Nest Hello ausgepackt: Das erwartet euch bei der smarten Türklingel

Fabian Portrait
Fabian 10. Juli 2018, 14:00 Uhr

Vor einigen Wochen in Deutschland gestartet, hat es die neue Nest Hello jetzt endlich auch zu uns geschafft.

Nest Hello Lifestyle

Immer wissen, wer vor der Tür steht, obwohl man vielleicht gar nicht zuhause ist, das ist eine wirklich feine Sache. Ich habe genau das in den letzten Monaten mit der Ring Video Doorbell Pro gemacht, war zuletzt aber ein wenig unzufrieden. Die smarte Türklingel hat plötzlich nicht mehr den klassischen Türgong betätigt, was im Alltag dann doch etwas unpraktisch ist.

Umso gespannter war ich, wie sich die neue Nest Hello schlagen würde. Am Wochenende habe ich die smarte Türklingel der Google-Tochter endlich in Betrieb nehmen können, was bei mir persönlich ein Kinderspiel war. Da meine Türklingel bereits über einen 24 Volt Trafo mit Strom versorgt wurde, konnte ich die Nest Hello direkt an die Kabel an der Hauswand anschließen.

Das steckt alles im Lieferumfang der Nest Hello

Der Trafo selbst ist nicht im Lieferumfang der Nest Hello enthalten, es liegt lediglich ein Spannungswandler bei, um den klassischen Türgong vor der höheren Spannung zu schützen. Was alles in der Packung der Nest Hello enthalten ist, könnt ihr in unserem folgenden Video sehen.

Beeindruckend ist vor allem das Design. Während die Ring Video Doorbell im Vergleich ein echter Riese ist, begeistert die Nest Hello mit einem kompakten, modernen und freundlichen Design. Bei mir hat das allerdings für Probleme gesorgt: Die Aussparung für die ursprüngliche Türklingel wurde sehr großzügig angelegt, so dass das Loch rund um die Nest Hello noch zu sehen war. Für kleines Geld habe ich mir daher eine Metallplatte im Edelstahl-Look bestellt, die ich kurzerhand (und fast gerade) zwischen Nest Hello und Hauswand montiert habe.

Nest Hello Installation

Die eigentliche Installation und Einrichtung der Nest Hello ist dank der ausführlichen Schritt-für-Schritt-Erklärung in der Nest-App ein Kinderspiel. Wenige Minuten später sieht man innerhalb der App bereits das Live-Bilder der Kamera sowie eine Timeline, in der alle wichtigen Ereignisse aufgelistet werden.

Und das kann im Zweifel richtig viel sein: Die Nest Hello erkennt nicht nur das Klingeln an der Tür, sondern auch Geräusche und kann zwischen Personen und anderen Bewegungen unterscheiden. Dank einer Filter-Funktion hat man hier zudem die Option, sich nur die gewünschten Ereignisse anzeigen zu lassen.

Nest Hello

Zusätzliches Nest Aware Abo sorgt für monatliche Kosten

Richtig viel Spaß macht die 279 Euro teure Nest Hello leider nur mit dem optional erhältlichen Nest Aware Abo, für das noch einmal 5 Euro pro Monat oder 50 Euro im Jahr fällig werden. Diese zusätzlichen Abos gefallen mir zwar auch nicht, gehören mittlerweile aber so gut wie immer dazu. Beim Konkurrenten Ring wird man beispielsweise auch mit 30 Euro pro Jahr zur Kasse gebeten.

Neben einem 5-tägigen Videoverlauf komplett ohne Unterbrechungen, also einer Aufzeichnung rund um die Uhr, bietet Nest Aware neben Zeitraffer-Aufnahmen vor allem zwei praktische Extras für die Nest Hello: Intelligente Benachrichtigungen samt Gesichtserkennung sowie das Anlegen von Alarmbereichen.

Die Alarmbereiche lassen sich leider nicht direkt in der Nest-App anlegen, hier muss man einen Umweg über die Webseite machen. Am Ende ist es aber ein Kinderspiel, einen Bereich im Kamera-Bild zu markieren, bei dem ihr bei erkannten Bewegungen oder Personen per Mitteilung informiert werden wollt. Kurz nach Veröffentlichung unseres Testberichts hat Nest die Funktion per Update für die App nachgereicht.

Nest-App lässt die Konkurrenz im Regen stehen

Auch wenn das Anlegen der Bereiche leider bisher nicht in die Nest-App integriert wurde, muss ich die Anwendung insbesondere im Vergleich zur Konkurrenz lobend erwähnen. Die Anwendung von Nest ist modern und intuitiv gestaltet und wird einem Gadget in dieser Preisklasse mehr als gerecht.

Nest Hello Mitteilung

Besonders praktisch finde ich die interaktiven Push-Mitteilungen, in denen man gleich ein kleines animiertes Kamera-Bild sowie den Namen von bereits bekannten Personen mitgeliefert bekommt. Wünschenswert wäre höchstens, wenn die Mitteilungen noch ein wenig schneller auf dem iPhone oder iPad landen würden.

