Bei Qualcomm zeichnet sich ein Umbruch ab, der offenbar schneller kommt als ursprünglich eingeplant. Konzernchef Cristiano Amon ließ im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters durchblicken, dass die Erlöse aus dem Geschäft mit Apple deutlich zügiger schrumpfen dürften, als das Unternehmen noch vor Kurzem angenommen hatte. Die Aussage fiel im Anschluss an die Telefonkonferenz zu den Zahlen des dritten Geschäftsquartals 2026.
Lieferengpässe drücken auf den Chip-Anteil
Als Auslöser nannte Amon konkrete Engpässe in der Lieferkette. Diese sorgen dafür, dass der Anteil an Qualcomm-Bauteilen im kommenden iPhone-Modell spürbar unter die zuvor kalkulierten 20 Prozent rutschen wird. Bereits im vierten Quartal soll sich dieser Rückgang bei den Apple-bezogenen Einnahmen bemerkbar machen. Deutlich früher also, als es die bisherigen Prognosen des Chipherstellers vorsahen.
Um dem finanziellen Druck entgegenzuwirken, kündigte Qualcomm zudem an, ab dem 1. September die eigenen Preise anzuheben. Hintergrund seien massiv gestiegene Kosten entlang der kompletten Lieferkette, die sich mittlerweile kaum noch anders auffangen ließen. Laut Amon gebe man diese gestiegenen Ausgaben schlicht an die Kundschaft weiter, um die eigene Profitabilität nicht weiter zu gefährden.
Der Blick richtet sich auf andere Geschäftsfelder
Mit Blick auf das Geschäftsjahr 2027 rechnet Qualcomm damit, dass der überwiegende Teil der Chip-Umsätze künftig aus Bereichen jenseits klassischer Smartphones stammen wird. Insbesondere das Wachstum im Rechenzentrumsgeschäft soll dabei jene Einnahmen kompensieren, die bislang über die Partnerschaft mit Apple erzielt wurden.
Apples eigene Modem-Ambitionen nehmen Fahrt auf
Hintergrund der Entwicklung ist Apples zunehmende Unabhängigkeit im Bereich Mobilfunk-Chips. Bereits im iPhone 16e, im iPhone 17e sowie im iPhone Air setzt der Konzern auf selbst entwickelte Modem-Lösungen. Gerüchten zufolge könnte sich dieser Trend mit der iPhone-18-Generation noch einmal deutlich verstärken. Aktuell soll bei Apple zudem an einem Nachfolgechip mit der Bezeichnung C2 gearbeitet werden, der Berichten zufolge sowohl bei der Geschwindigkeit als auch bei der Energieeffizienz gegenüber Qualcomm-Modems die Nase vorn haben könnte.
Rechtlich bleiben beide Unternehmen vorerst noch aneinander gebunden: Eine bestehende Patentlizenzvereinbarung zwischen Apple und Qualcomm läuft noch bis März 2027. Ob Apple diese anschließend erneut verlängert oder komplett auf eigene Modemtechnik über die gesamte Produktpalette hinweg umsteigt, bleibt bislang offen.

Sehr gut! Qualcom verrecke! (Kein Schreibfehler!)