Search Ads in iOS 10: So funktionieren die bezahlten Suchergebnisse

Die sogenannten Search Ads sind ab Herbst mit dem Start von iOS 10 verfügbar. Was sie genau machen und warum wir uns noch keine großen Gedanken müssen, erklären wir in den nächsten Zeilen.

search ads

Mit iOS 10 wird Apple eine neue Möglichkeit für Entwickler schaffen, ihre Apps noch bekannter zu machen. Mit den „Search Ads“ können Firmen und Entwickler einen bezahlten Werbeplatz in der App Store-Suche buchen. Das ganze funktioniert ähnlich wie Google Adwords über sogenannte Keywords. Als Anbieter einer Foto-App kann man durch eine Buchung beispielsweise beim Suchwort „Fotofilter“ ganz oben über allen anderen Apps angezeigt werden.


Allerdings solltet ihr auch wissen, dass die bezahlten Suchergebnisse ab Herbst dieses Jahres vorerst in den USA verfügbar sein werden. Hierzulande wird es diese Art der Werbung noch nicht geben, es wird allerdings nur eine Frage der Zeit sein, bis Apple das Feature auch in anderen Ländern ausrollt.

Damit Apple gezielt Werbung ausliefern kann, werden Zielgruppen durch das Nutzungsverhalten und weitere Daten gebildet. Apple legt hier verschiedenen Faktoren zugrunde:

  • App Store Daten: Suchanfragen, App Store Downloads und In-App-Käufe
  • App Transaktions-Daten: Alle Transaktionen im App Store werden berücksichtig, inklusive aller heruntergeladenen App, In-App-Käufe, Musik, Filme und mehr.
  • Kontext-Informationen: Gerätetyp, iOS-Version, Tageszeit, Gerätestandort und Suchanfragen.

Außerdem greift Apple auf die Accountinformationen, also Name, Adresse, Alter und Geschlecht zu, ebenso werden Daten aus der Interaktion mit Werbung dazu verwendet, noch zielgerichteter Werbung anzuzeigen. Auch App-Entwickler können mit Erlaubnis die gesammelten Informationen über In-App-Käufe weitergeben.

Das Sammeln von Informationen kann deaktiviert werden

Die bezahlten Suchergebnisse werden mit einem „Ad“ gekennzeichnet und werden mit blauem Hintergrund hervorgehoben. Möchte man als Nutzer keine zielgerichtete Werbung erhalten, kann man dem Ad-Tracking widersprechen. In Einstellungen > Datenschutz > Werbung könnt ihr schon jetzt das Ad-Tracking deaktivieren, zudem sollte man auch in Einstellungen > Datenschutz > Ortungsdienste > Systemdienste die ortsabhängigen iAds deaktivieren.

search ads tracking

Apple gibt an, dass rund 65 Prozent aller Downloads direkt über die App Store Suche getätigt werden. Als Entwickler kann man sich genau dort einkaufen und frei bestimmen, wann man mit der Aktion starten möchte. Es gibt kein Mindestbeitrag, die Anzeigen können auch nur wenige Stunden laufen. Die Abrechnung erfolgt durch das Model „Cost per Tap“. Allerdings: Apple möchte in den Suchergebnissen tatsächlich nur passende Apps anzeigen. Es wird also nicht möglich sein, sich mit einer Foto-App den ersten Platz in den Ergebnissen zum Suchbegriff „Pokemon Go“ zu kaufen.

Die so genannten Search Ads werden nicht nur in der App Store Suche zu finden sein, sondern auch in Apple News. Hierzulande müssen wir uns aktuell noch keine großen Gedanken machen, dennoch bin ich mir sicher, dass diese Möglichkeit der Bewerbung der eigenen Apps, auch in naher Zukunft hier verfügbar gemacht wird.

Schon vor einigen Monaten hat uns der Entwickler Philipp Stollenmayer im Interview verraten: „Ich glaube nicht, dass das viel Unterschied machen wird, die meisten User kommen zumindest bei mir nicht über die Suche, oder wenn sie suchen, wissen sie was sie finden wollen. Da gibt es Leute, die betreiben Search Engine Optimizing, aber ich glaube, wenn eine App gut ist setzt sie sich durch, sonst eben nicht. Ich sehe darin nur eine weitere Möglichkeit, Apps zu bewerben, und kann mir vorstellen, dass dadurch zum Beispiel die Flut an Appwerbung auf Facebook zurückgeht.“

Wie ist euer Nutzungsverhalten? Lasst ihr euch von Werbung beeinflussen oder ignoriert ihr diese konsequent?

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Kommentare 5 Antworten

  1. Der Appstore hat seine besten Zeiten hinter sich. Erst die ganzen InApp Käufe, dann die ganzen doppelten Apps mit unterschiedlichen Namen. Jetzt gesponserte Listen. Schade

  2. Eine vernünftige Suchfunktion mit entsprechenden Filtermöglichkeiten wäre wesentlich sinnvoller.
    Irgendwie entwickelt Apple mal wieder am Kunden vorbei. Wann wird das endlich wieder besser?

  3. Mich nervt Werbung, insbesondere aufdringliche Werbung – ich bezeichne mich selbst eher als werberesistent und meide Dinge, welche überwiegend mit Werbemüll daherkommen. Das heißt, alles, was als Schrotflintenmarketing bekannt ist, geht mir total auf die Nüffe.

    Radio, Fernsehen, alles nur gezielt aktiv, bis gar nicht.

    Apps, die mit Werbung zugemüllt sind, landen gleich wieder im Datennirvana.

    Ich kann nur hoffen, dass das den Appstore nicht noch unübersichtlicher macht. Die Suche war ja bisher eher bescheiden.

    Ach und die Werbeoption, Tracking und co. habe ich auch schon lange deaktiviert.
    I don’t need that shit.

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