Ansonsten gibt es in der Nest-App bereits alle Möglichkeiten, die man sich rund um eine smarte Türklingel wünschen kann. Die Kamera kann zu bestimmten Zeiten komplett deaktiviert werden, zudem kann man den Türgong auch für einen gewissen Zeitraum reaktivieren, um beispielsweise nicht bei einem kleinen Nickerchen gestört zu werden.

Nest Hello App

Ein Feature, dass es bei der Konkurrenz so noch gar nicht gibt, sind die halbautomatischen Antworten auf Besuch an der Tür. Klingelt jemand, können insgesamt drei Sprachansagen über die Push-Mitteilung ausgewählt werden. So kann man dem Besuch beispielsweise mitteilen, dass man gleich an der Tür ist, oder dem Paketboten erlauben, dass er die Lieferung einfach vor der Haustür abstellen kann.

Auch wenn die Kosten etwas höher sind, landet die Nest Hello in meinem Ranking aktuell deutlich vor den smarten Türklingeln von Ring. Pluspunkte sammelt die Nest Hello vor allem in Sachen Design und Software. Kaufen könnt ihr die Nest Hello entweder direkt beim Hersteller für 279 Euro, alternativ bekommt ihr die Nest Hello zusammen mit einem Google Home Mini bei tink.de zum gleichen Preis. Der smarte Lautsprecher kann zur Kommunikation mit der Türklingel genutzt werden - ein Detail, das ich in den nächsten Wochen noch ausprobieren muss.

Nest Hello

  • Installation - 7/10
    7/10
  • Design - 10/10
    10/10
  • App - 10/10
    10/10
  • Funktionen - 9/10
    9/10
  • Preis/Leistung - 6/10
    6/10

Fazit

Die Nest Hello kann mit einem tollen Design, vielen Funktionen und einer modernen App punkten. Leider gibt es alle Funktionen nur mit Zusatz-Abo, außerdem ist für die eigentlich einfache und gut dokumentierte Installation ein spezieller Klingel-Trafo notwendig.

8.4/10

Teilen

Kommentare11 Antworten

  1. b33M! sagt:

    Ist die Ausrichtung der Kamera so zulässig? Danke im Voraus!

  2. MauCreek sagt:

    Nun ja,
    die Ring Video Doorbell pro ist in meinen Augen nicht nur preiswerter, hier auch der abo-betrag jährlich, sondern auch in manchen bereichen der Nest überlegen. Die verpackung beinhaltet zum bleistift auch einen trafo.
    Das design lasse ich mal außen vor, wobei ich die größe der beiden klingel-kameras für fast identisch halte.
    Vielleicht sollte sich der eine oder andere mensch sich hier vor dem kauf zu einem vergleich hinreißen lassen, ehe er viel geld ausgibt?!
    👀

    • Fabian sagt:

      Die Video Doorbell Pro kostet zumindest bei Amazon aktuell ebenfalls 279 Euro. Der Abo-Beitrag ist sicher ein Unterschied, dafür zeichnet die Ring beispielsweise nicht durchgängig auf, wenn ich es recht im Kopf habe.

      Beim Trafo muss man ganz klar sagen: Schade, dass Nest nicht an den gedacht hat.

      Ich habe nun beide Produkte im Einsatz gehabt und finde das Gesamtpaket bei der Nest Hello doch bedeutend stärker.

  3. Nalugas sagt:

    Hallo zusammen. Toller Artikel. Vielen Dank hierfür.
    Wie sieht es aus mit der Ansteuerung vom Türsummer? Kann man den auch integrieren? So könnte man die Tür zum Garten/Terasse dem Postboten auch von Unterwegs aufmachen.

  4. Hutzel69 sagt:

    Diese Abos funktionieren meines Erachtens nach nur, weil es immer irgendwelche Leute gibt, die sie bezahlen!

    • pinball sagt:

      und ich gehöre nicht dazu. Schade, das jeden Tag ein paar Dumme aufstehen und sich auf diese Abzockerei einlassen. Technisch ist das alles ohne fremde Server und Abogebühren lösbar.

  5. ago sagt:

    Hat die Kamera Weitwinkel? Welche Auflösung? Ist es möglich ein Netzwerk Kabel anzuschließen? Wenn nicht was ist der mindest upload den die Klingel benötigt?

    • Fabian sagt:

      Die Kamera erfasst ca. 160 Grad. Die Auflösung beträgt 1.600 x 1.200 Pixel. Netzwerkkabel geht nicht, es werden mindestens 2 Mbit/s Upload benötigt.

  6. mimo sagt:

    Ein Abo für ne Türklingel 😂😂😂
    Hätte mir jemand vor ein paar Jahren erzählt, dass es so was mal geben wird, den hätte ich für bekloppt erklärt. 🤪

Kommentar schreiben