Moia: Ridesharing von Volkswagen in Hamburg ausprobiert

Deutlich günstiger als ein Taxi

Mobilität ist für viele Unternehmen derzeit ein mehr als wichtiges Thema. Der Start von E-Scootern in Deutschland steht bevor, die ersten Anbieter sind sogar schon aktiv. MyTaxi, das zum Daimler-Konzern gehört, bekommt noch in diesem Jahr einen neuen Namen und neue Features. Seit einigen Monaten mischt nun auch Volkswagen mit und schickt das junge Unternehmen Moia (App Store-Link) ins Rennen. Bislang gibt es die Ridesharing-App nur in Hamburg und Hannover, ein Besuch in der Hansestadt habe ich nun nutzen können, um den Dienst auszuprobieren.

Moia kann man als eine Art Sammeltaxi bezeichnen oder ein Rufbus. Nur dass man bei Moia eben nicht das Verkehrsunternehmen anruft, damit man irgendwie am Abend oder mitten in der Nacht aufgesammelt wird, sondern stattdessen alles per App erledigt. Das nennt Volkswagen dann Ridesharing – und es funktioniert recht einfach.

Nach der Registrierung in der Moia-App kann man Start- und Ziel eingeben und nach verfügbaren Bussen suchen. Bei einer sofortigen Abholung hat das bei mir an zwei Tagen nicht funktioniert, bei einer Buchung 10 Minuten im Voraus wurde mir aber binnen weniger Sekunden ein Fahrzeug zugewiesen. Wichtig zu wissen: Es gibt festgelegte, virtuelle Haltestellen im gesamten Stadtgebiet. So kann es vorkommen, dass man noch bis zu 250 Meter zu Fuß zurücklegen muss.

Für diesen Aufwand wird man aber wenig später belohnt: Man wird von einem gelb-schwarzen Volkswagen-Elektro-Bus abgeholt, der absolut futuristisch und modern gestaltet ist. Es gibt bequeme Ledersitze, Licht und einen USB-Anschluss an jedem Platz. Zudem sind die Fahrzeuge mit WLAN ausgestattet und können sogar Gepäck transportieren. Bis zu sechs Personen können von einem Moia-Bus transportiert werden und es kann durchaus vorkommen, dass kleine Umwege genommen werden, um andere Fahrgäste aufzunehmen. Bei meiner rund neun Kilometer langen Strecke war das aber nicht der Fall und so kam ich recht zügig am Zielort an.

Am Ende hat Moia einen großen Vorteil: Der Preis. Ich habe für die rund 20-minütige Fahrt 7,37 Euro bezahlt. Die gleiche Strecke mit dem Taxi hätte laut Kalkulation mit MyTaxi 23 bis 28 Euro gekostet. Noch Fragen?

Moia lohnt sich vor allem bei mittellangen und langen Strecken. Für eine kürzere Route von rund einem Kilometer hat mir Moia einen Preis von 4 Euro vorgeschlagen – hier bin ich dann doch lieber gelaufen. Klar ist aber: Ich habe Moia nicht zum letzten Mal genutzt und würde mich freuen, wenn der Dienst bald in noch mehr Städten startet.

‎MOIA in Hamburg & Hannover
‎MOIA in Hamburg & Hannover
Entwickler: MOIA GmbH
Preis: Kostenlos

Kommentare 15 Antworten

  1. Ich habe diese Busse auf einem Transporter begutachten können, als sie auf dem Weg nach Hamburg waren, und war von dem Aussehen echt beeindruckt. Beim googlen nach dem Namen habe ich den Sinn und Zweck dieser Busse erfahren. Noch beeindruckter war ich als ich gelesen habe das sie die Kunden nicht nur günstiger als ein Taxi von A nach B fahren, sondern das das ganze auch noch ohne Fossile Brennstoffe passiert. Also die Busse mit Elektro Antrieb fahren. HAMMER !!

  2. Zumal diese Busse bisher wirklich fast nur leer in HH rumfahren. Ich kann mich nicht erinnern, je einen Gast in diesen Bussen gesehen zu haben. StadtRAD ist in HH einfach unschlagbar, da die erste halbe Stunde Radfahren immer kostenlos ist. Die Idee Moia ist gut, gefühlt wird diese Option in HH aber kaum genutzt.

  3. Aktuell subventioniert VW diese Aktion , daher auch der Preis. Bis örtliche Taxiunternehmen verschwunden sind. Und dann kommt der Hammer wie bei Großkonzernen üblich.
    Hier erzeugt man Verkehr der sonst der ÖPNV übernommen hätte, die Straßen werden voller , Emmission steigen.

    Man sollte überlegen ob man sowas dauerhaft unterstütz , ich bin für neue Innovation aber gerecht eben.

  4. Richtig, die fahren einfach nur leer durch die Gegend. Es ist ja noch sooooo viel Platz auf den Straßen!! Es gibt nun Zahlen. Jedes Moia transportiert pro Tag sage und schreibe 24 Personen. Bei 14 Stunden Betrieb sind das nicht mal 2 pro Stunde! Für die paar Männeken nun wieder 100 – geplant 200 – Blechkisten mehr auf der Straße? Was soll der Unfug?

  5. Die absolut verbindliche Statistik mit mehreren Scouts im Hamburger Stadtgebiet über mehrere Wochen lautet: von 100 beobachteten Moias fährt in einem (!) Fahrzeug ein (!) Fahrgast. Es werden also MASSENHAFT Leerfahrten produziert, von 200 Fahrzeugen, die gerade im Kerngebiet Eimsbüttel/Eppendorf/Winterhude/Mitte einfach nur für noch mehr sinnlosen Verkehr sorgen.
    Wenn Moia nun vermeldet, es sei in HH ein großer Erfolg, möge man doch seitens der Politik/Verwaltung einmal die von Moia an das Finanzamt gemeldeten umsätze prüfen – das kann nur eine Überraschung geben, oder VW türkt die Zahlen – wäre wenig überraschend bei dem Konzern.
    Denn letztlich, dass sollte jedem klar sein, geht es bei diesem Mobilitätskampf in den Städten nur darum, den eigenen Claim abzustecken – und sicher nicht darum, ökologisch Gutes zu tun.

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