist auf bevorstehende Perioden hin und hilft, Workouts oder Arbeit an den natürlichen Rhythmus anzupassen. Selbst bei Kinderwunsch wird der Prozess entspannt, da das fruchtbare Fenster und die Körpertemperatur präzise erfasst werden, damit der Weg zur Empfängnis kein Ratespiel bleibt.

Mit einer Genauigkeit von über 98 Prozent bei der Herzfrequenzmessung, unter 1,9 Prozent Abweichung bei der Blutsauerstoffsättigung und einer fast perfekten Schlafzeiterfassung will der RingConn Gen 3 Maßstäbe setzen. Dahinter stecken fortschrittliche Biosignal-Algorithmen und eine Enterprise-Grade-Verschlüsselung, die sicherstellt, dass die Daten nur dem Nutzer bzw. der Nutzerin gehören.

Leicht, robust und unsichtbar am Finger

Nahaufnahme des Größenvergleich zwischen dem RingConn Gen 3 und dem Oura Ring 5 in mattschwarz
Mein RingConn Gen 3 wies bereits nach etwa einer Woche einen sichtbaren Kratzer auf.

Mit nur 2,5 bis 3,5 Gramm Gewicht, je nach ausgewählter Farbvariante, und einer Dicke von 2,3 mm soll sich der Ring nahezu unbemerkt am Finger anfühlen. Das ergonomische Viereck-Design passt sich jeder Hand an, während Titan und hautfreundliches Harz für Langlebigkeit sorgen. IP68-zertifiziert und 10 ATM wasserdicht übersteht der Smart Ring zudem Schwimmbäder, Schnorcheltouren und den Alltag, ohne dass man ihn abnehmen müsste. Für unterschiedliche Geschmackspräferenzen kann zwischen gebürstetem Silber, Roségold, Future Silver, Royal Gold oder Mattschwarz gewählt werden.

Während andere Wearables täglich ans Ladekabel müssen, soll der RingConn Gen 3 rund 11 bis 14 Tage durchhalten, was etwa doppelt so lange wie der Branchendurchschnitt ist. Mit dem universellen Ladecase sind sogar über 150 Tage ununterbrochene Nutzung möglich. Und falls doch mal der Akku schwächelt: Intelligente Vibrationsalarme erinnern rechtzeitig und subtil daran, den Ring wieder aufzuladen.

Meine ersten Eindrücke zum RingConn Gen 3

RingConn Gen 3 samt Ladecase und Verpackungen
Ich habe den RingConn Gen 3 in mattschwarzer Farbe inklusive Ladecase erhalten.

Das sind soweit die grundsätzlichen Funktionen des neuen RingConn Gen 3, wie sie auch vom Hersteller beschrieben werden. Ich konnte den Smart Ring nun auch einmal selbst ausprobieren und nutzte dazu vorab das auch von RingConn empfohlene Größen-Kit, um die eigene Ringgröße zu ermitteln. Durch die Sensoren im Inneren und das spezielle Design des Rings können normale Ringgrößen nicht Eins zu Eins übertragen werden. In meinem Fall passte die Ringgröße 9, die ich auch schon beim Oura Ring 5 sowie dem Vorgänger Oura Ring 4 Ceramic getragen habe. Dies muss aber nicht bei allen Nutzern und Nutzerinnen so sein, daher lohnt das Größen-Kit vorab auf jeden Fall. Ganz unauffällig ist der Ring beim Tragen nicht: Er trägt in etwa so dick wie der Oura Ring 4 Ceramic am Finger auf.

Ich habe mich für meinen Test für die mattschwarze Farbvariante des RingConn Gen 3 entschieden. Überraschenderweise besteht der Smart Ring außen nicht aus mattem Metall, sondern aus Kunststoff, was der Wertigkeit meiner Meinung nach ein wenig abträglich ist. Ich musste leider auch schon nach rund einer Woche des Tragens feststellen, dass sich ein Kratzer auf der mattschwarzen Oberfläche befand, der das helle Metall darunter durchscheinen ließ. Zur Einordnung: Ich habe den RingConn Gen 3 im normalen Alltag getragen, der durch eine aktuelle Fußverletzung zudem weniger aktiv als sonst ist. Ich habe damit nicht im Garten gearbeitet, Metallrohre getragen, mit Schmirgelpapier hantiert oder auf einer Baustelle gearbeitet. Eine derartige Empfindlichkeit des Materials habe ich in dieser Form nach kurzer Tragezeit nicht erwartet.

