Studie von Idagio und MIDIA Research: 35 Prozent der Musik-Streamer sind Klassik-Fans

Klassische Musik wird oft als Nischenkategorie wahrgenommen

Laut einer aktuellen Studie, die in Zusammenarbeit zwischen dem Klassik-Musikstreaming-Dienst Idagio (App Store-Link) und dem Medienforschungs- und Analysedienst MIDIA Research entstanden ist, ist das Musikgenre der Klassik deutlich bekannter und beliebter, als man bisher angenommen hat. Die Auswertung der Studie „The Classical Music Market: Streaming’s Next Genre?“ ergab, dass die Klassik-Kategorie aktuell das viertbeliebteste Musikgenre der Welt ist.

Das Whitepaper tauchte für die Ergebnisse laut einer Meldung von Idagio „tief in den Klassikmarkt ein“ und analysierte 8.000 Klassikfans in acht großen Musikmärkten, darunter die USA, Großbritannien, Deutschland, Österreich, Dänemark, Schweden, Mexiko und Südkorea. Die Studie untersuchte dabei nicht nur den Klassikmarkt, sondern auch Hörtrends und Hörverhalten von Klassikfans auf der ganzen Welt. Sie zeigt, dass Klassikhörer zu den engagiertesten Musikliebhabern gehören und räumt dabei mit einigen gängigen Mythen über Klassikfans auf. Außerdem untersucht die Studie, wie Streaming eine neue Generation von Hörern aus aller Welt an das Genre heranführt.

30 Prozent der Klassik-Hörer sind jünger als 35 Jahre alt

Der Analyse zufolge hören 35 Prozent aller Erwachsenen weltweit klassische Musik – mehr als sich zu R&B oder Hip-Hop bekennen. Zusätzlich zeigte sich, dass Klassik entgegen den bekannten Klischees nicht nur von Älteren konsumiert wird, sondern auch beim jüngeren Publikum in aller Welt immer beliebter wird: 30 Prozent der Hörer sind jünger als 35 Jahre und 31 Prozent sogar zwischen 25 und 34.

Die Studie fand außerdem heraus, dass Streaming entscheidend dabei hilft, ein neues Publikum für klassische Musik zu begeistern, vor allem durch Funktionen wie stimmungsbasierten Playlists. Welches Potenzial Streaming für klassische Musik bietet, zeigt sich unter anderem daran, dass fast die Hälfte der Erwachsenen, die Klassik streamen, dies als großartigen Weg empfinden, das Genre zu hören. Streaming wird daher für Musikliebhaber zum wichtigsten Weg, neue Musik zu entdecken: 42 Prozent aller Musikkonsumenten geben an, Musik durch Streamingdienste zu entdecken.

Die gesamte Studie kann unter diesem Link als PDF in voller Länge in englischer Sprache eingesehen und heruntergeladen werden. Auch in meinen Spotify-Playlists gibt es die ein oder andere Klassik-Liste, die gerne mal zur Entspannung zum Einsatz kommt. Wie sieht es bei euch aus?

IDAGIO – Klassische Musik
IDAGIO – Klassische Musik
Entwickler: idagio GmbH
Preis: Kostenlos+

Kommentare 8 Antworten

    1. Was heißt „*reicht für mich* auf Apple Musik“? Weißt du nicht, dass so gut wie alle klassischen CDs, die in den vergangenen Jahrzehnten veröffentlicht wurden, auf Apple Music vorhanden sind? Idago bietet nur einen Bruchteil davon an und davon wiederum nur einen Bruchteil als verlustfreie FLAC-Dateien. Aber das ganze verlustfreie Audiophilen-Getue ist sowieso Quatsch, weil noch nie jemand – auch und gerade nicht mit schweineteuren Anlagen – in einem ABX-Hörtest zeigen konnte, dass seine Ohren den Unterschied zwischen 256 Kbit/s „geschrumpfter“ Musik, wie sie z.B. Apple Music streamt, und der verlustfreien Schlangenöl-Variante heraushören konnten.
      Will sagen: Du bist bei Apple Music bestens bedient – besser geht es gar nicht.

      1. Bin mit AM recht zufrieden stimmt. Ich meine im Vergleich zu Idagio ist Apple Music doch eher auf Popkultur getrimmt. Stream bleibt Stream… da scheinst du recht zu haben. Aber lege mal im Vergleich eine LP auf den Teller. Komfortabler ist AM, nostalgischer und das Erlebnis bzw. die Würdigung der Musik findet eher bei der Schallplatte statt.
        Mir gefällt bis heute bei AM nicht, dass man bei Apple nicht versteht, dass das Cover zum Gesamtbild gehört. Dieses winzige Cover selbst auf dem iPad ist echt enttäuschend. Auf dem Mac dachte ich, dass iTunesLP dem Schallplatten-Cover am nächsten kommt. Leider hat es sich nicht durchsetzen können. Wieso eigentlich? Weil Musik heutzutage Durchgangsware ist. Da ist der Sound letztlich egal, wenn er aus den BT-Boxen der Kiddies in der Einkaufsstraße die Leute belästigt.
        Ok, ich schweife ab… 😉

        1. Ja, AM (bzw. iTunes) war die längste Zeit auf Popkultur getrimmt. Aber: iTunes ist meines Wissens der erste Software-Player, der klassische Musik mit Tags für „Werk“ und „Satz“ unterstützt. Im iTunes Store und auf AM ist das auch schon ziemlich konsequent auf die meiste (klassische) Musik angewendet. Ich persönlich habe viele „exotische“ CDs mit barocker Cembalomusik von relativ unbekannten Komponisten, die ich dank iTunes Match in die Cloud hochladen konnte, sodass sie mir auf allen Geräten und überall zur Verfügung stehen – nahtlos integriert in die im iTunes Store gekaufte und bei Apple Music gestreamte Mediathek. Dafür bin ich echt dankbar und zahle die 24 Öre im Jahr gern.
          Was die ollen Vinyl-Platten betrifft: Ich habe mit Freuden 1985 ein Schweinegeld für meinen ersten CD-Player (und die ersten paar klassischen CDs, die damals überhaupt erhältlich waren) ausgegeben und seitdem nie mehr auf die blöden alten Zeiten mit Schallplatten und Kassetten zurückgeblickt (und falls doch, dann mit Grausen). Und genauso froh bin ich, dass wir nun dank Streaming auch noch CDs, DVDs, BlueRays und das ganze physikalische-Medien-Zeug hinter uns lassen können.

          1. Alles richtig… Dennoch sind meine oberen Argumente nicht von der Hand zu weisen. Warum wohl gibt es einen Anstieg der Verkaufszahlen von Vinyl-Platten?
            Das ist:
            1. Der analoge Sound und
            2. Das große Cover

            Übrigens habe ich auch Match. Verlustfrei kann man seine CD’s nicht hochladen, sondern „nur“ in 256er Quali.

    1. Ganz einfach – die Prozentangaben haben unterschiedliche Basispools.
      Es ist selbst in der Zusammenfassung der Studie missverständlich formuliert. Wenn man aber etwas weiter blättert, wird die Zahl gesondert aufgeführt als „31% von den 25-34jährigen“ – nicht von allen unter 35jährigen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Copyright © 2019 appgefahren.de