Telegram: Neues Feature erlaubt Import von Chatverlauf aus anderen Messengern

Wechsel zu Telegram soll vereinfacht werden

Als die neuen Nutzungsbedingungen von WhatsApp vor ein paar Wochen für einen Aufschrei in der Nutzerwelt sorgte, wanderten gehäuft User des zu Facebook gehörenden Kommunikationsmittels zu anderen Messengern ab. Wir in der Redaktion empfehlen die Alternative Telegram nicht unbedingt als Ersatz, sondern eher Signal oder Threema als wirklich sichere und auf Privatsphäre ausgelegte Anwendungen. Einen Vergleich von WhatsApp, Telegram, Signal und Threema findet ihr hier.

Nichtsdestotrotz konnte auch Telegram (App Store-Link) im Januar explodierende Nutzerzahlen verbuchen. In einem Blogbeitrag heißt es dazu, „Über 100 Millionen neue Nutzer sind im Januar Telegram beigetreten, auf der Suche nach mehr Privatsphäre und Freiheit. Aber was ist mit den Nachrichten und Erinnerungen, die in älteren Apps bleiben?“


Für diese Frage hat man bei Telegram ab sofort eine Antwort: Nutzer können ihren Chatverlauf, inklusive Videos und Dokumenten, von anderen Apps wie WhatsApp, Line und KakaoTalk zu Telegram bringen. Dies soll sowohl für private Chats als auch für Gruppen funktionieren. Um dies unter iOS in die Wege zu leiten, hat man bei WhatsApp folgendes zu tun:

  1. Bereich „Kontaktinfo“ bzw. „Gruppeninfo“ bei WhatsApp öffnen
  2. „Chat exportieren“ auswählen
  3. Telegram im Teilen-Menü auswählen

Telegram wirbt zudem damit, „praktisch keinen Platz [zu verbrauchen], während du jederzeit auf alle deine Nachrichten, Fotos und Videos zugreifen kannst, wenn du sie brauchst“, und merkt an, „ältere Apps zwingen dich dazu, alle Daten auf deinem Gerät zu speichern“. Der Umkehrschluss: Telegram sichert die Daten der Nutzer nicht auf dem Gerät, sondern auf externen Servern.

In der neuesten Version des Messengers ist es zudem möglich, geheime Chats, Gruppen (die man selbst erstellt hat) und den Anrufverlauf auf allen Seiten jederzeit zu löschen. Dazu heißt es von Telegram: „Die Server von Telegram speichern keine Informationen über gelöschte Chats und Anrufprotokolle, sodass die Daten vollständig und für immer verschwinden werden.“ Auch neue Möglichkeiten, gefälschte Kanäle und Gruppen zu melden, sind in der aktuellen Version 7.4 bzw. 7.4.1 integriert worden, ebenso wie ein verbesserter Audioplayer, optimierte Sprachchats, sowie die Option, neue Telegram-User mit einem Sticker zu begrüßen.

‎Telegram Messenger
‎Telegram Messenger
Entwickler: Telegram FZ-LLC
Preis: Kostenlos

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Kommentare 7 Antworten

  1. Äußerst fragwürdige Praxis. Bei den Bedenken bzgl. Security bei Telegram & vermutlich ohne Wissen der Chatpartner kann das nicht DSGVO-konform sein.

      1. Ist es in der Tat. Durch die Weiterreichung (Import) in weitere Messenger, welche noch wenige die Privatsphäre achten, eskaliert dieses Problem jetzt nochmals.

  2. Und der Kelber mahnt sowas sofort ab , oder ? ROFL
    Wie gestern der Spiegel meldete dass die Exekutive die DSGVO noch nicht mal ratifiziert hat, und der Oberste Datenschützer keine Handhabe hat.
    Also ihr habt Sorgen

    1. @signum: Dass er keine Handhabe hat, kann je nach Vorfall und Zuständigkeit durchaus mal sein. Aber was gibt es da zu ratifizieren? Das ist eine EU-weite Verordnung, die unmittelbar gilt.

      1. Schau es dir mal an , die haben nix . Polizei, Bka etc., die warten gerade auf das einleiten eines EU-Verfahrens. Vorbild Funktion sieht anders aus.

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