In meinem Paket befindet sich neben dem schwarzen RingConn Gen 3 auch noch ein USB-C-auf-USB-C-Ladekabel sowie ein ebenfalls mattschwarzes Ladecase. Im direkten Vergleich zum Charging Case des Oura Ring 5 ist dieses fast doppelt so groß, verfügt dafür aber auch über eine Kapazität von 500 mAh. Die vom Hersteller angegebene Akkulaufzeit des Rings von bis zu zwei Wochen konnte ich nicht bestätigen, bei mir waren es rund zehn Tage, ehe der Smart Ring wieder ins Ladecase verschwinden musste.

Umfassende Gefäßanalyse erfordert externes Blutdruckmessgerät

Blutdruckanalyse mit der RingConn-App
Die vollständige Gefäßanalyse erfordert ein zusätzliches Blutdruckmessgerät.

Die Kopplung mit meinem iPhone und der im App Store erhältlichen RingConn-App (App Store-Link) erfolgte nach der Erstellung eines obligatorischen Nutzeraccounts schnell und problemlos, und direkt im Anschluss werden gleich auch schon die ersten Gesundheits- und Fitnessdaten des Smart Rings am Finger gemessen. Das Wearable liefert über verschiedene Sensoren im Ring eine Überwachung von Herzfrequenz, Schlafmuster und Aktivitätsniveaus. Über eine Verbindung mit der RingConn-App können auch weitergehende Funktionen wie eine Zyklusanalyse, Stresslevel und mehr genutzt und ausgewertet werden. Die RingConn-App ist kostenlos und erfordert keine weiteren Abo-Gebühren, wie sie beispielsweise bei der Konkurrenz für zusätzliche Auswertungen angeboten werden.

RingConn bewirbt beim Smart Ring Gen 3 explizit eine Gefäßanalyse, um so gesundheitlichen Gefahren schon direkt nach der Erkennung entgegenwirken zu können. Das RingConn-System setzt dazu allerdings auf die Notwendigkeit eines externen Blutdruck-Messgeräts mit Armmanschette, dessen Werte regelmäßig in die App eingepflegt bzw. übertragen werden müssen. In Verbindung mit nächtlichen vaskulären Messwerten wie der Herzfrequenz oder Lebensstilfaktoren soll sich ein Gesamtbild der Gefäßgesundheit ergeben. Wer allerdings kein entsprechendes Blutdruckmessgerät besitzt, kann diese Analyse nicht nutzen.

Schlafapnoe- und Lebensstil-Überwachung

RingConn-App auf einem iPhone
So sieht die RingConn-App auf dem iPhone aus.

Ebenfalls vorhanden und stark beworben wird auch eine Erkennung von Schlafapnoe, das sind gefährliche Atemaussetzer im Schlaf, die auch am Tag zu Symptomen wie Unkonzentriertheit und Müdigkeit führen sowie zu langfristigen gesundheitlichen Folgen führen können. Die Schlafapnoe-Erkennungsfunktion wird jeweils über drei aufeinanderfolgende Nächte ausgeführt, um dann eine Analyse des Risikos auszugeben. Dauerhaft im Hintergrund läuft die Erkennung und Auswertung nicht, was ich etwas schade finde. In meinem Fall wurde nach mehreren Auswertungen im grünen Bereich sogar ein moderates Risiko angezeigt, wahrscheinlich, weil meine Blutsauerstoffwerte in einer Nacht aufgrund von pollenbedingter verstopfter Nase etwas niedriger waren. Was ich ebenfalls bemerkt habe: Die Übertragung und Auswertung der Schlafapnoe-Daten dauert mehr als zehn Minuten, ehe in der App die Analyse zur Verfügung steht.

Die RingConn-App selbst gewinnt keinen Designpreis, ist dafür aber übersichtlich aufgebaut und liefert direkt auf der Startseite die wichtigsten Informationen zu Schlaf, Aktivität, Stressniveau und Vitalzeichen wie Herzfrequenz, Herzfrequenzvariabilität, Blutsauerstoffgehalt, Körpertemperatur und Atemfrequenz. Über das Antippen der jeweiligen Bereiche gelangt man zu den Details der jeweiligen Parameter. Im Bereich „Gesundheit“ wird der derzeitige Lebensstilwert mit Zahlen zwischen 0 und 100 angegeben, bei dem Faktoren wie Schlafrhythmus, Aufwachaktivierung, Sitzrisiko und Aktivitätsintensität in den Gesamtwert einfließen. Wer hier nur niedrige Werte erreicht, sollte den aktuellen Lebensstil überdenken und mehr Aktivitäten einbinden und für besseren Schlaf sorgen. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass gemessene Herz- und Atemwerte nicht in die Bewertung einfließen.

Vibrationsfunktion, Fazit und Preise

Größenvergleich zwischen dem RingConn Gen 3 und dem Oura Ring 5
Größenvergleich zwischen dem RingConn Gen 3 (links) und dem Oura Ring 5 (rechts).

Im Vergleich mit anderen Smart Rings weiterer Hersteller gibt es beim RingConn Gen 3 auch eine Besonderheit: Der Ring verfügt über eine Vibrationsfunktion, beispielsweise, um auf einen niedrigen Akkustand oder auf ein Aufstehen bei sitzender Tätigkeit hinzuweisen. In meinem Fall funktionierte die Vibration am Ring nur, wenn ich auch die Push-Benachrichtigungen am iPhone in der RingConn-App eingeschaltet habe. Waren die Pushs deaktiviert, bekam ich auch am Ring selbst keine Hinweise per Vibration. Hier hätte ich mir eine unabhängige Nutzung gewünscht.

Mein Fazit zum RingConn Gen 3 fällt insgesamt gemischt aus: Die Akkulaufzeit des Smart Rings kann sich mit rund zehn Tagen bei normaler Nutzung absolut sehen lassen, das mitgelieferte Ladecase ist zwar vergleichsweise klobig, liefert aber einige Nachladungen für den Ring, es gibt keinen Abozwang, und auch die zahlreichen erfassten Gesundheitsparameter können helfen, einen besseren Einblick in den eigenen Körper und die Psyche zu bekommen. Auf der anderen Seite irritiert eine beworbene Gefäßanalyse, die allerdings im vollen Umfang nur mit einem Blutdruckmessgerät nutzbar ist, ein empfindliches Oberflächenmaterial, teils lange Synchronisierungen der Daten und ein Vibrationsfeature, das nicht unabhängig von Push-Mitteilungen nutzbar ist.

Mit Kaufpreisen zwischen 369 und 389 Euro, je nach gewählter Farbvariante, ist der RingConn Gen 3 zudem kein Schnäppchen. Bei Amazon können alle Ringvarianten zu den oben erwähnten Preisen bestellt werden, ebenso wie auf der offiziellen Produktseite bei RingConn. Auf letzterer gibt es auch weiterführende Informationen sowie die Möglichkeit, ein Ringgrößen-Kit bestellen zu können.

Eine Person trägt den RingConn Gen 3 an der linken Hand und tippt auf einer Tastatur
RingConn Gen 3: Smarter Gesundheitsbegleiter am Finger
Mein Fazit
Einige Stärken, aber auch ein paar Schwächen offenbart der RingConn Gen 3. Der Smart Ring ist in mehreren Farben zu Preisen ab 369 Euro im deutschen Handel erhältlich.
Design
60
App
75
Akku
90
Komfort
70
Pro
Lange Akkulaufzeit
Ladecase liefert viel zusätzliche Power
Viele erfasste Gesundheitsparameter
Kontra
Gefäßanalyse nur mit externem Gerät
Anfälliges Oberflächenmaterial
Keine autarke Vibrationsfunktion
Ringdicke
74
Testergebnis
RingConn Gen 3 jetzt kaufen

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Mel
Ich bin seit 2011 Teil des appgefahren-Redaktionsteams und war schon immer an Innovationen im Tech-Bereich und Gadgets interessiert. Wann immer es praktisches Outdoor-Zubehör oder interessante Foto-Apps gibt, bin ich Feuer und Flamme, denn auch in meiner Freizeit bin ich gerne mit dem Rad oder der iPhone-Kamera unterwegs. Seit einiger Zeit nutze ich aktiv das Fediverse und berichte über neue Apps, Dienste und Entwicklungen.

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